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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 48. Donnerstag den 26. Februar. 1891

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Amtliches.

Des Königs Majestät haben dem Vorstande der in diesem Jahr in Frankfurt a/M. stattsindenden internationalen elektrotechnischen Ausstellung die Erlaubniß zu ertheilen geruht, 120 000 Antheilscheine zum Preise von je 10 Mark auszugeben und im ganzen Bereiche der Monarchie zu ver­treiben. Jeder Anthetlschein muß ein Loos zu 5 Mark zu der sich an die Ausstellung anschließenden Geldlotterie, sowie 10 Eintrittskarten im Nenn- werlhe von je 1 Mark enthalten.

Die Zahl der auszugebenden Loose beträgt 120 000, die Ziehung findet am 2. November d. Js. und den folgenden Tagen statt, und es kommen 4170 Gewinne im Gesammtbctrage von 250 000 Mark zur Ver- loosung. Die Auszahlung der Treffer erfolgt an den Inhaber der mit einem Gewinne gezogenen Loose gegen Aushändigung derselben vom 1. Dezember d. Js. ab an der Kasse der Deutschen Vereinsbank zu Frankfurt a/M. in baareck Gelde. Alle binnen 6 Monaten, vom Ziehuugstage ab gerechnet, nicht erhobenen Gewinne verfallen zu Gunsten des Ausstellungs- Unternehmens.

Die unterstellten Polizeibehörden werden hiervon mit Ur Aufforderung I in Kenntniß gesetzt, den Vertrieb der Antyeilscheine im hiesigen Regierungs- I bezirke nicht zu beanstanden.

j Cassel am 14. Februar 1891.

Der Regierungs-Präsident. J. V.: v. Pawel.

fühlte ans, es liege keine Verfassungsänderung vor, und sprach gegen den

Antrag Rickert, er empfahl die Kommissionsfassung, erfolgt morgen.

Die Weilerberathung

Berlin, 25. Februar. Authentisch wird gemeldet:

(Rh. K.) Liebreichs

Mitte Mai und Oktober findet alljährlich in dem mit dem Hessischen f Diakonissenhause verbundenen Seminar zur Ausbildung von Kleinkinder- lehrerinnen (Kindergärtnerinnen) die Aufnahme neuer Zöglinge statt. Der l Kursus des Seminars ist einjährig. Die Pension für den Kursus, Unter- r richt eingeschlossen, beträgt 330 Mark.

Anfragen sind zu richten:

An den Vorstand des Diakonissenhauses bei Cassel, Poststation Wehlheiden.

Tagesschau.

Berlin, 25. Februar. Se. Majestät der Kaiser und König hatten heute Vormittag Besprechungen mit dem Staatssekretär Freiherrn von

Heilmittel besteht in der Anwendung subkutaner Injektion von kantharidin- saurem Kali. Das Mittel scheint nicht nur bei Tuberkulose, sondern auch bei andern Jmfeklionen, richtig benutzt, eine Heilwirkung auszuüben. Die . Wirksamkeit des Mittels stehe außer Zweifel. Die klinischen Versuche Fränkel's und Heimann's seien günstig veilaufen. Liebreich erllärt, er sei vor Schluß seiner Untersuchung gezwungen worden, alles mitzutheilen. Der . Kultusminister wendet der Entdeckung volle Aufmerksamkeit zu- (Fr. N.)

Berlin, 25. Febr. tK. Z.) Eine große, meistens von Sozial- . demokraten besuchte kaufmännische Versammlung, welche sich mit der Sonn­tagsruhe der Handlungsgehülfen beschäftigte, beschloß, eine. Abordnung an den Handelsminister zu senden und ihm die Wünsche der Versammlung ; vorzutragm. Letztere sprach ihre Wünsche dahin aus: 1. Vollständige Sonntagsruhe für alle Angestellten in Engros-, Fabrik- und Bankgeschäften, 2. höchstens fünf Stunden Sonntagsarbeil in Verkaufsstellen aller Art, die jedoch spätestens um 1 Uhr geschlossen sein müssen.

i Königswinter, 25. Febr. Der hiesige Winzerverein beabsichtigt ; am 11. März eine Versteigerung von 50 Fuder seiner selbstgezogenen j Roth- und Weißweine verschiedener Jahrgänge. Es ist dies seitens des i genannten Vereins der erste Versuch, seine Gewächse auf diese Weise auf . den Markt zu bringen.

Braunschweig, 24. Februar. Der von hier geflüchtete Einbrecher ist mit den sämmtlich hier gestohlenen Ringen und sonstigen Juwelen in Magdeburg festgeuommen worden. (K. Z.)

München, 24. Febr. Nach denNeuest. Nachr." wird der hiesige i preußische Gesandte Graf Rantzau die Gesandtschaft im Haag übernehmen ' und der Stuttgarter Gesandte Graf Eulenbrug sein hiesiger Nachfolger , werden.

j Wien, 25. Febr. (K. Z.H Der Neuen Freien Presfe zufolge wäre bei den österreichisch-deutschen Verhandlungen die Vereinbarung über

die Jnduftnezölle fast völlig gelungen, die Eisenzölle festgesetzt; es wäre also noch die Verständigung über die Getreidetarife zu erzielen.

Der Bepwaltungspath der Brüsseler Universität verharrt dem

Marschall sowie mit dem Finanzminister Miguel und arbeiteten daran i

anschließend längere Zeit mit dem Unterstaatssekietär im Ministerium derHamb. Corr." zufolge in seinem Streben, der Studentenmißwirthschaft

geistlichen rc. Angelegenheiten Dr. Barkhausen, sowie mit dem Chef des Zivilkabinets, Wirklichen Geheimen Rath Dr. von Lucanus. Nachmittags empfingen Se. Majestät den Prinzen Karl Arenberg, den erblichen Reichs­rath und Reichstagsabgeordneten Freiherrn von Franckenstein und den Ober- präsidenten der Provinz Posen Grafen von Zedlitz-Trützschler.

5B erlitt, 25. Februar. Der Reichstag setzt heute die Berathung des Arbeiterschutzgesetzes fort. Paragraph 119a (Lohneinbehaltungen) wird wie dieFr. N." berichten, in der Kommissionsfastung mit dem Antrag Gutfleisch angenommen, wonach die Lohneinbehaltung auch zulässig ist, wenn für eine widerrechtliche Auslosung des Arbeitsverhältnisses Strafe verabredet ist. Der Antrag Auer auf Streichung des ganzen Paragraphen wird ab- gelchnt. Paragraph 119b (Gültigkeit der Paragr aphen 115 bis 119a auch für die Arbeiter im Hausbetriebe) wird unverändert angenommen gegen den Antrag Stadthagen, welcher die Lohneinbehaltungsbestimmungen nicht aus den Hausbetrieb ausgedehnt wissen will. Es folgt die Berathnng des Paragraphen 120 (Besuch der Fortbildungsschulen), wozu eine Reihe von Anträgen vorliegen. Dziembowski, Stumm, Schädler, Wöll mer, Münch und E b e r t y befürworten ihre respektiven Partei- anträge. Minister von Berlepsch erklärt, die verbündeten Regierungen erkennten die Unentbehrlichkeit des Forbildungsunterrichts an. Ein aus­reichender Besuch ohne Zwang sei nicht erreichbar. Die Abhaltung des Unterrichts an Wochentagen sei auch den Regierungen die erwünschteste, jedoch deshalb sehr bedenklich, weil sie dcu kleinen Handwerkern die An­nahme von Lehrlingen erschweren würde. Fortsetzung der Berathung morgen.

Berlin, 25. Februar. Das Abgeordn etenhaus setzte heute die Berathung des Einkommensteuergesetzes fort und nahm die §§. 77 und 78 (Heranziehung zu Kommunalabgaben) an. Bei §. 79 beantragte Rickert das geheime und direkte Wahlrecht. Minister Herrfurth

endlich ein Ziel zu setzen. Er hat mit großer Mehrheit beschlossen, jeden Empfang der studentischen Ausschußmitglieder abzulehneu. Trete nicht bald Ordnung ein, so würde die Universität geschlossen werden.

Paris, 2b. Februar. Die Kaiserin Friedrich und die Prinzessin Margarethe besuchten heute das Louvre-Museum und nahmen das Diner in der deutschen Botschaft ein. Abends sind der päpstliche Nuntius Rotelli, dessen Sekretär Celli und der Herzog und die Herzogin von Mandas bei

der Kaiserin eingeladen.

Die Kommission des höhern Arbeitsraths

nahm den Vorschlag au, die Arbeitersyudckatskammern, welche im Einver- ' nehmen mit den Syndikatstammern der Arbeitsgeber Dienstvermittlungs-

bureaux oiganifhen, Staatssubocutionen zuzuwenden.

Das Komitee

für Errichtung eines Denkmals für Meissonier wählte den Herzog von . Aumale zum Ehrenpräses und Jules Simon zum Präsidenten. (Fr. N.) Paris, 25. Febr. Wie verlautet, werden die Komitees der Gesell­schaft Französischer Künstler, sowie der nationalen Gesellschaft der schönen . Künste morgen eine Versammlung abhalten, worin über die widersprechen- ! den Ansichten einer Anzahl Mäler in Betreff der Beschickung der Berliner Kunstausstellung berathen werden soll. (RH. K.)

London, 24. Februar. Beim heutigen Jahresbankett der deutschen Wohlthätigkeitsgesellschafk führte zum ersten Male der Prinz Heinrich von Battenberg den Vorsitz. Er brachte einen Trinkspruch auf Kaiser Wilhelm aus und feierte ihn als Frieoensfürst.

London, 25. Febr. Nach einer Meldung derTimes" ist in dem zwischen Lord Salisbury und dem portugiesischen Gesandten Soveral vereinbarten Entwurf des onglo portugiesischen Abkommens der 33. Längen­grad als Grenze des Manicalandcs festgestellt. Die einzige Abänderung an der Konvention vom August v. I. besteht darin, daß Portugal eine I Gebietsaustehnung nördlich vom Tete erwirbt. (Reichsanz.)

Helsin gfors, 24. Februar. Soeben haben mehrere Glieder des