Prei«:
KèhrNch 9 Marl. HE.4M. SVPsg.
Vierteljährlich * Wark 95 Psg.
' ALr auswärtige Abounenten mit dem betreffenden Postausjchlag. Steetaylneithim-
»er 10 Psg.
HaiMM Ammer
Ansertian»-
PreiS:
Die Ijpattige Sormondzcil« «b» deren Nau»
10 PM
Die 2ipatt Zeile
20 Psg
KugteicH ArniLicHes Kvgcrn fkv Sicröt- mtö Lanökvers Kcrrrcru.
Erscheint täglich mit Ausnahme-der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
DieSlNaltigeZe»«
30 Pfg
Dienstag den 31. März.
1891
Amtliches.
KekanDtMüchungeN Kümgl. LandrathsKMLS.
Bekanntmachung.
Auf Grund der von dem Herrn Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten unter dem 29teu Oktober 1879 erlassenen Bestimmungen über die Organisation der in den Provinzen Rheinland und Hessen-Nassau zu. Verhütung der Einschleppung und Weiterverbreitung der Reblauskrankheit zu bildenden Aufsichtsinstanzen habe ich, nachdem der bisherige Wein- bauaufsichlskommissar von Dewitz in Folge seiner Versetzung von Rüdes- heim von dem gedachten Amte entbunden worden ist, den bisherigen Stellvertreter desselben, Königlichen Landrath Bake zu St. Goarshausen zum Weinbauaufsichtskommissar für die Provinz Hessen-Nassau und den Königlichen Landrath Wagner zu Rüdesheim zum Stellvertreter desselben ernannt.
Cassel den 11. März 1891.
Der Ober-Präsident gez. Graf zu Eulenburg.
Die Ortspolizeibehörden der Weinbau treibenden Gemeinden werden auf vorstehende Bekanntmachung besonders hingewicsen.
Hanau am 28. März 1891.
. Y. 2016
Der Königliche Landrath v. O e r tz e n.
/ Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
l Gefunden: Ein Schraubenschlüss.l. Ein Geldstück. Ein einzelner dunkelblauer Handschuh. Eine schwarze Schürze mit Spitzen. Ein weißes Taschentuch. Ein Revolver. Ein Regcnschiim.
_ Von der hiesigen Post anher abgeliefert: ein Geldstück, ein hölzerner Kasten und ein Regenschirm.
Hanau am 31. März 1891.
Tagesschau.
Berlin, 28. März. Der „Reichsanz." Nr. 75 veröffentlicht: 1) Gesetz, betreffend die Feststellung des Reichshaushalts-Etats für das Etats- fahr 1891-92, vom 22. März 1891. - 2) Gesetz, betreffend die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltungen des Reichsheeres, der Marine, der Reichs-Eisenbahnen und der Post und Telegraphen, vom 22. Marz 1891. — 3) Gesetz, betreffend die Feststellung eines vierten Nachtrags zum Reichèhauèhalts-Etat für das Etalsjahr 1890/91, vom 22. März 1891. — 4) Gesetz, betreffend die Kaiserliche Schutztruppe für Deutsch-Ost-Afrika, vom 22. März 1891.
Berlin, 28. März. Se. Majestät der Kaiser und König arbeiteten heule Vormittag mit dem Reichskanzler, hörten darauf die Vorträge des Chefs des Generalstabes der Armee sowie des Chefs des Militärkabinets * unb nahmen um 123/* Uhr militärische Meldungen entgegen. Um 1 Uhr hatten der Oberbürgermeister von Koblenz Schüller und der Rechtsanwalt und Justizrath Fischel die Ehre des Empfanges.
Berlin, 28. März. S. M. Aviso „Pfeil", Kommandant Kor
vettcn-Kapitän Lavaud, ist am 25. März von Port Mahon abgegangen ^mnd am 27. März in Gibraltar angekommen.
Berlin, 28. März. Die Hamburger Zigarrenarbeiter haben sich k. eine neue Organisation geschaffen und einen Verein zur Wahrung der ^ gewerblichen Interessen der Tadakarbeiter gegründet, der friedliche Beziehungen jmit den Arbeitgebern halten will. — Der Versuch der Sozialdemokraten, - die bürgerlichen Berufsmusiker einzufangen und einen sozialdemokratischen ' Verein der Zivilberufsmusiker zu gründen, kann als gescheitert angesehen । werden. In der gestrigen sozialdemokratischen Versammlung der Zivilbe- rufsmusiker Berlins war der ganze Heerbann der Sozialdemokraten mit den Agitatoren Zubeil und Thierbach an der Spitze erschienen; den sozialdemokratischen Agitatoren wurde jedoch gehörig von den Musikern heimgeleuchtet, I die den Anschluß an die Sozialdemokraten als ein großes Unglück bezeich- - neten. Als die Gründung des Vereins beschlossen wurde, hatten die - Musiker längst den Saal verlassen; die Zurückgebliebenen waren stehende - Figuren in allen sozialdemokratischen Versammlungen. (K. Z.) , , ..... .... ___o ,f„|______ ... ... „
_ Köln, 28. März. Die „Kölnische Ztg." kennzeichnet die Lage I den. Der Preis "betrügt 8 s. für 3 Minuten, des rheinisch-wcstfälischen Eisenmarkts als unsicher. Die Bemühungen des | kleine Preiserhöhungen durchzusetzen, seien erfolglos. „
Die Walzwerke seien befriedigend beschäftigt, obwohl der Verbandsgrundpreis für Walzeisen (125 Mark) bei den hohen Kohlenpreisen keinen Nutzen bringe. Die Maschinenfabriken seien ungenügend beschäftigt, die Eiseubatzn- wagenfabrikeu dagegen befriedigend.
Köln, 28. März. Die „Kölnische Volkszeitung" meldet, daß die niederrheinischen Tabackbauern einen Tabackverein in der Form einer eingetragenen Genossenschaft gegründet haben. Die konstituirende Generalver- lammlung findet am 2. April zu Xanten statt. Die Gcsammternte solle an einer Zentralstelle fermentirt und verkauft werden.
Posen, 28. März. Die Stadt Przyrow im Gouvernement Pe- trikau ist vollständig niedergebraunt, 1000 Personen sind obdachlos, mehrere Menschen sind in den Flamnien umgekommen. Es liegt Brandstiftung vor. (Post)
Knètowitz, 28. März. Bei der Nachbarstation Zabkowice überfuhr ein Persoueuzug auf der Strecke nach Czenstochau einen Leicheu- zug; vier Personen wurden getödtet, acht verwundet, der Sarg wurde zer-
muliniert.
(K. 8 )
Wien, 28. März. Die „Presse" meldet: Die nächste Konferenz wegen des deutschen Handelvertrages findet am 1. April statt. In dieser Konferenz werden entscheidende Hauptfragen zur Verhandlung kommen. Unter diesen Umständen sei es verfrüht, heute schon von einer Verständigung zu sprechen.
Brüssel, 29. März. Die Polizei hat in der vergangenen Nacht in Seraing einen mit 250 Kilos Dynamit beladenen Wagen in Beschag genommen, welcher, wie die „Frankf. Ztg." meldet, von drei als Sozialisten bekannten Pe> sonen lrausportirr wurde.
Sophis, 28. März. Gestern Abend 73/i Uhr feuerte ein Individuum drei Reoolverschüsse auf die Minister Stambulow und Beltschow ab; Letzterer wurde sofort getödtet. Der Attentäter entfloh; es wurden umfassende Maßregeln zur Wiederergreifung getroffen. Wie es heißt, war der Attentäter von drei Individuen begleitet. Es herrscht allgemeine Entrüstung.
Sofin, 29. März. Die „Agence Balcanique" erklärt die Nachricht, daß vor drei Wochen ein Komplott gegen den Fürsten Ferdinand entdeckt worden fei, für falsch. Die Mörder des Finaiizministers Beltschew sind bis jetzt noch nicht verhaftet. Die vorhandenen Anzeichen sprechen dafür, daß das Altentat gegen den Min.ster Stambulow gerichtet gewesen sei; mehrere der rufsophilen Partei angehörige Individuen sind verhaftet. Die Untersuchung daueit fort. Das bisherige Resultat der Untersuchung wird geheim gehalten. An Stambulow gelangen aus allen Theilen Bulgariens Glückwunschtelegramme. Im ganzen Lande herrscht Ruhe. (Frankf. Ztg.)
Petersburg, 30. März. In einer Besprechung des jüngsten Attentats in Sofia bemerkt die „Nowoje Wrcw.je", dasselbe beweise, daß die Zustände in Bulgarien nach wie vor unhaltbar geblieben seien; das Land sei ein Schlupfwinkel für politische Abenteurer der verdächtigsten Art. Das Blatt glaubt, der Moment sei nahe, wo die europäischen Regierungen, denen der Berliner Vertrag Pflichten hinsichtlich Bulgariens auferlege, den Borgängen in diesem Lande nicht mehr gleichmüthig werden zuschauen können. (Frankf. Z.)
Petersburg, 28. März. Die Nowoje Wremja bemerkt zu der Verleihung des Andreasordens an den Präsidenten Carnot, in Rußland werde man sich darüber ebenso aufrichtig freuen wie in Frankreich. Die Unterhaltung freundschaftlicher Beziehungen zu Frankreich wünschen alle Russen, welche einsten, wie sehr solche Beziehungen die Wahrung des europäischen Friedens verbürgen.
Abbazzin, 28. März. Bei einer Spazierfahrt auf der starkbewegten S^e kippte ein Ruderboot mit zwei Grafen Frieß, einer Gräfin Frieß und dem Grafen Kesselstadt um. Die letzteren beiden ertranken.
Paris, 28.^März. Dr. Karl Peters und Dr. Schröder-Poggelow gaben gestern der Société de Geographie im Restaurant de la Paix ein Essen, bei bim die Gemeinschaft der deutschen und französischen Interessen in Afrika allseitig in Trinksprüchen betont wurde.
London. Der General Postmeister macht bekannt, daß die London- Pariser Tclephonverbindung vom 1. April ab der Benutzung des Publikums übergeben werden wird. Einstweilen werden sich nur im General- Postamt und im Zweig Postamt bei der Fondsbörse Telcphonstellen bcsin-
Brernen, 28. März. Der Dampfer des Norddeutschen Llorch Werra" ist gestern in New-Jork eingetroffen.