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fianaiitr Anzeiger.

Iugteich Amtliches ^rgart für Staöi- und Lcrnökveis Kanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 180.

Dienstag den 5. August

1890

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Korb mit Eier (auf dem Wochenmarkt stehen geblieben).

Eingefangen: Ein schwarzer Dachs mit gelben Abzeichen, m. Geschl. Ein kl. weißer Hund w. Geschl.

Entlaufen: Ein junger Hund männl. Geschl., schwarz und weiß, mit brauner Backe und neuem gelben Halsband mit 2 Schellchen, auf den Namen „Zampa" hörend.

Zugelaufen: Ein kleiner junger Hund weibl. Geschl., v. d. Kinzig­brücke Nr. 5.

Hanau am 5. August 1890.

Tagesschau.

Berlin, 4. August. Se. Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht AUerhöchstihren bisherigen außerordentlichen Gesandten und bevoll­mächtigten Minister in Buenos Aires Freiherrn von Rotenhan unter Bei­legung des Karakters als Wirklicher Geheimer Legationsrath zum Unter- staatssekretär im Auswärtigen Amt zu ernennen.

Berlin, 4. August. Se. Majestät der Kaiser ist, wie der „Reichs- anz." meldet, an Bord der Dacht „Hohenzoller" und begleitet von dem deutschen Geschwader, Sonntag Abend 10 Uhr in der Bucht von Dover angekommen. Der Salut der deutschen Kriegschiffe wurde von den Strand­batterien erwidert. Der deutsche Botschafter Graf Hatzfeldt begab sich mit dem deutschen Militär-Attachö an Bord der „Hohenzollern", die heute früh mit dem Geschwader die Fahrt nach der Insel Wight fortsetzt. Zum Eh­rendienst bei Sr. Majestät während des Aufenthalts in England sind be­fohlen : General du Plat und der Admiral Hornby, bei Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Heinrich der Kapitän Markham.

Weiter meldet dasselbe Blatt von Portsmouth, 4. August: Se. Majestät der Kaiser Wilhelm traf in Osborne so früh ein, daß der Prinz von Wales nicht, wie festgesetzt war, mit der Dacht „Osborne" der „Hohen- zollern" begegnen konnte. Da die für die Uebungen mobilisirte britische Flotte an anderer Stelle versammelt wurde, war die Rhede von Spithead von Kriegsschiffen entblößt. Se. Majestät der Kaiser fuhr in Cowes in Begleitung eines deutschen Kriegsschiffes, fünf britischer ihm entgegengefah­rener Torpedoboote und der Admiralitätsyacht „The Queen" ein. An Bord des Admiralsschiffs befanden sich der Hafen-Admiral Commerell und der kommandirende General des Süddistrikts von Leicester Smith. Das Hafen­geschwader begrüßte die einfahrende Kaiseryacht. Vom Hauptmast seines Flaggenschiffs, des „Herzogs Wellington", wehte die deutsche Flagge. Sämmtliche Schiffe gaben den Königssalut ab, als die „Hohenzollern" Spithead passirte. Bei Cowes erwartete eine Menge bunt beflaggter Dach­ten die Ankunft Sr. Majestät. Nach erfolgter Landung schritt Se. Maje­stät der Kaiser die aufgestellte Ehrenwache ab und begab Sich sofort nach Schloß Osborne, wo die Königin Viktoria Allerhöchstdenselben empfing und herzlichst bewillkommnete. Die Königlichen Prinzen waren beim Empfange Sr. Majestät anwesend und wurden von Allerhöchstdemselben ebenfalls herz­lichst begrüßt.

Berlin, 3. Aug. Die Folgen der Aufhebung des Schweineeinfuhr- verbots gegen Dänemark beginnen sich fühlbar zu machen. An der deutsch- dänischen Grenze findet gegenwärtig eine sehr starke Zufuhr von Schweinen statt, und da das gleiche von der preußisch österreichischen und sächsisch­österreichischen Grenze gemeldet wird, so steht zu erwarten, daß auch der Preis des Schweinefleisches bald einen entsprechenden Rückgang erfahren wird.

Berlin, 4. August. Der internationale Delegirtentag für Feuer- bestattnng wurde durch den Stadtverordneten Matterne eröffnet. Er nahm eine Resolution an, welche die Hoffnung ausspricht, daß die der Leichenver­brennung noch abgeneigten Regierungen sich von der Schädlichkeit des jetzigen Begräbnißwesens überzeugen und die fakultative Kremation gestatten würden, und beschloß ein Danktelegramm an Crispi wegen dessen sympathischer Stellungnahme zur Feuerbestattung. (Fr. N.)

Berlin, 4. Aug. Auf Ersuchen der deutschen Regierung wurden die englischen Kriegsschiffe vor Buenos-Ayres angewiesen, nöthigensalls auch

die dort ansässigen Angehörigen des deutschen Reiches in Schutz zu »ehmen. (Rh. K.)

Berlin, 4. Aug. Dr. Peters trifft am 9. d. M. in Neapel ein.

Breslau, 4. Aug. Der Provinzial-Kriegerverband verkündet die Ausschließung aller dem Deutschen Kriegerbunde nicht angehörigen Krieger­vereine von der Kaiserparade. (K. Z.)

Kisfingen, 4. August. Fürst Bismarck und Graf Herbert Bismarck sind Abends eingetroffen. Sie wurden, nach den „Fr. N.", vom Re­gierungspräsidenten Grafen Luxburg und den Spitzen der Behörden empfangen und fuhren durch die festlich geschmückten Straßen unter den Hochrufen des Publikums zur oberen Saline. Dr. Schweninger ist mit­gekommen.

Helgoland, 4. August. Es verlautet, daß der Gouverneur, die einglischen Sirandwächter und der Magistrat am kommenden Samstag abreisen. (^r. R.)

Athen, 3. Aug. Die Regierung beschloß, für den Bau von drei Avisodampfern in Frankreich, England und Deutschland einen Wettbewerb auszuschreiben.

Paris, 4. Aug. (K. Z.) Bei einem gestern in Rodez zu Ehren des Ministers des Innern Constans veranstalteten Festessen, an dem unge­fähr 200 Personen Theil nahmen, forderte der Minister in einer Rede die Republikaner zur Eintracht auf. Die Republik, erklärte er, sei stark genug, nm versöhnlich zu sein, und der Tag sei nicht mehr fern, da die Feinde der Republik noch Generäle, aber keinen Soldaten mehr haben würden.

Paris, 4. Aug. Wie die Blätter melden, hat der Kapitän des Dampfers Solazie, der von Australien in Marseille eingetroffen ist, mrt- getheilt, er habe am 4. Juli bei Albany den norwegischen Segler Storn- king unter Führung des Kapitäns Jakensen gesehen, welcher angeblich an der australischen Küste durch einen Cyklon untergegangen sein sollte. Jakensen sei auf der Rückreise begriffen.

Paris, 4. August. Morgen beginnt hier die Berathung von 15 amerikanischen Generalkonsuln Europas über die die Mac Kinley-Bill be­treffenden Zollfragen. In der heutigen Zusammenkunft waren die General­konsuln von Berlin, Frankfurt, Wien, Stockholm, Kopenhagen, Paris, Rom, London und Petersburg anwesend. Sie wählten den Chef des Konsulats­bureaus in Washington, Saint Clair, zum P äsidenten und den Delegirten des Washingtoner Schatzamts, Tingle, zum Sekretär. (Fr N)

Saint-Etienne, 4. August. In der Grube Villeboeuf gerieth am Vormittag eine Gallerte in Brand. Von 120 Arbeitern sind, soweit sich bisher feststellen läßt, fünf verwundet, davon zwei schwer. — Außer der heute Morgen erfolgten Entzündung schlagender Wetter erfolgte um 11 Uhr eine weitere Explosion, wobei zwölf mit Ausbesserung von Eindämmungen beschäftigte Arbeiter, und zwar mehrere sehr schwer ver­wundet wurden.

London, 4. August. Der „Standard" meldet aus Shanghai vom 3. ds.: die Städte Peking, Tungchow und Tientsin stehen unter Wasser, die Geschäfte stocken. Bisher ist es den Behörden nicht gelungen, die Flu- then zu bewältigen.

Petersburg, 4. August. Gegenüber der wiederholten Nachricht, Kaiser Wilhelm werde während seiner diesmaligen Anwesenheit in Rußland nicht nach Peterhof kommen, wird von zuverlässiger Seite versichert, daß dieselbe durchaus unbegründet ist. Kaiser Wilhelm trifft am 24. Angust in Peterhof ein und verweilt dort drei Tage. Die Rückreise wird voraus­sichtlich am 26. August auf dem Seewege erfolgen. (RH. K.)

Petersburg, 4. Aug. Der Minister des Innern hat gestern ein telegraphisches Gesuch der in Berlin bei dem medizinischen Kongreß ver­sammelten russischen Aerzte erhalten, die kaiserliche Genehmigung für die etwanige Abhaltung des nächsten Kongresses in Moskau oder Petersburg zu erwirken.

London, 2. August. Der Castle-Dampfer „Roslin Castle" ist auf der Ausreise vorgestern in Durban (Natal) angekommen.

Triest, 3. August. Der Lloyddampfer „Euterpe" ist gestern Nach­mittag ans Konstantinopel hier eingetroffen.

NeWDork, 3. August. Der Postdampfer „City of Chester" der „Jnman Linie" in Liverpool, ist gestern wohlbehalten hier angekommen.