aus den „Ollen Kamellen" den köstlichen Onkel Bräsig in den Episoden der Kaltwasserheilanstalt und der humorvollen Sitzung des Rahnstüdter Reform-Vereins und — das Beste in der Richtung gemüthreicher Innerlichkeit — „Hanne Nütens Abschied beim Herrn Paster." — Donnerstag den 12. Dezember spricht Professor Max Koch aus Marburg über die Faustdichtungen und Goethe's Fanst.
Bubenstreich. In der Nacht vom Sonntag zum Montag wurde der von dem Schreiblehrer Lcvor an dem Hause Nr. 1 der Hammergasse hiersclbst ausgehängte Musterkasten gewaltsam hermüergerissen, zertrümmert und dann in die Philipp-Ludwigs-Anlage geworfen. Möge es den Bemühungen der Polizei gelingen, den Thäter zu ermitteln.
Turnlehrer-Prüfung. Für die im Jahre 1890 in Berlin ab- zuhaltende Turnlehrer-Püfung ist Termin auf Dienstag, den 25. Februar k. Js. und folgende Tage anberaumt worden. Meldungen der in einem Lehramte stehenden Bewerber sind bei der vorgesetzten Dienstbehörde bis zum 1. Januar k. I., Meldungen anderer Bewerber unmittelbar bei dem Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten spätestens bis zum 15. Januar k. J. unter Anschluß der in §. 4 der Prüfungs-Ordnung vom 10. September 1880 (Centr.-Bl. 1880 S. 654) bezeichneten Schriftstücke anzubringen.
Kursus über Gesuudheitslehre. Als Termin für den zweiten im laufenden Semester in Berlin für Seminarlehrer abzuhaltenden Kursus über Gesundheitslehre und Heilgymnastik hat der Kultusminister die Zeit vom 13. bis 25. Januar k. J. bestimmt.
Versteigerungs- und Verpachtungs- re. Kalender für Mittwoch den 27. November.
Vormittags 10 Uhr kommen im Gasthause zu den „drei Rindern" hier die im Winter 1889/90 in der Oberförsterei Wolfgang zum Einschlag gelangenden Grubenhölzer (800 fm Kiefern-, 50 fm Eichen -Grubenholz) zur Versteigerung (f. Nr.. 268 „Han. Anz."). — Von lOVs Uhr werden ebendaselbst die im Großauheimer Gemeindewalde zum Einschlag kommenden 180 km Kiefern-Grubeuhölzer verkauft (s. Nr. 275 „Han. Anz."). — Nachm. 3Ur Uhr werden im Geschäftszimmer der hiesigen Stadtkämmerei die im Vorderhause der Kanalmühle befindlichen Speicherräumen unter Genehmigungsvorbehalt auf 3 Jahre vermiethet.
Für heute. „Süddeutscher Klub": Abends 9 Uhr Generalversammlung.
t. Hochstadt. Das 25jâhrige Jubiläum feierte am vergangenen Sonntage unser Gesangverein „Frohsinn" bei Gastwirth Georg Rauch zur Krone. Es war ein wahrhaft schönes Fest zu nennen, denn mit ihm wurden auch die 8 Begründer des Vereins und zwar die Sänger Konrad Me erboth, Georg Rauch, Adam Klees, Michael Fischer, Peter Meer both, Wilhelm Ströhl II., Wilhelm Stohl III. und Philipp Lind gefeiert. Die Herren Phil. Mank el III., Präsident des Vereins, Johannes Bechert, Weißbindermcister, sowie der Präsident des Kriegervereins, Herr Jean Weber, hielten dem Zwecke entsprechende Ansprachen, doch die schönste Rede hielt unstreitig das älteste Mitglied des Vereins, gen. „Konrädche" (von den Städtern und Ländlern nur unter diesem Namen bekannt), welches einen solch rührenden Vortrag hielt, daß es zum Schlüsse vor lauter Rührung sagen mußte: „Ich kann nicht weiter". Die acht Begründer des Vereins wurden mit hübschen Ehreudiplomen und mit Weckeruhren beschenkt. Die Festlichkeiten nahmen einen sehr hübschen Verlauf, die 8 Jubilare mußten einen Extratanz aufführcn, bei welcher Gelegenheit sich besonders Herr Gastwirth Rauch mit seiner 66jährigen Schwester „Lenchen" auszeichnete. Das Fest dauerte bis zum frühen Morgen; Gesang, Vorträge der jüngeren Mitglieder Meerboth, Bauer rc., Tanz, Reden rc. bereiteten den Theilnehmeuden fröhliche Stunden. Der „Frohsinn" wurde in den 25 Jahren durch 3 Dirigenten geleitet: I) durch den verst. Lehrer Roth-Dörnigheim, 2) durch Herrn Lehrer Claus- Hochstadt und 3) durch Herrn Lehrer Simon-Langenselbold.
Marktbericht.
Frankfurt a. M., 25. November. Auf dem heutigen Viehmarkt gingen die Preise für Hornvieh in die Höhe. Angctrieben waren 338 Ochsen, 14 Bullen, 355 Kühe, Stiere und Rinder, 230 Kälber,
806 Hämmel und Schafe, 287 Schweine. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qualität pro 100 Pfund Schlachtgewicht Mk. 69—71. 2. Qualität Mk. 60—64; Bullen 1. Qualität Mk. 51—53, 2. Qualität Mk. 48—50; Kühe, Stiere und Rinder 1. Qualität Mk. 58—60, 2. Qualität Mk. 46—52; Kälber 1. Qualität per Pfund Schlachtgewicht 65—70 Pfg., 2. Qualität 55—60 Pfg.; Hämmel 1. Qualität 56—58 Pfg., 2. Qualität 40—45 Pfg.; Schweine 1. Qualität 68—70 Pfa., 2. Qualität 66—67 Pfg.
(Produkteil-Markt vom 25. November.) Man kaufte den heimischen Waizen mit Mk. 19—19.40 bei den Produzenten in Empfang zu nehmen, mit Mk. 19.40—19.80 kostenfrei an die nahen Bahnstationen und hierher zu liefern. Knrhessischcr Waizen Mk. 19.25—19.70, norddeutscher Mk. 19.25—19.70, russischer Mk. 19.75—21.70. Roggen hiesiger Mk. 17—17.10, russischer Mk. 17.25—17.40. Gerste, Braugut Mk. 18.50—21.75, Mahlgut Mk. 12.25—13.—. Hafer, gering Mk. 14.50—14.75, mittel Mk. 15—15.75, feiner Mk. 16—16.75. — Alles per netto 100 Ko. nach Qualität. Rüböl per 50 Ko. Mk. 38.50.
Frankfurt a. M, 25. Nov. Das „F. I." meldet: Verschiedene vom Oberbürgermeister Dr. Miquel aus Berlin hier eingetroffene amtliche Drahtmeldungen besagen, daß der Kaiser voraussichtlich am 9. Dezember Mittags hier eintreffen, im Palmengarten dinircn, Abends einer Galavorstellung im Opernhause beiwohnen und nach Schluß derselben nach Berlin weiterfahren wird. Man denkt daran, an dem Eingänge der Kaiscrstraße und am Roßmarkte je einen Triumphbogen zu errichten und die via triumphalis ähnlich wie bei dem Besuche Kaiser Wilhelms I. sich bis zum Ende der Zeil und über die Bockenheimer Straße, wo ebenfalls ein Triumphbogen zu erbauen wäre, bis zum Palmengarten erstrecken zu lassen.
Frankfurt a. M., 25. November. An drei Trautagen wurden in der verflossenen Woche 50 Personen getraut; eine bis jetzt in diesem Jahre unerreichte Zahl. — Vor einigen Tagen berichteten wir von einer hiesigen Bankfirma, welche ihren Angestellten in Folge der jetzigen theueren Lebensmittel- und Kohlenpreise eine Extravergütung gewährte. Heute sind wir in der Lage, zu berichten, daß eine der bedentendsten hiesigen Versicherungsgesellschaften ihren sämmtlichen Beamten eine Extravergütung in der Höhe des halben Monatsgehaltes bewilligt hat. (G.-A.)
Frankfurt a. M», 26. November. Vor der Kammer für Handelssachen wurde ein hiesiger Einwohner von einer Bankfirma auf Bezahlung von 501 Mark verklagt. Der Beklagte wandte ein, daß es sich in dem vorliegenden Falle um ein Differenzgeschäft handle, was nicht klagbar sei. Wie sich aber aus den Verhandlungen ergab, handelte es sich um ein Prämiengeschäft. Der Gerichtshof verurtheilte den Beklagten zur eingeklagten Summe. In dem Worte „Prämiengeschäft" liege es, daß die Vereinbarung getroffen sei, entweder zn liefern oder eine gewisse Prämie zu zahlen, verzichte man auf die Lieferung, so sei ein Abstandsgeld, Reugeld, zu entrichten, was im vorliegenden Falle zutreffe. (Fr. N.)
Offenbuch, 25. Nov. Am Samstag Vormittag wurde bei einem hiesigen Metzger das ganze Fleisch einer Kuh polizeilich beschlagnahmt und auf den Wasenplatz verbracht. Das Fleisch soll sich bereits in dem Verkaufsladen des betr. Metzgers befunden haben und am Freitag Abend von auswärts hier cingcbracht worden sein. Die auf einer nahen Ortschaft geschlachtete Kuh soll weder vor noch nach dem Schlachten besichtigt worden, also heimlich abgeschlachtet und krank gewesen sein. Die Untersuchung ist bereits eingeleitet, so daß zu erwarten steht, daß die schuldigen Personen, die in einer geradezu gewissenlosen Weise gehandelt haben, eine ihrer That angemessenen exemplarische Strafe erhalten werden. (O. Z.)
Wiesbaden, 25. Novbr. Se. Kaiserliche Hoheit Großfürst Georg Michajlowitsch von Rußland ist am Samstag, Abends 7 Uhr, aus Straßburg hier eingetroffen und hat im „Hotel zu den vier Jahreszeiten" Wohnung genommen. Der hiesige Aufenthalt des Großfürsten dürfte etwa 4 Wochen dauern. (Rh. K.)
Thermometer st end.
25. November. Mittags 2 Uhr + 6°, Abends 6 Uhr 4- 4Vs0;
26 Novbr. Morgens 7 Uhr — Vs®, Vormittags 10 Uku 4- 1® R.
I u j e r a t e.
Nach diesseitiger Wahrnehmung sind in der letzten Zeit noch vielfach in Privatgebäuden Wafferleitungsanlagen ausgeführt worden, welche den heutigen örtliche« Bedürfnissen wohl entsprechen mögen, für einen Anschluß an die im nächsten Jahre fertig gestellte städtische Wasserleitung aber nicht ausreichen dürften.
Im Interesse der Hansbcsitzer mache ich daher darauf aufmerksam, daß die Bedingungen, unter welchen der demnächstige Anschluß an die städtische Wasserleitung erfolgen darf, in aller Kürze werden veröffentlicht werben und daß es der eventuellen doppelten Kosten halber gerathen erscheint, solche Ausführungen entweder noch hinauszuschieben, oder aber schon jetzt über die genannten Anschluß
bedingungen bei mir nähere Auskunft einzuholen. 12000
Hanau den 25. November 1889.
Der Oberbürgermeister Westerburg.
Bekanntmachung.
Auf Grund des § 8 des Statuts für Verwaltung und Verwendung des durch Ablösung an Stelle der der Altstadt Hanau zugestandenen Bau- Holzberechtigung getretenen Abfindungs-Kapitals ergeht hierdurch an die Berechtigten die Aufforderung, ihre Ansprüche aus dem Jahre 1889 binnen 4 Wochen, vom Tage dieser Bekannt
machung an gerechnet, auf dem Rathhause zur Anmeldung zu bringen.
Bemerkt wird, daß nach § 8 des Statuts für jeden Antrag vom Antragsteller eine Vermessungsgebühr von 2 M. zu entrichten ist. 11790 Für die Deputation der Althanauer Berechtigten:
Der Oberbürgermeister
Westerburg.
Unserer heutigen Nummer liegt eine Beilage von Herrn N. A. Grünbaum dahier, „Hcm- den-Empfehlung" betr., für die Gesammt-Auf- lagc bei.