Einzelbild herunterladen
 

I Oemtemrxtl» *«i»:

; -thrltch 9 Wart. »«i»j.â.soP,g.

, «urteljähriich » Mar! 85 Psg.

güt auswärtige Ubannenlen

mit dem betreffen­de« Paftausschlag. Lie «in-eine Pum-

mer 10 Pig.

Hanauer Aiyeiger.

KugteicH Amittches g)rgan für SLcröt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Ansertt»!»«» Prei»:

Lie Ispalrige «armondzeilt »». deren Saum

W Wt-

Lie Lspalt. geilt 20 Psg.

DieSwaltig-Aeil«

30 Pk

Nr. 251,

Montag den 27. Oktober

1890

Amtliches.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamis.

Unter dem Viehbestand des Gärtners Jean Pierre Schnarr hier ist die Maul- und Klauenseuche ansgebrochen.

Hanau am 22. Oktober 1890.

Der Königliche Landrath

V. 7454 v. Oertzen.

Unter dem Rindvieh in Aufenau, Neuenhaßlau, Schlierbach, Spiel- berg und Pfaffenhausen (Kreises Gelnhausen) ist die Maul> und Klauen­seuche ausgebrochen.

Hanau am 25. Oktober 1890.

Der Königliche Landrath.

V. 7659 I. V.: Baabe.

Nach einer Mittheilung Grobherzoglichen Kreisamts Offenbach ist in dem Faselstall zu Hainstadt die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Hanau am 25. Oktober 1890.

Der Königliche Landrath.

V. 7570 I. V.: Baabe.

Rach Mittheilung Großherz. Kreisamts Friedberg ist die in Reparatur befindliche Niddabrücke bei Großkarben (im Straßenzug Kloppenheim-Groß­karben) vom 27. d. M. an auf etwa 10 Tage für den Verkehr gesperrt.

Hanau am 25. Oktober 1890.

Der Königliche Landrath.

V. 7568 _ J. V.: Baabe.

Tagesschau.

Berlin, 25. Oktbr. Der Reichsanz." berichtet aus Blankenburg am Harz : Se. Majestät der Kaiser erlegte bei der gestrigen Treibjagd im Wienröder Revier 35 Stück Schwarzwild, darunter 3 angehende Schweine, 6 dreijährige Keiler, 18 zweijährige Keiler und 8 Ueberläufer. Insge­sammt wurden von der Jagdgesellschaft 109 Stück Schwarzwild, 10 Stück Rothwild und 1 Fuchs erlegt. Im Blankenburger Revier brachte Se. Majestät der Kaiser 8 Hirsche, 5 Stück Wildpret, 10 Schweine und 1 Hasen zur Strecke.

Berlin, 26. Oktbr. (Fr. Jl.) Die dem General-Feldmarschall Grafen v. Moltke vom Bundesrathe überreichte Adresse lautet wie folgt: Hochverehrter Herr General-Feldmarschall! Eure Exzellenz vollenden heute das 90. Lebensjahr und es gedenkt bei diesem Anlasse das ganze Deutsche Reich in innigster Verehrung und Dankbarkeit der ruhmreichen Laufbahn Eurer Exzellenz. Unvergleichlich sind die Erfolge, welche Eure Exzellenz als Feldherr in der Vorbereitung und der Durchführung des Krieges er­rungen haben. Unvergeßlich wird aber auch das Wirken Eurer Exzellenz bei der friedlichen Ausgestaltung des Deutschen Reiches bleiben. Erhebend ist es für das deutsche Volk, zu sehen, wie Eure Exzellenz unter der sicht­lichen Fügung einer gnädigen Vorsehung in wunderbarer geistiger und kör­perlicher Rüstigkeit fort und fort für das Wohl des Vaterlandes wirken mit der gleichen Anspruchslosigkeit und Einfachheit, welche Eure Exzellenz auch inmitten der glänzendsten Erfolge stets zierte. Im Verein mit den tiefempfundenen Wünschen, welche bei diesem denkwürdigen Anlasse aus allen Kreisen der Bevölkerung laut werden, bringt Eurer Exzellenz auch der Bundesrath des Deutschen Reiches seine wärmsten und ehrerbietigsten Glück­wünsche dar und reiht hieran die zuversichtliche Hoffnung, daß es Eurer Exzellenz beschieden sein möge, noch lange Jahre thätig zu bleiben zum Heil des Vaterlandes, welches Eurer Exzellenz unsterbliche Verdienste stets in treuester Erinnerung bewahren wird.

Berlin, 25. Oktober. DieFr. N." berichten: Der Fackel­zug zu Ehren Moltke's setzte sich Punkt 7 Uhr in Bewegung. Das Portal des Generalstabsgebäudes ist als Zelt in Purpur und Gold drapirt und mit Blattgrün reich geschmückt. Im Saale war die Familie des Gefeierten versammelt, auch der Erbprinz und die Erbprinzcssi» von Meiningen, welche der Huldigung vom Balkon aus beiwohnten. Bor dein Eintreffen des Zuges, woran etwa 20,000 Personen theil­

nahmen, brachte der Männerchor der Berliner Liedertafel dem Jubilar ein längeres Ständchen. Moltke dankte für den schönen Gruß ; ihm werde die Stunde unvergeßlich bleiben. Als das Nahen des Zuges gemeldet wurde, begab sich der Jubilar nach dem Portal, umgeben von seinen Verwandten und Freunden. Anderthalb Stunden zogen die Schaaren jubelnd vorüber, dreimal Halt machend; das erste Mal hielt der Vorsitzende des Komitees, Rappo, eine Ansprache, worauf Moltke erwiderte:Die Gesinnungen der Bürgerschaft, welcher Sie so beredte Worte geliehen, macht mich stolz und froh; der gewaltige Aufschwung, welchen Berlin genommen, datirt von der Wiederaufrichtung des deutschen Reiches, das große Werk unseres großen Kaisers Wilhelm. Wenn Sie so freundlich sind, mir einen Antheil an diesen Erfolgen zuzuschreiben, welche dahin geführt haben, so vergesse ich nicht der Braven, die ihre Treue für das Vaterland mit dem Tode besiegelt haben. Ich möchte allen Mitbürgern meinen herzlichsten Dank aussprechen für die glänzende Kundgebung ihres Wohlwollens". Als der Zug das zweite Mal anhielt, brachte der Gesangverein Berlins und Umgegend patriotische Lieder bat, wofür der Marschall in kurzen Worten herzlich dankte. Zuletzt sprach herab vom Siegeswagen eine Germania (Fräulein Wegener) eine poetische Huldigung Wildenbruchs und überreichte einen grünen Lorbeerkrauz. Der Jubilar trat dem Wagen entgegen und erwiderte:Die Germania, die Sie so schön dargestellt, mag stolz sein auf ihre Rkichshauptstadt, wo ein patiotischer Gedanke hinreicht, alle Bürger zu versammeln; ich nehme die Huldigung für Germanien, für das Deutsche Volk an." Als der Zug vorüber war, mußte der Jubilar noch einige Zeit am Fuße des Portals verweilen, um die stürmischen spontanen Ovationen des herandrängenden Publikums entgegenzunehmen; nur all- mählig gelang es ihm, sich den Huldigungen zu entziehen. Während des Vorbeimarsches war die Viktoria auf der Siegessäule von fernher durch einen mächtigen Strahl elektrischen Lichtes prachtvoll beleuchtet.

Berlin, 25. Oktober. Bezüglich der Festlichkeiten zum Empfange des Königs der Belgier am hiesigen Hofe ist folgendes festgesetzt: Am 28. Ankunft und Empfang des Königs in Potsdam durch Se. Maj. den Kaiser und alle zur Zeit hier anwesenden Prinzen. Große G-llatafel im Neuen Palais und Zapfenstreich der Musikkorps der gesammten in Berlin und Potsdam stehenden Garderegimenter. Am Mittwoch Familientafel im Neuen Palais und später kleines Theater auf der Bühne in demselben Schlosse. Auf dieser Bühne ist seit Jahren keine derartige Vorstellung gegeben worden. Am Donnerstag Galaoper im Berliner Opcrnhause. Es steht noch nicht fest, ob der König noch an demselben Abend seine Heimreise antreten oder seine Anwesenheit noch um einen oder den andern Tag verlängern wird. (K. Z.)

Berlin, 25. Oktober. Die Kaiserin Friedrich stattete heute in Be­gleitung der Prinzessinnen Viktoria und Margarethe dem Grafen Moltke im Gencralstabsgebäude einen Gratulationsbesuch ab und überreichte als Ehrengabe das in Metall getriebene Reliefbild des Kaisers Friedrich. Im Namen der Großherzogin von Baden erschien der Hofmarschall und über­mittelte die historische Schreibmappe, auf welcher Kaiser Wilhelm I. bis zu seinem Tode geschrieben. Moltke war tief gerührt.

Berlin, 25. Oktbr. Verschiedene Blätter bringen, anscheinend nach einer Mittheilung in derStaaten Korrespondenz", die Nachricht, daß die Enquete-Konimission zur Vorberathung der Reform des höheren Schulwe­sens am Donnerstag ihre Sitzungen im Kultusministerium begonnen habe. Diese Notiz ist in der Hauptsache unrichtig. Wie schon vielfach, so hat auch an dem genannten Tage eine Sitzung zur Vorbereitung der Berathun­gen stattgesunden, und zwar unter Zuziehung einiger nicht zu den Rälhen des Ministeliums gehöriger Herren. Die Enquete Kommission selbst kann mit Rücksicht auf den nahen Zusammentritt des Landtages erst dann ein­berufen werden, wenn die ersten Lesungen bes Abgeordnetenhauses über die großen Reforingesetze beendigt sind und den Nächststehenden die Möglichkeit gegeben ist, an den Berathungen der Kommission persönlich Theil zu nehmen.

Berlin, 25. Oktbr. Sämmtliche heutigen Londoner Morgenblätter widmen, wie derReichsanz." meldet, dem Grafen Moltke höchst aner­kennende Leitartikel. DerStandard" sagt: Andere Soldaten hätten nur Ruinen hinterlassen, während Moltke bei Gründung eines Reichs wesent­lich geholfen habe; kein Lob könne groß genug sein für einen solchen Mann, keine Auszeichnung übertrieben ; Molike sei eine Ehre, nicht nur für Deutsch-