«Lomlemext»-
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Hanauer Anreger
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Nr. 132.
Dienstag den 9. Juni.
1891
f AMtÜchsS.
Bekanntmachung.
Bei der, dem Plane gemäß, heute vor Notar und Zeugen bewirkten 92ten Serienziehung des vormals Kurhesstschen, bei dem Bankhause M. A. von Rothschild & Söhne zu Frankfurt a. M. aufgenommenen Staatslotterie-Anlehns vom Jahre 1845 sind folgende 153 Serien- Nummern gezogen worden:
53 64 108 270 332 436 527 639 673 688 750 777 825 850 862 1051 1089 1092 1099 1124 1126 1191 1200 1251 1264 1299 1358 1418 1525 1622 1639 1644 1646 1717 1739 1806 1820 1821 1824 1829 1833 1855 1859 1941 1980 2009 2019 2046
2070 2148 2156 2188 2275 2306 2311 2398 2437 2451 2534
' 2581 2651 2703 2764 2770 2785 2802 2870 2893 3021 3032
3033 3040 3057 3151 3203 3237 3248 3266 3296 3305 3388
3473 3480 3521 3535 3611 3641 3642 3666 3783 3812 3836
3845 3867 3884 3886 3893 3949 3992 4121 4192 4201 4236
4241 4245 4432 4433 4480 4520 4589 4595 4601 4682 4843
' 4877 4879 4895 5052 5112 5113 5250 5392 5451 5498 5532
/ 5799 5827 5835 5982 6010 6075 6104 6157 6189 6200 6260
6280 6308 6309 6328 6385 6393 6411 6417 6451 6482 6483
F 6553 6567 6608 6630 6696 6708.
> Dies wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Cassel den 1. Juni 1891.
f I Der Regierungs-Präsident
Rothe.
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Bekanntmachungen König!. MudraWumts.
Im Interesse der öffentlichen Sicherheit wird hierdurch für Samstag ( den 13. Jmu d. J. von 8 bis 11 Uhr Abends das Fahren mit bespannten Wagen auf der Lamboystraße — von der Wilhelmsbrucke bis zum Lam- > boywald — bei Meidung einer Strafe bis 5 Mark subs. 1 Tag Haft untersagt.
Hanau am 8. Juni 1891.
Der Königliche Laudrath
P. 3672 v. Oertzen.
Mit Rücksicht auf, das am Samstag den 13. d. Mts. stattfindende Lamboyfest wird der auf diesen Tag fallende Hanauer Wochenmarkt auf Freitag den 12. ds. Mts. verlegt.
Hanau am 5. Juni 1891.
Der Königliche Landrath
P. 3744 v. Oertzen.
Nachstehende Bestimmungen, betreffend die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienste, werden hierdurch wiederholt bekannt gemacht.
1 „ Die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienste darf nicht vor • vollendetem 17. Lebensjahre nachgesucht werden. Der Nachweis derselben , H bei Verlust des Anrechtes spätestens bis zum 1. April des ersten Mili- , tärpslichtjahres zu erbringen.
1 Wer die Berechtigung nachsuchen will, hat sich bei der Prüfungs- * Kommission, in deren Bezirk der Wehrpflichtige gestellungspflichtig ist, I spätestens bis zum 1. Februar des ersten Militärpflichtjahres schriftlich zu melden.
Alljährlich finden zwei Prüfungen statt, die eine im Frühjahr, die andere im Herbst.
Das Gesuch um Zulassung zur Prüfung muß für die Frühjahrs- prufung spätestens bis zum 1. Februar, für die Herbstprüfung spätestens bis zum 1. August angebracht werden.
Hanau am 3. Juni 1891.
__ Der Königliche Landrath.
-798 I. A.: Meister, Regierungs-Assessor.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Gesunden: Eine Jnvaliden-Quittungskarte auf den Namen Anton Bauer, Bäcker, aus Tauberbischofsheim. Ein Köcher.
Entflogen: Zwei grau und weiße junge Tauben.
Hanau am 9. Juni 1891.
t Minister von Maybach.
Wie Herr von Maybach in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 2. Juni selbst mittheilte, wird er demnächst aus seinem Amte als Minister der öffentlichen Arbeiten, welches er dreizehn Jahre verwaltet hat, seiner Gesundheit wegen ausscheiden. In derselben Sitzung wurden ihm und seiner Amtsführung von Seiten der konservativen, sreikonservativen, nationalliberalen und Zentrumspartei in beredten Worten dankbare Anerkennung zu Theil, eine Kundgebung, der sich zweifellos das ganze Land anschließen wird.
Minister von Maybach hat das große Werk der Verstaatlichung der Eisenbahnen durchgeführt. Als es in Angriff genommen wurde, machten sich mancherlei Bedenken geltend. Abgesehen von derjenigen Ansicht, welche in der freien Konkurrenz des privatwirthschaftlichen Systems auch auf dem Gebiete des Verkehrswesens trotz aller sich dabei in Wirklichkeit herausstellenden wirthschaftlichen Uebelstände das höchste Ziel erblickte, wurde insbesondere vielfach geglaubt, daß höchstens ein Eisenbahnkomplex von 2000 oder 4000 Kilometern von einer Stelle aus verwaltet werden könnte, daß ferner aus der Verstaatlichung sich eine ungesunde Erhöhung der politischen Macht der Regierung und des wirthschaftlichen Einflusses des Staates entwickeln würde, daß dem Bedürsniß der Bevölkerung auf dem Gebiete des Verkehrs nicht in dem Maße würde entsprochen werden können wie bei der freien Konkurrenz und daß schließlich damit finanzielle Nachtheile verbunden sein würden. Heute verlohnt es sich nicht mehr, diese Ansichten im Einzelnen zu widerlegen; denn sie sind durch die Entwicklung der letzten zwölf Jahre in einer Weise widerlegt worden, daß selbst die ursprünglichen Gegner nicht mehr auf ihre früheren Einwände zurückkommen.
Wenn aber das Verstaatlichungswerk so günstig ausgefallen ist, so verdient — wie die Parteien des Landtags anerkannt haben — dem scheidenden Minister, seinen persönlichen Eigenschaften und seinem Organisationstalent das Hauptverdienst. Anstatt der rund 6200 Kilometer Staals- dahnen im Jahre 1878 befinden sich jetzt im Besitze des Staates rund 25 000 Kilometer. Durch die Theilung der Verwaltung unter „Eisenbahndirektionen" ist der Dezentralisation, soweit cs nothwendig war, Rech- nung getragen worden. Neben dem Ankauf der Privatbahnen ist das Staatseisenbahnnetz durch 7000 Kilometer neuer Eisenbahnen erweitert, die vorhandenen Eisenbahnen durch Herstellung neuer Geleise in einer Länge von 2200 Kilometern ausgebaut worden. Für diese Zwecke sind im Ganzen 1030 Millionen Mark bewilligt worden. Hieraus haben sich Reinüberschüsse insgesammt 834 Millionen Mark ergeben; außerdem sind 134 Millionen Mark für Amortisation der Prioritätsobligationen verwandt worden. Im Ganzen ist der Staatskasse nur eine Summe von 85 Millionen Mark zur Last gefallen. Graf Limburg-Stirum, der konservative Redner, welcher zuerst den Dank seiner Fraktion dem Minister darbrachte, faßte die finanzielle Wirkung der Reform treffend in dem Satz zusammen, daß, wenn Preußen die Staatseisenbahnen nicht hätte, es an dauernden schwer lastenden Defizits leiden und überhaupt nicht in der Lage gewesen sein würde, an die Steuerreform heranzutreten. Dabei ist die Lage der Eisenbahnbeamten wesentlich gebessert, der Tarif, soweit es angängig war, ermäßigt worden. Auf diesem Gebiete ist von dem Minister auch noch eine weitere Reform in die Wege geleitet worden.
Der Minister hat für seine Verwaltung stets nach dem Grundsatz gehandelt, daß die Eisenbahnen in erster Linie der Befriedigung wirthschaft- licher Interessen dienen sollen, das finanzielle Interesse trat erst in die zweite Linie. Mit diesem Grundsatz, den er stets fest im Auge behalten, hat er es erreicht, daß die Theorie von den. Vorzügen des Privatbahnsystems ihren Kredit völlig verloren hat. Die im Eisenbahnwesen früher unumschränkt waltende freie Konkurrenz hatte nicht sowohl bei der finanziellen Anlage, als bei dem Betriebe und der Ausnutzung der Bahnen zu einer förmlichen Verschwendung des Nationalvermögens und zu einer' Dernach-