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Nr. 301.
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Freitag den 27. Dezember
1889
Aöonnements-Kinladung.
Mit dem 1. Januar 1890 beginnt ein neues Abonnement auf den „Hanauer Anzeiger", zugleich amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanan.
Derselbe bringt täglich die amtlichen Bekanntmachungen für den Stadt- und Landkreis Hanau, hält seinen Leserkreis stets bezügl. der Wichtigsten politischen und Tagesereignisse auf dem Laufenden, bietet Kurs- und Marktberichte, kirchliche, lokale und provinzielle Nachrichten, Auszüge aus den Verhandlungen des Reichs- und Landtags, aus denen des Provinziallandtags, die Protokolle der Sitzungen der Handelskammer sowie des Gemeinde- Ansschusses, Fremdenliste, ferner Geschäfts- und Privat- Anzeigen. Das Unterhaltungsblatt enthält neben spannenden Erzählungen reiches Mannigfaltige.
Zur Veröffentlichung von Inseraten jeder Art eignet sich der „HananerAnzeiger"seiner starken Verbreitung halber ganz besonders und kostet die ispaltige Zeile nur 10 Pf.
Der Abonnementspreis beträgt M. 2.25 pro Quartal und nehmen sowohl die Expedition (Waisenhaus) als auch sämmtliche Postanstalten Bestellungen entgegen.
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Die Expedition des Hanauer Anzeigers.
LieKst-Nachrichten aus dem Kreise.
Der Wegewärter Daniel Kreiß von Ravolzhausen ist zum Todten- beschauer dieser Gemeinde bestellt und verpflichtet worden.
Gefunden: Ein goldener Ohrring mit Stein. Ein Regenschirm. Ein Muff. Ein Paar Damenbandschuhe. Ein weißes Taschentuch. Eine tveiß-karrirte Schürze mit Spi
Hanau am 27. Dezember" 1889.
Tagesschau.
Berlin, 25. Dez. Kaiser Wilhelm hatte gestern Nachmittag eine längere Berathung mit dem Chef des Generalstabes General der Kavallerie Graf v. Waldersee und hörte später noch einen längeren Vortrag des Staatssekretärs Grafen Bismarck. Während der heutigen Morgenstunden arbeitete der Kaiser zunächst allein und nnternahm hierauf, begleitet vom Flügeladjutanten vom Dienst, einen Spaziergang in der nächsten Umgebung des Neuen Palais; von demselben zurückgekehrt, arbeitete derselbe von 10 llhr ab mit dem kommandirenden Admiral Vize-Admiral Freiherrn v. d. Goltz, dem Staatssekretär im Reichsmarineamt Kontre-Admiral Heusner und dem Chef des Marinkabinets Kapitän zur See Flügeladjutanten Freiherrn v. Senden-Bibran. Zur Feier des heutigen Weihnachtsfestes fand dann bei den kaiserlichen Majestäten im Neuen Palais um 4 Uhr Mittagstafel mit der unmittelbaren kaiserlichen Umgebung statt. (K. Z.)
Berlin, 26. Dezbr. (K. Z.) Der Bundesrath wird seine Arbeiten in der ersten Januarwoche wieder aufnehmen. Es wird sich dabei zunächst um solche Berathungen der Ausschüsse handeln, deren Erledigung durch das Plenum bevorsteht. Wie man hört, wird der Gesetzentwurf bezüglich der gewerblichen Schiedsgerichte sobald noch nicht an das Plenum gelangen, da er noch weitere Vorstadien zu durchlaufen hat. Es verlautet, daß über die Organe, welche zur Begutachtung des Entwurfs herangezogen werden sollen, noch kein Beschluß gefaßt ist. Der von der Subkommission ustgestellte Entwurf soll übrigens in den Grundzügen die Zustimmung der Ausschüsse gefunden haben und nur über die Einzelheiten fand eine eingehende Berathung statt.
Berlin, 24. Dezbr. Von der angeblichen Absicht der serbischen
Regierung, die Gesandtschaften in Paris und Berlin aufzuheben, ist in unterrichteten Kreisen nichts bekannt. Eine Anzahl Mitglieder der Skupt- schine soll allerdings diese Aufhebung aus Rücksichten der Sparsamkeit begünstigen, aber die serbische Regierung soll keineswegs glauben, daß Rücksichten der Sparsamkeit in solchem Fall einen politischen Fehler aufwiegen würden.
Berlin, 24. Dezbr. Das Uebungsgeschwader, bestehend aus S. M. Panzerschiffen „Kaiser" (Flaggschiff), „Deutschland", „Preußen" und „Friedrich der Große", Geschwader-Chef Kontre-Admiral Hollmann, ist am 22. Dezember in Cefalonia eingetroffen und beabsichtigt am 2. Januar k. I. wieder in See zu gehen. — S. M. Kanonenboot „Iltis", Kommandant Kapitän-Lieutenant Ascher, ist am 22. Dezember in Amop eingetroffen und beabsichtigt am 29. desselben Monats nach Swatow in See zu gehen.
Berlin, 24. Dez. Generallieutenant Graf v. Alten ist zum Gouverneur der Festung Ulm, Generallieutenant v. Versen zum Kommandeur der Gardekavallericdivision ernannt. Generalmajor von der Planitz ist mit der Führung der Kavalleriediviston des 15. Armeekorps, der Kommandeur des 3. Garde-Ulanen-Regiments Oberst v. Kleist mit der Führung der 2. Garde-Kavalleriebrigade beauftragt.
Potsdam, 24. Dez. Kaiser Wilhelm wohnte heute Nachmittags der Weihnachtsbescherung beim Lehrbataillon bei. Die Weihnachtsbescherung für die kaiserliche Familie, welcher beide Majestäten, die Mutter der Kaiserin, Prinz und Prinzessin Leopold, der Erbprinz und die Erbprinzessin von Meiningen beiwohnten, fand heute Nachmittags 5 Uhr im Muschelsaale statt, wo zwei große und fünf kleine Christbäume aufgestellt waren. Unter den Geschenken für die drei ältesten Prinzen befanden sich drei vom Sultan geschickte Sättel von blauem Sammet mit breiter goldener Stickerei und vergoldeten Steigbügeln.
Dem Konsill ör. OHerg in Piräus ist, der „Nordd. Allg. Z." zufolge, der Konsularposten in Nisch übertragen; zu seinem Nachfolger in Piräus ist der Geh. Regierungsrath Dr. Lübers unter Beilegung des Charakters als Generalkonsul ernannt worden; Herr Lüders, bisher im griechischen Hofdienst, ist schon früher im Dragomanats- und Konsulardienst des Reiches thätig gewesen.
Die „K. Z." schreibt: Das offiziöse Blatt des Fürstenthrons Reuß ä. L., dem (d. h. dem Blatte) die stetige Fortentwicklung der Reichsherr- lichkeit bekanntlich sehr gegen den Strich geht, macht, wie wir aus der „Post" ersehen, seinem Merger über die Begeisterung, welche dem Kaiser in allen Gauen Deutschlands entgegengebracht wird, in folgender Weise Luft: „Der Kaiser hat seine Reisen durch Deutschland fortgesetzt. Darmstadt, Worms, Frankfurt a. M., Dessau sind hierbei berührt worden und von allen Seiten wird über die Herrlichkeit des Empfanges, die Wärme der Ansprachen und Toaste, die Schönheit der Illuminationen und die Aufhäufungen von Lorberkränzen und was sonst diese Ovationen Großes Hervorgebracht, in Prosa und Poesie berichtet. Das Uebermaß des bei diesen Gelegenheiten entfalteten nationalen Gepräges hat doch selbst in Preußen und sogar in der Hauptstadt des Reiches vielfach eine Ernüchterung hervorgerufen, die man begreifen kann. „Ein berechtigtes Gefühl", sagt ein fortschrittliches Organ, „bis zur Exaltation gesteigert, ist ein Krankheitsspmp- tom; so ist cs auch mit dem patriotischen Enthusiasmus, und leider tritt dieser, wenn er sich nicht aus das Hurrahrufen beschränkt, meistens nicht einmal rein auf, sondern ist zudem oft genug verwischt und durchsetzt mit Servilismus und nackter Heuchelei." Das fortschrittliche Organ, auf welches das reußische Blatt sich stützt, ist das von Herrn Eugen Richter begründete Blatt. Die „Landeszeitung für das Fürstenthum Reuß ä. L." und die „Freisinnige Zeitung" sind allerdings eine der andern würdig.
Bern, 26. Dezbr. Da die Heilsarmee in Genf trotz eines Verbots abermals eine öffentliche Versammlung abgehalten hat, welche ein Einschreiten der Polizei, die Beschlagnahme der Kasse und Schlüssel und den Schluß des Lokals zur Folge hatten, so beschloß die Regierung jetzt energische Maßregeln zu ergreifen. (K. Z.)
Rom, 24. Dez. Bei dem heutigen Weihnachtsempfange der Kardinäle hielt der Papst eine längere Ansprache, in welcher er die Verfolgungen und schrecklichen Kämpfe hervorhob, denen die Kirche, insbesondecc in Italien, ausgesetzt sei. Katholische Einrichtungen würden mit allen Mitteln be-