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Nr. 134.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Die SspaltigeAeile 30 Psg
Donnerstag den 11. Juni
1891.
bei seiner Annahme voraussichtlich in verschiedenen Landestheilen zwei Tage der gewerblichen Thätigkeit entzogen werden müßten, in fernerer Erwägung, daß der in dem Gesetzentwurf in Vorschlag gebrachte Tag (Freitag) vielseitig als Feiertag nicht geeignet erscheint, daß aber andererseits das Bedürfniß nach Vereinigung der verschiedenen Buß- und Bettage auf einen gemeinsam zu feiernden Tag anerkannt wird: 1) den Gesetzentwurf, betreffend die Verlegung der Landes-Buß- und Bettage, abzulehnen; 2) der Königlichen Staatsregierung anheimzustcllen, mit den betreffenden Landesregierungen und Kirchenbehörden beider Konfessionen erneut in Verhandlung zu treten und dabei eine Vereinigung zu gemeinsamer Feier auf einen Tag gegen Schluß des Kirchenjahres, womöglich in der vorletzten Woche, aus einen Mittwoch, in Aussicht zu nehmen."
Berlin, 9. Juni. Auf Einladung des geschäftsführenden Ausschusses des deutschen Zentralkomitees für die russischen Juden tagte hier heute eine Versammlung von Vertrauensmännern aus den wichtigsten Städten Deutschlands und des Auslandes, um über die Hauptfragen, welche bei der Auswanderung der Juden aus Rußlaud zu lösen sind, einig zu werden. Die Versammlung beschloß, nur solche Personen, welche zur Auswanderung gedrängt und hilfsbedürftig sind, zu unterstützen, und stellt dann einige Grundzüge fest, nach welchen das Werk durchzuführen sein wird. Anwesend waren u. a. E. Adler aus London, Michael Erlanger auS Paris, Dr. Stern aus Wien. — Die verschobene Handwerker-Konferenz soll nächsten Montag eröffnet werden. (K. Z.)
Berlin, 10. Juni. Unter gleichzeitiger Bestallung als Kronsyndiken sind, wie die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, außer dem Präsidenten der Reichsbank Dr. Koch auch der Präsident der Justizprüfungskommission Prof. Dr. Stötzel und der vortragende Rath im Reichspostamt Professor Dambach auf Lebenszeit in das Herrenhaus berufen worden.
Berlin, 10. Juni. S. M. Kanonenboot „Iltis", Kommandant Korvettenkapitän Ascher, ist heute von Kinkiang nach Hankow in See gegangen.
Der Seefischkonsnm in Deutschland hat aus mannigfachen Gründen noch immer nicht die ihm gebührende Ausdehnung erlangt, indessen hat er in den letzten Jahren bedeutend am Umfang zugenommen. So hat der Erlös der vorjährigen Fischversteigerung in Altona, Haniburg und Geestemünde im Ganzen 2,6 Millionen Mark betragen. Trotzdem die Zahl der Fischdampfer in schneller Zunahme begriffen und dadurch die Produktion im Frischfischfang gewaltig gesteigert ist, ist ein Preisdruck im allgemeinen nicht bemerkt worden. Man ersieht auch hieraus, daß die deutsche Hochseefischerei eine Zukunft hat.
Köln, 10. Juni. Infolge starker Regengüsse ist der Rhein im L-teigen begriffen. Der Kölner Pegel zeigte Mittags 4,31 m; derselbe ist in 24 Stunden um 0,87 in gewachsen.
Dem „Hamb. C." wird aus Bochum geschrieben: Die nächste Generalversammlung des deutschen Bergarbeiterverbandes findet am 18. und 19. Juli in Bochum statt. Für die Leiter des Verbandes handelt es sich um die recht schwere Aufgabe, für die große Zahl der Unbeschäftigten und Abgelohnten nach Kräften zu sorgen, denn die Unterstützüngskasse ist vollständig leer; die Sozialdemokratie verfügt zur Zeit über keine Mittel, in der letzten Maiwoche hatte die Unterstützungskasse nur eine Einnahme von 300 Mk., darunter angeblich 12 Mk. von Studenten aus Straßburg. In den letzten Tagen haben die Gewerkvereine dem Bergarbeiter-Verband recht viele Kopfschmerzen gemacht; die ersteren haben eine recht lebhafte Agitation in den rheinisch-westfälischen Kohlenrevieren entfaltet, und, wie es scheint, nicht ohne Erfolg. Der Gewerkvereinsführer, Redakteur Goldschmidt, ein nicht unbegabter Redner, sprach in Boele, Altona, Rahmeda, Lüdenscheid und fand viel Beifall. Die Thatsache steht fest, daß in der letzten Zeit die Gewerkvereine viel rühriger geworden sind und den offenen Kampf mit der Sozialdemokratie ausgenommen haben; und es hat den Anschein, als hätten sie der Sozialdemokratie hier und da wieder Terrain abgewonnen, jedenfalls haben die Gewerkvereine in diesem Jahre eine recht bemerkenswerthe Entwickelung gehabt, die zum Theil wohl auch darauf zurückzuführen sein dürfte, daß die Sozialdemokraten durch die ziellosen Strikes viele „Genossen" stutzig gemacht und umgestimmt haben dürften.
Aus Bochum wird gemeldet, daß die arbeitslosen Bergleute, nachdem sie sich den gestellten Bedingungen unterworfen haben, wieder ange- nommen werden mit Ausnahme der radikalen Elemente. Die Agitation für neue Arbeiterversammlungen ist fruchtlos. Von Forderungen der Ar-
Bekanntmachung KöniH. Landrathsamts. i
Für die diesjährige Badezeit werden zur Verhütung von Unglücks- i fällen und zur Wahrung des Anstandes beim Baden die nachstehenden Vorschriften in Erinnerung gebracht:
1) das Baden in der Kinzig und in den Stadtgräben ist gänzlich verboten;
2) außerhalb der öffentlichen Bade und Schwimmanstalten darf im Main nur an denjenigen Plätzen gebadet werden, welche durch am Ufer stehende Pfähle als ungefährlich und erlaubt bezeichnet sind; ;
3) Kindern unter 14 Jahren ist das Baden nur unter Aufsicht ; erwachsener Personen gestattet;
4) das Baden im offenen Main längs der Philipp sruhe r- t straße, des Schlosses Philipps»he und des dazu gehö- ; rigen Schloßgartens, sowie ;
5) das Baden im offenen Main, R u m p e n h e i m gegenüber, ist; verboten. ;
Uebertretungen dieser Vorschriften oder Ungebührlichkeiten gegen den ; mit Handhabung der Ordnung beauftragen Badearffseher werden mit Geld- j . strafe von mindestens einer Mark oder bei Unvermögen mit Haft geahndet. j
Hanau am 11. Mai 1891. j
Der Königliche Landrath.
P. 3115. v. Oertzen. j
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Buch „Geschäftsordnung des Vereins Deutscher * Schuhmacher" auf den Namen Leonhard Vogt. Ein silberner Ring von ' einer Uhr. Ein goldener Ring. Ein Portemonnaie mit Geld. Ein Bracelet. I
Hanau am 11. Juni 1891. {
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Tagesschau. i
Berlin, 10. Juni. Der „Reichsanz." Nr. 134 veröffentlicht: ■
Gesetz, die Besteuerung des Zuckers betreffend, vom 31. Mai 1891.
Berlin, 10. Juni. Wie der „Reichsanz." aus Potsdam meldet, I besichtigte Seine Majestät der Kaiser heute Vormittag auf dem Bornstedter i Felde die zu einer Uebung eingezogene Landwehr des 1. Garde - Regiments ! z. F. und hierauf das 1. und 3. Garde-Ulanen-Regiment. Hierauf er- | folgte ein Exerzieren im Feuer, wozu zwei Kompagnien des Lehr-Infanterie- ' Bataillons zngezogeu waren. Ihre Majestät die Kaiserin und Seine Kai- i serliche Hoheit der Kronprinz zu Pferde und die Prinzen Adalbert und ' Eitel Friedrich zu Wagen, sowie eine zahlreiche Suite, wohnten der Vor- t stellung bei. Seine Majestät der Kaiser setzte Sich zum Schluß an die ! Spitze des 3. führte dasselbe zur Kaserne und •
nahm hierauf an dem Frühstück im Offizierkasino Theil.
Berlin, 10. Juni. Das amtliche Programm für den Besuch des Kaisers in England ist jetzt wie folgt festgesetzt: 4. Juli Ankunft in Port ; Viktoria und Fahrt nach Windsor. Dauer des Aufenthaltes daselbst bis : 8. Juli. Während dieser Zeit wird der Kaiser an verschiedenen Festlich- ' feiten, darunter an der Hochzeit der Prinzessin Luise und der silbernen Hochzeit des Prinzen und der Prinzessin Christian von Schleswig-Holstein in Cumberland Lodge theilnehmen. 8. Juli Ankunft im Buckingham- Palast in London und Besuch der Italienischen Oper. 9. Juli Gartenfest in Marlborough House und am Abend Besuch der Albert Hall. 10. Juli t Besuch der Guildhall. 11. Juli Frühstück auf der deutschen Botschaft und Besuch des Krystallpalastes am Abend. 12. Juli Besuch der Marine- Ausstellung. 13. Juli Abreise von England. (K. Z.)
Berlin, 10. Juni. Tas Abgeordnetenhaus erledigte eine große Anzahl von Petitionen, darunter eine, betreffend die Zulassung ausländischer Arbeiter zur Beschäftigung in der Landwirthschaft. Es überwies diese nach dem Antrag Czarlinski der Regierung zur Erwägung und lehnte den Antrag der Kommission auf Uebergang zur Tagesordnung ab. Nächste SitzWg morgen. (Fr. N.)
Berlin, 10. Juni. Der bereits gestern erwähnte Beschluß der Kommission über den Gesetzentwurf, betreffend die Verlegung der Landes- Buß- und Bettage, hat nach der „Nat.-Ztg." folgenden Wortlaut: „In Erwägung, daß der Gesetzentwurf eine den beiden christlichen Konfessionen gemeinsame Feier eines Buß- und Bettages nicht sicher stellt, daß dagegen