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Montag den 13. Oktober

Nr. 239.

Amtliches.

Bekanntmachungen König!. Landrathsamts.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises haben die­jenigen Personen, welche für das nächste Kalenderjahr Wandergewerbescheine zum Gewerbebetriebe im Umherziehen wünschen, mittelst ortsüblicher Be­kanntmachung aufzufordern, die deshalbigen Anträge und zwar wenn dieselben seither schon im Besitze eines solchen Scheines gewesen sind, unter Vor­legung des zuletzt ertheilten, bei Ihnen anzubringen, dieselben auch ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, daß alle, welche dieses unterlassen würden, sich die nachtheiligen Folgen, welche durch verspätete rechtzeitige Anmeldung entstehen, selbst zuzuschreiben haben.

Die Anträge sind in die vorgeschriebene, im Waisenhause dahier zu empfangende Nachweisung resp. Signalementsverzeichniß einzutragen und gehörig vollzogen bis $itW 1. November d. J. an mich einzureichen oder es ist berichtlich anzuzeigen, daß keine Anträge gestellt sind.

Hanau am 6. Oktober 1890.

Der Königliche Landrath

St. 3019 v. Oertzen.

Auf einem Gehöft der Stadt Windecken ist die Maul- und Klauen­seuche ausgebrochen.

Hanau am 11. Oktober 1890.

Der Königliche Landrath

V. 7133 v. Oertzen.

pi In der Gemeinde Hochstadt ist auf neun Gehöften die Maul- und M Klauenseuche ausgebrochen.

Hanau am 11. Oktober 1890.

Der Königliche Landrath

V. 7132 v. Oertzen.

In den Gemeinden Breitenborn A. W., Gassen, Kirchbracht und Rothenberge», Stadtgemeinde Orb und Gemeinde Lieblos ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und die Orts- und Gemarkungssperre angeordnet. Hanau am 11. Oktober 1890.

Der Königliche Landrath

V. 7138 v. Oertzen.

In 2 Gehöften der Gemeinde Wachenbuchen ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Hanau am 11. Oktober 1890.

Der Königliche Landrath.

V. 7131 I. B.: Baabe.

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Zugelaufen: Am 6. d. Mts. ein tiegerfarbiger Hund mit 4 weißen Pfoten, m. Geschl.; Empfangnahme bei Joh. Heinrich Kaiser Wwe. zu Langendiebach.

Hanau am 13. Oktober 1890.

Tagesschau.

Berlin, 11. Oktbr. Dem zum persischen General-Konsul in Frank­furt a. M. ernannten Kaufmann Ludwig Adolph Löwenstein ist das Exe­quatur Namens des Reichs ertheilt worden.

Berlin, 11. Oktbr. Se. Majestät der Kaiser und König begaben Sich heute Morgen um 7^2 Uhr mit Sonderzug von der Station Wild­park nach Berlin und hörten von S/a Uhr im Königlichen Schloß die Vorträge des Chefs des Zivilkabinets, des Hausministers, des Ministers ber geistlichen Angelegenheiten, des Chefs des Generalstabes und des Chefs des Militärkabinets. Um 12 Uhr empfingen Se. Majestät den italienischen Botschafter, welcher im Auftrage Sr. Majestät des Königs von Italien Höchstdessen Büste Sr. Majestät übergab. Um 12^2 Uhr statteten Beide Majestäten Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich einen Besuch ab und :

1890

fuhren dann um 1 Uhr vom Stettiner Bahnhof über Eberswalde nach Hubertusstock.

Berlin, 11. Oktober. DerReichsanz." veröffentlicht eine Uebersicht der Ernteergebnisse pro 1890. Dieselbe bezeichnet das Ernteergebniß noch immerhin als ein günstiges, wenn schon der Juli die Erwartung mehrfach nicht erfüllt habe. Die Halmfrüchte lieferten durchweg einen reichen Stroh­ertrag; der Körnerertrag ist im allgemeinen ein mittlerer; Roggen ist viel­fach weniger befriedigend, der Ausfall jedoch durch das bessere Ergebniß der übrigen Getreidearten, insbesondere von Haser und Gerste, einigermaßen ausgeglichen. Besonders wichtig wegen der Viehzucht ist die reichlische Ernte von Futterkräutern; das Klee-Ergebniß ist befriedigend. Die Kartoffelberichte lauten fast allgemein ungünstig; Futterrüben lassen einen mittleren bis guten Ertrag erhoffen; der Zuckerrübenstand ist meist befriedigend, der Zuckergehalt mehrfach geringer. Gegenüber den Vorjahren sind Hülsenfrüchte und Raps im allgemeinen befriedigend.

Berlin, 11. Oktober. Die Konferenz zur Berathung der dem Reichstage vorzulegenden Gesetzentwürfe, betreffend die Abänderung der Patent- und Musterschutzgesetze, tritt am 17. ds. Mts. im Rcichsamt des Innern zusammen. (Fr. N.)

Berlin, 11. Oktober. Laut einer hier eingegangenen Berichtigung muß es in der gestrigen Depesche aus Washington heißen: Das Schatzamt entschied, daß alle nach dem jetzigen Zollgesetze zollfreien Waaren, welche unter der Herrschaft des früheren Zollgesetzes in die Zollniederlage gebracht waren, jetzt zollfrei wieder verabfolgt werden können. (Fr. N.)

Trakehnen. DerN. A. Ztg." schreibt man: Die ostpreußische Pferdezucht ist nicht bloß in unserem engeren Vaterlande, sondern wohl in der ganzen Welt angesehen und sogar berühmt. Als ein erneuter Beweis dafür darf die Meldung einer amerikanischen Zeitung angesehen werden, daß ein Einwohner von Milwaukee, Namens Heil, zwei echte Trakehner Zucht­hengste dorthin gebracht habe, welche auf der gerade stattfindenden Staats­ausstellung mit dem ersten Preise ausgezeichnet wurden.

Danzig, 11. Oktbr. (K. Z.) Ueber den Eisenbahnunfall bei Güldenboden veröffentlicht das königliche Betriebsamt Danzig folgende Mit­theilungen : Am gestrigen Tage entgleisten in dem Schnellzuge Nr. 3 aus der Strecke Elbing-Güldenboden 7 Wagen, von denen zwei in der Mitte, fünf am Ende standen. Personen wurden nicht verletzt, die Wagen nicht erheblich beschädigt, das Geleise jedoch auf 500 m Länge gestört. Infolge­dessen war die Strecke bis heute früh 4 Uhr gesperrt und mußten die Personen an der Unfallstelle umsteigen. Die Sperrung ist jetzt beseitigt, die Ursache der Entgleisung konnte noch nicht festgestellt werden, da die Unter­suchung noch nicht beendigt ist.

Dresden, 12. Oktober. Heute früh um 4'/g Uhr stießen am Lößnitzer Straßeuübergange beim Schlesischen Bahnhöfe zwei Güterzüge aufeinander. Sieben Personen sollen schwer verletzt sein; unter ihnen auch der Lokomotivführer. Durch den Eisenbahnunfall an dem Lößnitzer Straßenübergange hat der Personenverkehr keine Unterbrechung erlitten. Die Verwundungen der Verunglückten bestehen hauptsächlich in Arm- und Beinbrüchen und Quetschungen. Zwanzig Wagen sind beschädigt. Der bereits gemeldete Zusammenstoß beim Schlesischen Bahnhöfe erfolgte nach weiteren Berichten zwischen einem von Görlitz kommenden Güterzuge und einem Rangierzuge. Von den Zugbeamten sind fünf, darunter zwei schwer verletzt. " ~ (Fr. I.)

Detmold, 11. Okt. Vor der Schlußabstimmung über die Regent- schaftsvorlage erklärte der Minister den §. 5 mit dem Institute eines Regentschaftsrathes, dessen Befugnisse später bestimmt werden sollen, für unannehmbar, da dies Institut das monarchische Prinzip verletze, und zog dann die ganze Vorlage zurück. Der Landtag ersuchte die Staatsregierung, baldigst eine Gesetz- und verfassungsmäßige Fürsorge für die Eventualität zu treffen, daß nach dem Ableben der Mitglieder des jetzt regierenden Fürstenhauses infolge der bereits lange dauernden Streitigkeiten zwischen den Seitenlinien der Thron eine zeitlang erledigt bleibe, wodurch die Existenz des ganzen Staatsorganismus zeitweilig gefährdet sei.

Bern, 11. Oktbr. Heute haben beide gesetzgebenden Räthe ihre Sitzungen geschlossen. In: Nationalrath erwähnte der Präsident Suter den neuen Niederlassuttgsvertrag mit Deutschland und bemerkte dabei, daß der­selbe den korrekten Abschluß einer vorübergehenden Störung bilde, auf welche