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im Geiste zu verweilen, wo unsere Eltern, Brüder, Söhne oder Bräu­tigame zur Abwehr des Erbfeindes und für die Wiederaufrichtung des deut­schen Reiches tapfer gekämpft oder aber den Heldentod erlitten haben; so­mit wird es in der letzten Woche dem Panorama an sehr zahlreichem Be­suche nicht fehlen. Bemerkt sei noch, daß die bedeutendsten geschichtlichen Ereignisse von Beginn des Krieges von Saarbrücken bis zu den Frie­densverhandlungen zwischen Bismarck, Thiers und Favre zu sehen sind.

Mehr Vorstcht. Recht leichtfertig schützt mitunter mancher Meßbe­sucher seine Bude gegen unberechtigte Eingriffe während der Nacht. Diese Bemerkung konnten wir heute in der Frühe an einem Verkaufsstande machen, wo es, trotz größter Aufmerksamkeit der Meßwächter, einem Gauner, der darauf ausgeht, leicht möglich gewesen wäre, hier sein unsauberes Geschäft zu treiben.

~ Alts eine Neuheit der Messe sei hier hingewiesen, auf W. Schmidt'sMonochord" oder die einsaitige St'.mchzither, ein Musikinstru­ment, welches trotz der denkbar einfachsten Konstruktion viele Vorzüge in sich vereinigt. DasMonochord" besteht aus einem länglichen Kasten mit Bundleiste und polirten Messinglagern, woraus die Stahlsaite ruht. Die Erlernung soll mühelos, der Effekt im Hinblick auf die Einfachheit erstaun­lich sein.

Viehmarkt. Dem heutigen Viehmarkt waren 296 Kühe und Otittber, 1 Bulle, 115 Schweine und Ferkel, sowie 9 Pferde zugetrieben. Der Handel ging so flott, daß sehr wenig Vieh unverkauft bleiben wird.

rzür Hattâtvirche ist eine Entscheidung des Kammergerichts von Interesse. Dasselbe hat kürzlich in einer Prozeßsache wegen Schadenersatzes dahin entschieden, daß Mauern, zwischen denen eine Treppe abwärts führt, ein Geländer nicht ersetzen können, da erstere einem Ausgleitenden oder Fallenden keinen greifbaren Halt gewähren. Das Kammergericht hat in der Nichtanblingung eines Treppengeländers ein Versehen gefunden, wel­ches bei einem gewöhnlichen Grade von Aufmerksamkeit vermieden werden konnte, und hat deswegen einen Gebäude-Eigenthümer zum Schadenersätze an die Hinterbliebenen eines auf einer geländerlosen Treppe Verunglückten für verpflichtet erklärt.

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= Beachtenswerthe Winke für den Landwirth. In der 57 Pflege der kleinen Nebenbetriebe der Landwirthschaft kann man noch viel von \ / rankreich lernen, z. B. in der Hühnerzucht. Es gibt in Frankreich 45 I Millionen Hühner, welche, zum Durchschnittspreis von 2,50 Fr. gerechnet, rU 500 000 Fr. Werth repräsentiren. 34 Millillionen sind Leghühner und erzeugen jährlich bei 100 Millionen Küchlein, von denen 10 Millionen alâ Ersatz für die alten in Abrechnung zu bringen und weitere 10 Millionen für den Konsum bestimmt sind, sodaß noch immer 80 Millionen bleiben, welche, zu 1,50 Fr. pro Stück verkauft, die respektable Summe von 120 Millionen Francs ergeben. Jede Henne legt jährlich ca. 90 Eier, was bei 34 Millionen Hühnern 3060 Millionen Eier gibt, und, jedes zu 6 ^Cts. berechnet, 183 Millionen Fr. ausmacht. Die Hühner Frankreichs produziren also jährlich an Fleisch und Eiern mehr als 337 Millionen Fr., eine Summe, die sich noch höher stellt, wenn man noch 6 Millionen Fr. hinzufügt, welche aus dem zum Export bestimmten Mastgeflügel erzielt werden.

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Zeitangabe. Vom 1. Ium b. J. ab wird auf den Eisenbahn stationen Matt der seitherigen Angabe der Differenz zwischen der Ortszeit und der Berliner Zeit der Unterschieb zwischen der Ortszeit und mittel­europäischen Zeit bekannt gegeben werden.

Versteigerungs- und Verpachtungs- rc. Kalender

für Mittwoch den 27 Mai

Von Nachmittags 2 Uhr an versteigert Herr Taxator C. Meerbott Hirschgüsse 8 gegen Baarzahlung den in Möbeln, Kassaschrank, Standuhr, Bettweik, Leinenger äth rc. bestehenden Nachlaß der Frau Sophie Töpfer Wwe. Nachmittags 4 Uhr hält Herr Taxator Fr. Kämpfer in der Weismontel'ichen Brauerei dritten Termin zum Verkauf des Kirchgasse Nr. 16 gelegenen Wohnhauses ab.

Kür heute. Original - Welt - Panorama: Geöffnet von 2 Uhr Nachmittags bis 10 Uhr Abends im Gasthause zurKarthaune".. Oratorienverein : Abends 8 Uhr Generalversammlung in der Aula der Re­alschule; nach derselben Probe für das Mittelrheinische Musikfest. Zum

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Die Herstellung zweier Gruben für Be- dürfnitzanfta.lten soll vergeben werden.

Pläne, Arbeitsauszüge und Bedingungen liegen von heute bis zum Dienstag den 2. Juni d. I., Bormittags 11 Uhr, im Stadtbau­amt zur Ansicht auf.

Angebote werden versiegelt und mit passender Aufschrift versehen zu dieser Zeit erwartet, und im Beisein erschienener Interessenten eröffnet.

Hanau am 25. Mai 1891. 6270

Der Oberbürgermeister

I. V.: Heraeus.

Eine goldene Dumenuhr gefunden. Die­selbe ist gegen die Einrückungsgebüßren abzuholen Römerstraße 24. 6263

Bekanntmachung.

Mittwoch den 27. ds. Mts., Nach­mittags 2 Uhr, sollen Vorstadt Nr. 4 hier:

1 Sopha, 1 Kommode, 1 Nähmaschine, 1 Sekretär, 1 Regulator, 1 Pfeilerschrank, 1 Standuhr und sonstige Gegenstände gegen Baarzahlung versteigert werden.

Hanau den 25. Mai 1891.

Loeser, Gerichtsvollzieher.

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15,000 M.

auf erste Hypothek gegen doppelte Sicherheit ge­sucht. Schnftl- Offerten unter Chiffre E H 99 an die Exp. 6281

goldnen Rad": Konzert der Sänger- und Komiker-GesellschaftHumor" ($ Damen, 3 Herren); Anfang 8 Uhr.

Witzenhattsen. In Allendorf spielten 3 allein zu Hause ge­lassene Kinder mit Streichhölzern und zündeten ein -Feuer an, welches als­bald das Bett ergriff. Glücklicher Weise kam alsbald Hülfe. Durch den aus den Fenstern dringenden Qualm wurden Vorübergehende aufmerksam und retteten die Kinder vor dem sicheren Tod.

Kranksurt a. M., 25. Mai. Die in letzter Nummer unseres Blattes gebrachte Mittheilung aus der Brauerei der Frankfurter Bierbrauerei­gesellschaft, vormals Heinr. Henninger Söhne, enthält, wie man uns mit- theilt, verschiedenes Jrrthümliche. Die richtige Thatsache ist die, daß ein Theil der jüngeren Küfer, welchen bei Nichteinhaltung der bestehenden Haus- und Fabrikordnung der sofortige Austritt angeboten wurde, die Ent­lassung erhielt. (G.-A.)

Krankfurt a. M., 25. Mai. Die internationale elektrische Aus­stellung ist in der ersten Woche von 29 773 mit Eintrittskarten versehenen Personen besucht worden. Angesichts des zumeist sehr ungünstigen Wetters darf dieses Ergebniß als ein sehr erfreuliches bezeichnet werden.

MS* Fortsetzung des lokalen Theils in der Beilage. «*®y|

Sprechsaal.*)

W. Die Gegner des Fußsteges über die Kinzig, welche in den hie­sigen Blättern das Wort genommen, haben sachliche Gründe gegen denselben nicht vorzubringen vermocht. Alle behaupten nur, daß der Stegjetzt noch nicht" nöthig und deshalb die Ablehnung selbstverständlich sei. Daß die Verbindung über den Sandeldamm einen Ersatz nicht bieten kann, lehrt ein Blick auf den Thyriot'schen Stadtplan (Adreßbuch). Dieser Parallelweg ist von dem geplanten so weit entfernt wie der Kanalplatz von oer Nürn­bergerstraße. Auch der Gedanke an eine künftige Fahrbrücke kann dem Plan keinen Eintrag thun. So lange sie noch nicht gebaut ist, erfüllt der Weg seinen Zweck in ausreichender Weise. Ist aber die Fahrbrücke zum Be­dürfniß geworden und wir hoffen alle, daß es recht bald sein möge so wird sie nicht neben die Eisenbahnbrücke, sondern in die Verlängerung eines Straßenzuges zu liegen kommen, welcher mit der Bahnlinie nicht zu­sammenfallen kann. Der Fußsteg wird durch den Brückenbau nicht an Werth verlieren, sondern erst recht gewinnen. Er wird dann die zwei be­lebten durch die Brücke verbundenen Dtadttheile an anderer Stelle nochmals aneinander schließen, wie man ja in vielen anderen Städten bei ähnlichen Verhältnissen eigens gebaute Stege für Fußgänger außer den Fahrbrücken hat.

Wir betrachten deshalb dasjetzt noch nicht" als einen neuen Aus­fluß der alten kleinlichen Zauderpolitik, welche leider in früherer Zeit so vielfach für unser Gemeinwesen verhüngnißvoll geworden ist. Denn die Frage heißt: Jetzt oder nie. Der gesammte Stadtrath hat die Nothwen­digkeit anerkannt, den jetzt gebotenen Anschluß nicht zu versäumen und auch im Gemeinde-Ausschuß sind von den neulichen Gegnern des Planes Einige bereits zu anderer Ansicht gekommen. Wir dürfen deshalb von einer nochmaligen Berathung der Sache einen Beschluß erhoffen, welcher für unsere und die kommende Zeit der Entwickelung unserer Vaterstadt zum Segen gereichen wird.

*) Für die unter dieser Rubrik eingesandten Notizen übernimmt die Red-Mo« dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.

Schistsdertcht.

(Mitgetheilt bar* den Menien Äeoig Tissot ts Hanvu.»

Das Hamburg -New -Yorker PostdampfschiffRhaetia", Kapitam Ludwig, b , von Hamburg kommend, am 23. Mai, 10 Uhr Morgens, wohlbehalten in New - York eingetroffen.

Wetterbericht desHanauer Anzeiger" vom 25. Mai.

(Nach Beobachtungen des hiesigen Verschönerungs-Vereins am Wetterhäuschen am kaiserlichen Postgebäude)

Barometer: Morgens 754, Mittags 755, Abends 755.

Thermometer nach R.: Morgens + 8,5°, Mittags + 11,0°, Abends + 10,0°.

Hygrometer (Feuchtigkeitsmesser) : Morgens 68, Mittags 66, Abends 72.

Lambrecht's Patent-Wettertetegraph (im Rathhaushof): Am 26. Mai. Ver­änderlich.

__________ (Der Zeiger am Fuß des Wettertelegraphen gibt den Stand vom vorherigen Tage an) A « s « r a t K.

Zur Messe.

Das bestsortirte Strohhutlager, garnirt und ungarnirt, befindet sich in der nette» Reihe.

NB. Hüte werden unentgeltlich garnirt. 6273

3 gut gehaltene Kochherde billig ab­zugeben 6261

RSmerstratze 16*