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Nr. 64.

Dienstag den 17. März.

1891

Amtliches.

Bekanntmachung.

Postpackeiverkeyr mit Marocco.

Von jetzt ab werden neben den Dampfern derAtlaslinie", welche die Maroccanischen Hafenplätze Casablanca, Mazagan, Mogador, Rabat, Safi und Tanger anlaufen, auch die Mitte jedes Monats von Hamburg abgehenden und die Hafenorte Casablanca, Mazagan, Mogador und Tanger berührenden Dampfer derWoermannlinie" zur Be­förderung von Postpacketen ohne Werthangabe bis zum Gewicht von 5 kg na^ den angeführten Maroccanischen Orten auf dem Wege über Hamburg benutzt werden. Die vom Absender im Voraus zu entrichtende Taxe für ein Postpacket aus Deutschland beträgt 1 M. 60 Pf., Sperrgut 2 M. 40 Pf.

Ferner sind fortan nach Tanger (Marocco) auch Postpackete bis zum - Gewicht von 3 kg auf dem Wege über Frankreich zulässig. Die Taxe für ein derartiges Postpacket aus Deutschland beträgt gleichfalls 1 M. 60 Pf.

Ueber die Versendungsbedingungen ertheilen die Postanstalten auf Verlangen Auskunft.

Berlin W., 11. März 1891.

Der Staatssekretär des Reichs-Postamts, von Stephan.

Bekanntmachung.

V , Jeder Landbriefträger führt auf seinen Bcstellgängen ein Annahmebuch, in welches er die angenommenen Sendungen mit Werthangabe, die Ein­schreibsendungen, die Postanweisungen und gewöhnlichen Packete, sowie die Nachnahmesendungen und die für Zeitungen vorausbezahlten Beträge einzu- tragen hat. Wüuscht der Absender die Eintragung selbst zu bewirken, so ist diesem das Annahmebuch vorzulegen. Auch kann der Absender die Vor­legung des Buches verlangen, um von der seine Sendung betreffenden Ein­tragung des Landbriefträgers Kenntniß zu nehmen.

Cassel, 24. Februar 1891.

Der Kaiserliche Ober-Postdirektor ________________ Zielcke.

BekanrttmEungeu Kömgl. Landrarhsomts.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises werden hierdurch erinnert, die in doppelter Ausfertigung aufzustellenden Klafsen- ßteuer-Zu- und Abgangslisten pro il. Semester 1890/91 nebst Belagen an die Königl. Steuer taffe und die Listen der zu den Klassen­steuerstufen 1 und 2 durch Zugangsftellung neu veranlagten in keine Rolle aufgenommenen Personen ebenfalls in duplo sofort hierher einzusenden, eventuell Vakatanzeige zu erstatten.

Hanau am 16. März 1891.

Der Königliche Landrath.

St. 467 I. V.: Baabe.

Wilhelm Heinrich Laubach zu Eichen ist als 2ter Trichinenbeschauer dieser Gemeinde bestellt und verpflichtet worden.

Hanau am 9. März 1891.

Der Königliche Landrath

V. 1582 v. Oertzen.

1 Die technischen Revisionen der Maaße und Gewichte im Landkreise

Hanau finden für die nach bezeichneten Gemeinden wie folgt statt:

Zn Großauheim am 13., 14. und 15. April c.,

Groâotzenburg am 16. und 17. April c.,

Langenselbold am 18. und 20. April c.,

Langendiebach am 21. und 22. April c.,

Marköbel und Ostheim am 23. und 24. April c.,

Windecken am 25. und 27. April c.,

Bergen mit Enkheim am 28., 29., 30. April und 1. Mai c.,

Fechenheim am 2., 4. und 5. Mai c.

Die Revisionen werden durch die Organe der Ortspolizeiverwaltungen und den Aichmeister T r o st aus Hanau ausgeführt.

Die Gewerbetreibenden werden hierdurch aufgefordert, ihre Maaße rc., soweit deren fortdauernde Richtigkeit zweifelhaft erscheint, vorher zur aich- amtlichen Prüfung zu bringen. Werden zweifelhafte Maaße rc. bei den Revisionen vorgefunden, so wird Einziehung derselben bezw. Bestrafung nach §. 369 Nr. 2 des Strafgesetzbuches eriolgen. Den ungestempelten : Maaßen rc. gelten diejenigen gleich, deren Aichstempel unkenntlich geworden sind.

Hanau am 2. März 1891.

Der Königliche Landrath.

P. 1484 I. V.: Baabe.

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Zugelaufen: Ein brauner Bernhardinerhund mit weißen Vorder­pfoten und ein kleiner brauner Jagdhund, beide m. Geschl.; Empfangnahme ersterer bei Peter Adolf Diehl und letzterer bei Mathias Kopp zu Kesselstadt.

Hana» am 17. März 1891.

Tagesscharr.

Berlin, 16. März. Heute unternahmen Beide Majestäten einen Spaziergang im Thiergarten. Alsdann hörten Seine Majestät den Vor­trag des Reichskanzlers und nahmen um 11 Uhr den Vortrag des Chefs des Zivilkabinets entgegen. Um 12°/^ Uhr ertheilten Seine Majestät dem Ober-Stallmeister v. Rauch und um 1 Uhr dem Hofjägermeister Grafen s Dohna Audienz.

Berlin. Während des Empfangs der reichsländischen Abordnung bei dem Kaiser war über dem Portal, dutch welches die fünf Herren ein- fuhren, die gelbe Kaiserstandarte gehißt. Die heutige Tafel bei den Maje­stäten zählte 60 Gedecke. Außer den Elsaß Lothringern waren der Groß­herzog von Baden, die Generalfeldmarschälle Graf Moltke und Graf Blu­menthal, der Reichskanzler, sämmtliche preußische Minister, Fürst zu Stol­berg-Wernigerode, Fürst Radolin, Herzog von Sagan, Kommerzienrath i Krupp aus Essen, der Kommissar der Landesverwaltung für Elsaß-Lothringen I Dr. Kayser und Regierungsrath Heim geladen. Vor dem Mahle begrüßte ! die Kaiserin die elsässische Abordnung, die der Kaiser durch Ansprachen auszeichnete. Die Abgeordneten in Zivilhofkostüm saßen den Majestäten gegenüber. Der Kaiser trank jedem einzelnen zu. Rach der Tafel fand ein längerer Zerkle statt, wobei der Kaiser die Herren in längeres Gespräch zog. Auch der Großherzog von Baden, Reichskanzler v. Caprivi, Feld­marschall Moltke unterhielten sich mit den elsässischen Herren. Die Abord­nung hat, ausgenommen Baron Zorn v. Bulach und Schriftführer Otto, welche noch hier zurückblieben, Mittags die Rückreise nach Straßburg an­getreten. Die Abordnung des elsaß-lothringischen Landesausschusses hat der hohen Befriedigung über den Verlauf ihrer Sendung unverkennbaren Ausdruck gegeben. Der außerordentlich glänzende und feierliche Empfang am kaiserlichen Hofe, die Ausgestaltung desselben mit allen Formen eines Staatsaktes von besonderer Bedeutung, die der Abordnung durch die kaiser­lichen Majestäten gewordenen Auszeichnungen haben einen tiefen Eindruck ; bei den Theilnehmern hinterlassen. Die Antwort Sr. Majestät in der feierlichen Audienz, wie auch das Ergebniß zwangloser Gespräche hat bei der Deputation die Ueberzeugung hervorgebracht, daß ein praktischer Erfolg der Adresse später oder früher nicht ausbleiben werde, ja, daß ein solcher in dem gesummten Verlauf ihres Berliner Aufenthaltes bereits jetzt zu er­kennen sei. Dies alles, so glaubt die Abordnung, werde dazu ermuthigen, auf dem eingeschlagenen Wege unbeirrt fortzuschreiten. (K. Z.)

Berlin, 16. März. Der Reichstag trat heute in die Berathung des Justizetats ein. Stadthagen (Soz.) beklagt den Mangel einer Gewähr, daß nicht Unschuldige in Untersuchungshaft gehalten würden, und schlägt die Einführung der zivilrechtlichen und strafrechtlichen Haftbarkeit der Beamten für jete widerrechtliche Verhaftung vor. Staatssekretär Bosse: Die Justizverwaltung sei auch menschlichen Irrthümern unterwor­fen, den Mängeln der Prozeßordnung würde möglichst abgeholfen werden. Gröber (Zentr.): In der Sozialdemokratie fei die Willkür größer als anderswo, Redner verweist auf die Resolution gegen Liebknecht wegen des ; Besuches der boykottirten Philharmonie. Bei dem Etat des Reichsschatz- ' amtes bespricht Graf Mirbach die Währungsfrage. Dr. Bamberger