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Hanauer Anzeiger.
Ungleich Amtliches ghrgaat Mr Staöt- und LanöKrsis Kanarr.
Erscheint täglich mit Aassahrm da Sonn- und Feiertage, mü belletristischer Beilage.
Preis:
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Die -spalt. geil» »Wg.
DteSfcaltigege» 30 Wg.
Nr. 120.
Dienstag den 26. Mai.
1891
Amtliches.
KekanNtmachUNge« Kümgl. LandrathsKMts.
Die Geschäfte als Stellvertreter des Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Langendiebach sind an Stelle des aus dem Gemeindeamte ausgeschiedenen Philipp Jakob Wörner zu Langendiebach von dem jetzigen Beigeordneten Wilhelm Ruth daselbst übernommen worden, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.
Hanau am 16. Mai 1891.
Der Königliche Landrath.
A. 787 I. A.: Meister, Regierungs-Assessor.
TagvKvrcknung
für die am Sonnabend den 30. Mai, Nachmittags 3 Uhr, im Gasthof zum goldenen Löwen hierselbst stattstndende Versammlung des landwirthschaftlichen Kreisvereins.
1. Vollkommenere Vertretung der landwirthschaftlichen Jntereffen durch Umgestaltung des Vereinswesens und Errichtung von Landwirthschaftskammern. Referent: Landrath von Oertzen.
2. Die sogenannte „Buch-Erde" im Hanauer Kreise. Referent: Reg.- Affeffor Dr. Holtermann.
3. Mittheilungen über den Stand der. Landwirthschaftlichen Ausstellung. Referent: Herr G. Jung.
4. Verschiedenes.
Der Vorstaud des landw. Kreisvereins.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Rechenheft. Ein Säckchen mit Gyps. Ein Geldstück. Ein weißes Armband. Ein goldener Fingerring. Eine Zugkette. Eine Postkarte, auf der Post liegen geblieben. Ein Gebund Schlüssel. Ein abgetragener Strohhut. Zwei goldene Ringchen.
Verloren: Eine goldene Damenuhr.
Hanau am 26. Mai 1891.
Tagesschatt.
Berlin, 25. Mai. Nachdem der Konsul Fischer in Akkra die von ihm nachgesuchte Entlassung aus dem Reichsdienste erhalten hat, ist der Sitz des Kaiserlichen Konsulats für die britische Goldküstenkolonie von Akkra nach Quittah verlegt worden.
Berlin, 25. Mai. Entgegen anderweitigen Nachrichten in Berliner Blättern sind wir, so schreibt die „K. Z.", in der Lage, wiederholen zu können, daß der Eisenbahnminister v. Maybach, dessen Abschiedsgesuch gleich nach Schluß der jetzigen Landtagstagung genehmigt werden wird, durch den Eisenbahndirektionspräsidenten Thielen in Hannover ersetzt werden wird.
Berlin, 25. Mai. Die „Kreuzzeitung" schreibt: Aus Regierungskreisen wird mitgetheilt, der alleinige Grund des Rücktrits v. Maybachs seien Gesundheitsrücksichten, welche ihm eine weitere anstrengende Thätigkeit untersagten.
Berlin, 24. Mai. Die „K. Z." schreibt: Eine vom Verein Zonentarif eiuberufene, von 2000 Personen besuchte Versammlung nahm heute eine Resolution an, welche die bevorstehende Ernennung eines neuen Eisenbahnministers freudig begrüßt und als dringendste Reformen bezeichnet : Vermehrung der Staatseinnahmen durch erleichterte Benutzung der Eisenbahnen, Einführung eines ganz billigen Zonentarifs, größtmögliche Vereinfachung und Beschleunigung des Verkehrs, weitgehendste Berücksichtigung des Orts- und Vorortsverkehrs. — Vom 28. bis 30. Mai wird in Berlin die 25. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger statifinden. Den Glanzpunkt des Festes wird die Vorführung von Rettungsgeräthen auf -dem Wannsee am 30. ds. bilden. Der Kaiser wird zu dieser Vorführung von Potsdam in dem dort statio- nirten Torpedoboot herüber kommen.
Berlin, 26. Mai. S. M. Kanonenboot Wolf, Kommandant Korvettenkapitän Hellhoff, ist am 24. ds. in Schanghai eingetroffen. S.
M. Aviso Grille, Kommandant Kapitänlieutenant Gülich, ist am 25 ds. in Juverneß eingetroffen.
Saarbrücken, 25. Mai. Alles ist heute angefahren, nur auf der Grube Sulzbach fehlen noch 15 Mann. (Rh. K.)
Eisenach, 24. Mai. Die fünfte Hauptversammlung des Deutschen Vereins für Knabeuhandarbeit wurde heute Morgen 11 Uhr von dem Vorsitzenden Lammers (Bremen) eröffnet. Im Auftrage des Großherzoglichen Staats-Ministeriums begrüßte Schulrath Eberhardt (Weimar), im Namen der Stadt Eisenach Bürgermeister Wittrock die Versammlung. Nach Erle- ledigung des Geschäftsberichts sprachen die Lehrer Hertel (Zwickau) und Kalb (Gera) über den Arbeitsunterricht für Knaben von sieben bis zehn Jahren. Eine von Groppler (Berlin) vorgeschlagene Resolution, in welcher die Nothwendigkeit einer Verbindung zwischen den Arbeiten des Kindergartens und der Schülerwerlstatt betont und den deutschen Schülerwerkstätten praktische Versuche in dieser Richtung empfohlen werden, gelangte einstimmig zur Annahme. Zum nächstjährigen Versammlungsort wurde Königsberg i. Pr. bestimmt. (Reichsanz.)
München, 25. Mai. Die „Allgemeine Zeitung" erfährt von zuverlässiger Seite aus Berlin, die preußische Regierung würde einem Anträge auf Wiederzulassung der Redemptoristen, falls ein solcher an den Bundesrath gelange, nicht zustimmen. (Rh. K.)
Wien, 25. Mai. Australien ist dem Weltpostverein beigetreten. In der heutigen Plenarsitzung des Postkongresses wurde die Berathung dieser Frage auf Grund Berichts der betreffenden Kommission beendet. Die Vertreter von Neusüdwales, Viktoria, Queensland, Westaustralien, Südaustralien, Tasmanien und Neuseeland erklärten den Beitritt ihrer Staaten vom 1. Oktober d. I. zum Weltpostverein. Der Präsident drückte unter allgemeinem Beifall der Versammlung deren lebhafte Befriedigung über das freudige Ereigniß aus. ~ (Fr. N.)
Wien. Dem Hofdiner am Sonnabend wohnten der türkische Botschafter Zia Bey, der chinesische Gesande Hsü- Ching -Cheng, der deutsche Militär-Attachä, Oberst-Lieutenant und Flügel-Adjutant von Deines, sowie die zu den Manövern eingetroffene preußische Militär.Deputation bei.
Wien, 25. Mai. Die Delegirten zum Welt-Post-Kongrcß haben zum 30. d. M. eine Einladung zur Kaiserlichen Tafel erhalten.
Prag, 25. Mai. Das „Prager Abendblatt" erklärt anläßlich der Mittheilungen der Blätter über den Streit zwischen böhmischen und deutschen Besuchern der Landesausstellung, der in Thätlichteiten ausartete, daß darüber strafgerichtliche Anzeige erstattet sei. Die Verhandlungen würden sicher stellen, welche Seite schuldig und wie groß das Maß der Schuld sei.
Karlsbad, 25. Mai. Ein wahnsinnig gewordener Kurgast verwundete gestern durch Revolverschüsse zwei Polizisten erheblich.
Lüttich, 25. Mai. In den Kohlengruben der ©ociété Cockerill ist der Streik vollständig beendet, in den Gruben der Sociètè Mariehage hat sich die Lage bedeutend gebessert und die unter Tage fahrenden Züge sind fast vollständig besetzt. Der Streik wird voraussichtlich morgen beendet sein. — Auch in Mons ist heute früh in sämmtlichen Kohlengruben ohne Unterschied die Arbeit allgemein wieder ausgenommen worden, der Streik ist somit vollständig beigelegt. (Rh. K.)
Mailand, 25. Mai. In Como haben, nach dem „Rh. K.", heute sämmtliche Seidenweber die Arbeit wieder «ufenommen bis auf diejenigen von zwei Fabriken, welche sich weigern, den vereinbarten neuen Tarif anzunehmen, so daß bei denselben der Ausstand noch fortdauert.
Paris, 25. Mai. Die „Fr. N." schreiben: Die streikenden Omnibus-Bediensteten finden bei der Bevölkerung sympathisches Entgegenkommen. Passanten helfen den Ausständigen die Ausfahrt der Wazen aus den Depots zu hindern. Die anfänglich verkehrenden wenigen Pferdebahnwagen wurden alsbald von den Streikenden aufgehalten, die Pferde ausgespannt und die Wagen in den Geleisen stehen gelassen. Auf den Boulevards sind zahlreiche, nach den Rennplätzen bestimmte Wagen, welche zur Förderung des Publikums sich anbieten; dieselben werden ebenfalls gezwungen, anzuhalten, und die Pferde werden ausgespannt. Es heißt, die Ausständigen hätten etwa zwanzig Pferde aus den Omnibus Stallungen hinaus geführt, ohne dieselben zurückzubriugen. — Die Zahl der streikenden Omnibus- bediensteten, welche wegen Beschränkung der Freiheit der Arbeit verhaftet