Nbovnemcnts- Prciè:
Sâhrlich 9 Wart. Halbj.4M.SVPK.
«NrteljLhrlich t Marl 25 Pfg.
Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffenden Poftauflchlag. Lie einzelne Nummer 10 Pjg.
fjniiiuicr Aipciyr.
Zugleich Amtliches Z>vgan für StuöL- unö Lcrnökveis Kcrnuu.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
gnfertfettf«
Pre»:
Die ispaltige Sarmondzèile »d. deren Raum
10 Pfg.
Die Sjpalt. Seite 20 Pjg.
DieSIpaltigegcile 30 Pi>,
Nr. 303.
Aöonnements-Ginladung.
Mit dem 1. Januar 1890 beginnt ein neues Abonnement auf den „Hanauer Anzeiger", zugleich amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanau.
Derselbe bringt täglich die amtlichen Bekanntmachungen für den Stadt- und Landkreis Hanau, hält seinen Leserkreis stets bezügl. der wichtigsten politischen und Tagesereignisse aus dem Laufenden, bietet Kurs- und Marktberichte, kirchliche, lokale und provinzielle Nachrichten, Auszüge aus den Verhandlungen des Reichs- und Landtags, aus denen des Provinziallandtags, die Protokolle der Sitzungen der Handelskammer sowie des Gemeinde- Ausschusses, Fremdenliste, ferner Geschäfts- und Privat- Anzeigen. Das Unterhaltungsblatt enthält neben spannenden Erzählungen reiches Mannigfaltige.
Zur Veröffentlichung von Inseraten jeder Art eignet sich der „HananerAnzeiger"seiner starken Verbreitung halber ganz besonders und kostet die Ispaltige Zeile nur 10 Pf.
Der Abonnementspreis beträgt M. 2.25 pro Quartal und nehmen sowohl die Expedition (Waisenhaus) als auch sämmtliche Postanstalten Bestellungen entgegen.
Nicht gekündigte Abonnements gelten als stillschweigend erneuert.
Neu zutretende Abonnenten erhalten den Anzeiger vom Tage der Bestellung ab bis Anfang des Quartals unentgeltlich.
Die Expedition des Hanauer Anzeigers.
Amtliches.
BeLauntMuchnugen Königl. LundrathsaMis.
Da es in den Vorjahren noch vorgekommen ist, daß während der Neujahrsnacht geschossen wurde, so weise ich darauf hin, daß dies nicht nur nach den §§. 367 pos. 8 und 368 pos. 7 des Strafgesetzbuches bestraft wird, sondern außerdem nach dem im Hanauer Anzeiger Nr. 228 ds. I. enthaltenen Erlasse des Königlichen Ministeriums vom 26. September 1889 erhöhte Strafe zur Folge hat.
Hanau am 30. Dezember 1889.
Der Königliche Land rath
v. Oertzcn.
Montag den 30. Dezember
Zierrst-Nachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Paar weiße Manschetten nebst Kragen. Ein schwarzer Damenhandschuh (rechter). Ein rother Kinderkragen. Ein Spazierstock. Eine Tuchkappe; Empfangnahme beim Bürgermeister in Rückingen.
Zugelaufen: Ein schwarzer Dachshund mit gelben Pfoten. Ein grauer Pinscher.
Entlaufen: Ein kleiner gelber Pinscher mit schwarzer Schnauze, schwarzer Ruthe mit weißer Spitze, m. Geschl.
Hanau am 30. Dezember 1889.
t Zum neuen Jahre.
Das Jahr, welches nunmehr zu Ende geht, war ein glücklicheres und an erfreulichen Eindrücken reicheres als sein Vorgänger. Mit Dank und Genugthuung darf Deutschland auf die mehr und mehr unter der jugendlich kräftigen Hand des Kaisers sich vollziehende friedliche Gestaltung der äußeren und inneren Verhältnisse zurückblicken, welche dem Jahre 1889 ein klares Gepräge gegeben hat. Wie aus dem Besuche des Kaisers in England sich deutlich wahrnehmbare freundliche und herzliche Beziehungen mit der Beherrscherin der Meere entwickelten, so waren die Besuche seiner engeren Bundesgenossen, des Königs von Italien und des Kaisers von Oesterreich für die Welt neue Beweise des herzlichen Einvernehmens, welches den Dreibund beherrscht, und nicht minder werthvoll waren die Eindrücke, welche
1889
die Welt aus dem Besuche des Kaisers von Rußland am Berliner Hofe erhalten hat. Fügen wir hinzu die Reise unseres Kaisers nach Athen und Konstantinopel und seine Begegnung auf der Hin- bezw. Rückreise mit dem Könige von Italien und dem Kaiser von Oesterreich, so ist das Bild vollständig genug, um daraus zu erkennen, daß die friedlichen Beziehungen sich in diesem Jahre in der That so vervollkommt haben, daß die Thronrede, mit welcher der Reichstag eröffnet wurde, den Glauben an die Erhaltung des Friedens auch im nächsten, also in dem Jahre, an dessen Schwelle wir nunmehr stehen, ausiprechen konnte.
Mit dieser Zuversicht ist das neue Jahr schon vor einigen Wochen begrüßt worden: diese Zuversicht sprechen wir heute von Neuem aus; sie gründet sich auf die Ergebnisse des alten Jahres, das in dieser Beziehung gewiß manchem seiner Vorgänger erheblich vorangestanden hat.
Aber auch in den inneren Angelegenheiten war das Jahr nicht unfruchtbar: es hat den Arbeitern die Fürsorge für Fälle der Arbeitsunfähigkeit und für die Zeit des Alters gebracht, es hat der wirthschaftlich genossen- schaftlichen Thätigkeit neue Bahnen eröffnet. Ein weiterer Schritt wurde auf dem Wege der Kolonialpolitik durch das inzwischen von so großen Erfolgen begleitete Wißmann'sche Unternehmen in Ostafrika gethan. Und wenn auch in die wirthschaftlichen Verhältnisfe der Ausstand tief eingriff, welcher in den Kohlenrevieren im Mai unter den Arbeitern ausbrach, so zeitigte dieser doch neue wohlthuende Belege der landesväterlichen Fürsorge für das Wohl der Arbeiter, indem der Kaiser Deputationen der sich gegenüberstehenden Parteien empfing und wenn auch in ernsten Worten den Kontraktbruch der Arbeiter tadelnd, doch dabei sein Wohlwollen für die Lage der arbeitenden Klassen deutlich bekundete.
In das neue Jahr nehmen wir die guten Eindrücke, aber auch die Pflichten und Sorgen des alten herüber: bald soll das deutsche Volk bekunden, was es über die leidenschaftliche Agitation denkt, welche ihm seine Ruhe zu rauben und den Wagen der segensreichen, so lange bewährten Politik umzuwerfen droht. Wir denken, daß es an dem Volke sein wird, weiter die Bahnen zu wandeln, auf denen sein Kaiser ihm die Fahne voranträgt. Möge das neue Jahr dem Kaiser Kraft und Gesundheit für seinen hohen Beruf, dem Volke Schaffensfreudigkeit und Einsicht für die Erfüllung der ihm von der Vorsehung gestellten Aufgaben verleihen, damit wir übers Jahr mit gleicher Genugthuung zurückblicken und mit gleicher Zuversicht vorwärts schauen können, wie wir es Dank der göttlichen Fügung bei diesem Jahreswechsel thun können.
Tagesschau.
Berlin, 28. Dez. Kaiser Wilhelm genehmigte und unterzeichnete nach dem „RH. K." die Lotterie für die Nicderlegung der Schloßfreiheit. Es werden 200 000 Loose â 200 Mark ausgegeben und zwar solche erster Klasse zu 52, zweiter Klasse zu 20, dritter Klasse zu 20, vierter zu 36, fünfter zu 72 M. Die Loose werden in der Reichsdruckerei hergestellt, welche dieselben erst dann ausfolgt, wenn vor jeder Ziehung der Betrag der Gewinne bei der Stadthauptkasse in Berlin in baar eingezahlt oder in 3*/,prozent. preußischen Konsols oder Reichsanleihe hinterlegt ist. Die Ziehungen erfolgen unter der Kontrolle der königlichen General-Lotterie- Direktion. Im Januar findet die öffentliche Subskription statt. Die Hypotheken der niederzulegenden Häuser sind gekündigt. Die Akzeptation der Grundstücke steht nächstens bevor. Das Konsortium besteht aus der Berliner Handelsgesellschaft, der Bank für Handel und Jndustie und den deutschen Bankfirmen Mendelssohn ii. Komp, und Robert Warschauer u. Komp.
Berlin, 29. Dezember. Am Neujahrstag Vormittag 11 Uhr findet in der Kapelle des Königlichen Schlosses Gottesdienst und daran anschließend im weißen Saale eine Gratulationscour bei dem Kaiser und der Kaiserin statt. Außer den Prinzen und Prinzessinnen, den hier anwesenden fürstlichen Gästen nebst Gefolge, den Höfen der Kaiserinnen Friedrich und Augusta, sowie dem gesammten Hofstaat nehmen daran Theil das diplomatische Corps, die Bevollmächtigten des Bundesrathes, die Ge- neralfeldmarschülle, die Ritter des Schwarzen Adlerordens, die Häupter der fürstlichen und ehemals reichsständischeu gräflichen Familien, die Generalität, die Chefs der Leibregimenter, die Staatsminister, die Präsidien des Reichs-