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Stil dem betreffenden Postaujschlag. SU einzelne Nummer 10 Psg.
Hannner Anzeiger.
Jugkerch Amtliches Argcrn für Ktcröt- und Landkreis ^anau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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10 Psg.
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30 Psz
^r. 243.
Freitag den 17. Oktober
1890
Amtliches.
Bekanntmachung.
In Zanzibar, Bagamoyo und Dar-es-Salaam sind Kaiserlich Deutsche Postagenturen eingerichtet worden. Dieselben vermitteln den Austausch von Briefsendungen jeder Art unter den Bedingungen des Weltpostvereins. In Deutschland werden erhoben:
für frankirte Briefe . . . .20 Pf. für je 15 g, „ unfrankirte Briefe . . . . 40 „ „ „ „ „
„ Postkarten . . . . . 10 „ „ „ mit Antwort . . . 20 „
„ Drucksachen, Waarenproben und Geschäftspapiere . . . . . 5 „ für je 50 g, mindestens jedoch 10 Pf. für Waarenproben und 20 Pf. für Geschäftspapiere,
an Einschreibgebühr . . . . 20 Pf.
Berlin W., 10. Oktober 1890.
Der Staatssekretair des Reichs-Postamts, von Stephan.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
In der Gemeinde Bischofsheim ist die Maul- und Klauenseuche ans- gebrochen.
) Hanau am 15. Oktober 1890.
Der Königliche Landrath
V. 7283 v. Oertzen.
Auf dem Gutsbezirk Gronauerhof ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
^ Hanau am 15. Oktober 1890.
, Der Königliche Landrath
' V. 7270 v. Oertzen.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Brief mit der Aufschrift „Englisch Leiters". Ein Buch „Deutsche Lieder". Ein Buch mit hebräischem Druck.
Hanau am 17. Oktober 1890.
Tagesschau«
Berlin, 16. Oktober. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den Regierungs-Präsidenten, Wirklichen Geheimen Ober-RegierungsRath von Pommer-Esche zu Trier zum Ober-Präsidenten der Provinz Sachsen zu ernennen.
Berlin, 16. Oktober. Heute Vormittag um 93/a Uhr begaben Sich Se. Majestät der Kaiser und König mittelst Sonderzuges nach Berlin, empfingen im hiesigen Schlosse den Kriegs-Minister, General-Lieutenannt von Kaltenborn-Stachau zum Vortrag und präsidirten von 11 Uhr ab einem Krourath. Um 3 Uhr Nachmittags kehrten Se. Majestät mit dem fahrplanmäßigen Zuge nach der Station Wildpark bzw. nach dem Neuen Palais zurück.
\ Berlin, 16. Oktober. Die Ueberführung der Särge weiland Sr. Majestät des Kaisers Friedrich und der Prinzen Waldemar und Sigismund von der Grabkapelle der Friedenskirche in Potsdam nach dem neuerbauten Mausoleum fand heute Vormittag statt, nachdem Prediger Kritzinger in der Kruftkapelle ein Gebet gesprochen. Die Särge wurden von Unteroffizieren des 1. Garde-Regiments zu Fuß und des Regiments Garde du JSorpâ getragen. Im Zuge befanden sich, wie der „Reichsanz." meldet, «ii. A. der Ober-Hof- und Hausmarschall, Ober-Ceremouienmeister Graf zu i Eulenburg, der Hausmarschall Freiherr von Lyncker, die General-Adjutanten I von Wittich und von Hahnke, der Ober-Hofmeister Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich Graf von Seckendorst, der Minister des Königlichen Hauses von Wedell, der Erbauer des neuen Mausoleums Professor Raschdorf sowie die Dienerschaft Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich. _ Nach- dem im Mausoleum die Särge in die Gruft geschafft und diese geschlossen worden, sprach Prediger Kritzinger ein Schlußgebet.
Berlin, 16. Oktober. Gutem Vernehmen nach wird das Gesammt- präsidium des Reichstages dem Feldmarschall Grafen Moltke Glückwünsche zu dessen Geburtstag überbringen.
Berlin, 16. Oktober. Die Stadtverordneten - Versammlung nahm mit 91 gegen 6 Stimmen den Antrag Wohlgemuth an, den Magistrat zu ersuchen, mit der Staatsregierung wegen Uebernahme der Markt-, Gesundheit- und Baupolizei, sowie der Feuerwehr in städtische Selbstverwaltung in Verbindung zu treten. (Fr. N.)
Berlin, 16. Oktober. (K. 3 ) Die mehrfach angekündigte Konferenz von Sachverständigen, welche morgen im Reichsamt des Innern zur Berathung über die dem Reichstag vorzulegenden Novellen zum Patent- und Musterschntzgesetze zusamnieutreteu wird, soll hauptsächlich bezwecken, der Regierung Auskunft über die beabsichtigte Ausführung der Abänderungen zu geben. Man wird sich erinnern, daß bezüglich beider Entwürfe schon vor einiger Zeit die Gutachten der Interessentenkreise über die Bedürfniß- frage eingeholt waren, und es verlautet, daß diese Gutachten mehrfach Berücksichtigung bei der Abfassung des Gesetzes gefunden. Jetzt dürfte es sich darum handeln, für die praktische Durchführung der Gesetze feste Handhaben und Stützpunkte zu gewinnen.
Berlin, 15. Oktober. Die „Köln. Ztg." schreibt: Dem Finanzminister Miquel wird in Bezug auf die Einführung der Deklarationspflicht bei der Einkommensteuer sehr werthvolles Material seitens hiesiger Industrieller 'unterbreitet werden. Am Montag Abend sand hier, so schreibt der „Confektionär", infolge eures von zuständiger Seite kundgegebenen Wunsches eine Besprechung sehr angesehener Kaufleute, die sämmtlich der Textilbranche angkhöreu, statt, welche die Herbeiführung der Selbsteinschätzung dadurch zu fördern hoffen, daß sie den Finanzminister Miquel auf die jetzigen Ungleichheiten aufmerksam machen. Unter Nennung von Namen, die wir an dieser Stelle nicht veröffentlichen können, wurde erörtert, daß eine hiesige Firma aus der Textilbranche, deren Einkommen 3 Millionen Mark beträgt, nur mit 1 Million Mark zur Einkommensteuer herangezogen wird, andere ebenfalls benannte Firmen, deren jährliches Einkommen auf 100- bis 200 000 Mark zu schützen ist, sind mit einem Einkommen von 54 000 Mark (21. Stufe), 42 000 Mark (19 Stufe), einige sogar nur mit 25 000 Mark (15. Stufe) zur Einkommensteuer heraugezogen worden, während Firmen mit mittlerem Einkommen von 20- bis 40 000 Mark weit über diese Steuerstufe hinaus veranlagt worden sind. In kaufmänischen und gewerblichen Kreisen wird die Selbsteiuschätzung gewünscht auf Grund des Durchschnittseinkommens der letzten drei Jahre. Man ist de> selben schon deshalb geneigt, um bei Reklamationen den Recherchen der Konkurrenten, welche dieselben jetzt gewöhnlich vorzunehmen haben, aus dem Wege gehen zu können; hohe Geldstrafen für falsche Angaben bei der Selbsteiuschätzuug, dann aber nur staatlich angestcllte Beamte, welche dieselbe vornehmen, die ferner durch ihren Diensteid gehalten sind strengste Diskretion zu bewahren, werden gewünscht. Eine solche Selbsteinfchätzung würde, wie in dem Material, welches dem Herrn Finanzminister zugehen wird, durch Zahlen bewiesen wird, au Einkommensteuer die Hälfte der Beträge mehr liefern, als bisher.
Berlin, 16. Oktober. Das Kreuzer - Geschwader, bestehend aus S. M. Schiffen „Leipzig", „Alexandrine" und „Sophie", Geschwader-Chef Contre-Admiral Valois, beabsichtigt, am 18. d. M. von Sydney aus nach Jervis-Bay in See zu gehen.
Kiel, 16. Oktober. Ihre Königlichen Hoheiten der Prinz und die Prinzessin Heinrich nebst dem Prinzen Waldemar sind nach einer Meldung des „Reichsanz." heute Vormittag um 9 Uhr nach Potsdam abgereist.
Hallt, 16. Oktober. Sozialistenkougraß. Kloß (Stuttgart) beantragt, nach den „Fr. W", eine Resolution, welche die Anwendung des Streiks oder jdes Boykottens unter ungünstigen Bedingungen eher für schädlich als nützlich erklärt und empfielt, die Arbeiterbewegung gewerkschaft- lich zu zeutralisiren. Die Resololution wurde angenommen und die Unterstützung der bestehenden Gewerkschaft, sowie die Nengründung solche-., wo sie fehlen, empfohlen.
Die „Köln. Ztg." schreibt: Für die von Rußland Anfangs käuflich erworbenen 80 000 Berdangewehre dürste Serbien nichts zu zahlen haben, da der Zar dieselben nachträglich, wie ich aus guter Quelle höre, den Serben zum Geschenk gemacht haben soll.