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Jährlich 9 M-rl. H«lbj.4M.S0Psg.
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1 Mori 95 Psg. Für auswärtige Nbonncnten
mit dem betreffen. Nen Poftausschlag. Lie «inzeUie Stum
mer 19 Plg.
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Die Ispalttge Tormondzeile »d. deren Raum
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Die ilralt. Zette ao Pfg.
AugteicH Amtliches Kvgcm für SLclöL- und LarröLvsis Kcrncru.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
DieSspaltig-Zetl«
30 Pfg
Nr. 135.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Einrichtung von Postagenturen in Tanga und Lindi (Deutsch-Ostafrika).
In Tanga und Lindi (Deutsch-Ostafrika) sind Kaiserliche Postagenturen eingerichtet worden. Dieselben vermitteln den Austausch von Briefsendungen jeder Art, sowie von Postpacketen bis 3 bz. 5 kg und die Bestellung von Zeitungen. Im Verkehr mit den neuen Postagenturen kommen die Portotaxen des Weltpostvereins zur Anwendung. In Deutschland werden erhoben: für frankirte Briefe . . . . 20 Pf. für je 15 g, „ unfrankirte Briefe . . . . 40 „ „ „ „ „ „ Postkarten . . . . . 10 „
„ „ mit Antwort . . . 20 „
„ Drucksachen, Waarenproben und Geschäfts
papiere . . . . . 5 „ für je 50 g, mindestens jedoch 10 Pf. für Waarenproben und 20 Pf. für Geschäftspapiere,
an Einschreibgebühr . . . . 20 Pf.
Der Austausch von Postpacketen bis 5 kg erfolgt auf dem Wege über Hamburg, von solchen bis 3 kg auf dem Wege über Neapel mittels der Reichs-Postdampfer der Deutschen Ostafrikalinie. Das vom Absender im Voraus zu entrichtende Porto für ein Postpacket beträgt auf beiden Wegen 3 M. 20 Pf.
Die Zeitungsgebühr beträgt 60 Pf. vierteljährlich für jede Wochen- Ausgabe.
Ueber das Weitere ertheilen die Postanstalten auf Verlangen Auskunft.
Berlin W., 30. Mai 1891.
Der Staatssekretair des Reichs-Postamts, von Stephan.
Bekanntmachung Köaigl. Landrathsamts.
Der am 12. März 1874 geborene Läon Schäfer, Sohn des verstorbenen Tischlers Peter Schäfer aus Dörnigheim, hat behufs dauernden Aufenthaltes in der Schweiz um Entlassung aus dem Preußischen Staats- verbande nachgesucht.
Hanau am 8. Juni 1891.
Der Königliche Landrath.
V. 3954 I. A.: Meister, Regierungs-Assessor.
Freitag den 12. Juni
Bei dem Königlichen Proviantamt zu Bockenheim werden gleich nach Beginn der Heu-, Roggen- und Haferernte die Ankäufe von Heu, Roggen- «nd Haferstroh beginnen.
Das Proviantamt ist zu jeder schriftlichen und mündlichen Auskunft über Preis- und Qualitätsverhältnisse gern bereit.
Hanau am 10. Juni 1891.
Der Königliche Landrath.
M. 2899 J. V.: Baabe.
Tagesschau.
Berlin, 11. Juni. Der „Reichsanz." Nr. 135 veröffentlicht: 1) Gesetz, betreffend das Reichsschuldbuch, vom 31. Mai 1891. — 2) Gesetz, betreffend die Feststellung eines Nachtrags zum Reichshaushalts - Etat für das Etatsjahr 1891/92, vom 1. Juni 1891. — 3) Gesetz, betreffend die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltungen des Reichsheeres und der Post und Telegraphen, vom 1. Juni 1891.
Berlin, 11. Juni. Se. Majestät der Kaiser und König begaben Sich heute Morgen nach Berlin, um von früh 8 Uhr ab der Besichtigung der hier eingezogenen Landwehrtruppen beizuwohnen. Alsdann arbeiteten Seine Majestät im hiesigen Schlosse von 10 Vs Uhr ab mit dem Kriegsminister, von llVs Uhr ab mit dem stellvertretenden Chef des Militär- kabinets, Obersten von Lippe, und ertheilten um 12^4 Uhr dem Geheimen Kommerzienrath Krupp die nachgesuchte Audienz. Seine Majestät gedenken heute Abend nach dem Neuen Palais zurückzukehren.
1891.
Berlin, 11. Juni. Im Ab geordneten Hause gelangt der Antrag Rickert auf Vorlegung des Materials über die Getreidebestände zur Berathung. Der Reichskanzler von Caprivi ersucht namens der Staatsregierung, den Antrag abzulehnen. Die Staatsregierung könne auf die beabsichtigte Diskussion nicht näher eingehen und habe keinen Grund, ihren am 1. Juni eingenommene» Standpunkt zu ändern. Er erinnert an seine Aeußerung, daß das Material nicht geeignet sein würde, einen zahlenmäßigen Beweis zu erbringen, da dasselbe auf Schätzung beruhe. Ende April seien Untersuchungen angestellt, aber auf die königlichen Behörden beschränkt worden, um keine Agitation und keine Haussebewegung hervorzurufen. Außer den Zollbehörden seien die Proviantämter und Reichs- bankstellen mit der Untersuchung beauftragt worden. Von denselben ist das Material gesammelt worden, welches der Regierung die Ueberzeugung gab, daß kein Nothstand vorhanden sei. Die Erregung des Landes veranlaßte uns, aus der Reserve herauszutreten und Private im Lande sowie die Konsulate zu befragen. Die Erregung des Landes zwang die Regierung zu einer Erklärung, bevor alles Material beisammen war. Das gesammte Material ist eben Schätzung, ebenso wie die Börsen- und Saatenberichte. Wir würden Ihnen beweisen können, daß wir sehr werthvolle Schätzungen besitzen, aber wir können das Material nicht vorlegen, weil wir keinen Namen nennen können. Die Konsulatsberichte sind auch nicht zu veröffentlichen, da die Konsule ebenfalls Quellen nicht nennen. Wir sind also nicht im Stande das Material vorzulegen. Damit ist der Haupttheil des Antrages für uns erledigt. Es ist überhaupt schwer, Menschen zu überzeugen. Ich wünsche nur, daß die Debatte nicht zu weiterer Erregung führen möge. Die Regierung ist sich ihrer Verantwortung bewußt und wünscht, daß auch Diejenigen, die darüber reden, sich bewußt sein mögen, wie groß der Schaden sein kann, der durch eine erregte Meinungsäußerung entstehen kann. — Nach längerer Debatte, an welcher R i ck e r t, E r f f a, Minister v. Heyden, Richter 2c. theilnamen, wird die Fortsetzung der Berathung, nach der „Fr. Nachr." auf morgen vertagt.
Von der Militärverwaltung in Spandau sind, wie der „Anz. f. H." mittheilt, Erhebungen über die Unterkunft der Arbeiter in Spandau angeordnet worden. Wie das genannte Blatt berichtet, erstrecken sich die Nachforschungen auf die Höhe der Miethen, die Lage der Wohnungen und die Beschaffenheit derselben. Speziell wird Auskunft darüber gewünscht, ob die Wohnräume infolge mangelhaften Bauzustandes feucht, sowie im Winter schwer heizbar seien. Auch auf das Schlafstellenwesen bezieht sich die Enquete. Es wird die Zahl der Aftermiether und die Einnahme aus dieser Vermiethnng festgestellt. Eine Ministerialkommission hat dem Blatte zufolge bereits in verschiedenen Stadtgegenden Arbeiterwohnungen besichtigt.
In den Handelskammerberichten für 1890, soweit sie bis jetzt erschienen sind, wird vielfach lebhafte Befriedigung der Handels- und Gewerbetreibenden über die Absicht der Regierung ausgesprochen, den Handelsverkehr mit benachbarten Staaten zu erleichtern und auf sichere stetige Grundlagen mittelst Verträgen zu stellen. So heißt es in dem soeben erschienenen Brombergcr Bericht: Von der Ueberzeugung durchdrungen, daß die Handelsverti äge eine der besten und sichersten Grundlagen für den vortheilhaftcn und ungestörten Güteraustausch der betheiligten Völker bilden, begrüßen wir freudig den Abschluß eines Handelsvertrages mit Oesterreich- Ungarn und die schwebenden Verhandlungen zum Abschlttß neuer Verträge mit änderet^ Stamm. Die Handelskammer hofft namentlich, daß sich von der neuen Sachlage beeinflußt auch Rußland zu Verkehr serleichterungen verstehen werde.
Kiek, 11. Juni. Kontreadmiral Hollen ist zum Direktor des Marinedepartements im Reichsmarincamte, Kapitän'Hoffmann zum Vorstande des hydrographischen Amtes ernannt worden. (Rh. K.)
Bremen, 11. Juni. Wie von maßgebendster Seite verlautet, wird die Abfahrt der Lloyd-Dampfer trotz des Ausstandes der Heizer und Kohlenzieher voraussichtlich ebenso pünktlich wie bisher erfolgen.
Vorgestern Abend fanden in Bremerhaven vor der Agentur des Lloyd und der Wohnung des Bürgermeisters in der Schmidtstraße ernstere Ruhestörungen statt, sodaß die Schutzmannschaft mit gezogenem Säbel cin- schreiten mußte. Die Menge zerstreute sich erst um 11 Uhr Nachts, nachdem die Schutzmannschaft aus Se^e und Geestemünde verstärkt worden war