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Erscheint täglich mit Aâahmt der Sonn- und Feiertage, mit belletristtscher Beilage.

Nr. 115.

Mittwoch den 20. Mai.

1891

Amtliches.

KänutmackUNgeK König!. LandrüthsKMts.

Unter dem Rindvieh in Bergen ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.

Hanau am 20. Mai 1891.

Der Königliche Landrath.

V. 3378 I. A.: Meister, Regierungs-Assessor.

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Verloren: Ein Korallenarmband. Von Oftheim bis Hanau ein Notizbuch mit gelbem Messing beschlagen, mit 12 Quittungen über gefahrene Nussensteine; dem Wiederbringer eine Belohnung.

Zugelaufen: Ein schwarzer Spitz mit weißer Brust, m. Geschl., mit Halsband und Maulkorb.

Hanau am 20. Mai 1891.

Diejenigen Militärpflichtigen hiesiger Stadt, welche bei dem diesjährigen Oder-Ersatz-Geschäft dem Landsturm überwiesen, oder als dauernd nn- J nglich anerkannt worden sind, haben ihre bezüg- â en Scheine innerhalb drei Tagen beim hiesigen Ocèldeamt in den Vüreanstnnden von Vormittags -og) bis 12 nnd Nachmittags 2 bis 4 Uhr in Empsang iu nehmen.

Hanau am 19. Mai 1891.

* Der Oberbürgermeister

Westerburg.

Tagesschau.

Berlin, 19. Mai. Der Königliche Hof legt heute für Ihre Groß­herzogliche Hoheit die Prinzessin Elisabeth von Baden die Trauer auf fünf Tage an.

Berlin, 19. Mai. Seine Majestät der Kaiser und König ver­ließen gestern Abend um 11 Uhr das neue Palais, um Sich mittels Son- Lerzuges nach Elbing zu begeben. Dort um 8 Uhr Morgens eingetroffen, besichtigten Allerhöchstdieselben die Schichau'sche Werft und Maschinenbau­stätte in eingehender Weise, um alsdann die Reise nach Königsberg fortzu­fetzen, wo die Ankunft um 11 ^2 Uhr erfolgte. Seine Majestät geruhten bald nach der Ankunft der Enthüllungsfeier des Standbildes des Herzogs Albrecht von Preußen beizuwohnen, worauf Allerhöchstdieselben einen Vor­beimarsch der Garnison auf dem Schloßplatz befohlen hatten. Nach been­digter Feier verließen Seine Majestät Königsberg, um Sich nach Pröckel- rvitz zu begeben.

Berlin, 19. Mai. Ueber die Feier des Stiftungsfestes des Lehr- Znsanterie-Bataillons in Potsdam berichtet derReichsanz.": Ihre Maje­stäten der Kaiser und die Kaiserin, die drei ältesten Kaiserlichen Prinzen, die Mitglieder des Königlichen Hauses und andere anwesende Prinzen und Prinzessinnen, ferner der Kriegsminister, der kommandirende General des Gardekorps Freiherr v. Meerscheidt-Hüllesiem wohnten der Feier bei. Der Gottesdienst wurde vom Hof- und Garnisonprediger v. Hase abgehalten. ; Nach dem Gottesdienst fand Parademarsch statt und hieran schloß sich die Speisung des Bataillons in den Kolonnaden. Um 1 Uhr war im Muschel­saale großes Diner bei den Majestäten, wozu 140 Einladungen ergangen waren.

Berlin, 19. Mai. Staatssekretär Dr. v. Stephan hat sich in Begleitung des Ministerial-Direktors Sachse und des Geheimen Oberpost- ralhs Fritsch nach Wien begebe«, woselbst am 20. d. Mts. die Verhand­lungen des Weltpostkongresses beginnen.

Berlin, 19. Mai. S. M. KanonenbootIltis", Kommandant Korvetten-Kapilän Ascher, ist am 17. Mai von Hankow nach Kinkiang in ^ee gegangen. S. M. KanonenbootWolf", Kommandant Korvetten- Kap-tän Hellhoff, ist am 14. Mai in Takow eingetroffen und beabsichtigte! am 16. nach Kelung in See zu gehen. " ' i

Berlin, 19. Mai. Der Geheime Regierungsrath und vortragende Rath im Reichsamt des Innern Wermuth ist zum Reichskommissar für die Ausstellung in Chicago ernannt worden.

Berlin, 18. Mai. Die Ausführung der neuen Steuergesetze erfordert eine große Erweiterung der Anzahl höherer Beamten mit juristischer Aus­bildung. Die verfügbare Zahl von Regierungsassessoren reicht nicht aus und es eröffnen sich dadurch bessere Aussichten für zahlreiche Gerichtsassessoren.. Die Ausschreibungen werden demnächst ergehen.

Berlin, 18. Mai. DerKöln. Ztg." wird aus Berlin berichtet: Das Attentat auf den russischen Thronfolger hat am hiesigen Hofe über­aus große Theilnahme heroorgerufen. Der Kaiser hat sofort ein Beglück- - wünschungstelegramm und später ein Handschreiben an den Zaren gerichtet, Kundgebungen, welche der letztere überaus herzlich erwidert haben ]oll.

Berlin, 18. Mai. Die sür die erste juristische Prüfung des Referendariatsexamens zu entrichtende Gebühr beträgt nach einer Verfügung des Justizministers fortan 50 M.; hiervon wird jedoch nur die Hälfte erhoben, wenn sich die Prüfung auf die schriftlichen Leistungen oder auf die mündlichen beschränkt. Eine Erhöhung der seit 1873 auf 60 M. festgesetzten Gebühren für die vollständige sogenannte große Staatsprüfung ; ist nicht eingetreten.

Königsberg, 19. Mai. Der Kaiser traf heute früh in Elbing ein und besichtigte die Schichau'sche Torpedowerft, wo ein Torpedoboot vom Stapel gelassen wurde. Sodann besuchte der Kaiser die Lokomotiven­fabrik und reiste nach Königsberg weiter, wo er um ll1^ Uhr eintraf.

Elbing, 19. Mai. Kaiser Wilhelm erwiderte, nach demRh. K.", auf die Begrüßungsrede des Oberbürgermeisters Elditt dem Vernehmen nach etwa folgendes: Es freue ihn, daß die Industrie Elbings sich gehoben habe, er habe sich dafür und speziell für die Schichausche Werft^stets inte- ressirt und sei darum nach Elbing gekommen; er wünsche, daß die Industrie Elbings weiter blühe, und er hoffe zuversichtlich, daß der Friede voraus­sichtlich auch für die nächsten Jahre erhalten bleibe; er bitte den Ober­bürgermeister, der Bürgerschaft Elbings für den Empfang seinen Dank

1 auszuspnechen.

Lipine 19. Mai. Infolge der Androhung sofortiger Entlassung haben heute bis auf 40 sämmtliche Zinkhüttenarbeiter die Arbeit wieder ausgenommen; die Ulauenschwadron ist abgerückt. (K. Z.)

Hannober, 19. Mai. (Reichsanz.) Die vierte Hauptversamm­lung des Deutschen Sprachvereins wurde heute unter Professor Riegel's Vorsitz eröffnet. Der Oberpräsident v. Bennigsen hieß die Theilnehmer etwa 150 Namens der Provinz willkommen. Der Stadtdirektor Hal- tenhoff begrüßte sie im Namen der Stadt Hannover, der Geheime Rath Launhardt im Namen des hiesigen Zweigvereins.

Hamburg, 19. Mai. DerHamb. Korrespondent" meldet: In Berliner politischen Kreisen mißt man den Ereignissen in Belgrad nur deshalb keine über die Grenzen Serbiens hinausgehende Tragweite bei, weil die dortige Regie, ung im besten Einvernehmen mit Rußland steht und die Königin von dieser Seite keine Unterstützung zu erwarten hat.

Stuttgart, 19. Mai. Der König wird sich, wie der Staats- Anzeiger für Württemberg meldet, am 15. Juni nach Bebenhausen und von da am 1. Juli nach Friedrichshafen zum Sommeraufenthalte begeben, wohin auch die Königin an demselben Tage übersiedeln wird. Vor der Abreise nach Bebenhausen wird der König Musterungen der Garnisonen von Stuttgart, Ludwigsburg und Ulm vornehmen. (KZ)

DerBoss. Ztg." wird über den Schreinerausstand aus Mainz geschrieben: Die hiesigen Schreiner stehen vor einer folgenschweren Entscheidung, ^crt Dezember v. I. stehen dieselben theilweise im Ausstande,; nur durch reichliche Unterstützung von Auswärts war es bisher den Schreinern, die bisher ungefähr 42 000 Mk. erhalten haben, möglich, in dem Lohnkampfe auszuharren, welcher sich bisher hauptsächlich gegen die Kleinfabrikanten rechtete, da die Großfabrikanten sich nicht der Erhöhung der Arbeitszeit ""schloffen. In einer Dienstag abgehaltenen Versammlung der Ausständigen wurde nun die Nothwendigkeit eines Generalausstandes betont. Daß die Schreiner in einem solchen unterliegen werden, unterliegt keinem Zweifel; Inder werden die besonnenen Elemente unter den Arbeitern, die dringend von einem schroffen, unbegründeten Vorgehen bei der jetzigen allgemein ungünstigen Lage abrathen, wenig gehört.