$«05
Jährlich 9 Stert. cheldi-äSOPf«. VterèelMrllch
8 SRert LS Ps«. Mr auswärtig« Siennenten
Mit dem betreffen» Mr P»KausschI«,. HtrkinzeUuRum-
*« 1« $fa.
Hanauer Astiger.
Kugteich Amtliches ^rgon für Sicröt- «nö Lcrnökveis Kcrncru.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
9«f erstens» Preis-
Di- ispaltige Barmondzeile li.
deren Ram» io Pfg.
Die Sspalt. geiU
20 Pfg.
DieSspaltig-Le«, 30 Pfg.
[ Nr. 40.
Dienstag den 17. Februar.
1891
Amtliches.
BeZannLmENNgeK Kömgü Landrathskmts.
Bewerber um die neugegründete 3te Lehrerstelle an der evang. Schule zu Bischofsheim wollen ihre Meldungsgesuche nebst Zeugnissen binnen 14 Tagen an den unterzeichneten Schulvorstand einreichen.
Mit der Stelle ist ein Einkommen von 840 Mk. neben freier Wohnung und 90 Mk. für Feuerung verbunden.
Hanau am 12. Februar 1891.
Namens des Schulvorstandes: Der Königliche Landrath
V. 910 v. Oertzen.
Tagesschau.
Berlin, 16. Februar. Se. Majestät der Kaiser und König statteten gestern Nachmittag in der französischen und russischen Botschaft Besuche ab. Heute Morgen konferirten Se. Majestät kurze Zeit mit dem Unter- Staatssekretär Freiherrn v. Marschall, hörten von 1OVS Uhr ab den Vortrag des Hausministers v. Wedell und im Anschluß hieran denjenigen des Chefs des Civilkabinets v. Lucanus. Um 128/a Uhr empfingen Se. Majestät den Oberlandesgerichts-Präsidenten Hagens aus Frankfurt a. M. und , hierauf den Divisionspfarrer Wendlandt.
Berlin, 16. Febr. Im Reichstage wird die Berathung der Gewerbenovelle beim §. 105c fortgesetzt. Minister v. Berlepsch theilte - auf eine Anfrage mit, die Brauereien fielen unter §. 105 c. Er bittet, den Antrag Hähnle auf Streichung der Kontrolvorschriften abzulehnen. LetztM seien für,kleinere Betriebe nötbiaer als für große. Wünschenswerth sei' das' Vâot des Backens in der Nacht vom Samstag zum Sonntag. Den traurigen Verhältnissen der Bäckergesellen und Bäckerlehrlinge habe er bereits seine Aufmerksamkeit zugewandt. Stumm und Buhl sind für Beibehaltung der Kontrolvorschriften und für den Antrag Hartmann, wonach bezüglich der freien Sonntage Ausnahmen durch die unteren Verwaltungsbehörden zu gestatten sind, wenn die Arbeiter am Besuch des Gottes- i dienstes nicht gehindert werden und ihnen an Stelle des Sonntags eine - 24stündige Ruhezeit an einem Wochentage gewährt wird. Bebel fordert i die Einrichtung eines Arbeitsamts sowie einer Arbeiterkammer.. An der j weiteren Erörterung über die Nothwendigkeit der Kontrole und eines Ver- ; zeichnisses der Sonntags gestatteten Arbeiteten nehmen Rös icke, Stötzel, ! örteret, Payer, Stumm und der Regierungskommissar ! Theil. Darauf wird §. 105 c mit dem Anträge Aichbichler, wonach die freien Sonntage den Arbeitern auch zu gewähren sind, wenn sie an den übrigen Sonntagen am Besuche des Gottesdienstes gehindert werden, sowie dem Anträge Hartmann angenommen. Fortsetzung der Berathung morgen. (Fr. N.)
Berlin, 16. Febr. Das Abgeordnetenhaus setzte heute die | Berathung der Einkommensteuervorlage fort. Zu §. 9 (von der Einkommensteuer abzuziehende Ausgaben und Einnahmen) wird ein von Rickert und Lückhoff beantragter und von dem Finanzminister genehmigter Zusatz beschlossen, wonach die Versicherungsprämien für die Versicherung der Steuer- pslichtigen auf den Todes- oder Lebensfall, soweit sie 600 Mark jährlich nicht übersteigen, von dem Einkommen abzuziehen sind. Die übrigen Paragraphen bis inklusive 15 werden unverändert genehmigt. — Zu §. 16 (Steuertarif) legt, wie der „RH. Kur." schreibt, der Regierungskommissar die finanziellen Ergebnisse der neuen Einkommensteuer gegenüber dem bisherigen Ertrage dar. Richter empfiehlt seinen lediglich die Entlastung j der Mittelklassen bezweckenden Antrag. Die Gerechtigkeit erfordere die von । j ihm beantragte Erleichterung. Finanzminister Dr. Miquel erklärt: Nach dem Vorschläge Richters würden die höheren Klassen überlastet. Richter lasse an dem (Steuerertrage oben nichts genommen werden und unten ver- . lieren. Die Doppelbesteuerung von Grund und Boden durch den Staat und die Gemeinde müsse beseitigt werden. An dem weiteren Verlause der ; Debatte nahmen nach Dr. Krause und von Epnern Theil. Die Fortsetzung , der Berathung findet morgen 11 Uhr statt.
Berlin, 16. Febr. Die „Freisinnige Zeitung" erfährt aus ärzt- ■ lichen Kreisen, Prof. Liebreich sei es gelungen, das Koch'sche Verfahren zu
verbessern durch Einspritzung einer Substanz, deren Wirkungen diejenigen des Koch'schen Mittels übertreffen.
■ Der Botschaftsraih Frhr. v. Dörnberg in Petersburg ist trotz sorgsamster Pflege seinem Leiden erlegen. Zur Diphtherie ist diese Nacht eine innere Verblutung getreten. In unsern diplomatischen Kreisen, in denen Herr v. Dörnberg als einer unserer tüchtigsten und gestuftesten jüngern Diplomaten galt, ist die Theilnahme an diesem Todesfall allgemein.
Allenstein, 16. Febr. Das Königliche Eisenbahn-Betriebsamt macht bekannt: Der Betrieb auf der Strecke Allenstein—Mehlsack—Perwil- ten ist wieder hergestellt.
Kiel, 16. Febr. Nachdem die vor dem Hafen liegende Eisbarre nunmehr vollständig gesprengt worden, ist der Hafen für den Dampferverkehr wieder vollkommen frei.
Wie der „Reichsanz." aus Stuttgart meldet, soll laut Beschluß des Vereins zur Förderung der Kunst das dritte Stuttgarter Musikfest ■ Dom 2. bis 4. Juni cr. abgehalteu werden.
Paris, 16. Febr. (Reichsanz.) Ueber die Programmrede des italienischen Ministerpräsidenten Rudini sagt das „Journal des DÄats": „Die Erklärungen Rudini's bringen uns freundliche Worte entgegen; wir nehmen dieselben herzlich aus." Von den anderen Morgenblättern äußern sich einige reservirt und wollen erst die Thaten des Kabincts abwartcn, ehe sie ein endgültiges Urtheil fällen. Andere meinen: Rudini habe Frankreich gegenüber einen entscheidenden Schritt gethan, Frankreich müsse nun den zweiten Schritt thun. Ribot werde hoffentlich rasch die Gelegenheit ergreifen.
London, 16. Febr. Der wegen des Mordes im Whitechapel verhaftete Saddler wurde heute dem Richter vorgeführt. Nach Erledigung der Formalitäten wurde die Verhandlung auf acht Tage vertagt.
London, 16. Febr. Wie verlautet, ist gegen den als Urheber des letzten Frauenmordes verdächtigen Thomas Saddler eine formelle Anklage erhoben worden. Es wurde ein großes scharfes Messer bei ihm gefunden, außerdem hat man weitere ihn schwer belastende Umstände ermittelt. (Rh. K.)
London, 16. Febr. Der Londoner Schiffsrhederverband erließ eine Bekanntmachung, derzufolge vom 23. d. M. ab kein Matrose oder Heizer engagirt wird, der sich nicht verpflichtet, in See zu gehen, auch wenn andere Mitglieder der Mannschaften nicht dem Arbeiterverbande angehören.
Petersburg, 14. Febr. Die Nordische Telegraphenagentur erfährt, der gute Eindruck, welchen der Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich- Este hier machte, habe sich während seines Aufenthaltes immer mehr gesteigert, wie auch dem Erzherzog die höchsten Ehren erwiesen worden seien. Der Erzherzog habe Petersburg mit den Gefühlen der Freude und des Dankes für den glänzenden und herzlichen Empfang verlassen.
Petersburg, 16. Febr. Aus Askabad wird gemeldet, daß 300 Ballen bucharische Baumwolle für eine südfranzösische Spinnerei und 4500 Pud Merw'sche Schafwolle nach Roubaix als erste derartige Sendung abgefertigt wurden. (Fr. N.)
Loudon, 14 Febr. Der Union-Dampfer „Pretoria" ist auf der Ausreise gestern in Capetown angekommen.
Bremen, 15. Februar. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Amerika" ist gestern in Baltimore eingetroffen.
Hamburg, 15. Februar. Der Postdampfer „Ascania" der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt - Aktiengesellschaft ist, von Hamburg kommend, gestern in St. Thomas eingetroffen.
Triest, 15. Februar. Der Lloyddampfer „Urano" ist gestern aus Konstantinopel hier eingetroffen.
Mrts StKdt, Provinz nnd Umgegend.
Beabsichtigte Fahrpreisänderung. Für die Reform der Eisenbahnfahrpreise hat die preußische Staatsbahnverwaltung folgende Grundsätze in Aussicht genommen: Fortfall der 4. Wagenklasse, des Freigepäcks, aller Retourbillets, Rundreisebillets rc., dagegen Ermäßigung der Gepäcktaxe um 30 Prozent, Herabsetzung der Billetpreise pro Klasse und Kilometer : 1. Klasse auf 6 Pfg., 2. Masst auf 4 Pfg., 3. Klasse auf 2 Pfg. Schnellzüge sind mit einem Zuschlag von 1 Pfg. zu bezahlen.
1
I