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präsident. Es folgte zunächst die Eidesleistung her Abgeordneten. Alsdann überreichten die Jungczecheu dem Präsidenten die von' ihnen angekündigte Rechtsverwahrung. Die erste Sitzung des Herrenhauses war eine rein formelle.

Wien, 8. April. Der Magistrat hat wegen des drohenden Bäcker­ausstandes mit auswärtigen Bäckern Verträge auf Lieferung von Brod im Bedarfsfälle abgeschlossen; auch wurde mit der Militärverwaltung ein Ein­vernehmen hergestellt, demzufolge Militäröfen und -Mannschaften nöthigen- falls zur Verfügung gestellt werden sollen.

Gern, 9. April. Die Anklagekammcr des Bundesgerichts hat, "ach der „K. Z.", Castioni wegen Mordes und 21 andere am Tessiner Ausstande betheiligte Personen wegen Empörung vor die eidgenössischen Geschworenen verwiesen.

Genf, 9. April. (K. Z) Die Prinzessin Clotilde nahm einen Rechtsbeistand zur Wahrung ihrer Interessen. Man folgert hieraus, daß die Vollstreckung des Testaments des Prinzen ^érönte nicht ohne Schwierig­keiten von statten gehen würde.

Povis, 9. April. Das sozialistische Zentralkomitee hatte gestern Abend die hier anwesenden Delegirten zu einer Versammlung einberufen, welche den stürmischsten Verlauf nahm. Die Ansichten hinsichtlich des Ver­haltens am 1. Mai gingen vollkommen auseinander, es wurde keinerlei Beschluß gefaßt.

London, 8. April. Die Kaiserin Friedrich und die Prinzessin Margarete sind heute Nachmittag mit Sonderzug nach Port Victoria ab­gereist, um sich nach Deutschland zurückznbegebeu. Der deutsche Botschafter Graf Hatzfeldt mit seiner Tochter und dem gesamten Botschaftspersonal, der griechische Gesandte, sowie Oberst Bing als Vertreter der Königin.und Lord Sheffield als Vertreter des Prinzen von Wales gaben der Kaiserin das Geleit bis zum Babnhof. General du Plat begleitete die Kaiserin bis Port Victoria, wo sie sich unter den Salutschüssen der Artillerie an Bord der Dacht Victoria and Albert einschiffre.

London, 9. April. Der Gemeinderath beschloß, dem deutschen Kaiser bei seinem Besuche Englands eine Bewillkommnungsadresse in einem goldenen Kästchen zu überreichen. — Der Lordmayor kündigte in der Ge- meinderathssitzung an, er werde eine Denkschrift nach Berlin senden, um den Kaiser zu ersuchen eine Adresse entgegenzunehmen. Williamson, welcher einen dahingehenden Beschluß beantragt, hebt die fortwährenden Bestrebungen des Kaisers zur Erhaltung des Friedens und die Pflege herzlicher Be­ziehungen Deutschlands zu England hervor. ’ (Fr. R.)

London, 8. April. Seit heute Morgen wüthet nach einer Meldung des „D. B. E ein heftiger Schneesturm im Norden Englands und in Schottland. An mehreren Punkten ist der Bahnverkehr gestört.

London, 9. April. Nach einer Meldung des „Reuter'schen Bu­reaus" aus Simla von heute bestätigt sich die Ermordung Olniuton's und seiner Gefährten. Ein Schreiben des Rebellenführers von Manipur an den Vize-König von Indien erklärt, daß das Volk Quinton und dessen Gefährten ermordet habe, weil diese seine Soldaten getödtet, den Palast an­gegriffen und den Tempel entheiligt hätten.

Petersburg, 9. April. Die Großfürstin Olga Feodorowna (geb. Prinzessin Cäcilie von Baden), Mutter des aus der Armee ausgeschlossenen Großfürsten Michael Michajlowitsch, hat Petersburg verlassen und sich nach der Krim begeben. (K. Z.)

Petersburg, 9. April. Die lutherischen Pastoren Krause und Treu aus Kurland wurden, nach den „Fr. N.", in letzter Instanz zu vier­monatlicher bezw. zweimonatlicher Gefängnißstrafe verurtheilt. Krause wurde der Schmähung der orthodoxen Religion und Treu des Vergehens schuldig erkannt, eine Predigt zwecks Verhinderung des freiwilligen Urbertritts zur- orthodoxen Kirche gehalten zu haben.

New-Nork, 7. April. Gestern Nachmittag starb in Bridgeport, im Staate Konnektikut, der bekannte Schaubudenbesitzer Phineas T. Barnum. 1810 in Konnektikut geboren, begann er im achtzehnten Jahre seine geschäft­liche Thätigkeit. Im Alter von 24 Jahren siedelte er nach Ncw Dork über und legte 1841 mit dem Ankauf des „Amerikanischen Museums" den Grundstein zu dem ersten der vielen Vermögen, welche er während seiner- langen Laufbahn gewonnen und verloren hat. Die Ausstellung des General Tom Thumb 1844 machte seinen Namen in der ganzen Welt populär. Sechs Jahre später engagirte er Jenny Lind für eine Turnsie durch die Vereinigten Staaten. Seine letzte Leistung war „Die größte Schaustellung der Welt", welche er im Herbst 1889 auf 100 Tage nach London führte. Der Ver­storbene war vier Mal in die Legislatur seines Staates gewählt worden und hatte wiederholt städtische Aemter bekleidet. Barnum stellte die beste

Verkörperung des sogenannten amerikanischen Humbugs dar, und die Welt dürfte nicht so leicht seines Gleichen wieder finden.

Airs Stadt, Provinz und Amgeaend.

LMtdesausschuH. Montag, den 13. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, tritt zu Cassel der Landes-Ausschuß zusammen. (C. I.) (

Kirchenkollekte. Die im Jahre 1890 für die bedürftigen Ge-Ä meinden des Konsisiorialbezirks Cassel zur Bestreitung von Kirchen- und Pfarrhausbaukosten, bezw. für die oberhessische Bibelgesellschaft zur Bibel­verbreitung und für das hessische Diakonissenhaus in Wehlheiden bei Cassel zur Bezahlung von Baukosten sowie für die Pflegeanstalt für Epileptische — Bethel — bei Bielefeld erhobenen Kirchenkolekten haben den Ertrag von 29 672 Mk. und 81 Pfg. geliefert.

Pufgepstzt. Nach einer Mittheilung des französischen „Moniteur offiziel du Commerce" sind in Amsterdam neuerdings wieder Schwindler aufgetaucht, welche von dort aus auf dem Wege der Anknüpfung von Ge­schäftsverbindungen fremde Gewerbetreibende auszubeuten suchen. Es wird sich auch für die deutsche Geschäftswelt Vorsicht empfehlen. -. i

Sektionsversammlung. Die Müllerei - Berufsgenossenschaft,zv Sektion XL Waldeck, Hessen Nassau unb Großherzogthum Hessen, Sitz: I Frankfurt a. M, hält Montag den 20. April, Nachmittags 2^2 Uhr, im 1 Lokale des „Kaiserhofes" (früher Frankenbräu), am Goetheplatz zu Frank- . furt a. M., die diesjährige ordentliche Scktionsversanimlung ab.

Bsrftetgerungs- «nD Gerpachrnngs^ re. Katsuder für Samstag den 11 April

Holzversteigerung im Düdelsheimer Gemeindewalde; Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr am Eichelgarten. Verkauft werden 85 Eichen-Stämme mit 125 km (s. Nr. 79 „Han. Anz.").

Kür heute» Original - Welt - Panorama: Geöffnet von 2 Uhr Nachmittags bis 10 Uhr Abends im Gasthause zur „Karthaune". — Turn- und Fecht - Klub: Abends 8—10 Uhr Turnen der Männerriege. j

Für morgen. Landwirthschaftlicher Kreisverein Hanau: Nach- , mittags 3 Uhr im Gasthaus zum „goldnen Löwen": Versammlung; Ta-*«' gesordnung: Geschäftliche Mittheilungen und Mittheilungen über die dies­jährige Ausstellung; Vortrag des Herrn Dr. R. Hesse, Direktor der landw. Winterschule zu Marburg, über „Krankheiten der Kulturgewächse rc.; Gra- tisvertheilung der neubeschafften Saatkartoffeln. ।

Hersfeld, 8. April. In Unterhaun gerieth gestern der 10jährige Knabe Bock in eine dem Bauer Wilhelm Jakob gehörige Häckselmaschine während des Ganges. Die Maschine erfaßte den rechten Arm, brach»jWj^ selben und zersplitterte ihn vollständig. Der Verletzte wurde in das Land- j krankenhaus nach Hersfeld geschafft.

Kr«»kfzlrt a. M., 9. April. Heute früh wurde an einer Tanne, unmittelbar am Sachsenhäuser Friedhof ein unbekannter Mann erhängt aufgefundeu. Derselbe ist 30—35 Jahre alt, 1,70 Meter groß,^ hat dunkelblonde Haare und einen schwachen röthlichen Schnurrbart. Die Leiche wurde nach der Leichenhalle des Sachsenhäuser Friedhofs verbracht. . (G.-A.)

Frankfurt a. M., 10 April. Gestern früh wurde durch einen Sachsenhäuser Sandfärcher die Leiche eines unbekannten Frauenzimmers im Alter von 22 bis 24 Jahren gegenüber der Viehhofanlage geländet. — Ein kleines Mädchen, welches in den letzten Tagen zum ersten Male die Schule besuchte, hatte seine vielen Tanten und Onkel gebeten, ihm einen Schulranzen zu schenken. Dem Wunsche wurde von allen Seiten ent­sprochen und zum Schrecken der Mama war Tags vor Schulbeginn eine Kollektion von 16 Schulranzen zusammen, so daß nichts übrig blieb, als solche bis auf zwei Stück weiter zu verschenken. (Fr. R.)

Wiesbaden, 9. April. Die gestern aus Petersburg gemeldete Maßregelung des Großfürsten, der die Tochter eines deutschen Prinzen und die Enkelin eines Fürsten des Geistes geheirathet, hat hier in allen Kreisen den übelsten Eindruck gemacht. (RH. K.)

M^» Fortsetzung des lokalen Theils in der Beilage. -$^

Gerservseicht des „Hanauer Anzeiger" vom 9. April. (Nach Beobachtungen des hiesigen BerschSneruags-Vtretlis am Wetterhäuschen am kaiserliche« Bostgebäude)

Barometer. Morgens 755, Mittags 757, Abends 758

Thermometer nach K. Morgens + 0,5 , Mittags + 8,0 Abends + 7,0°.

Hygrometer (Feuchtigkeitsmesser) : Morgens 90, Mittags 42 Abens,- 43. Lambrecht's Patent - Wettertelegravh (im Ruthhaushsf). Am 10. April. Wem Aenderung des herrschenden Wetters.

Der Retaer am Fu« »e» Wettert, gearavhen iM den °>t«rm »om »mcheri- er< '^^ M,)

Bekanntmachung.

In unserem Handelsregister ist heute Folgendes eingetragen:

1. unter Nr. 1014 nach Anzeige vom 28. März ds. Js., daß am 1. Februar dâ. Zs. der Mitinhaber Johann Rhein aus der unter der Firma „Kunstgewerbliche Werkstätte Großauheim Rhein & Co." zu Großauheim be­

stehenden Handelsgesellschaft aus-, und an dessen Stelle der Former und Gießer Friedrich Reußwig in Hanau als Gesellschafter ein getreten ist.

2. unter Nr. 1067 nach Anzeige vom 31. März d. I. die Firma Gustav Hirsch in Hanau und als deren Inhaber der Kaufmann Gustav Hirsch daselbst.

3. unter 1068 nach heutiger Anzeige die Firma Andr. Otto Grün in Hanau und als deren In-

Haber der Kaufmann Andreas Otto Grün da­selbst. 4476

Hanau den 1. April 1891.

Königliches Amtsgericht, Abth. I.

(Belle-Etage), bestehend in 8—9 Zimmern, Man­sarde und sonstigem Zubehör, zu vermiethen.

Näh. in der Exped.

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