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Nr. 83
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Freitag den 10. April.
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Amtliches.
Dienstag den 5. Mai d. I., von 9 Uhr Vormittags ab, sollen hierselbst ungefähr 80 Gestütpferde, bestehend aus Mutterstuten (meistens bedeckt), Fohlen und 4jährigen Hengsten, Wallachen und Stuten, meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden.
Sämmtliche 4jährigen und älteren Pferde sind mehr oder weniger geritten. Die zum Verkauf kommenden gerittenen Pferde werden am 4. Mai, von 7 bis 10 Uhr Vormittags, unter dem Reiter, sowie sämmtliche am 3. und 4. Mai, von 4 bis 6 Uhr Nachmittags, auf Wunsch an der Hand gezeigt.
Listen über die zur Auktion gelangenden Pferde werden am 22. April zürn Versandt rc. fertig gestellt sein und auf Ansuchen zugeschickt werden.
Für Personenbeförderung zu den bezüglichen Zügen vom und zum Bahnhof Trakehnen wird am 3., 4. und 5. Mai gesorgt sein.
Trakehnen am 5. März 1891.
________________Der Landstallmcister v. Frankenberg.
Kinderheilanstalt zu Bad Orb.
Unsere Anstalt wird zur Aufnahme soolkurbedürftiger Kinder am 1. Mai d. J. eröffnet, und wird daher ersucht, Kinder, deren Aufnahme zum ersten 4wöchigen Kursus gewünscht wird, bei Herrn Dr. med. Hufnagel in Orb baldigst zur Anmeldung zu bringen.
Gelnhausen am 4. April 1891.
Der Vorstand:
Frhr. v. Ried es el, Landrath .
Tagesschau
Berlin, 9. April. Se. Majestät der Kaiser und König kehrten - gestern Abend um 6 Uhr im besten Wohlsein von Kiel nach Berlin zurück, g Heute früh hörten Seine Majestät von 9s/a bis IO8/* Uhr den Vortrag des Reichskanzlers in dessen Wohnung und arbeiteten im Schloß von 11 bis 12 Uhr mit dem Kriegsminister, von 12 bis l1^ Uhr mit dem Chef - j des Militärkabinets.
's Berlin, 9. März. Kaiser Wilbelm reist am 13. nach Schlitz und von dort nach Karlsruhe zur Auerhahnjagd, zu welcher ihn der Großherzog eingeladen hat. Er wollte erst, wie im Vorjahr, zur Auerhahnjagd nach Eisenach gehen. (K. Z.)
Berlin, 9. April. Im Reichstage wird die Berathung der Gcwerbenovelle beim §. 125 (Entschädigungsrecht des Arbeitgebers beim Kontraktbruch des Arbeiters) fortgesetzt. Singer begründet seinen Antrag auf Streichung dieses Paragraphen. Nachdem v. Putt käme r sich für die Vorlage ausgesprochen hat, erklärt der Minister v. Berlepsch, , schwerwiegende Gründe für diese Bestimmungen lägen für die Regierung in der in der letzten Zeit hervorgetretenen Zunahme der Neigung der Arbeiter zum Kontraktbruch und dem dadurch gefährdeten Allgemeinwohl. Die , Gründe des Kontraktbruches seien meist ganz nichtig, der Nachweis, daß für den Bergarbeiterausstand, einen der größten Streiks der letzten Jahre,
- genügende Gründe vorhanden gewesen seien, sei noch zu führen. Wenn die
s Lohnfrage den Streikgrund bilde, sei die Kündigungsfrist unter allen Umständen einhaltbar, denn der Jahre hindurch gezahlte Lohn werde nicht plötzlich so niedrig, daß zum Kontraktbruch ein Zwang vorliege. Die Arbeiter könnten sehr wohl ohne Kontraktbruch auskommen, wie die Arbeiter Eng
lands es bewiesen, wo der Kontraktbruch unbekannt sei. Die Regierung werde fid), nicht abhalten lassen, ihre Pflicht zu thun und nicht allein die Arbeiter, sondern auch die Unternehmer gegen ungerechtfertigte Schädigungen schützen, wo sie es selbst nicht vermöchten. Payer ist gegen den Paragraphen, welcher der Gleichberechtigung Hohn spreche. Gutfleisch ist
für den Paragraphen, weil durch Festsetzung einer Summe der Entschädigungsanspruch beschränkt werde. Der Paragraph enthalte einen Fortschritt gegen den jetzigen Zustand, wofür die Arbeiter noch danken würden. Nachdem Sch ad l er Namens der Zentrumspartei erklärt hat, dieselbe stünde auf dem Boden der Kommissionsbeschlüsfe, welche das sittliche Moment betonten und Arbeiter wie Arbeitgeber gleich träfen, wird die Fortsetzung der Berathung auf morgen vertagt. (Fr Nr.) i
, Berlin, 9. April. Der „Reichsanzeiger" erklärt die in einer Ber ' liner Korrespondenz der „Hamburger Nachrichten" aufgestellte Behauptung, =
zwischen Caprivi und Windthorst hätten Verhandlungen über den Welfen- . fonds stattgefunden, für lediglich aus der Luft gegriffen.
Berlin, 9. April. Das Abgeordnetenhaus tritt heute nach i der zweiten Abstimmung über den Entwurf zur Aenderung des Wahlver- : fahrens in die zweite Berathung der Landgemeindeordnung. An § 2, Ver- ; Einigung der Gutsbeznke mit den Gemeinden, knüpft sich, nach der „Köln, i Ztg.", eine lebhafte Cnöterung, an welcher sich die Abgg. Rickert (df.), v. Rauchhaupt (dk.), v. Hucne (Zentr.), Minister Herrfurth, Dr. Krause (nl.) und v. Meyer- Arnswalde beteiligten. Nachdem I noch Sombart (nl.), v. Sch a ls ch a (Zentr.) und v. Heydebrand ; u. d. Lasa (dk.) gesprochen, wird § 2 in der Kommisfiontzfassung, ebenso : die §8 3 bis 13 ohne Rabatte und § 14 mit einem Anträge R auch- 1 Haupt, nach welchem Zuschläge zur Staatseinkommensteuer nicht ohne gleichzeitige Heranziehung der drei obersten Klassen der Gewerbesteuer er- zolgen können, angenommen.
Im Monat Januar wurden zu Berlin 332 öffentliche entnommene Proben und 30 Proben aus geheimen Ankäufen untersucht, die Waaren mußten in 56 Fällen beanstandet werden. Unter 50 Butterproben enthielten 5 Margarin Amerikanisches Schmalz war in 2 Fällen reichlich mit Stearin und Baumwollfamenöl versetzt.
Magdeburg, 9. April. Bei der von der hiesigen Eisenbahn
direktion abgehaltenen Verdingung auf Lokomotivkohlen hielten sich die Preise für westfälische Stückkohlen auf 120 bis 125 M., für Förderkohlen auf 102 bis 105 M., für schlesische Kohlen auf 80 bis 82 M. ab Zeche, für englische Kobleu auf 150 bis 170 M. ab Hamburg. "(Fr. N.)
Altona, 8. April. General Graf Waldersee feierte heute seinen Geburtstag. Am Morgen brachten die Kapellen des 31. und 76. Regiments dem General ein Ständchen. Im Laufe des Vormittags trafen zahlreiche Deputationen der Offizierkorps zur Gratulation ein. Der Kaiser gratulirte dem General in längerem eigenhändigem Schreiben. Auch Fürst Bismarck schickte ein Glückwunschtelegramm.
Geestemünde, 9. April. (K. Z.) Das Otterndorfer Kreisblatt meldet, Bismarck habe dem Wahlausschuß in Freiburg (bei Stade) telegra- phirt, es sei ihm eine große Ehre, im 19. Wahlkreise zu kandidiren.
Die „Hamb. Börsenhalle" bringt eine Meldung aus Kamerun vom 28. Februar über ein Gefecht vom 31. Januar im Hinterland von Kamerun, welches zwischen zwei Expeditionen Zintgraffs und 5000 Verbündeten Balis gegen 10000 Basuts, Bandengs und andere Stämme staltsand. Anfangs siegreich, wurde am späten Nachmittage von den ersteren der Rückzug angetreten. Es fielen außer den bereits als getödtet bekannten Heinrich Nehler und Tiedt die Lieutenants v. Spangenberg und Huwe, 68 Weyungen und 100 Balis, sowie 500 Feinde. Die Ursache des Krieges ist die Ermordung zweier von Zintgraff an den Basuthäuptling gesandten Weyungeu. Zinlgraff blieb 14 Tage in Balibung und begab sich, als Alles ruhig war, unter Zurücklassung eines Schutzes für die Handelsstraßen nach Kamerun; er hält die Bewaffnung der Balis auf Reichskosten für erforderlich.
München, 8. April. Zur Verabschiedung von dem Grafen zu Rantzau, nnlcher gestern Abend München verließ, hatte sich der „Allg. Z." zufolge mit dem Ministerpi äsidenten Freiherrn v. Crailsheim das gefammte diplomatische Korps am Zentralbahnhof eingefunden. Auch der Finanz- minister Dr. v. Riedel war zu einer letzten Verabschiedung erschienen.
Skalen (Würtemb.). Dieser Tage sind unterhalb des Schlosses Hohenraden mehrere Knaben, Konfirmanden von Lauterburg, die auf einem Weiher in einem alten Kahne sich vergnügten, ertrunken. Wie der „Schwab. Merk." meldet, ist der Kahn umgekippt. Es gelang nur, 2 von 9 ins Wasser gefallenen Knaben zu retten. Schnelle Hülfe war ausgeschlossen; dem Besitzer eines nahegelegenen Hofes blieb nur die traurige Aufgabe, die Leichen den Angehörigen nach Lauterburg zu überbringen. Der Vorgang selber wird als ein ganz entsetzlicher geschildert; die mit dem Tode ringenden Knaben bildeten einen Knäuel und zogen einander in die Tiefe, und bald bezeichneten nur ihre auf dem Wasser schwimmenden Mützen die Stelle, an welcher sich das furchtbare Unglück vollzogen hatte.
Wien, 9. April. (Reichsanz.) Nach einem feierlichen Hochamt in der Stephanskirche hielt der Reichsrath heute die erste Sitzung ab. Der Abg. Smolka übernahm unter lebhaftem Beifall den Vorsitz als Alters-