AbsnnemlvtS- PreiS:
Jährlich 9 Mark Halbj.äM.SOPsg. «ier'eNährlich
1 Diart 25 Psg. gâr auswärtige
Abonnenten mit dem betreffenden Postansschlag. Die einzelne Nummer 10 Psg.
IugteicH AmtLictzes Grgan für SLclöt- unö LânöKveis Kcrncru.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
SnferttetiB« Preis:
Sie Ispaltige Barmondzeilc ob. deren Raum
10 Psg.
Sie «spalt. Seite
20 Psg.
Die SspaltigeZeil-
30 Psg.
Nr. 156.
Amtliches.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
Bekanntmachung.
Der Schulknabe Adolph Semple hat sich am 4. d. Mts. aus der elterlichen Wohnung zu Fechenheim entfernt und ist bis jetzt nicht zurückgekehrt, alle Nachforschungen sind erfolglos geblieben. Gemple ist 6*/a Jahre alt, hat schmales Gesicht, blaue Augen, blonde Haare und war bekleidet mit grauer defekter Jacke, braun und schwarz karrirter kurzer Hose mit grauem Leibchen, weißem Hemd, dunkelblauen Strümpfen und Schnürschuhen ; war ohne Kopfbedeckung. Um Anstellung geeigneter Nachforschungen, Anhaltung des rc. Semple im Betretungsfalle und Nachricht anher oder an den Bürgermeister Baumert zu Fechenheim wird ergcbcust ersucht.
Hanau am 7. Juli 1890.
Der Königliche Landrath.
P. 4651 In Vertr.: Baabe.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Gesunden: Ein Glaskasten. Ein Kinderstrohhut. Ein goldener Ring mit Stein. Ein goldenes Armband am 6. d. M.
Verloren: Ein Säckchen mit Goldschmiedswäsche.
Zugelaufen: Am 3. d. Mts. ein grauer Pinscher m. Geschl.; Empfangnahme bei Ackermann Wilhelm He st er mann in Langendiebach.
Hanau am 8. Juli 1890.
Tagesschau.
Berlin, 7. Juli. Der „Reichsanzeiger" Nr. 162 veröffentlicht eine Bekanntmachung des Reichskanzleramts, betreffend den Aufruf und die Einziehung der Fünfhundertmarknoten des Leipziger Kassenvereins in Leipzig, vom 4. Juli 1890.
Berlin, 7. Juli. Der „Reichsanzeiger" meldet: Infolge des Vertrages Deutschlands mit der Aktiengesellschaft „ Deutfch-Ostafrika-Linie" wird die erste vorläufige Fahrt auf der Hauptlinie Hamburg - Delagoabap am 23. Juli ab Hamburg angetreten werden. Die Hafenorte Rotterdam, Lissabon, Neapel, Port Said, Suez, Aden, Zanzibar, Dares-Salaam, Lindi und Mozambique werden angelaufen.
Berlin, 7. Juli. Se. Majestät der Kaiser und König, Allerhöchst- welcher am Sonnabend Nachmittag um 3'/« Uhr den Hafen von Christiania verließen, liefen an Bord des „Kaiser" mit der Flotte wegen schlechteren Wetters gestern Mittag um P/s Uhr in Christiansand ein und gedenken, sofern das Wetter besser wird, morgen die Reise nach Bergen fortzusetzen.
Berlin, 7. Juli. Eine hiesige Korrespondenz hat die Nachricht verbreitet, die Stellung des Kultusministers v. Goßler sei erschüttert; die Ansichten des Kaisers und des Ministers über das Schulwesen gingen soweit auseinander, daß eine dem Kaiser nahestehende Persönlichkeit zum Kultusminister ernannt werden solle. Die Nachricht ist falsch; Herr v. Goßler steht bei dem Kaiser in hohem Ansehen, seine Stellung war nicht einen Augenblick erschüttert und die Einleitung einer Enquète über das höhere Schulwesen, welche der jetzige Kultusminister angeregt hat und welche ihm übertragen worden ist, gilt als ein neuer Beweis des kaiserlichen Vertrauens. (K. Z.)
Berlin, 7. Juli. Heute feiert der Chef-Präsident der Obcr-Rech- nungskammer und des Rechnungshofes des Deutschen Reichs, Wirkliche Geheime Nath von Stünzner, das Fest des 60jährigen Dienstjubiläums.
Berlin, 6. Juli. (K. Z.) Dem heutigen Festmahl im Schützen- bankettsaale wohnten mehr als 5000 Personen bei. Der Oberbürgermeister Dr. v. Forckenbeck brachte ein Hoch auf den Kaiser aus, wobei er den Kaiser als Fricdcnsfürste» feierte. Der Fcstpräsident Diersch toastete auf das Bundesschießen als Verbrüderungsfest. Der Bürgermeister Borschke (Wien) entbot den Gruß der Kaiserstadt Wien an die neue deutsche Kaiserstadt Berlin. Der Deputier Adamoli überbrachte den Gruß der Italiener, Dr. Wanitzek (Wien) sprach als Vertreter der österreichischen, Wanosch als Vertreter der ungarischen Schützen. Stadtrath Schreiner dankte als Vertreter der Stadt Berlin für die überbrachten Grüße.
Berlin, 7. Juli. Die Thcilnchmer am 10. deutschen Bundesschießen sind bemüht, überall zur Kenntniß zu bringen, wie sehr sic von
Dienstag den 8. Juli
18'00
dem gastlichen Empfange der Berliner überrascht und erfreut sind. Heute besuchten sie schaarenweise die Sehenswürdigkeiten der Stadt; die Ruhmeshalle und das Palais Kaiser Wilhclm's I. waren buchstäblich überfüllt. Zum nächsten Festort für 1893 haben sich nochmals die Stadt Frankfurt a. M., dann Mainz und Nürnberg erboten.
Berlin, 7. Juli. Die Newporker Independent - Schützen begeben sich morgen früh zum Besuch des Fürsten Bismarck nach Friedrichsruhe.
(Fr. N.)
Für das Bismarck - Denkmal sind nach dem neuesten Verzeichnisse der Beiträge bis jetzt 459,098 Mark 68 Pfennig eingegangen.
Hamburg, 7. Juli. Der „Hamb. Korresp." dementirt aufs Entschiedenste die Nachricht der „Freisinnigen Zeitung", daß der Kaiser auf seiner Reise nach Kiel auf der Station Schwarzenbeck eine Zusammenkunft mit dem Fürsten Bismarck gehabt habe und fügt hinzu: Der Friedrichs- ruher Korrespondent des „Hamb. Korresp." war am Bahnhof in Schwar- zenbcck, Fürst Bismarck aber nicht.
Oesterreich-Ungarn. Ueber die von der spanischen Küste zwischen Alicante und Taragona mit Einschluß dieser Häfen und von den Balearischen Inseln kommenden Schiffe ist eine siebentägige Quarantäne verhängt. Alle anderen spanischen Provenienzen unterliegen strenger ärztlicher Untersuchung.
Gastein, 7. Juli. Der Korps-Kommandant in Budapest, komman- dirende General Graf Pejacsevich von Veröcze, ist gestern Abend hierselbst gestorben.
Christiansand, 7. Juli. Die „Fr. N." schreiben: Die deutsche Flotte hat heute die Topflagge gehißt zu Ehren des Geburtstages des Prinzen Eitel Fritz. In Gegenwart des Kaisers fanden gestern Turnübungen der Mannschaft des Panzerschiffs „Kaiser" und heute Uebungen sämmtlicher Boote der Flotte im Segeln und Rudern statt. — Die „Irene", Kommandant Prinz Heinrich, ist heute Nachmittag 2 Uhr ausgelaufen, um den bisherigen Dispositionen gemäß morgen in Kiel einzutreffen.
Christiania, 7. Juli. Kaiser Wilhelm machte, nach der „K. Z.", der Tochter des hiesigen deutschen Generalkonsuls, Baroneß v. Oertzen, für das ihm überreichte Silhouetten - Album, zu welchem der deutsche Generalkonsul die Dichtung verfaßt hat, eine goldene, mit Brillanten besetzte Brache in Form des Reichsadlers zum Geschenk. Der Kaiser hat für die Armen in hiesiger Stadt 1500 Kronen gespendet. — Der Kaiser sandte gestern von Christiänsand aus, wo das Geschwader vor dem Sturm bergen mußte, ein launiges Telegramm an König Oskar, in welchem er schilderte, wieviel schlechter cs ihm auf der See ergangen sei als in Christiania. Se. Majestät sprach außerdem wiederholt seinen herzlichsten Dank aus für den großartigen Empfang, der ihm bereitet worden.
Paris, 6. Juli. Wie die Abendblätter melden, übersteigen die Einnahmen aus indirekten Steuern und Monopolen im Monat Juni d. I. den Voranschlag um 8 500 000 Fr. und die Einnahmen des Monats Juni ». I. um 14 470 000 Fr.
' Paris, 7. Juli. In dem Rihilistenprozcsse vor dem Zuchtpolizeigericht sind sämmtliche Angeklagten, mit Ausnahme der Fr. Weinstein und des Frl. Bromberg, welche freigesprochen wurden, zu 3 Jahren Gefängniß und 200 Frcs. Geldstrafe verurtheilt worden. Heckelmann und Landescen wurden in contumaciam zu 5 Jahren Gefängniß verurtheilt.
Lille, 7. Juli. Einer Meldung aus Auxonne zufolge schlug der Blitz in die dortige Infanterie-Kaserne. Fünf Soldaten wurden schwer verletzt.
London, 7. Juli. Im Unterhause erklärte Matthews auf eine Anfrage, die Zeitungsmeldungen über Unruhen der Londoner Schutzmannschaft seien übertrieben. Nur 39 junge unerfahrene Polizisten begingen am Samstag in Browstreetstation eine Insubordination. Dieselben wurden, nach den „Fr. N.", heute entlassen. Die alten erfahrenen Polizisten betrugen sich würdig der Traditionen der Londoner Lchutzmannschaft. Uebrigens habe der Chef der Polizei die umfassendsten Maßregeln getroffen, daß die Polizei der gesammten Stadt die ihr obliegende Pflicht in vollem Maße erfülle.
London, 7. Juli. Das „Bureau Reuter" meldet: Heute Morgen verweigerten die Mannschaften des zweiten Bataillons des Garde-Grenadier- Regiments in der Wellington-Kaserne, als das Sammelsignal zur Revision