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Nr. 4.
Mittwoch den 6. Januar
1892.
Amtliches.
Landkreis Hanau.
Bekanntmachungen -es Königlichen Landrathsamtes.
Nachweisung
über die Vertheilung des Betrages von 20 000 Mark an die Landgemeinden und Gutsbezirke des Landkreises Hanau aus dem dem Letzteren aus den landwirthschaftlichen Zöllen pro 1890/91 überwiesenen Betrage.
a
£
Jo
b.
Namen der Orts chaften
C.
Ein- woh- N erzähl
d.
erhält nach Spalte
C.
e.
Summa Der Grund u. Gebäudesteuer
f.
erhält nach Spalte e.
g.
Summa der
Spalten d. u. f.
h.
C
CD S
2
S
H
^
cM
^
d
1
Windecken
1574
265
94
4404
18
457
09
723
03
*)
2
Bergen
3704
625
83
8026
71
833
06
1458
89
3
Bischofsheim
1213
204
95
2935
12
304
62
509
57
4
Bruchköbel
963
162
71
4019
68
417
19
579
90
5
Dörnigheim
1253
211
71
3173
58
329
37
541
08
6
Eichen
734
124
02
4215
50
437
51
561
53
7
Erbstadt
560
94
62
2880
22
298
93
393
55
8
Fechenheim
3238
547
09
4468
75
463
79
1010
88
9
Gronau
384
64
88
2780
24
288
55
353
43
10
Großauheim
3077
519
89
3164
05
328
38
848
27
11
Großkrotzenburg
1253
211
71
2282
24
236
86
448
57
12
Hochstadt
1002
169
30
2997
85
311
13
480
43
13
Hüttengesäß
989
167
10
4429
58
459
73
626
83
14
Keffelftadt
1397
236
04
3327
03
345
30
581
34
15
Kilianstädten
1258
212
55
5451
28
565
77
778
32
16
Langendiebach
1770
299
06
5699
75
591
55
890
61
17
Langenselbold
3572
603
53
12932
30
1342
19
1945
72
18
Marköbel
1202
203
09
5434
41
564
01
767
10
19
Mittelbuchen
893
150
88
4047
54
420
08
570
96
20
Neuwiedermuß
158
26
70
558
45
57
96
84
66
21
Niederdorfelden
733
123
85
3142
38
326
13
449
98
22
Niederissigheim
327
55
25
1900
00
197
19
252
44
23
Niederrodenbach
1077
181
97
2391
97
248
25
430
22
24
Oberdorfelden
294
49
67
1256
77
130
44
180
11
25
Oberissigheim
380
64
20
2552
47
264
91
329
11
26
Oberrodenbach
487
82
28
319
33
33
14
115
42
27
Ostheim
1154
194
98
5716
50
593
29
788
27
28
Ravolzhausen
726
122
67
3030
66
314
54
437
21
29
Roßdorf
643
108
64
3768
72
391
14
499
78
30
Butterftädterhöfe
100
16
90
993
55
103
12
120
02
31
Rückingen
1198
202
41
2157
27
223
89
426
30
32
Rüdigheim
614
103
74
1732
71
179
83
283
57
33
Wachenbuchen
908
153
42
3623
10
376
03
529
45
34
Baiersröderhof
39
6
59
1030
73
106
98
113
57
35
Dottenfelderhos
39
6
59
938
23
97
38
103
97
36
Gronauerhos
19
3
21
627
63
65
14
68
35
37
Kinzigheimerhof
29
4
90
723
01
75
04
79
94
38
Neuhof
22
3
72
870
49
90
34
94
06
39
Philippsruhe
44
7
43
983
21
102
04
109
47
40
Pulverfabrik
328
55
42
102
34
10
62
66
04
41
Rüdighcimerhof
10
1
69
399
20
41
43
43
12
42
Wilhelmsbad
42
7
10
264
15
21
19
28
29
43
Wilhelmsbaderhof
24
4
05
169
84
17
63
21
68
44
Wolfgang
26
4
39
2606
97
270
57
274
96
Summa
39457
6666,67
128469,69
13333
33
20000,00
^Bemerkungen. Im Allgemeinen: Es kommen zur Bertheilung J</n 20 000 Mk. Vs oder 6666,67 Mk. auf die Einwohnerzahl nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1890 und Vs oder 13 338,33 Mk. nach der am 1./12. 90 gezahlten bezw. fingirten Grund- und Gebäudesteuer.
Von dem dem Landkreise Hanau für das Etatsjahr 1890/91 überwiesenen Betrage aus den landwirthschaftlichen Zöllen kommt die Summe von 20 000 Mark nach Maßgabe des §. 4 Abs. 3 des Gesetzes vom 14. Mai 1885 (Ges. S. S. 128) an die Gemeinden und Gutsbezirke zur Vertheilung.
Den Herren Bürgermeistern theile ich dies mit dem Bemerken hierdurch mit, daß die den Gemeinden zufallenden Einzelbeträge durch die mit Legitimation versehenen Gemeinderechnungsführer innerhalb 14 Tagen bei der hiesigen Kreiskommunalkasse erhoben werden können.
Gegen die Richtigkeit des vorstehenden Vertheilungsplanes ist gemäß §. 4 Abs. 4 a. a. O. innerhalb 2 Wochen, vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung ab, die Beschwerde bei dem Herrn Regierungs- Präsidenten in Cassel zulässig.
Hanau am 30. Dezember 1891.
Der Königliche Landrath
A. 2532 v. Oertzen.
Tagesschau.
Berlin, 5. Januar. Seine Majestät der Kaiser und König arbeiteten heute Morgen von 9Va bis 11®4 Uhr mit dem Chef des Mili- tärkabinets, Generaladjutanten v. Hahnke und nahmen um 12V-i Uhr militärische Meldungen entgegen.
Berlin, 5. Januar. Die Gerüchte, daß Kaiser Wilhelm zur goldenen Hochzeit des dänischen Königspaares nach Kopenhagen reisen werde, sind unbegründet; auch haben wegen dieses Besuches keinerlei diplomatische Verhandlungen stattgefunden. — Die großherzoglich badischen Herrschaften werden zum Todestage der Kaiserin Augusta, 7. Januar, hier erwartet, ebenso der Großherzog von Weimar, der Bruder der hochseligen Kaiserin. Die erbgroßherzoglich badischen Herrschaften, die das Weihnachtsfest in der Heimath zugebracht haben, werden übermorgen hierher zurückkehren. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen und Prinz und Prinzessin Adolf von j Schaumburg-Lippe, die aus Anlaß des jüngsten Festes zu Besuch eingetroffen ! waren, sind nach Kiel und Bückeburg zurückgekehrt. (K. Z.)
[Berlin, 5. Jan. Dem Hamburgischen Korrespondenten zufolge wird in Kiel am 12. Januar bei dem Prinzen Heinrich ein großer Ball und am 14. Januar ein Mahl der Ritterschaft stattfinden. Nach dem 14. Januar werde der Kaiser nach Kiel kommen und mit dem Prinzen Heinrich nach Berlin zurückkehren. Der Prinz werde dann einige Monate in Berlin verweilen.
Berlin, 5. Jan. Auf die Ernennung des neuen polnischen Erzbischofs soll dem Goniec Wielk. zufolge der Fürstbischof Kopp in Breslau großen Einfluß geübt haben; da im Ministerium die Ansichten getheilt waren, so habe man auch den Bischof Kopp um seine Ansicht befragt und dieser habe den Ausschlag für die Wahl des Prälaten v. Stablewski gegeben. Eine größere Anzahl polnischer Damen hal beschlossen, dem neuen Erzbischöfe ! kirchliche Gewänder darzubringen. (K. Z.)
Berlin, 4. Januar. Die Marineverwaltung hat, wie der „Kreuz- ztg." aus Kiel gemeldet wird, neuerdings angeordnet, daß die Kreuzerkorvette „Prinzeß Wilhelm" auf der Ausfahrt nach der südamerikanischen ' Station zunächst Kamerun anlaufen soll, um eine Züchtigung der Buea- , teute (vom Bakwiriftamme) vorzunehmen. Die „Prinzeß Wilhelm" ist zu , diesem Zwecke entsprechend ausgerüstet. Die Armirung, welche aus vierzehn 15 om-Geschützen besteht, ist durch zwei Boots- und Landungsgeschütze, durch Revolver- und Schnellladekanonen vervollständigt. Die Besatzung zählt 320 Köpfe. Für die Reise, welche heute angetreten wird, ist eine Dauer von sechs Monaten vorgesehen.
Berlin, 4. Januar. Das hiesige Landgericht verhandelte heute den ! bekannten Prozeß gegen den Schriftsteller Morris de Jonge aus Köln und ' den Chefredakteur der Kreuzzeitung v. Hammerstein wegen Beleidigung des : Sanitätsraths Bür durch Veröffentlichung eines Artikels de Jonges, worin ' behauptet wird, de Jonge sei, obwohl er völlig gesund gewesen, auf Be- : treiben von Verwandten und auf Grund eines Attestes des Sanitälsraths ’ Bär zu unrecht in eine Irrenanstalt übergeführt worden. Der Gerichtshof erkannte dahin, daß de Jonge zur Zeit der That sich in einem Zustande der Geistesstörung befunden habe und daß das Verfahren gegen ihn einzu-