treffs einer Anleihe von 20 Millionen für die Regierung zu treffen. Eine weitere Emission von Papiergeld soll nicht stattsinden. (Rh. K.)
Glasgow, 5. März. Der Ausstand der Bediensteten der Hochöfen ist beendigt. Die Arbeiter haben heute die Bedingungen der Arbeitgeber auf Herabsetzung der Löhne um 5 Prozent angenommen. Der Ausstand hat 21 Wochen gedauert.
Esittburg, 5. März. Seit zwei Tagen rast ein fürchterlicher Sturm. Der Dampfer „Viktoria", von Hamburg nach New-Jork bestimmt, scheiterte in Pentland Firth, doch war die Mannschaft vorher durch ein Rettungsboot nach mehrstündigem Kampf gerettet worden. Bei Arbroath sank der Dampfer „Arion"; ein Fischerboot rettete die Mannschaft. Mehrere Segelschiffe werden vermißt. In Galashiels stürzten zwei Kirch- thürme um.
Der Mayor von Brisbane (Australien) rieth einer Deputation von Arbeitern, welche um Beschäftigung bat, ins Land zu gehen und sich mit Ackerbau zu besassen, wobei sie. ihr reichliches Auskommen finden würden. Die Arbeiter hätten ihre gegenwärtige schlechte Lage wesentlich mit verschuldet, da sie durch ihren letzten Ansstand den Kapitalisten das Vertrauen und die Lust zu ferneren Unternehmungen genommen und mithin sich selbst um die Gelegenheit gebracht hätten, Arbeit zu finden.
New-Nork, 6. März. Der Postdampfer „Rhynlaud" von der „Red Star Linie" ist von Antwerpen gestern wohlbehalten hier angekommen.
Aus Stadt, Provinz und Amgegend.
t Theater. Sonntag den 1. März wurde die Gesangspüsse „Unsere Don Juans", welche zum Benefiz für Frâul. Betty Reuther erstmals zur Aufführung gelangte, wiederholt. Neues bringt uns auch dieses Berliner Produkt nicht. Selbst das obligate Festspiel mit seiner hübschen Ausstattung vermag uns nicht über die fade, dürftige Handlung hinweg zu täuschen. Für flottes Zusammenspiel und geschmackvolle Jnszenirung der neuen Posse war Herr Huhn erfolgreich bemüht, wie er auch seine Partie den Hugo Schwalbe recht ergötzlich durchführte. Fräul. Reuther als Kathinka sang und spielte recht flott. Ebenso verdienen für die drastischen Wiedergaben ihrer Rollen genannt zu werden: Frau Frey als Lene Schimmer, Herr D o o r als Wenzel Navatil und Herr Albes als Hans Timpe.
Zum Benefiz für Herrn Hans Mischke kam Shakespeare herrliche Dichtung daS hohe Lied der Liebe „Romeo und Julia" zur Aufführung. Der Benefiziant spielte den Romeo und machte er uns durch seine vorzügliche Wiedergabe dieser idealen Jünglingsfigur sein demnächstiges Scheiden von unserer Bühne doppelt schwer empfinden. Fräul. Michael als Julia zeichnete sich durch tiefe Empfindung und Wärme aus, Vorzüge, die wir in früheren Partien der Dame oft vermißten. Die feindlichen Edlen, Montague und Kapulet, waren durch die Herren Herrmann und Door gut vertreten, besonders letzterer Herr gab seinem Kapulet recht karakteristisches Gepräge. Aus der Reihe der übrigen Mitwirkenden seien noch besonders erwähnt Herr Verkitsch als Mercutio und Herr Sternberg als Bruder Lorenzo. Die Regie lag in den bewährten Händen des Herrn Dir. Schramm.
Freitag den 6. d. Mts. fand eine Wiederholung von Robert und Bertram" statt.
Musterung. Montag den 9. März: Musterung der Mili- tairpflichtigen des Jahrgangs 1871 bis einschließlich Buchstaben II der Stadt Hanau; Dienstag den 10. März: des Jahrgangs 1871 Buchstaben 8 bis Z und des Jahrgangs 1870 bis einschließlich Buchstaben K der Stadt Hanau.
Schwurgericht. Montag den 9. März: Verhandlung gegen den Dienstknecht Val. H i ck von Rupsroth wegen räuberischer Erpressung und Unzucht mit Gewaltanwendung (Vertheidiger : Rechtsanwalt Eberhard).
Manöver. Ueber die größeren, Truppenübungen im Jahre 1891 ist, wie schon kurz berichtet, nunmehr eine kaiserliche Verfügung ergangen. Das IV. und XI. Armeekorps einschließlich der großherzoglich hessischen (25.) Division halten Manöver vor dem Kaiser ab. Jedes Armeekorps hat für sich große Parade. Größere Kavallerieübungen werden beim II. und beim XVII. Armeekorps abgehalten. Es werden hier zwei Kavalleriedivisionen aufgestellt, die drei Tage gegeneinander manövriren werden; die Uebungen leitet der Generallieutenant von Rosenberg. Bei dem Garde-, dem I., III., V., VI., IX., XIV., XV., XVI. und XVII. Armeekorps finden Generalstabsreisen statt. Eine größere Armirungsübung der Fußartillerie hat bei Metz, eine größere pionier-technische Uebung bei Graudenz stattzufinden. Es ist Anweisung ergangen, daß bei Ausführung aller Uebungen auf Verringerung der Flurschäden Bedacht zu nehmen ist.
Sommersahrpläne. Mit Bezugnahme auf unsere vorgestrige Notiz, daß die Sommerfahrpläne dieses Jahr bereits am 1. Mai in Kraft treten würden, erfahren wir heute, daß eine derartige abändernde Bestimmung bis jetzt noch nicht getroffen ist. Nach den jetzt giltigen Bestimmungen wird also auch der diesjährige Sommerfahrplan wie bisher am 1. Juni in Kraft treten. (G.-A.)
Stadttheater. Das morgen Sonntag hier auftretende Ballet
ensemble „Excelsior" fand bei seinen bisherigen Gastspielen die größte Anerkennung seitens der Presse. U. a. schreibt die „Königsb. Hartung'sche Ztg.": „Gestern am 13. d. Mts. trat in unserem Theater das Berliner Ballet-Ensemble „Excelsior" zum ersten Male auf und erntete vor einem bis zum letzten Platz ausoerkauften Hause den reichlichsten Beifall. Wir wollen nicht verabsäumen, unserem Publikum die Leistungen dieser uns mir selten gegenübertretenden theatralischen Spezialität zu empfehlen und wir können dies, nach dem Verlauf des ersten Gastspiels, aus vollster Ueberzeugung. Was diese Gesellschaft vor ähnlichen Unternehmungen auszeichnet, sind die wahrhaft blendenden, mit Geschmack und Verständniß dem Karakter der jedesmaligen Balletscene angepaßten Kostüme. So bildete die erste Balletnummer, das „Grand Divertissement de Fantasie4, eine malerische Gruppe von Bajaderen, deren harmonische Evolutionen mit Schilfwedeln und Palmenfächern überraschende und phantastische Bilder zu Tage förderten. Die Glanzleistung des Abends bildete der „Amazonen Marsch", der eine seltene Pracht der Ausrüstung und ein geschmackvolles Arrangement in schöner 'Vereinigung aufweist. Die „Prima Ballerina" Marian Kun sch mann feierte hierbei, sowie bei allen ihren Solotänzen, einen Triumph ihrer Kunst, indem sie mit rauschendem Beifall überschüttet wurde. Großer Applaus wurde auch dem Korps bei allen seinen Aufführungen zu Theil, und das nur nach Verdienst. Denn selbst bei den verwickelsten Touren und schwierigsten Gliederungen des „Amazonen-Marsches" oder auch der „Schirm-Quadrille" entwickelte das Korps der Tänzerinnen eine brillante Sicherheit. Neben dieser exakten Ausführung ist die durchaus dezente Haltung in den Schwingungen des Tanzes und auch in der Küstümirung rühmend hervorzuheben. So können wir Jedermann den Besuch der Aufführung empfehlen."
g^E*- Besonders sei noch erwähnt, daß die morgige Sonntags Vorstellung außer Abonnement stattfindet, und daß ein neuer luftiger Schwank „Irren und Wirren", zur Aufführung gelangt.
Klasseulotterie. Die Ziehung der zweiten Klasse der 184. kgl. preuß. Klassenlotterie findet am 7., 8. und 9. April d. I. statt.
Detailreisen-e und Hausirer. Eine Nachricht, welche gewiß das Interesse aller Kaufleute, ganz besonders aber der Herren Manufaktur- waarendler, erregen wird, ist die, daß der Reichskanzler aus den ihm von Seiten verschiedener Handelskammern und anderer Körperschaften zugegangenen Petitionen, welche das Verbot des „Detailreisens" in Anregung bringen, Veranlassung genommen, die Bundesregierungen um eine Aeußerung darüber zu ersuchen, ob für die Vorlage eines entsprechenden Gesetzentwurfes ein Bedürfniß vorliege. Die oben bezeichneten Herren würden angesichts des so ausgebildeten Detailhandels seitens der Reisenden von auswärtigen Geschäften diese Frage gewiß bejahen. Bei den Berathungen eines etwa vorzulegenden Gesetzentwurfes würden voraussichtlich die Verhältnisse des gejammten Hansiergewerbes einer ernsten Erörterung unterzogen werden müssen. Der Herr Reichskanzler hat denn auch darüber eine Aeußerung erbeten, ob und nach welchen Richtungen hin eine Beschränkung des Hausirgewerbes nothwendig oder auch wünschenswerth erscheine; endlich sind die Bundesregierungen auch um Uebersendung des zur Beurtheilung der Verhältnisse dienenden statistischen Materials (Zahl der in den letzten sechs Jahren ausgestellten Wandergewerbescherne) ersucht worden.
Obstertrag. Nach einer amtlich veröffentlichten Zusammenstellung betrugen die den Gcmeindekasseu im Regierungsbezirk Cassel durch den Verkauf des im Jahre 1890 geernteten Obstes zugeflossenen Einnahmen: Im Landkreise Cassel Mk. 6998,75, Kreis Eschwege Mk. 4887,52, Frankenberg Mk. 8474,16, Fritzlar Mk. 3893,25, Fulda Mk. 1031,83, Gelnhausen Mk. 11631, Gersfeld Mk. 509,83, Hanau Mk. 3308,05, Hersfeld Mk. 1873,99, Hofgeismar Mk. 7374,40, Homberg Mk. 1261,85, Hünfeld Mk. 1330,97, Kirchhain Mk. 6798,50, Marburg Mk. 7085,07, Melsungen Mk. 2449,40, Rinteln Mk. 433,50, Rotenburg Mk. 1542,03, Schlüchtern Mk. 4581,37, Schmalkalden Mk. 1604,90, Witzenhausen Mk. 8129,81, Wolfhagen Mk. 6452,58, Ziegenhain Mk. 5692,39; im ge- sammten Regierungsbezirk Mk. 97 345,15.
Berfteigerungs- und Verpachtuugs- re. Kalender für Montag den 9. März
Holzversteigeru n gen: 1) im Dörnigheimer Gemeindewald; Termin Vormittags 10 Uhr (Zusammenkunft im Distrikt Espen). Verkauft werden 240 Eichen-, 25 Buchen- und 30 Kiefern-Stämme (s. Nr. 53 „Han. Anz."). — 2) in Hirzenhain; Termin Vormittags 11 Uhr dortselbst. Zur Versteigerung kommen: Eichen-, Rothbuchen- und Fichten- Stämme, sowie große Posten Buchen-Brennholz (s. Nr. 53 „Han. Anz."). 3) im Freiherrlich von Hutten'schen Forstrevier Romsthal; Termin Vormittags 11 Uhr in der Karl Noll'schen Gastwirthschaft zu Romsthal. Dem Verkauf sind ausgesetzt: 346 Eichen-, einige Linden- und Birken-Stämme sowie ein Maßholder-Stamm (s. Nr. 48 „Han. Anz.").
Von Nachmittags 2 Uhr ab versteigert der beeidigte Taxator und Auktionator Herr M. Ullrich Gärtnergasse 42 umzugshalber gegen Baarzahlung Zimmer- und Küchenmöbel, Bettwerk, Aquarium, Regulator, Handwagen, Dreirad, Pumpen, Waschkessel, Siedschalen für Goldarbeiter rc.
Für heute. Original - Welt - Panorama: Geöffnet von 2 Uhr Nachmittags bis 10 Uhr Abends. — Zitherverein „Harmonie": Abends 8 Uhr im Saale der „Centralhalle": Zweites Stiftungsfest, verbunden mi