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M. 172. Samstag den 26. Juli 1890

Amtliches.

Bekanntmachung. Postpacketverkehr mit den Fidji-Jnseln.

Von jetzt ab können Postpackete ohne Werthangabe im Gewicht bis zu 3 kg nach den Fidji-Jnseln versandt werden. Die Packete müssen frankirt werden.

Ueber die Taxen und Versendungsbedingungen ertheilen die Post­anstalten auf Verlangen Auskunft.

Berlin W., 18. Juli 1890.

Der Staatssekretär des Reichs-Poftamts, von Stephan.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

In Folge der Einlegung von Wasserleitungsröhren wird die Absper­rung der Straßen wie folgt angeordnet:

1) Vorstadt vom 25. Juli bis 4. August;

2) Hinteigasse vom 26. Juli bis 6. August;

3) Vor der Kinzigbrücke vom 28. Juli bis 10. August;

4) Bruchköbeler Landstraße vom 1. bis 15. August;

5) Frankfurter Landstraße vom 5. bis 15. August;

6) Schloßhof am Marstall vom 7. bis 15. August.

Während der angegebenen Zeit und so lange die Warnungstafeln ausgestellt sind, wird das Befihrcn der Straßen bei Meidnng einer Strafe bis zu 9 Mark subs. 3 Tagen Haft verboten.

Hanau am 25. Juli 1890.

Der Königliche Landrath.

P. 5117 In Vertr.: Baabe.

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Eine blaugestreifte Schürze. Eine Armspange mit Korallen.

Verloren: Eine Hundemarke Nr. 296/90.

Hanau am 26. Juli 1890.

Schenkungen und letztwillige Zuwendungen in Preußen.

Auch im Jahre 1889 hat sich der Wohlthätigkeitssinn der Bevölkerung in Preußen durch Schenkungen und letztwillige Zuwendungen an inländische Korporationen und andere juristische Personen in reger Weise bethätigt. Soweit das Ressort des Kultusministeriums hierbei in Betracht kommt, ist wieder wie in früheren Jahren eine nach Kategorien geordnete Zusammen­stellung derjenigen Zuwendungen veranlaßt worden, welche im einzelnen Falle den Betrag von 3 000 Mark übersteigen und demnach gemäß den Bestimmungen in § 2 des Gesetzes vom 23. Februar 1870 der allerhöchsten Genehmigung bedurften. Danach betrugen die in Geld gemachten Zuwendungen im Ganzen 5 022 083,61 Mark, die Werthhöhe der nicht in Geld gemachten Zuwendungen belief sich auf 1 414 600,80 Mark, so daß die Gesammtzuwendung eine Höhe von 6 436 684,41 Mark erreichten. Dazu kamen noch mehrere Grundstücke, eine Kapelle und Mobiliar ohne Werthangabe, sowie Honorarforderungen, deren Höhe noch nicht festfteht. Was die einzelnen Kategorien betrifft, so erhielten evangelische Kirchen i und Pfarrgemeinden 751571 Mark an Geld und 145 025 Mark an Werth anderer Zuwendungen und zwar in 59 verschiedenen Zuwendungen, außerdem ein Grundstück und Mobiliar; evangelich-kirchliche Anstalten, / Stiftungen, Gesellschaften und Vereine bezw. 511 850,10 Mark und 49 000 Mark in 26 Zuwendungen; evangelisch - kirchliche Gemeinschaften außerhalb der Landeskirche und dazu gehörige Anstalten 983138 Mark in Geld in' einer Zuwendung; Bisthümer und die zu denselben gehörigen Institute bezw 209 700 Mark und 9 276 Mark in 10 Zuwendungen; katholische Kirchen und Pfarrgemeinden rc. bezw. 1 316 786,12 Mark und 851 860 Mark in 122 Zuwendungen, außerdem 1 Kapelle und Grundstücke; katholisch-kirchliche Auftalien, Stiftungen rc. bezw. 518 945,45 Mark und 11.1 689,80 Mark in 39 Zuwendungen; Universitäten und zu denselben gehörige Institute bezw. 112 000 Mark und 72 000 Mark in 10 Zuwendungen, außerdem Honorarforderungen, deren Höhe noch nicht feststeht; höhere Lehranstalten und die mit denselben verbundenen Stiftungen x. baar 125 592,94 Mark in 9 Zuwendungen; Volksschulgemeinden, I Elementarschulen und die den letzteren gleichstehenden Institute bezw. i 42 500 Mark, 26 750 Mark in 7 Zuwendungen; Taubstummen- und

Minden-Anstalten baar 21 000 Mark in 2 Zuwendungen; Waisenhäuser und andere Wohlthätigkeitsanstalten baar 316 000 Mark in 11 Zuwendungen; Kunst- und wissenschaftliche Institute, Anstalten- rc. 24 000 Mark und 150 000 Mark in 7 Zuwendungen ; Heil- rc. Anstalten baar 89 000 Mark in 10 Zuwendungen_______________

Tagesschau.

Berlin, 25. Juli Wie derReichsanzeiger" meldet, hat der Kaiser gestern Abend mitWacht" undIrene" Molde verlassen, um nach Bergen zurückzugehen; er gedenkt von dort Samstag Mittag die Heimreise fortzusetzen.

Berlin, 25. Juli. Wie verlautet, trifft der Kaiser, von Bergen kommend, am 28. Juli in Wilhelmshaven ein, verbleibt daselbst bis zum 31. Juli an Bord derHohenzollern" und fährt am 1. August über Ostende nach England, von wo er am 11. August voraussichtlich in Berlin wieder eintrifft. (Fr. N.)

Berlin, 25. Juli. S. M. Kreuzer-KorvetteIrene", Komman­dant Kapitän zur See Prinz Heinrich von Preußen Königliche Hoheit, und das Manöver-Geschwader, Geschwaderchef Vizeadmiral Deinhard, sind am 24. Juli von Molde aus in See gegangen.

Berlin, 25. Juli. Die von einer hiesigen Zeitung gebrachte Nach­richt, daß die Reichs-Postverwaltung angeordnet habe, daß nach Uebernahme von Helgoland das dortige Postamt der Hamburger Ober-Postdirektion unterstellt werde, ist unrichtig. Bestimmungen hierüber sind noch nicht ge­troffen worden.

Berlin, 25. Juli. Die zur Erlangung von Wandergewerbescheinen und Ausweiskarlen für Handlungsreisende erforderlichen Polizei-Atteste darüber, daß die in der Reichsgewerbeordnung näher aufgeführten Ver­sagungsgründe nicht vorhanden sind, müssen nach einer soeben erlassenen Ministerialverfügung stempel- und kostenfrei ertheilt werden.

Berlin, 25. Juli. (K. Z.) Nach der allgemeinen Parole werden Ne Sozialdemokraten den 11 Oktober als den Tag des Sieges über das Sozialistengesetz nicht feiern, und zwar, weil der 20. Februar als Siegestag gelten soll.

Spandan, 25. Juli. Im benachbarten Dorfe Grünfeld wurde, nach denFr. N.", durch einen Wirbelsturm bei dem gestrigen Gewitter ein großer Theil der Häuser abgedeckt, der Kirchthurm umgestürzt und die Mühle zerstört.

Bonn, 25. Juli. Der Staatsminister Dr. v. Goßler besichtigte heute Vormittag die Münsterkirche und unternahm sodann eine Rheinfahrt nach Königswinter und dem Drachenfels. Nachmittags fand zu Ehren des Ministers ein Festessen in Godesberg statt. Um 6 Uhr erfolgte die Ab­reise nach Koblenz.

Halle a. S., 25. Juli. Heute erfolgte die Uebergabe der üblichen Geschenke anläßlich der Tronbesteigung Kaiser Wilhems II. und zum Gedächtniß Kaiser Friedrichs an die Halloren - Salzbrüderschaft durch den Berghauptmann Heydenrynsch in Anwesenheit des Ministers Wedell. Nach einer Anspache des Berghauptmanns gelobte der Vorsteher Treue dem Regenten und übernahm die Geschenke, bestehend aus Fabnen, Pokal und einer Fuchsstnte. " ' (Fr. N.)

Enpen, 24. Juli. Bei Gelegenheit eines Zwangsverkaufs in einem hiesigen Porzellan-Geschäfte brach heute Vormittag der Fußboden des Ladenraums, wodurch etwa 30 Personen in den Keller stürzten und theilweise verletzt wurden. Der dienstthuende Gerichtsvollzieher trug eine Beinquetschung davon. (K. Z.)

Bremen, 25. Juli. Der Vorstand der Ausstellung erhielt von dem Generalfeldmarschall Grafen v. Moltke ein Schreiben, in welchem letzterer für die freundliche Einladung dankt, zugleich aber auch lebhaft be­dauert, daß er aus Rücksicht auf seine Gesundheit die Reise nach Bremen nicht unternehmen könne. (Rb. K.)

Wien, 25. Juli. Der Gemeinderath von Serajewo bat einstimmig beschlossen, dem Minister Kallay in Anerkennung seiner Verdienste um die Stadt und das ganze Land ein Denkmal in Serajewo zu errichten.

Wien, 25. Juli. Minister Kallay hat die vom Gemeinderath von Serajewo beschlossene Errichtung eines Standbildes für ihn entschieden ab­gelehnt und dabei erklärt, er sei genügend belohnt, wenn das Volk anerkenne, daß die Regierung nur dessen Wohl anstrebe, und wenn es die Regierung in diesem Bestreben unterstütze.

Bergen, 25. Juli. DieHohenzollern" undIrene", welche