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4 Nr. 279.
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Kugteictz ArntttcHes Hvgan für Sicröt- und Landkreis Kanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Samstag oen 29. November
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Preis :
Die Ifpalttge Varmsndzrile •*. deren Raum
10 Sfg.
Tie sipalt. grill 20 «fg.
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Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Verloren: Am 25. ds. Mts. vom Kanalthor bis zur Hellerbrücke schwarzes gehäkeltes Tuch.
Gesunden: Ein kleiner weißer Kinderhandschuh. Ein schwarzer
iei Handschuh (linker), auf der Post liegen geblieben. Ein Portemonnaie mit LFStahlperlen durchwirkt mit Inhalt. Ein weißes Taschentuch. Eine Pferde- ?ej decke.
wig Hanau am 29. November 1890. ach—------------------------------------------------------------ nm Diejenigen Herren Aerzte, welche im laufenden Jahre Impfungen i7p»orgenommen haben, ersuche ich unter Hinweis auf §. 20 des Reglements «in zur Ausführung des Reichs-Jmpfgcsetzes vom 8. April 1874 ergebenst, »»«die Listen, soweit solches noch nicht geschehen, gefälligst an mich einreichen »k«zu wollen.
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Hanau am 22. November 1890.
Der Oberbürgermeister.
I. V.: Heraeus.
Tagesschau.
zu Kl. Berlin, 28. Novbr. Se. Majestät der Kaiser und König verließen ^ rtzkern, wie die „Schlcs. Ztg." mittheilt, bald nach 3 Uhr Groß-Strehlitz tra^n ^m3 vor 6 Uhr in Pleß ein. Se. Majestät wurden am etWjZigen Bahnhof von den Fürsten Pleß, dem Landrath Schröter und dem ^ârgermisker Hübner empfangen. Um 7 Uhr fand im Schlosse ein Diner ■ e tott, an dem auch der Graf und die Gräfin Hochberg sowie der Erbprinz h^nb die Erbprinzefsin theilnahmen. Heute früh fuhren Se. Majestät um 1/ ^1 von Pleß ins Jagdgehege und benutzte dabei mit dem Fürsten Pleß, W?» Erbprinzen von Hohenlohe und von Ratibor sowie dem Prinzen »„Manch X<U. Reuß einen großen vierspännigen Jagdwagen.
otu Berlin, 28. Nov. Am nächsten Montag findet, nach dem „Frkf.
Journ.", zum Adenken an den Regierungsantritt des Großen Kurfürsten t j ‘in großes Paradediner im Marmorsaale des Potsdamer Stadtschlosses rar^t ’ ^ demselben sind 250 Einladungen ergangen.
Berlin, 28. Nov. In dem Prozesse gegen die 14 wegen des Köp- licker Krawalls Angeklagten verurtheilte der Gerichtshof die Angeklagten knoll und Maue, nach dem „RH. K.", wegen qualifizirten Landfriedens- »Wuchs und Körperverletzung mit tödtlichen Erfolge zu sieben Jahren Zucht- Ilans, Reuter zu 5*/s Jahren, Fink zu 1 Jahre Zuchthaus wegen qualifi- ithjrten Landfriedensbruchs, die übrigen Angeklagten wurden wegen einfachen nLandfriedensbruchs zu zweimonatlicher bis vierjähriger Gefängnißstrafe ver- } »»Utheilt.
oti Berlin, 28. Nov. Znr Berathung über die Nutzbarmachung des j ntIoch'schen Heilmittels für die militärischen Krankenanstalten sind sämmtliche , Korpsgencralärzte für den Anfang der nächsten Woche zu einer Konferenz ; Hierher einberufen. (RH. K.)
^ Berlin, 28, November. Der Ausstand der Zigarrenarbeiter in s Aamburg-Altona, etwa 6000 Mann, ist von der sozialdemokratischen Par- ; Zuleitung zur Parteisache gemacht worden, unter dem Stichwort : „Die Koalitionsfreiheit ist gefährdet." An alle sozialdemokratischen Vereine sind Aufforderungen zu Geldsammlungen und zur Fernhaltung von Zuzug rgangen. (K. Z.) j
Spandau, 28. November. Der Kriegsminister genehmigte den Entwurf für 1350 Arbeiterwohnungen bei Hasselhorst nebst Badeanstalt, Zibliothek, Unterhaltungssaal und Park. (K. Z.) i
t— ^ie jüngst erschienene Nr. 48 der „Deutschen medizinischen ' Wochenschrift" bringt in einer Extrabeilage eine Reihe neuer Beobachtungen wer die Heilerfolge des Koch'schen Verfahrens. Zunächst macht Stabsarzt
• au§ der Klinik des Professors Gerhardt Mittheilungen über ÂJ! ^tnwirkung des Koch'schen Mittels auf Kehlkopf Tuberkulose und äußert i wie folgt: „Die Behandlung mit der Koch'schen Jujek- nifck'1 r r^ ^rwgt überall, wo tuberkulöse Herde im Kehlkopfe sich fin- dicselbest, soweit sie überhaupt durch den Kehlkopfspiegel erkannt wer-
- m können, zu Gesicht. Meist schon nach wenigen Milligrammen «tritt nach s v "vZbrer Zeit unter stärkerer oder weniger starker, mitunter s $ fehlender allgemeiner Reaktion eine örtliche ein. Die örtliche Reaktion 5
läßt sich genau mit dem Kehlkopfspiegel verfolgen. Sie besteht zunächst in einer Röthung und Schwellung des erkrankten Gewebes. Dasselbe schwillt mehr oder weniger stark an und röthet sich in verschiedener Weise. Nach Ablauf von kaum 24 Stunden nach der Einspritzung verändert das gerö- thete und geschwollene Gewebe seine Farbe. Meistens bedeckt sich dasselbe mit einem grauweißen Belage von der Mitte her, während die Randzone I noch roth bleibt, und es beginnt meist ebenfalls von der Mitte her eine ! Zerklüftung, ein Zerfall. Es bildet sich dann ein trichterförmiges Ge- • schwür, dessen Mitte in der Mitte des erkrankten Gewebes liegt. Die Zerklüftung, der Zerfall schreitet von der Mitte nach dem Rande zu fort; auch die Ränder des Geschwürs verfärben sich meist grauweiß und, ohne daß man ein eigentliches Abstoßen von der Oberfläche bemerken könnte, wird das entstandene Geschwür flacher und flacher. Es sinkt so meist das ganze erkrankte Gewrbe scheinbar in sich zusammen, wobei je nachdem eine mehr oder weniger starke Absonderung von Schleim und Flüssigkeit aus der Mund- und Rachenhöhle bezw. aus den oberen Luftwegen stattfindet. Eine Heilung ist bei der Kürze der Beobachtungszeit bisher nicht beobachtet, wohl aber eine stetig zunehmende Besserung und Abnahme der Erscheinungen des örtlichen Befindens."
In unterrichtete»» Kreisen werden der Kreuzztg. zufolge die Befürchtungen, daß Frankreich auf Grund des ihm im Frankfurter Frieden zugestandenen Meistbegünstigungsrechts Einwendungen gegen einzelne Bestimmungen des beabsichtigten deutsch österreichischen Handelsvertrages erheben werde, nicht getheilt; Deutschland erstrebt ermäßigte Zölle auf Eisen, Textilindustrie und Glaswaren, Oesterreich eine mäßige Herabsetzung der Getreidezölle, alles Artikel, die Frankreich nicht ausführt, sondern selbst vom Anslande bezieht.
Helgoland. Hier hat sich Komitee gebildet, um an der Stätte, wo Se. Majestät der Kaiser am 10. August die Insel feierlich übernahm, ein Denkmal zu errichten. In dem Aufruf heißt es, daß der Beitrag für jeden Einzelnen auf höchstens 3 Mk. festgesetzt werde, damit man mit Recht sagen könne, die Insulaner errichten dieses Denkmal aus eigener Kraft.
München, 26. November. Die bairischen Altkatholiken, die sich bei der für den 1. Dezember d. J. bevorstehenden Volkszählung einfach als katholisch zu bezeichnen beabsichtigten, sind vom Kulusministerium darauf aufmerksam gemacht worden, daß sie sich als „altkatholisch" einzutragen hätten, wenn sie nicht der römischen Gemeinschaft zugezählt werden wollten, denn die bairische Regierung faßt, wie in einem Rundschreiben des altkatholischen Laudesvereins dargelegt wird, das Wort „katholisch" in staatsrechtlichen Sinne auf und erklärt es für gleichbedeutend mit „römisch- katholisch".
München, 27. Nov. Gestern wurde der Ankauf des Gumppen- bergpalais zur Umwandlung in ein Sanatorium mit Koch'scher Lymphe abgeschlossen. Das Aktienkapital beträgt zwei Millionen. Professor Ziemssen wird ständiger Konziliariris. (Magd. Z.)
Landau, 26. November. Die von hier aus eingeleitete Bewegung gegen Wuderzulassung der Jesuiten ist in stetiger Zunahme. Letzten Sonntag waren zwei überaus'stark besuchte Versammungen, eine zu Zweibrücken und eine zu Jugenheim im Klingbachthal. Voraussichtlich werden nächsten Sonntag drei stattfinden, und zwar in Pirmasens, Dürkheim und Frankenthal. Die von Herrn Rechtsarwalt Bangratz verfaßte Petition an den Reichstag gegen die Jesuiten zur Wahrung des konfessionellen Friedens findet in der ganzen Pfalz bis zum entlegensten Dörfchen wärmsten Beifall. (K. Z.)
Pretzburg, 28 . November. Heute früh 2^/4 Uhr wurden 2 heftige senkrechte Erdstöße mit unterirdischem Rollen wahrgenommen. (Reichsanz.)
Paris, 28. November. Dem „Echo de Paris" zufolge hat das Kriegsministerium dem Acker baumiuisterium 25 000 kleinkalibrige Gewehre zur Ausrüstung der Forstwächter mit der neuen Waffe überlassen, in deren Handhabung dieselben demnächst unterwiesen werden sollen. Die 31 Bataillone Zollbedienstete erhielten 70 000 Lebel-Gewehre. Die gestimmte Territorial- Armee ist bereits im Besitze des kleinkalibrigen Gewehrs. Die Ausrüstung der Kavallerie mit den neuen Karabinern soll bis zum 1. April 1891 beendet sein.
Petersburg, 28. Nov. (Frkf. Journ.) Der deutsche Botschafter