©WitWIHÖ*
MhrNch e Mark. ch«irj.âL»P,g.
UirrtrljLhrkich q Wark 25 W ' Wr auswärtige
Ätionnenten
Mit sew betreffen» Ä« P»ilauiichiag. "Ssie einzelne -Jtum» wer 10 >â
Augteich Amtliches ^)rgatt für Stcröt- und LcrnöKveis Kcrncru.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Auf«ti»«r-
Pre»:
Sie ispaltige Barmondzeile »d deren Raum
10 Pfg.
Sie 2spalt. Zeile 20 Pfg.
Sie SfpaltigeZeil- 30 Pfg
Nr. 186.
Dienstag den 12. August
1890
Amtliches.
Bekanntmachung.
Auf der Insel Helgoland ist für den Post- und Telegraphenverkehr mit dem heutigen Tage ein Kaiserlich Deutsches Postamt in Wirksamkeit getreten.
Von demselben Zeitpunkt ab finden auf den Post- und Telegraphen- verkehr Helgolands die in Deutschland gültigen Tarife Anwendung; insbesondere unterliegen Postsendungen und Telegramme zwischen Helgoland und Deutschland den inneren Deutschen Taxen.
Die Frankirung der auf der Insel Helgoland zur Auflieferung kommenden Postsendungen erfolgt durch Werthzeichen der Deutschen Rcichs- Postverwaltung.
Berlin W., 10. August 1890.
Der Staatssekretär des Reichs-Postamts, von Stephan.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
Bei der heute in Gegenwart eines Notars öffentlich bewirkten 11. Verloosung von Kurmärkischen Schuldverschreibungen find die in der Anlage verzeichneten Nummern gezogen worden.
Dieselben werden den Besitzern mit der Aufforderung gekündigt, die in den ausgeloosten Nummern verschriebenen Kapitalbeträge vom 1. November 1890 ab gegen Quittung und Rückgabe her Schuldverschreibungen und der nach dem 1. November d. Js. fällig werdenden Zinsscheine Reihe XIII Nr. 7 und 8 nebst Zinsschein-Anweisungen bei der Staatsschulden- Tilgungskasse, Taubenstraße Nr. 29 hierselbst, zu erheben.
Die Zahlung erfolgt von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags, mit Ausschluß der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäftslage jeden Monats.
Die Einlösung geschieht auch bei den Regierungs-Hauptkassen und in Frankfurt a/M. bei der Kreiskasse.
Zu diesem Zwecke können die Effekten einer dieser Kassen schon vom 1. Oktober d. Js. ab eingereicht werden, welche sie der Staatsschulden- Tilgungskasse zur Prüfung vorzulegen hat und nach erfolgter Feststellung die Auszahlung vom 1. November 1890 ab bewirkt.
Der Betrag der etwa fehlenden Zinsscheine wird vom Kapitale zurückbehalten.
Mit dem 1. November 1890 hört die Verzinsung der verloosten Kurmärkischen Schuldverschreibungen aus.
Zugleich werden die bereits früher ausgeloosten, auf der obigen Anlage verzeichneten, noch rückständigen Kurmärkischen Schuldverschreibungen wiederholt und mit dem Bemerken aufgerufen, daß die Verzinsung derselben mit den Kündigungsterminen aufgehört hat.
Die Staatsschulden-Tilgungskasse kann sich in einen Schriftwechsel mit den Inhabern der Schuldverschreibungen über die Zahlungsleistung nicht einlassen.
Formulare zu den Quittungen werden von sämmtlichen oben gedachten Kassen unentgeltlich verabfolgt.
Berlin am 2. Juli 1890.
Hauptverwaltung der Staatsschulden.
Wird hierdurch veröffentlicht mit dem Hinzufügen, daß die vorstehend erwähnte Nummerliste dahier eingesehen werden kann, auch in den Geschäftslokalen der Königlichen Steuerkassen offen gelegt ist.
Hanau am 30. Juli 1890.
Der Königliche Landrath.
V. 5181 In Vertr.: Baabe.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Brodbuch Nr. 138, auf den Namen Lochmann lautend. Ein Strohhut, weiß mit schw. Band. Ein Liebermanns Rechenbuch, auf den Namen Wilh. Pfeil lautend.
Vom Wasenmeister ein gefangen: Ein gelber Pinscher m. Geschl.
Entlaufen: Neun Siück Enten Leimengaffe 23, K. S.
Hanau am 12. August 1890.
Tagesschau.
Berlin, 11. August. Dem „Reichsanz." zufolge lautete der Toast Sr. Majestät des Kaisers bei der gestrigen Frühstückstafel auf Helgoland wie folgt: „Das schöne Eiland sei ohne Kampf, ohne daß eine Thräne geflossen, in Seinen Besitz übergegangen. Die vielen Depeschen, welche Er heute aus dem Mutterlande erhalten, bezeugten die Sympathie mit dem neuen Erwerb. Er wolle gerade auf die Art und Weise Hinweisen, wie Helgoland wieder gewonnen. Er sei stolz darauf, daß dies im Frieden geschehen. Als er im Jahre 1873 zum letzten Mal hier gewesen, habe Er sich gesagt, Er werde glücklich sein, wenn Er es erleben könnte, daß die Insel wieder deutsch werde. Jetzt haben wir die Insel erworben durch Vertrag aus dem freien Willen der Regierung und der gesetzgebenden Faktoren eines stammverwandten Landes; es liege Ihm daher am Herzen, ein Glas der hohen Frau zu widmen, der wir es zu verdanken haben, daß die Insel wieder deutsch sei; mit weitschauendem Blick, mit hoher Weisheit regiere die Königin Ihr Land und Sie lege Werth darauf, mit Ihm und Seinem Volke in Freundschaft zu leben, Sie schätze deutsche Offiziere, deutsche Töne in Melodien. Hoch lebe die Königin von England."
Berlin, 11. August. Sc. Majestät der Kaiser und König trafen heute früh um 5 Uhr 28 Min. in Berlin ein und nahmen von 11 Uhr Vormittags ab die Vorträge des Reichskanzlers v. Caprivi, des Finanzministers Dr. Miquel und des Chefs des Geheimen Zivilkabinets Dr. v. Lucanus entgegen.
Berlin, 11. August. Gestern Mittag ertheilte Ihre Majestät dem Komitee, den Ehren-Präsidenten und anderen hervorragenden Mitgliedern des X. Internationalen medizinischen Kongresses eine Audienz.
Berlin, 11. Aug. Geheimrath Prof. Virchow hat heute Mittag die Ausstellung des medizinischen Kongresses mit einem Hoch auf den Kaiser geschlossen. Namens der Aussteller dankte Fromm-Frankfurt a. M. und schloß mit einem Hoch auf Virchow.
Berlin, H. Ang. Der Minister für Landwirthschaft hat die sämmtlichen Regierungen mittels Reskripts vom 6. August d. I. veranlaßt, binnen acht Wochen anzuzeigen, ob und in welchem Umfange die „Nonne" in ihren Bezirken in Gefahr drohender Menge aufgetreten ist; in dem zu erstattenden Bericht sollen auch die nicht im Besitz des Staats befindlichen Waldungen berücksichtigt werden.
Ueber die politische Bedeutung der Reise des Kaisers Wilhelm nach England erhält die „Post" nachstehenden Brief von einer Persönlichkeit, die ihr als wohl unterrichtet gilt: Wie der Besuch des Kaisers Wilhelm in Osborne im vorigen Jahre der Ausgangspunkt für das anglo- deutsche Abkommen war, wie auch dieses der Besuch des Prinzen von Wales und die großartige Aufnahme desselben in Berlin nicht ohne Einfluß war, so geht in Kreisen des Foreign Office das Gerücht, daß die jetzige Anwesenheit des Kaisers in Osbborne nicht ohne politische Bedeutung fein dürfte, daß zwischen ihm, der Königin, dem Prinzen von Wales und Lord Salisbury Verabredungen stattfinden, deren Resultate die Welt vielleicht nicht weniger überraschen dürften, als der deutsch-engfische Vertrag.
Schönhausen, 10. August. Graf Herbert Bismarck wird von Herbst an dauernd seinen Wohnsitz hierher verlegen.
Koblenz, 11. Aug. Bei den Gewittern, welche gestern Abend zwischen 8 und 10 Uhr in hiesiger Gegend niedergingen, von denen das erste von der Nahe her, ein zweites von der Mosel sowie von Nord und Nordost zusammen ausbrachen, wurde eine äußerst seltene Erscheinung beobachtet, nämlich in südwestlicher Richtung über dem Kuhkopf stieß eine starke Feuersäule von der Erde aus senkrecht zum Himmel, ähnlich einer armsdickcn Rakete. (K. Z.)
Essen a. b. R., 11. Aug. Der rheinisch-westfälische Roheisenverband und das westfälische Kokes-Syndikat haben nach der „Rheinisch- Westfälischen Zeitung" heute in Bochum eine Vereinbarung über dieKokes- preise abgeschlossen.
Krefeld, 11. Aug. Unter den Trümmern eines gestern eingestürzten Hauses sind, wie die „Krefelder Zeitung" meldet, 13 Todte und 3 Verwundete hervorgeholt worden ; ein öüjähriger Mann wurde noch lebend gerettet. 12 Personen werden noch vermißt, doch hofft man, sie noch retten zu können, da Hilferufe aus den Trümmern vernommen werde».
Krefeld, 11. Aug. Sämmtliche, bei dem Hauseinsturz verschüttete