Lemberg, 5. Jan. Die Statthalterei verbot die Erstaufführung des preisgekrönten Sittenbildes „Kraj" wegen dessen russenfeindlichen Inhaltes. —
Aus Stadt, Provinz und Umgegend.
Beauftragt. Mit Führung der Geschäfte des Kreissekretärs in Hanau ist Herr Regierungs-Supernumcrar Gerke in Marburg beauftragt.
Beglückwünschungs-Karten. Der Kartenverkehr zum diesmaligen Neujahrsfeste ist, wie wir erfahren, bis jetzt der umfangreichste gewesen, so daß zu dessen Bewältigung außer den Briefträgern noch Soldaten und Zivilpersonen aushelfen mußten.
Für Militärpflichtige. Bezugnehmend auf die Bekanntmachung des Herrn Oberbürgermeisters im amtlichen Theil unseres heutigen Blattes bemerken wir, daß die 1872 hier nicht geborenen, jedoch hier wohnhaften Militärpflichtigen den bei Anmeldung zur Stammrolle nöthigen Geburtsschein von ihrem zuständigen Pfarramt unentgeltlich
ausgestellt erhalten.
Gaslichtstärke. Gaslichtstärke in
Dszember 1891:
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31.
Dezbr.
Jungfrau, rasch zu; derselbe geht zuletzt schon um 9 Uhr Abends auf und ist dann die ganze Nacht hindurch sichtbar. — Vollmond und Neumond fallen bezw. auf den 14. und den 29. des Monats.
Versteigerungs- und Verpachtungs- re. Kalender
für Mittwoch den 6. Januar.
Nachmittags von 2 Uhr ab versteigert Herr Taxator C. Meerbott im Gasthause zum „Elephanten" gegen Baarzahlung eine große Anzahl Zimmermöbel, Küchenschränke, Bettwerk, Uhren, Leinengerâth, Mädchen- und Damenmäntel, Unterkleider, 9—10 000 Zigarren u. s. w.
Für heute. Weihnachtssparkasse bei Keßler: Auflage und Mitgliederaufnahme. — Turngemeinde: Abends 9^2 Uhr Monatsversammlung; Tagesordnung; Verschiedenes (von 9 bis 9^2 Uhr Auflage).
Erledigte Stellen im Bezirk des 11. Armeekorps. Hanau, Garnison-Bauamt, Baubote, 2 Mk. 50 Pfg. täglich. — Frankenberg (Hessen), Kreisausschuß - Sekretär, 1800 Mk. jährlich. — Gelnhausen, Königl. Amtsgericht, Kanzleigehilfe, ungefähr 500 Mk. Schreiblohn jährlich. — Herscheid, Postamt, Landbriefträger, 650 Mk. Gehalt und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. — Rotenburg (Fulda), Postamt, Landbriefträger, 650 Mk. Gehalt und 72 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. — Wiesbaden, Königl. Polizeidirektion, Schutzmann, während der Probezeit Remuneration von jährlich 1000 Mk., bei definitiver Anstellung jährliches Gehalt von 1000 Mk. und 180 Mk. Wohnungsgeldzuschuß, Gehalt steigt bis 1500 Mk.
Moffe'scher Jubiläumskatalog. Wie alljährlich, so hat auch diesmal die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse zum Jahreswechsel für ihre zahlreichen Kunden einen neuen Zeitungskatalog herausgegeben. Trotz dieses altgewohnten Brauchs dürfte der diesjährige Katalog jedem Empfänger eine angenehme Ueberraschung bereiten. Derselbe erscheint als 25. Auflage zum Jubiläum der Firma, welche am 1. Januar 1867 begründet wurde, und hat demgemäß ein besonders festliches Gewand angelegt. Der in zartem Blaugrau gehaltene Leinwandband zeigt reichen figürlichen und ornamentalen Schmuck in Silber und Reliefprefsung. Diesem' schmucken Außenkleide entspricht ein nicht minder gut ausgestatteter Text. Das Vorwort des Katalogs bringt zunächst für Jedermann interessante Mittheilungen über das Annoncenwesen und nähere Details über die Organisation dieses Instituts, das gegenwärtig in seiner Annoncenabtheilung mit einem Personal von 247 Beamten arbeitet. Der tägliche Notizkalender hat durch reizende Monatsvignetten, durch einen Geschichtskalender und tägliche Sinnsprüche ebenfalls gegen früher eine Bereicherung erfahren. Hieran schließt sich der sorgfältig bearbeitete durch eine neue Rubrik für Reklamenpreise" der einzelnen Blätter vervollständigte eigentliche Zeitungskatalog. Mit hübsch erfundenen jedes Land und jede Branche der Fachblätter karakteristrenden allegorischen Vignetten geschmückt, durch interessante statistische Notizen rc. ist auch diese Hauptabtheilung des Katalogs, der noch ein reichhaltiger Jnse- ratenanhang folgt, erweitert worden. Den Schluß des Ganzen bildet eine trefflich ausgeführte kolorirte Spezialkarte Mitteleuropas, die vom Geheimrath Liebenow neu bearbeitet ist. Neben der gründlichen Behandlung des Stoffes verdient auch die typographische Ausstattung des Katalogs alle Anerkennung.
D. Rofjdorf, 3. Jan. Im Gasthaus zum „Schwanen" feierte heute die Dienstmagd Katharina Rumpf ihr 50jähriges Dienstjubiläum. Diese Feier wurde durch die Familie Schneider, bei welcher die goldene Jubilarin in dieser langen Zeit bei Freud und Leid in treu erfüllter Dienstpflicht in Arbeit stand, veranstaltet. Durch reiche Geschenke und herzliche Ansprachen wurde die Jubilarin geehrt. Die gute Küche und vortrefflichen Weine des Herrn Schneider bezweckten das ihrige um alle Festgenossen in eine würdige dem Tag angemessene Stimmung zu versetzen. Möge es der goldenen Jubilarin vergönnt sein, noch lange ihr Tagewerk rüstig zu vollenden, damit ihr dereinst die Krone des Lebens werde.
Caffel, 4. Jan. Die seitherigen Bezirksverbands-Hauptkassen sind unter dem Namen Landeshauptkasfe nunmehr am 2. Januar vereinigt worden. Der Herr Oberpräsident Staatsminister Graf zu Eulenburg hat hierzu die Genehmigung ertheilt. (H. M.)
Marburg, 3. Jan. Heute Mittag 12 Uhr verschied unser ältester Mitbürger, der Aktuar a. D. Soldan im 91. Lebensjahre.
Fulda, 4. Jan. Der älteste Mitbürger unserer Stadt, Herr Baurath Franz Georg Philipp Schulz, ist gestern Abend aas'dieser Zeitlichkeit abgerufen worden. Geboren am 25. November 1797 hat der Verstorbene das hohe Alter von über 94 Jahren erreicht.
Frankfurt a. M., 4. Januar. Ein Frauenzimmer nahm gestern Nachmittag einer Blumenverkäuferin ein Sträußchen weg; als dasselbe zurückgefordert wurde, erhielt die Verkäuferin einen Stich in den Kopf neben dem Auge. Die Thäterin wurde verhaftet. (Gen.-Anz.)
Frankfurt a. M., 5. Januar. Der verheirathete Eilgutschuppenarbeiter am Bebraer Bahnhof, Roth, wohnhaft am Ziegelhüttenweg, wollte in der Sylvesternacht das „neue Jahr anschießen", und benutzte dazu ein altes defektes Pistol. Beim Abdrücken explodirte die nur mit Pulver geladene Waffe und verletzte dem Mann die linke Hand derart, daß er in einer Klinik Hilfe suchen mußte. — In der Sylvesternacht wurde in das Schlafzimmer des dritten Stocks Rechneigrabenstraße 11 aus einem Revolver geschossen. Die Kugel zertrümmerte eine Fensterscheibe, zerriß die
der Zeit vom 16. bis mit 31. = 2O,o Kerzenstärke«
440 5" 515 630 550 535 5" 530 540 530 530 5
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Ausgestellt. Eine Arbeit, die ihrem Verfertiger alle Ehre macht, findet sich im Schaufenster der Pracht 'schen Hofbuchhandlung ausgestellt; sie liefert ein beredtes Zeugniß dafür, wie Beharrlichkeit zum Ziele führen kann. Es ist dies ein Album, welches der Primaner unserer Realschule, Wilhelm Clobes, genannter Lehranstalt zur Erinnerung gewidmet hat und dessen Inhalt: „Der Mönch Jlsan" von Ottokar von Horneck, sowie Aussprüche „Walther's von der Vogelweide" von ihm während seiner Musestunden (angefangen 17. Oktober 1890) geschrieben worden ist. Die erste Erzählung 'ist in s. g. Mönchsschrift, der zweite Theil in altgothischer Kirchenschrift hergestellt.
Landeskreditraffen - Obligationen. Die Direktion der Landeskreditkasse macht, nach der „Hofg. Z.", bekannt, daß 3^2 pCt. Landes- kreditkasfen-Obligationen der Serie 16 bis auf Weiteres zum Kurs von 98^2 durch Vermittelung der Landes-Rentereien abzugeben sind.
Antipyrin darf seit dem 1. Januar, ebenso wie schon seit längerer Zeit Antifebrin, nur noch auf ärztliche Verordnung in den Apotheken verabreicht werden. Und das ist gut. Denn zu den mancherlei Beweisen, daß das Antipyrin bei freihändigem Verkaufe sehr viel Schaden anzurichten vermag, ist neuerdings ein weiterer getreten. Der Bäckermeister Scharf, Bellealliancestraße in Berlin, erkrankte vor einigen Tagen unter allen Anzeichen einer schweren Vergiftung, so daß nur schleunige ärztliche Hilfe ihn zu sich zu bringen vermochte. Zuerst glaubte man an eine Verwechselung in der Apotheke, in der Antipyrin gefordert worden war. Eine eingehende Untersuchung stellte jedoch fest, daß in der That nur Antipyrin verabreicht worden war. Dagegen hat Scharf seit Wochen täglich vier Antipyrinpul-
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Durchschnittliche Lichtkerzenstärke: 20,1
ver genommen
Bahnbauten. An neuen Eisenbahnen sind im Zâhre 1891 in Deutschland 464 Kilometer fertiggestellt und dem Verkehr übergeben worden, darunter Hilders-Tann (10 km) und Schmalkalden-Steinbach-Hallen- berg (10,6 km). Der Zuwachs, welchen das deutsche Eisenbahnnetz im Jahre 1891 durch Eröffnung neuer Linien erfahren hat, bleibt hinter dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre um mehr als die Hälfte zurück.
Deutlich schreiben. Der Staatssekretär des Reichspostamts hat in seinem Amtsblatt für die Beamten feines Ressorts folgende Verfügung erlassen: Nach neuerdings gemachten Wahrnehmungen findet die an die Herren Beamten wiederholt ergangene Mahnung, sich einer deutlichen Namensunterschrift zu befleißigen, nicht die gehörige Beachtung. Ich fordere daher die Herren Beamten von Neuem eindringlich auf, ihren Namen stets so zu schreiben, daß er auf den ersten Blick geläufig gelesen werden kann.
Himmelserscheinungen im Januar. Von den beiden unteren Planeten ist Merkur um die Mitte des Monats auf kurze Zeit des morgens tief im Südostèn sichtbar; Venus dagegen ist Abendstern, und es nimmt deren Sichtbarkeit im Südwesten bis auf 2^2 Stunde zu. Mars bewegt sich durch das Sternbild der Waage bis zum Scorpion und geht des morgens SVa Uhr im Südosten auf. Jupiter zeigt sich zwar noch immer als ein besonders heller Stern am Abendhimmel im Sternbilde des Wassermanns, doch nähert sich derselbe mehr und mehr der Sonne und ist am Ende des Monats nur noch etwas über zwei Stunden sichtbar. Dagegen nimmt die Dauer der Sichtbarkeit des Saturn, im Sternbilde der