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Hanauer Anzeiger.

Augteich AmtticHes girgan für Ktcröt- unö Landkreis Kcrncru.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 238,

Samstag den 11. Oktober

1890

Amtliches.

Der auf den 14. d. Mts. anberaumte Viehmarkt in Hanau wird wegen der in der dortigen Gegend unter dem Rindvieh ausgebrochenen Maul- und Klauenseuche aufgehoben.

Cassel den 9. Oktober 1890.

Der Regierungs-Präsident

Rothe.

Bekanntmachungen König!. Landrathsamts.

Wegen Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Niederdorfelden ist die Orts- und Gemarkungssperre angeordnet.

Hanau am 8. Oktober 1890.

Der Königliche Landrath

V. 7051 v. Oertzen.

In der Gemeinde Oberissigheim ist auf vier Gehöften die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Hanau am 10. Oktober 1890.

Der Königliche Landrath

V. 7111 v. Oertzen.

Bei der heute in Gegenwart eines Notars öffentlich bewirkten 10. Werloosung von 3^/,prozentigen, unterm 2. Mai 1842 ausgefertigten Staatsschuldscheinen sind die in der Anlage verzeichneten Nummern gezogen worden. Dieselben werden den Besitzern zum 1. Januar 1891 mit der Aufforderung gekündigt, die in den ausgeloosten Nummern verschriebenen Kapitalbeträge vom 2. Januar 1891 ab gegen Quittung und Rückgabe der Staatsschuldscheine und der dazu gehörigen Anweisungen zur Abhebung der Zinsscheinreihe XXI bei der Staatsschulden-Tilgungskasse, Taubenstraße Nr. 29 hierselbst, zu erheben.

Die Zahlung erfolgt von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmit­tags, mit Ausschluß der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäfts­lage jeden Monats.

Die Einlösung geschieht auch bei den Regierungs-Hauptkassen und in Frankfurt a/M. bei der Kreiskasse.

Zu diesem Zwecke können die Effekten einer dieser Kassen schon vom 1. Dezember 1890 ab eingereicht werden, welche sie der Staatsschulden- Tilgungskasse zur Prüfung vorzulegen hat und nach erfolgter Feststellung die Auszahlung vom 2. Januar 1891 ab bewirkt.

Mit dem 1. Januar 1891 hört die Verzinsung der verloosten Staatsschuldscheine auf.

Zugleich werden die bereits früher ausgeloosten, aus der Anlage verzeichneten, noch rückständigen Staatsschuldscheine wiederholt und mit dem Bemerken aufgerufen, daß die Verzinsung derselben mit den einzelnen Kündigungsterminen aufgehört hat.

Die Staatsschulden-Tilgungskasse kann sich in einen Schriftwechsel mit den Inhabern der Staatsschuldscheine über die Zahlungsleistung nicht

Formulare zu den Quittungen werden von sämmtlichen oben gedachten Kassen unentgeltlich verabfolgt.

Berlin am 3. September 1890.

Hauptverwaltung der Staatsschulden.

Wird hierdurch veröffentlicht mit dem Hinzufügen, daß die vorstehend erwähnte Nummerliste dahier eingesehen werden kann, auch in den Geschäfts­kokalen der Königlichen Steuerkassen offen gelegt ist.

Hanau am 3. Oktober 1890.

Der Königliche Landrath

6781 v. Oertzen.

. Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises haben die­jenigen Personen, welche für das nächste Kalenderjahr Wandergewerbescheine zum Gewerbebetriebe im Umherziehen wünschen, mittelst ortsüblicher Be- anntmachung aufzufordern, die deshalbigen Anträge und zwar wenn dieselben Zither schon im Besitze eines solchen Scheines gewesen sind, unter Vor­

legung des zuletzt ertheilten, bei Ihnen anzubringen, dieselben auch ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, daß alle, welche dieses unterlassen würden, sich die nachtheiligen Folgen, welche durch verspätete rechtzeitige Anmeldung entstehen, selbst zuzuschreiben haben.

Die Anträge sind in die vorgeschriebene, im Waisenhause dahier zu empfangende Nachweisung resp. Signalementsverzeichniß einzutragen und gehörig vollzogen bis znm 1. November d. I. an mich einzureichen oder es ist berichtlich anzuzeigen, daß keine Anträge gestellt sind.

Hanau am 6. Oktober 1890.

Der Königliche Landrath

St. 3019 v. Oertzen.

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Eine Maurerkelle.

Zugelaufen: Am 8. d. Mts. ein kleiner junger schwarzer Hund m. Geschl.

Hanau am 11. Oktober 1890.

Tagesschatt.

Berlin, 10. Oktbr. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute früh die Meldung des Generals der Infanterie von Verdy du Vernois entgegen und hörten die Vorträge die Reichskanzlers und der Staatssekre­täre des Reichs-Marine- und des Auswärtigen Amts.

Berlin, 10. Oktbr. Die Ansiedelungs Kommission hat, westprenßi- schen Blättern zufolge, das früher Herrn Wedding gehörige Rittergut Gul­bien im Kreise Rosenberg für 375 000 Mk. in der am 4. d. M. stattge­habten Zwangsversteigerung erstanden.

Berlin, 10. Oktober. Im April 1891 versammelt sich die Evan­gelische Allianz in Florenz zu ihrer neunten allgemeinen Weltkonferenz. Die Zustimmung aller europäischen und außereuropäischen Zweige ist er­folgt. Der König von Italien heißt die Allianz willkommen. Zahlreiche Betheiligung steht zu erwarten. Um solche auch aus Deutschland zu för­dern, entsendet das Berliner Komitee nicht nur seine besonderen Vertreter, sondern vermittelt auch Freunden der Sache freies Quartier in Florenz und Reiseerleichterungen anderer Art. Herr Pastor Baumann, der Sekretär des deutschen Zweiges hier, Reinickcndorferstraße 2a, gibt die nähere Aus­kunft.

DieK. Z." schreibt: In dem erledigten Reichstagswahlkreis Würzburg machen die Sozialdemokraten große Anstrengungen, um das Mandat dem Zentrum zu entreißen, welches das letzte Mal nur mit knapper Mehrheit in der Stichwahl Sieger blieb. Der Wahlkreis ist, so bemerkt die Nat.-Lib. Corr., eine treffliche Illustration zu der Behauptung, daß in katholischen Gegenden die Sozialdemokratie keinen Boden finde In diesem zu 82 Prozent katholischen Wahlkreise wurden 1881 noch keine einzige, 1884 113, 1887 1614, 1890 4615 und in der Stichwahl 6720 sozialdemo­kratische Stimmen abgegeben. Bei der Entscheidung wird es hauptsächlich auf die ziemlich starke demokratische Partei ankommen, die eine schwere Stellung haben wird, da sie in ihren Herzensneigungen ebensowohl zu den Ultramontanen als zu den Sozialdemokraten hingezogen wird.

Wilhelmshaven, 10. Oktober. Der Lloyddampfer Kronprinz Friedrich Wilhelm ist um 10 Uhr mit dem Ablösungskommando der Schiffe Habicht, Hyäne, Cyklop und Nachtigall aus Kamerun in See gegangen.

Grünberg, 10. Oktober. Die Direktion der hiesigen englischen Wollwaaren-Manufatur erklärt die Zeitungsmeldung, daß von ihr demnächst 600 Arbeiter entlassen werden würden, für völlig grundlos. Die englische Wollwaaren-Manufaktur sei ausreichend beschäftigt und denke eher an Ver­mehrung des Arbeiterpersonals. (Fr. N.)

Königsberg, 10. Oktober. Der heute Vormittags hier fällige Berliner Kurierzug ist erst Nachmittags eingetroffen. Nach Mittheilung des Betriebsamts Schneidemühl sind bei Güldenboden zwei Wagen entgleist, wobei niemand verletzt wurde. (Rh. K.)

Königsberg, 10. Oktober. DieKgsb. allgemeine Zeitung" meldet über den Eisenbahnunfall bei Güldenboden: Der zunächst hinter der Lokomotive folgende Packwagen ist entgleist, der hinter demselben befindliche