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Hanauer Anzeiger.
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Nr. 68.
Samstag den 21. März.
1891
Amtliches.
BekanKtmackungem Mnigl. LündraLhsawts.
Der Altstädter Wochenmarkt wird in der Osterwoche ans Mittwoch den 25. März er. verlegt.
Hanan am 20. März 1891.
Der Königliche Landrath.
J. V.: Baade.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Vom Wasenmeister eingefangen: Ein Fox-Terrier und ein kleiner schwarzer Hund,'beide m. Geschl.
Hanan am 21. März 1891.
Tagesschau.
Berkin, 20. März. Se. Majestät der Kaiser und König erledigten im Laufe des gestrigen Nachmittags Regierungsgeschäfte. Auch in den heutigen Vormittagsstunden arbeiteten Se. Majestät allein, worauf Allerhöchstdieselben der Schlußvorstellung der Eleven der Königlichen Turnlehrer Bilbungsanstalt beiwohnten. Von dort nach dem Königlichen Schlosse zurückgekehrt, empfingen Se. Majestät den Oberst-Lieutenant z. D. Baumbach, persönlichen Adjutanten Seiner Hoheit des Herzogs von Sachsen- Altenburg.
Berlin, 20. März. Se. Majestät der König haben Allergnä- digst geruht dem evangelischen Feldpropst der Armee b. theol. Richter und dem katholischen Feldpropst der Armee, TitularBischof von Philadelphia D. theol Aßmann den Rang als Rath erster Klasse zu verleihen.
Berlin, 20. März. Das Herrenhaus nahm nach unerheblicher Debatte den Gesetzentwurf zur Ergänzung des Gesetzes, betreffend die evangelische Kirchenverfasfung der acht älteren Povinzen der Monarchie, an und überwies das Wildschadengesetz einer Kommission von 15 Mitgliedern. Im Laufe der Debatte erklärte Landwirthschaftsminister von Heyden, es sei wünschenswerth und nothwendig die Frage noch dieses Jahr zu regeln. Der Weg, welchen das Abgeordnetenhaus eingeschlagen habe, sei nicht in allen Punkten ausführbar. Die Kommission möge sich nicht auf die Kritik beschränken, sondern ein Gesetz schaffen, das auch im andern Hause angenommen werden könnte. Der Antrag Frankenberg wegen Bildung einer Behörde zur Wahrnehmung der Jnterressen der Wasserwnthschaft wird angenommen. Der Landwirthschaftsminister erklärte, die Regierung wendete der sehr schwierigen Materie der Flußrgulirung bereits ihre Aufmerksamkeit zu; sie befinde sich aber in schwieriger Lage, einerseits verlange man die Regulirung der Flüße, andererseits warne man vor der Negulirung, ehe nicht der Fluß von der Mündung an genügend verbreitert sei. Morgen: Kleinere Vorlagen. (Fr. N.)
Königsberg, 20. März. Der Dampfschifffahrtsverkehn Pillau- Königsbeig ist wieder eröffnet worden.
Essen, 20. März. Laut der „Rheinisch-westfälischen Zeitung" beschloß die letzte Versammlung der ausständigen Bergleute der Zeche „Vereinigte Trappe" in geheimer Abstimmung mit 123 gegen 13 Stimmen, die Abkehr im Empfang zu nehmen, die Zechenverwaltung um Wiederanlegung zu ersuchen, an einem etwaigen allgemeinen Bergarbeiterstreik nicht Theil zu nehmen und aus dem Bergarbeiterverbande auszuscheiden. Die „Rheinisch- westfälische Zeitung" drückt die Hoffnung aus, der Grubenvorstand werde nun auch vergeben und vergessen. (Fr. N.)
Hamburg, 20. März. Die Arbeiter haben sich dafür ausgesprochen, daß kein Tabakarbeiter bei denjenigen Hausindustriellen Arbeit annehmen dürfe, welche während des Ausstandes von Zigarrenfabrikanten beschäftigt worden sind. Da in diesem Streite die Hausindustriellen bei den Zigarrenfabrikanten Unterstützung finden dürften, steht ein neuer Strike in Aussicht. (K. Z.)
Rom. Das bei dem Staatsrath Phillis hinterlegte Testament des Prinzen Järome Napoleon setzt, wie man der „Magdeb. Ztg." aus Paris telegraphirt, den Prinzen Ludwig Napoleon zum Erben der bonapartisti- schen Ansprüche ein; doch sei die Annahme Seitens des Prinzen Ludwig wegen dessen Stellung im russischen Heere zweifelhaft. Die Familie Bona-
parke habe unmittelbar nach dem Tode des Prinzen ^éidme den Prinzen Victor als Oberhaupt anerkannt. Das Testament soll überaus heftige Ausdrücke gegen den Prinzen Victor enthalten.
Rom, 20. März. Die Deputirtenkammer nahm den Gesetzentwurf, betreffend den Beitritt Italiens zu dem Fieundschafts- und Handelsvertrag zwischen Deutschland und Marokko vom 1. Mai 1890 ohne Debatte an. (Rh. K.)
Turin, 20. März. Die Leiche des Prinzen Napoleon wurde nach einer kurzen religiösen Feier in der Superga in Gegenwart der Prinzessinnen Klotilde und Lätitia, des Prinzen Viktor und des Herzogs von Genua beigesetzt. Nach der Beendigung der Feier reisten Prinzessin Klotilde
und Prinz Viktor nach Moncalieri ab.
(Fr. N.)
Poris, 20. März. Nach den Morgenblättern hängen die von der Polizei in vergangener Nacht vorgenommenen Haussuchungen mit einer Demonstration der Patriotenliga zusammen, welche anläßlich eines morgen auf dem Montmartre zu Ehren Ferrys stattfindenden Banketes beabsichtigt war. Die Polizei beschlagnahmte bei den Haussuchungen aufregende, an alle Revolutionäre gerichtete Plakate. (Rh. K.)
Paris, 19. März. (Reichsanz.) Aus Süd-Frankreich werden ! große Ueberschwemmungen gemeldet ; bei Montluel überschwemmte die Seraine die Eisenbahn und verursachte große Schäden. Die Rhone, deren Nebenflüsse stark angeschwollen sind, ist um 3 m gestiegen.
Die „Agence de Constantinople" wird von autorisierter Seite ersucht, die Nachricht französischer Blätter als unbegründet zu bezeichnen, daß Rußland mit der angeblichen Absicht der Pforte, in regelmäßige Be- i ziehungen zur bulgarischen Regierung zu treten, unzufrieden sei und aus I diesem Grunde in Kairo und Konstantinopel Vorbehalte Betreffs der Va- sallenveihältnisfe Egyptens zur Türkei mache.
London, 20. März. (K. Z.) Was die Taucher von dem Zustand des Rumpfes der Utopia erzählen, erhöht das Grausen der Katastrophe, 1 Hunderte von Leichen steckten in den Lukengängen, die Ausgänge verstopfend, ! in allen möglichen Stellungen, ein Beweis des schrecklichen letzten Lebens- : kampfes der Unglücklichen, die zwischen Zusammstoß und Untergang das ' Deck zu erreichen strebten. Täglich noch werden Leichen ans Ufer geworfen, i Gestern Mittag wurden zwei Matrasen des Panzerschiffes Jmmortalitä, j welche beim Rettungswerk sich auszeichneten und ertranken, mit großem - militärischen Pompe auf dem Kirchhofe zu Gibraltar beerdigt. Ueberhaupt ■ zeigte die Mannschaft des Kanalgeschwaders bei der Rettung großen Muth.
Von den Passagieren stammten 21 aus Triest, 783 aus Süditalien.
’ Unter den Italienern in New-ND herrscht großer Schrecken, sie hatten - zahlreiche Verwandte auf der Ütopia, denen sie theilweise Reisegeld über- - sandt hatten, und umlagern jetzt die Schiffsagentur, um Nachricht zu ’ erhalten.
Petersburg, 20. März. Die Ernennung des Barons Uexkuell, ehemaligen Gouverneurs von Livland, zum Präsidenten des, evangelischlutherischen General Konsistoriums ist nunmehr erfolgt. — Das Eis im Don bei Rostow und im Dnjepr bei Kiew ist aufgegangen.
Rew-Uork, 20. März. In einer Unterredung des Vertreters der New-Aorker „Tribune" mit dem Münzdirektor erklärte Letzterer, daß die Präsidenten der großen Banken, die hervorragendsten Kaufleute und die öffentliche Meinung mit dem Verbote des Schatzamts Goldbarren auszu- führen, einverstanden seien. Das Schatzamt werde auch in Zukunft den europäischen Ländenr gegenüber in gleicher Weise handeln. (Rh. K.)
Aus Stadt, Provinz und Umgegend, xix. Mittelrheinisches Turnfest.
I PA. Der Vorstand des mittelrheinischen XIX. Turnkreises hielt, wie : bereits erwähnt, am Sonntag Vormittag im „goldenen Löwen" hier eine ! Sitzung ab, um bezüglich des Zeitpunktes, des Programms und Fest- I Beitrages des in diesem Sommer in unserer Stadt abzuhaltenden 19. ’ mittelrheinischen Turnfestes die Vorschläge des geschäftsführenden Aus- t schusses entgegenzunehmen und darüber zu berathen. Seitens des Kreis- • ausschusses waren von außerhalb erschienen die Herren Kreisoertreter j Rothermel-Darmstadt, dessen Stellvertreter Demuth-Gießen, Kreis- i turnwart Heidecker- Wiesbaden. In der vorgestrigen Sitzung des ge- । schäftssührenkcn Ausschusses wurde nun das Festprogramm endgiltig geneh- ' migt. Der Zeitpunkt zur Abhaltung des Festes wurde auf den 26., 27.