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legschaft von Schacht III ber ZecheHoffnung" (Revier GelseErchen) ausständig.

Dortmund, 23. April. Außer den vorgestrigen Zechen steht Hannover mit 1970 Mann aus.

Aachen, 23. April. Jm hiesigen Grubenbezirke ist bis jetzt alles ruhig.

Essen, 23. April, 3,30 Uhr Nachm. Auf Zeche Bonifazius ist die Mittagsschicht voll angefahre». Da in der Morgenschicht von 573 Mann nur 50 fehlten, ist die Zeche vor läufig ^außer Streikgefahr. Sie liegt auch thatsächlich außerhalb des eigentlichen Streitherdes. Dagegen ist der Ausstand auf ZecheVollmond" ausgebrochen. In der Nachmittags­schicht sind unter Tage nur 158 von 210 Arbeitern angefahren.

Essen, 23. April. Die Aufwiegler Werdemann und Heihoff von Wattenscheid, deren verhetzende Thätigkeit an dem Ausbruch des Ausstandes hauptsächlich Schuld trägt, sind gefänglich eingezogen worden.

Bochum, 23. April. Die dem Bochumer Verein gehörenden Zechen Maria Anna",Steinbänk" undEngelsburg" stehen seit heute aus. Tie Verwaltung kündigt durch Anschlag denjenigen die Entlassung an, die bis Montag nicht wieder angefahren sind.

Bochum, 23. April. Die Belegschaften der Zechenvon der Heydt", Eiberg,"Friederike" undConstantie" haben ebenfalls die Arbeit nieder­gelegt.

Caub, 22. April. Das Komitee zur Errichtung eines Blücher- Denkmals hielt hier heute eine Sitzung ab, um über die Platzfrage zu ent­scheiden, da, Ivie es heißt, schon am 18. Juni, dem Gedenktage der Schlacht bei Waterloo, auf Wunsch Seiner Majestät unseres Kaisers der Grund­stein zu diesem Nationaldenkmul gelegt werden soll. Wie verlautet, war man der Ansicht, daß das Denkmal nicht auf der Höhe zu errichten sei, sondern man hielt den Platz vor dem Thurme, der vergrößert und durch Anlagen verschönert werden kann, für den geeignetsten. (Rh. K.)

Metz, 23. April. Anläßlich des Geburtstages Seiner Majestät des Königs von Sachsen fand heute eine Parade der hier garnisonirenden Königlich sächsischen Truppentheile statt. Nach Beendigung der Parade wurden dem an dem Grundstein für das Kaiser Wilhelm-Denkmal aufge- fteUten Regiment Nr. 145 in Gegenwart des gejammten Offizier-Corps der Garnison durch den kommandirenden General Grafen von Häseler die dem Regiment verliehenen Fahnen übergeben, worauf General Graf von Baseler ein dreifaches stwch auf Seine Majestät den Kaiser ausbrachte.

Brüssel, 23. April. Die hier geplante Arbeilerknndgebung am 1. Mai wurde von dem Bürgermeister unter der Bedingung gestattet, daß die Route des Zuges von der Gemeindebehörde festgesetzt wird und die Führer für die Aufrechthaltung der Ordnung einstehen.

Rom, 23. April. Heute Morgen wurde die Stadt von einem donnerähnlichen Schlage erschüttert, hervorgerufen durch eine Pulverexplosion an der Porta Portese.

Rom, 23. April. Von den bei der Explosion des Pulvertburmes Verletzten wurden gegen hundert in das Hospital De la cotso'azione ge­bracht und von da dreißig zur weiteren Behandlung zurückbehalten. Von der Wachmannschaft beim Pulverthurm wurden acht schwer verletzt, darunter der. Geniekapitän Spaccamela und ein Unteroffizier. Die Häuser im Um­kreise eines Kilometers sind beschädigte Sämmtliche Knaben der Schule Vigna pia sind gerettet. Der König ließ mehrere Verwundete in seinem Wagen nach der Stadt fahren; er beabsichtigt, die im Hospital befindlichen Verwundeten zu besuchen. Im Vatikan wurde eine Anzahl Fensterscheiben zerstört, bautmer diejenigen der Rafaelfichen Loggien, sowie die von Ma­ximilian von Bayern Pius IX. geschenkten Glasfenster der Kör igsireppe. Bei der Puloerexplosion wurde der französische Botschafter Billot, wäh­rend er sich in seinem Arbeitskabinet befand, leicht durch Glassplitter an der Stirne verletzt. Infolge der Explosion der Pulvermühle zertrüm­merten die Fensterscheiben der Privatbibliothek des Papstes, in Custodia die Glasmalereien auf der Königssticge und sonstige kostbare Geg> »stände des Vatikans. In der Peterskirche sind die Eisenstangen an den großen Fenstern verbogen und die Glasmalerei oberhalb der Peterskanzel ist ver­nichtet. die Petcrskirche ist provisorisch gesperrt, ebenso die Paulskirche, wo alle bemalten Scheiben zerbrachen. Im Paulskloster sind antike Gegenstän­de arg beschädigt. Der König besuchte nachmittags die in den Hospitälern nute gebrachten Verwundeten. Die Volksmenge brachte tem König euthusi- astische Ovationen dar. (Fr. R.)

London, 23. April. Nach Meldungen auS Scottdale wurden die Unterbeamten ins Sheriffs, die sich gellern nach Adelaide begaben, um die strikenden Arbeiter aus den der Kokes-Gesellschaft gehörigen Arbeitshäusern zu exmittiren, von den Strikenden gewalttdâtig angegriffen und genöthigt, sich zurückzuziehen. Als dieselben später mit Verstärkungen zurückkehrten, kam es Mit den Strikenden, -unter denen sich gegen 300 Ungarn befanden, zu einem thätlichen Zusammenstoß, wobei ein Mädchen getödtet und eine größere Anzahl von Personen verwundet rombe. Unter den Verwundeten befindet sich auch der Sheriff Vic. Cormick. Die tobende Menge wurde schließlich durch eine herdeigerufene Miliz-Kompagnie zerstreut. Gegen 4000 Sinkende hielten gestern mit Fahne und Musik einen Umzug in den Straßen der Stadt; darauf hielt der Sozialist Jones eine Ansprache, in welcher er die Strikenden aufforderte, der rothen Fahne zu folgen.

Petersburg, 23. April. DemRegicrnngsboten" zufolge ist der

Zustand des nervenkranken Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch des Aeltern bedenklich. Der Patient nimmt sehr wenig Nahrung zu sich und leidet an Schlaflosigkeit.

Petersburg, 22. April. Beim Ministerium des Inneren ist eine besondere Kommission niedergesetzt worden, welche die gegenwärtig gültigen Bestimmungen über das Anrecht von AnKländern auf Immobiliarbesitz in Rußland einer genauen Durchsicht unterziehen soll. Zur Kommission gehören Vertreter der Ministerien des Innern, der Justiz, des Krieges, der Reichs­domänen sowie die Gouverneure einiger südöstlichen Provinzen. (K. Z.)

Rew-Uork, 21. April. Die Einwanderung von Italienern läßt ungeachtet des Lynchgerichtes in New-Orleans nicht im geringsten nach, sondern scheint im Gegentheil noch eher zuzunehmen. Gestern kamen hier nicht weniger als 1558 an, von welchen 20 nicht die Erlaubniß zum Landen erhielten. In New-Orleans langten gestern ferner 450 Sizilianer an, welche eine große Anzahl Messer mit ans Land brachten. Drei von ihnen wurden verhaftet.

PittSburg, 23. April. Von den Minenarbeitern in Ober-Monon- gahela lehnte eine Anzahl von 12 000 es ab, zur Erzwingung des acht­stündigen Arbeitstages die Arbeit am 1. Mai einzustellen.

Bissago, 23. April. Das KanonenbootHyäne" nahm die hie­sigen Deutichen auf, da der Platz, nach demRh. K.", bedroht ist, und geht mit ihnen in See.

Bremen, 22 April. Dtt Dampfer des Norddeutschen Llovd Weimar" ist gestern in Baltimore eingetroffen.

Hamburg, 22. April. Der PostdampferValesia" von der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt - Aktiengesellschaft ist, von Hamburg kommend, gestern in St. Thomas eingetroffen.

Reichsgerichts-Entscheidungen.

Die Verjährung der Regreßansprüche des Wechselinhabers gegen den Aussteller und die übrigen Vormänner (3, bezw. 6, bezw. 18 Monate) beginnt nach Art. 78 Abs. 2 der Wechselordnung mit dem Tage des erho­benen Prott ssts. In Bezug auf diese Bestimmung hat das Reichsgericht, I. Zivilsenat, durch Urtheil vom 24 Januar 1891, ausgesprochen: Die Verjährung beginnt erst mit dem Abläufe dieses Tages, und im Falle des Ablebens des Ausstellers an dem folgenden Tage zu einer so frühen Mor­genstunde, daß bis dahin die Erhebung der Regreßklage undurchführbar ist, beginnt die Verjährung der Regreßklage gegen die Erben des Ausstellers im Geltungsbereiche des Preuß. Allg. Landrechts erst nach Ablauf der sechs- wöchemlichen Ueberlegungsfrist.

In Bezug auf §. 23 Z. 2 der Konkursordnung:Anfechtbar sind die nach der Zahlungseinstellung oder dem Anträge auf Eröffnung des Verfahrens oder in den letzien zehn Tagen vor der Zahlungseinstellung oder dem Eröffnungsantrage erfolgten Rechtshandlungen, wrlche einem Kon­kursgläubiger eine Sicherung oder Befriedigung gewähren, die er nicht oder nicht in der Art oder nicht zu der Zeit zu beanspruchen hatte, sofern er nicht beweist, daß ihm zur Zeit der Handlung weder die Zahlungsein­stellung und der Eröffnungsantrag, noch eine Absicht des Gemeinschuldners, ihn vor den übrigen Gläubigern zu begünstigen, bekannt war", hat das Reichsgericht, VI. Zivilsenat, durch Urtheil vom 29. Januar 1891, aus­gesprochen :Der Beweis der Zahlungseinstellung und des Eröffuungsan- trages obliegt dem Anfechtungskläger und wenn dieser Nachweis erbracht ist, so obliegt der Beweis der Nichtkenntniß der Zahlungseinstellung und des Eröffnungsantrages dem Anfecbiungsbeklagten. War die angefochtene Rechtshandlung in den letzten 10 Tagen vor der Zahlungseinstellung er­folgt, so hat der Anfechtuugsbeklagte nur die Nichtkenntniß einer Begünsti­gungsabsicht zu beweisen".

Aus Stadt, Provinz und Umgegend.

Klassenlotterie. Die Ziehung der dritten Klaffe der preußischen Lotterie beginnt am Montag, 11. Mai; die Erneuerung der Loose muß spätestens am 7. Mai, Abends 6 Uhr, bei den Kollekteuren erfolgen.

Verbandstag. Der deutsche Verband kaufmännischer Vereine wird sich auf seinem bevorstehenden Verbandstage, zu welchem auch der Reichs­kanzler einen Vertreter entsenden wird, mit der Frage der besseren gesetz­lichen Regelung der Kündigungsfristen der Handlungsgehilfen beschäfti­ge». (O. Z.)

Amtlicher Verkehr. Mit den Höflichkeitsphrasen im amtlichen Verkehr wird weiter aufgeräumt. In einem Zirkular des Jnsterburger Landraths an die ihm Nachgeordneten Behörde» heißt es:Worte wie: ge­horsamst, ergebenft, Hochwohlgeboren, Wohlgeboren, gefälligst u. s. w. sind überflüssig und daher zu vermeiden."

Verbandstag. Am 16. und 17. Juni d. J. wird in Fulda der Verbandstag der hessischen Vorschuß- und Kreditvereine, zu welchen ca. 30 Vereine und Kassen gehören, stattftnden.

Hessische Ludwigsbahn. Wie wir erfahren, wird am 16. Mai d. J. ein Extrazug von Frankfurt über Mainz nach Straß­burg befördert, zu welchem in Frankfurt, Mainz und Worms Retour- billete mit 7tâgiger Gültigkeitsdauer zu besonders ermäßigtem Preise ans­gegeben werden. Wer unter Benutzung dieses Zuges eine Tour in di«