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Nr. 15.
Montag den 19. Januar.
1891
Amtliches.
Bekanntmachung.
Einziehung der Postwerlhzeichen älterer Art.
Seit dem 1. Dezember 1890 werden bei den Verkehrsanstalten nur noch Postwerthzeichen neuerer Art verkauft.
Die noch in den Händen des Publikums befindlichen Postwerth- zeichen älterer Art (Freimarken, sowie gestempelte Briefumschläge, Postkarten, Streifbänder und Postanweisungs-Formulare) können noch b i s zum 31« Januar 1891 zur Frankirung von Postsendungen verwendet werden.
Vom 1. Februar 1891 ab verlieren die älteren Postwer t h z e i ch e n ihre Gültigkeit.
Dem Publikum soll indeß gestattet sein, die bis dahin nickt verwendeten Postwerthzeichen älterer Art bis spätestens zum 31. März 18 91 gegen neue Wert Hzeichen gleicher Gattung und von entsprechendem Werthe umzu tauschen. Gestempelte Briefumschläge und gestempelte Streifbänder werden gegen Freimarken zu 10 und 3 Pfennig umgetauscht; die Herstellungskosten werden mit 1 Pfennig für jeden gestempelten Briefumschlag und '/r Pfennig für jedes gestempelte Streifband baar erstattet. Der Umtausch der älteren Postwerthzeichen gegen neue wird an den Postschaltern bewirkt.
Postsendungen, welche nach dem 31. Januar 1891 noch mit Werthzeichen älterer Art zur Auflieferung gelangen, werden dem Absender zurückgegeben, oder wenn dies nicht thunlich sein sollte, als unfrankirt behandelt werden.
Vom 1. April 1891 ab sind die Verkehrsanstalten zum Umtausch älterer Postwerthzeichen nicht mehr befugt.
Berlin W., 13. Januar 1891.
Der Staatssekretair des Reichs-Postamts, von Stephan.
ÄekanNtmamUNgeÄ KörngL. LandrarhsüMts.
Unter dem Viehstaud des Kasimir Arnold zu Gronau ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
Hanau am 17. Januar 1891.
Der Königliche Landrath.
V. 323 I. V.: Baabe.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Am 18. d. M. auf dem Eis am Main: ein Paar Schlittschuhe, ein eiserner Nagel, ein Nickelgriff, 3 Knabenmützen, ein Handschuh. Eine weiße Metzgerschürze. Ein Hundemaulkorb. Ein Kindermuff (in einem Laden liegen geblieben). Zwei weiße Taschentücher. Ein Portemonnaie mit Geld. Ein Paar Damenhandschuhe.
Verloren: Ein Paar Schlittschuhe. Ein Paar schwarze Kinder- gamascheu. Ein seines Taschentuch, M. 8. gez.
Entlaufen: Ein schwarzer Spitz m. Geschl.
Hanau am 19. Januar 1891.
Tagesschau.
Berlin, 17. Jan. Se. Majestät der König haben am 17. d. M. im Kapitelsaale des hiesigen Königlichen Schlosses ein Kapitel des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler abzuhalten geruht. Diesem ging im Ritter- saale die Investitur der schon früher ernannten Ritter, zunächst des Reichskanzlers, Generals der Infanterie v. Caprivi, des Botschafters, Staatsministers Grafen v. Hatzfeldt, sodann des Generals der Kavallerie und Genmaladjutanten, kommandirenden Generals des VIII. Armeekorps Freiherrn v. Loch des Generals der Kavallerie â la suite der Armee v. Al- vensleben voraus, worauf die neu investirten Ritter an diesem Kapitel Theil nahmen.
Berlin, 17. Januar. Auf Befehl des Kaisers sind den „Polit. Nachr/' zufolge die Zivil- und Militärbehörden neuerdings angewiesen worden, zur Verhütung von Wasser- und Eisgefahren, nach Kräften mit- zuwirken.
_ Berlin, 17. Januar. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die I Dienstanweisung zur Ausübung der Gerichtsbarkeit in Deutsch-Ostafrika | Mit dem Gerichtsgebühren-Tarif.
Berlin, 17. Januar. Der Reichstag nahm in dritter Lesung die Vorlage über die Kontrote die Reichshaushaltö und des Landeshanshalts von Elsaß Lothringen an und erklärte die Wahl von Henk zwar für giltig, beschloß aber, über die bei der Wahl vorgekommenen Unregelmäßigkeiten Erhebungen zu beantragen.
Berlin, 17. Januar. Frhr. v. Soden wird, wie die „Nordd. ' Allg. Zig." meldet, binnen kurzem nach Berlin von einer kleinen Reise i zurückkehren, um sich mit den Regierungskreisen über die künftige Organisation von Deutsch-Ostafrika zu verständigen, da er, wie nun sichergestellt : ist, die GonverneursteUe sür Deutsch - Ostafrika übernehmen und antreten : wird.
Berlin, 17. Januar. Dem Reichtagsabgeordneten Dr. Windthorst j wurden heute anläßlich seines 80. Geburtstages nach der kirchlichen Feier als Betrag der in den Wahlkreisen veranstalteten Sammlung 43,000 Mk. i für die Marienkirche in Hannover übergeben.
Berlin, 17. Jan. S. M. Kreuzer „Möwe", Kommandant Kor- ; vetten-Kapitân von Halfern, ist am 15. Januar in Zanzibar angekommen.
Der „Verband deutscher Schirmfabrikanten und der Interessenten verwandter Branchen" hat eine Einrichtung getroffen, die mit : Reckt den anderen industriellen Vereinigungen zur Nachahmung empfohlen ■ werden kann. Derselbe hat nämlich zur friedlichen Schlichtung von Streitfällen über Lieferungsangelegenheiten eine aus den Berti etern der verschiedenen mit der Schirm Jndnstrie verwandten Fabrikationszweigen zusammengesetzte Gutachten-Kommission gewählt, deren sachverständige Thätigkeit der Verbandsvorstaud auch den Ehess des Justizwesens in sämmtlichen j deutschen Staaten bei allen den Geschäftszweig betreffenden Prozessen zur ; Verfügung gestellt hat. Der Uebelstaud, der durch die Wahl ungeeigneter Personen zu gerichtlichen L-achverständigen bei Prozessen vielfach zum Nachtheil der Parteien hervortritt, wird durch dieses Vorgehen entschieden gehoben. Das ist auch bereits vom bairischen Justizministerium anerkannt worden, denn der Vorstand des Verbandes hat die Nachricht erhalten, daß die Präsidenten der Oberlandesgerichte in Baiern ersucht worden sind, von der erwähnten Einrichtung den Nachgeordneten Gerichten Mittheilung zu machen. Es ist wohl anzunehmen, daß auch die übrigen Justizverwaltungen Deutschlands sich in in ähnlicher Weise günstig zu dieser Einrichtung stellen werden. (K. Z.)
Aachen, 17. Januar. Eine Abordnung des Aachener Zeitungsmuseums, unter Führung der Begrüuders Oskar Forckenbeck, wurde, nach den „Fr. N.", heute Mittag in Friedrichsruh von Bismarck empfangen und überreichte ein kunstvoll ausgestattetes Kästchen, enthaltend eine Sammlung von Zeitungen mit bemerkenswerthen Auslassungen über den Fürsten Bismarck.
Metz, 18. Jan. Der Frühzug von Metz nach Saarburg entgleiste, nach dem „Frkf. Journ.", bei Remilly. Die Maschine stürzte um, wodurch der Maschinist getödtet und ein Heizer schwer verletzt wurde. Von den Passagieren blieben alle unverletzt.
Waldenburg, 17. Jan. Auf Anregung des Kreisausschusses haben sich in sämmtlichen größeren Kreisorten Ansschüsse zur Verabfolgung der nothwendigsten Lebensmittel an Handweber gebildet.
Hamburg, 18. Jan. (Frkt. Ztg.) Die hiesigen Assekuranzgesellschaften halten einen Dampfer, welcher in der Nähe von Helgoland kreuzt, um die ankommenden Schiffe zu warnen, in die Elbe einzufahren. Mehrere Schiffe treiben, vom Eise umschlossen, im Stronie.
München, 17. Januar. Bayern setzt vom 1. Februar ab für den innerbairischen Verkehr die Telegruphengebühr ebenfalls von 6 auf 5 Pfennig pro Wort und die Mindestgebühr von 60 auf 50 Pfennig pro Telegramm herab. (Fr. N.)
München, 17. Januar. Nach einer amtlichen Mittheilung ist das Befinden des Königs Otto fortgesetzt unverändert. Einzelne Störungen in der Aufnahme von Nahrung werden durch die sonst reichlichen Mahlzeiten ausgeglichen, der Ernährungszustand ist daher befriedigend. Ein leichter Bronchialkatarrh, von welchen: der König Ende November befallen wurde, schwand wieder im Laufe des Dezembers.
Wien, 18. Jan. Der türkische Botschafter Sadullah Pascha ist, nach dem „Frkf. Jouru.", nach Mitternacht gestorben.
Mailand, 17. Jan. (K. Z.) Wie „Fanfulla" wissen will, wären zwischen Italien, Deutschland und Oesterreich-Ungarn Verhundluugen behufs Gründung einer Handelsliga im Gange, welche dem Abschluß bereits ziemlich nahe sein sollen.