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Dienstag den 21. April.

1891

LMW

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Auf dem hiesigen Paradeplatz 2 fast neue Schlüssel. Zwei Geldstücke (in hiesigem Postgebäude). Ein Hundehalsband. Eine Knabenmütze. Ein eiserner Nagel resp. Hammer. Ein Regenschirm (in einer Wirthschaft stehen geblieben). Eine neusilberne Halskette. Am 14. d. Mts. auf dem Wege von Rückingen nach Niederrodenbach ein Sack mit Heu; Empfangnahme beim Herrn Bürgermeister zu Rückingen. Vor einiger Zeit in einem hiesigen Metzgerladen ein schwarzer Regenschirm stehen ge­blieben.

Hanau am 21. April 1891.

I

zu bestimmen ist, wasortsstatutarische Bestimmungen" sind. Der Para­graph wird aber sodann gestrichen, um als Absatz 2 des Paragraphen 148 wieder eingefügt zu werden. Fortsetzung der Berathung morgen. (Fr. N.) Berlin, 20. April. Mit Allerhöchster Genehmigung sind S. M.

Kreuzer-KorvetteViktoria" und S. M. SchulschiffAriadne" aus Liste der Kriegsschiffe gestrichen worden.

der

Lagesschan.

Berlin, 20. April. Heute Vormittag hatten Seine Majestät der Kaiser und König mit dem Reichskanzler und mit dem Staats-Minister von Boetticher Besprechungen und hörten demnächst einen längeren Vortrag des Chefs des Civilkabinets.

Berlin, 20. April. DiePoft" schreibt: Gegenüber der in den letzten Tagen bemerkten Beunruhigung der öffentlichen Meinung ist es Pflicht, mitzutheilen, daß Mitte der vorigen Woche von maßgebendster Stelle die Versicherung gegeben worden ist, daß der Friede weniger denn je bedroht und das Verhältnis mit Rußland so gut sei, wie seit langer Zeit nicht.

Berlin, 19. April. Der heutige Abschiedskommers des National­liberalen Vereins zu Ehren des Dr. Peters war zahlreich besucht; unter Ehrengästen bemerkte man den Staatsminister a. D. Hofmann und den Regierungspräsidenten Pilgrim. Der Abgeordnete Krause brachte den Kaiser- [ spruch aus, Dr. Böttcher trank auf Dr. Peiers, dessen Emin Pascha-Ex­pedition er als eine deutsche Großthat ersten Ranges kennzeichnete. Peters dankte, bezeichnete die Aufgaben seiner neuen Stellung als friedliche, schloß mit einem Hoch auf den Nationalliberalen Verein. Es folgten Trinksprüche

Berlin, 20. April. Der Reichstag setzte heute die Berathung der Gewerbeordnungsnooelle bei §. 138 a (Zulassung vorübergehender Ueber- schreitung der Arbeitszeit unter gewissen Umständen) fort. Unter Ablehnung des Antrages der Sozialdemokraten auf gänzliche Streichung wird der Para­graph mit einer unwesentlichen redaktionellen Aenderung in der Fassung der Kommission angenommen, ebenso wird §. 139 (Ausnahmen zur Ausgleichung von Unterbrechungen) angenommen. Zu Paragraph 139 a (durch den Bundesrath festzusetzende Ausnahmen) liegt ein gemeinschaftlicher Erweite­rungsantrag von Gutfleisch, Hartmann, Letocha, Möller und Frhr. von Stumm vor, mit welchem sich Geheimrath Königs einverstanden erklärt. Der Paragraph wird mit diesem Kompromißantrag angenommen. Zu ^ickoui. ^»ö* lajreiui; ^ie Lyeuauspanoe im Vergoeznr Paragraph 139 b (Zuständigkeit der Aufsichtsbeamten) liegt ein Antrag der Westfalen sind den Leitern des Zentralvorstandes der Bergleute nicht sehr Sozialdemokraten betreffs Uebertragung der Aufsicht an das Reich vor. gelegen gekommen, da dieselben beschlossen haben, zunächst noch die Organi- 139 b wird unter Ablehnung des sozialdemokratischen Antrags auf Ueber- sation zu vervollkommnen. Es sollen zunächst die polnischen Arbeiter, welche auf einzelnen Zechen in größeren Schaaren arbeiten, für die Sozial­demokratie gewonnen werden und ist deshalb an die Vertrauensmänner fol­gende Weisung ergangen:Es ist dafür Sorge zu tragen, daß in den­jenigen Orten, wo viele polnische Kameraden wohnen, in nächster Zeit Ver­sammlungen stattfinden und uns sofort Mittheilung zu machen, damit wir die Zeit bestimmen können. In diesen Versammlungen wird ein polnischer Kamerad referiren." Der Zentralvorstand ist augenblicklich eifrig bemüht, die Bildung von Konsumvereinen zu fördern und in dieser Beziehung sind schon ganz hübsche Erfolge erzielt. Auch der chronische Geldmangel scheint wunberbarerweiie in der letzten Zeit gejchwunden zu sein; so sind für die ausständischen Kameraden auf Trappe mit einem Mal 3300 M einge-, gangen, während in frühern Wochen 1200 M. zusammenkamen; auch die Hauptunterstützungskasse hat recht ansehnliche Beiträge erhalten. Die Herren Schröder, Bunte, Siegel sind von ihrer Aufnahme in Paris ganz entzückt und überall erzählten sie, daß sie auf dem Pariser Rathhause amt­lich mit Champagner bewirthet worden sind. Durch den Pariser Kongreß ist zweifellos in die Bergarbeiterbewegung sehr viel Leben hineingekommen und darum verdient sie die sorgfältigste Beachtung.

Braunschweig, 20, April. DasBraunschweiger Tageblatt" meldet aus Helmstedt: In der Braunkohlengrube Henriette bei Unseburg ist ein Streik ausgebrochen. Infolge dessen kündigte die Grubenverwaltung 270 Bergleuten Md entließ sofort 23.

auf Tiedemann, Borchert und Emin Pascha.

(K. Z.)

Berlin, 20. April. Das Befinden des Finanzministe s Dr. Miquel hat sich so gebessert, daß er voraussichilich schon morgen wieder ausgehen kann.

Dortmund, 20. April. (K. Z.) In einer gestern in Castrop statt­gehabten, von etwa 1000 Bergleuten besuchten Versammlung wurde ein­stimmig eine gegen die Pariser Beschlüsie gerichtete Rejolutidn angenommen.

DieKöln. Ztg." schreibt: Die Theilausstände im Bergbezirk

tragung der Aufsicht an das Reich mit unwesentlichen Aenderungen ange­nommen. Die folgenden Artikel 1 a, 2 und 3 werden ohne Debatte ange­nommen. Artikel 4 (Strafbestimmungen) wird unter Ablehnung der sozia­listischen Verschärfungsanträge angenommen. Sodann werden noch die §§. 146 bis 151 erledigt. Die weitere Berathung findet morgen Vormittags 11 Uhr statt. (Rh. K.)

Berlin, 20. April. Im Abgeordnetenhause wird die dritte Berathung der L a n d g e m e i n d eo r d n u u g begonnen. Kröcher erklärt für sich, nicht namens seiner Partei, er sei gegen die Landgemeinde- ordnung, die nach übereinstimmenden Zeugnissen aus allen Landestheilen kein Bedürfniß sei. Er bitte Alle, die Bedenken gegen das Gesetz hätten, offen gegen dasselbe zu stimmen und nicht aus Opportunismus dem Entwurf zuzustimmen. G n e i st erklärt, daß seine Freunde für die Vorlage stimmen werden, wenn sie auch an Einzelheiten Manches auszusetzen hätten. Szaniecki ist namens seiner Freunde gegen das Gesetz. Barth erklärt die Zustimmung seiner Freunde zu dem Gesetz. Einzelne Aussetzungen hätten auch sie noch zu machen. Rickert: Trotz vieler schweren Bedenken, die seine Partei habe, werde sie für das Gesetz stimmen, weil sie es nicht verantworten könne, daß dasselbe auch nur ein Jahr länger dem Volke vorenthalten werde. Minister Herrfurth erklärte, er wolle auf Einzelheiten nicht eingehen, das werde bei den Anträgen zur dritten Lesung genügend geschehen können. Er wolle nur die Haupteinwendungen besprechen. Es solle ungerecht sein, gegen ihren Willen Gemeinden und Gutsbezirke zu Zweckverbänden zusammenzulegen. Der Minister führte Beispiele an, wonach zwei Gutsbezirke nur aus einigen Gefällen und Pflichten und aus. keinem Grundbesitz bestanden. Es sei entschieden Abhilfe nöthig. Auch gegenüber dem anderen Einwurf halte die Regierung es für gemeingefährlich, wenn

Nichiangesesseneu, welche zu den Lasten beitragen, über die Gemeinde­angelegenheiten nicht mitreden sollen. Er verzichte auf die einstimmige An­nahme,^ wünsche aber eine möglichst große Mehrheit. R au chh aupt erklärt, ftme Partei stimme aus ehrlicher sachlicher Ueberzeugung für das Gesetz. ^j.,.^|^wuwt» »uv uc» mi^tycn jvicuÄri» «ucu

'i halte fy auch für kein Glück,quieta movere", Das, was ruhig Ball. Zu Ebnen des seit dem 26. März in den französischen Gewässern

liege zu bewegen. Aber die konservative Partei stimme dem zu, was sie sich aufhaltenden rumänischen KreuzersElisabeth" hat der Marine-Präfekt

für richtig und ausführbar halte. Die Paragraphen 1 bis 13 werden ; von Toulon ungeordnet, daß sämmtliche auf der dortigen Rhede befindlichen

kalt durchgängig nach den Beschlüssen der zweiten Lesui g angenommen, : französischen Schiffe anläßlich des heutigen Geburtstages des Königs von

Paragraph 14 mit einem von Gneist eingebrachten Zusatz, wonach genau ' Rumänien Flaggenschmuck anzulegen haben.

Hamburg, 20. April. DieBörsenhalle" meldet aus Valparaiso, 18. April: Der Schließung der Ladehäfen, sowie dem Zolldekret vom 30. Januar wurde seitens Deutschlands, Englands und Frankreichs die Aner- keunung verweigert

Paris, 20. April. Der Großfürst Georg von Rußland, der zu : einem Aufenthalt von drei bis vier Tagen in Ajaccio eingetroffen war, : beabsichtigt seinen Aufenthalt zu verlängern, um Zagdausflüge in die Berge zu unternehmen. Der Stadtrath von Ajaccio gibt morgen zu Ehren der Offiziere des französischen Geschwaders und des russischen Kreuzers einen

französischen Schiffe anläßlich des heutigen Geburtstages des Königs von