früheren Vertreter dieser Partie, Dir Frey, nicht vergeßen machen, ferne fest jugendlichen Bewegungen standen nicht im richtigen Verhältnisse zu seinen weißen Haaren. Ein anmuthiges, flottes Liebespaar stellte Henny Steffen als Liddy und Herr Vökner als Lieutenant Bruno dar. Baronin Breitenbach, Emmy Saalfeld, Prinz Carl Emil, Herr Rübsam, Oberst v. Wendlingen, Herr Herrmann, füllten ihren Platz befriedigend aus.
Freitag endigte Rosa Bertens ihr Gastspiel in der Wiederholung von „Francillon".
Frauenverein. Montag den 25. November, Nachmittags 21/* Uhr: Nähtag in der „Centralhalle".
Die Maul- und Klauenseuche herrschte in der Provinz Hessen- Nassau zu Ende Oktober in 9 Kreisen und 20 Gemeinde- bezw. Gutsbezirken. Jin Regierungsbezirk Cassel ist nur Rindvieh, ^im Regierungsbezirk Wiesbaden sowohl Rindvieh als Borsten- unb Schasvieh von der Seuche betroffen worden.
Elektrizitätswerke sowie elektrische Anlagen aller Art unterliegen zur Zeit in Bezug auf die Genehmigungspflicht den in der Gewerbeordnung §§ 16 rc. gegebenen allgemeinen Bestimmungen. Behördlicherseits ist man der Meinung, daß mit der betriebssicheren Einrichtung der Betriebsstätten selbst die Sicherheits-Interessen des Publikums und des Verkehrs nicht genügend gesichert seien. Es finden deshalb, nach der „H. M.", im Neichsamt des Inneren unter Zuziehung von Sachverständigen Berathungen darüber statt, wie die bestehende Gesetzgebung zu dem angedeuteten Zwecke zu ergänzen sein wird.
Oelfälschung. Aus Genua berichtet die ,,K. Z.": Eine neue Art Fälschung des Olivenöls besteht darin, daß man im besondern in Nizza Baumwollsainenöl bleicht und geschmacklos macht und sodann mit 20 bis 80 Prozent Olivenöl mengt und als Speiseöl (Huile â manger) in den Handel bringt. Bei der Verwendung zum Staudensalat soll dieses Oel, welches zugleich als gesundheitsschädlich bezeichnet wird, von den Blättern ablaufen, während echtes Olivenäl an denselben haften bleibt und auch den Essig bindet.
Koloniales. Ueber eine beabsichtigte Verschmelzung der deutschen Witugesellschaft mit der Deutschostafrikanischen Gesellschaft wird dem „Dtsch. Tgbl." berichtet. Der Vorsitzende der Witugesellschaft ist Fürst Hohenlohe- Langenburg.
Versteigerungs- und Verpachtung^ rc. Kalender
für Montag den 25. November.
Angebote zur Uebernahme der belangreichen Lieferung der Lebensmittel-, Leinen- und Wirthschaftsbedürfnisse für das hiesige Landkranken- Haus sind bis spätestens Vormittags 10 Uhr an Herrn Landkrankenhaus- Jnspcktor Schäfer einzureichen (s. Nr.. 262 „Han. Anz."). — Nachm. 2 Uhr versteigert Herr Taxator C. Meerbott Kölnische Gasse 12 gegen Baarzahlnng den in Möbeln, Uhren, Bettwerk, Vorhängen, Nähmaschine 2C. bestehenden Nachlaß der verstorbenen Frau Reinhardt Wwe.
Für heute. Abends 71/2 Uhr im Saale der „Centralhalle" : Abendunterhaltnng des „Philharmonischen Vereins", bestehend in Konzert, Theater und Ball. — Verein „Humor": Außerordentliche Generalversammlung. — Turn- und Fecht - Club: Abends ^29 Uhr Turnen der Männerriege.
Für morgen. Marken - Konsum - Verein : Nachvertheilung von Vormittags 8 bis Abends 6 Uhr mit Ausnahme der Kirchenzeit.
t. Kesselstadt, 21. November. Gegenwärtig sind die Raben die größten Feinde der Landwirthe. Dieselben haben sonst gewöhnlich ihren Sitz in der sogen. „Lohe", einer hohen Waldung bei Dorfelden, aus welcher Gegend sie jedoch durch Aushebung der Nester im Sommer, durch das Wcgnehmen der Eier, durch Schießen der Alten in der letzten Zeit ziemlich vertrieben worden sind. Nunmehr aber fühlen sich dieselben auf unserem Gebiete heimisch, sie zerstören die frisch gesäten und im Wachsthum befindlichen Felder, am Meisten die mit Weizen bepflanzten. Sie erscheinen zu Hunderten und bringen den Landwirthen, die mit Mühe ihre Felder richtig bestellt haben, unberechenbaren Schaden, dabei ist dem schlauen Vogel gar nicht beizukommen, so daß es erwünscht erschiene, wenn maßgebenderseits ein radikales Vertilgungsmittel ergriffen würde, um die Landwirthschaft so gut als möglich zu schützen.
Marburg, 21. Novbr. Gestern Abend gegen 5 Uhr gewahrte man von der Stadt aus eine intensive Nöthe des südlichen Himmels und stellte alsbald einen Brand in dem IV2 Stunden entfernten Dorfe Niederweimar fest, worauf man von hier sofort eine Abtheilung Feuerwehr und eine Spritze nach dorthin beorderte. Im Ganzen sind 11 Scheunen und Ställe ein Raub der Flammen geworden, darunter einige der größten Scheunen der ganzen Umgegend mit Inhalt. Das Feuer nahm in einem Gebäude des Müller'schen Hofes seinen Ausgang, jedoch konnte über die Entstehungsursache bis jetzt nichts ermittelt werden; Müller selbst hatte sein Inventar nicht versichert. (O. Z.)
Von der Rhön. Ein Hjähriges Mädchen hatte in dem Orte Gehaus, an dem Tische sitzend, ein 6 Monate altes Kind auf dem Schooße, während die heiße Suppe aufgetragen wurde. Das Kind patschte mit seinen Händchen auf den Tisch, kam an die Schüssel und goß einen Theil
des Inhaltes auf sich. In Folge der erhaltenen Brandwunden starb das Kind.
Frankfurt a. M., 22. November. Wie wir zu unserem Bedauern hören, ist Herr Zademack bei der heutigen Probe zu „Heinrich IV." so unglücklich £ii Fall gekommen, daß er sich eine Verletzung am Rücken zuzog, welche das' Auftreten des Künstlers einstweilen unmöglich macht. Derselbe sollte heute den Falstaff spielen. Glücklicherweise ist die Verletzung nur eine leichte, so daß jede Beiorgniß ausgeschlossen erscheint und eine Wiederherstellung in Kürze zu erwarten ist. In Folge dieses Vorkommnisses mußte „Heinrich IV." vom Reportoire abgesetzt werden Und gelangt statt dessen „Neu-Frankfurt" zur Aufführung. — Von dem um .2 Uhr von Hanau nach Frankfurt abgehenden Zug der Hessischen Ludwigsbahn stürzte gestern zwischen den Stationen Hanau und Wilhelmsbad während der Fahrt ein Schaffner vom Trittbrett eines Wagens und blieb schwer 'beschädigt liegen. Ein Mitreisender, der den Schaffner stürzen sah, machte sofort hiervon Meldung. Der im Zuge auf der Durchreise sich befindende Arzt Dr. Heep aus Ems legte während der Fahrt dem verunglückten Schaffner, der einen rechtsseitigen Oberarmbruch erlitten hatte, einen Nothverband an und begleitete denselben in das Heil. Geist-Hospital in Frankfurt. (G.-A.)
Frankfurt a. M., 23. November. Wie der Polizeibericht meldet, kroch am 18. d. Mts. früh das 1 Jahr alte Kind des Brauers Auslinger in Oberrad in die Nähe des Stubenofens, während die Mutter mit dem Ankleiden eines anderen Kindes beschäftigt war. Arn Ofen richtete sich das kleine Kind auf, erfaßte dabei einen Kessel mit siedendem Kaffee, welcher umkippte und die heiße Flüssigkeit über das Kind ergoß. Letzteres ist am folgenden Tage an den erhaltenen Brandwunden gestorben. — Dem Polizeibericht zufolge wurde ein übelbelcumundeter Weißbinder verhaftet, weil er am Donnerstag Abcirds in einer hiesigen Wirthschaft einen Gast ans die Erde geworfen und ihn dann seiner Baarschaft beraubt hatte. Wegen Begünstigung dieser That wurden auch noch 4 seiner Helfershelfer festgenommen. — Einem am Renterweg wohnenden Rentner wurden im vorigen Jahre ca. 300 000 Mark in Werthpapieren gestohlen. Der Diebstahl wurde erst entdeckt, nachdem der Rentner von einer Reise zurückgekehrt war. Zwei Monate später fand man in dem Flur eines Hauses in der Schüppengasse ein Packet mit Werthpapicreu, die aus jenem Diebstähle herrührten; der Dieb konnte aber nicht ermittelt werden und ist auch bis heute noch nicht entdeckt worden. Dagegen hat man jetzt bei einer gründlichen Durchsuchung des Hauses des Bestohlenen auf dem Boden, unter Schutt und Schmutz versteckt, zwei Mappen gefunden, welche 214 000 Mark in Werthpapieren enthielten, die zu den gestohlenen gehören. Von einem Theile der Papiere, die, wie bekannt, alsbald zur Amortisation angemeldet wurden, fehlten die Koupons. (Fr. N.)
Wiesbaden, 23. Nov. Se. Hoh. der Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin und Gemahlin, welche seit dem 12. Oktober im Parkhotel wohnten, reisen heute, Vormittags um 10 Uhr 54 Min., mit der Taunusbahn von hier ab. Die hohen Herrschaften begeben sich zunächst für einige Zeit nach Weimar und dann nach Potsdam. Die Massagekur, welcher sich Se. Hoheit bei Herrn Dr. Mczger unterzog, hatte den besten Erfolg. (Rh. K.)
Mainz, 21. Nov. In Seattle (Nordamerika) starb kürzlich ein gewisser Friedrich Crede oder Krede mit Hinterlassung eines Vermögens von ca. 10 000 Dollars. Der Verstorbene, welcher keine direkten Erben hinterließ, war aus dein Großherzogthum Hessen gebürtig. Die Firma F. J. Bothof in Mainz sucht nach Erbberechtigten. (M. A.)
Marktbericht.
Hanau, den 23. Novbr., 9^2 Uhr Vormittags. Lebensmittelpreise folgende: Geflügel: Tauben, das Pärchen 60—70 Pfg.; ein alter Hahn 1—1,15 Mk.; ein junger Hahn 70—90 Pfg.; ein Huhn 70 Pfg. bis 1,10 Mk.; eine Ente 1,60—80 Mk.; eine Gans 3—5 Mk.; Gans gerupft, */2 kg 65—68 Pfg.; Fische: gewöhnliche Sorte 20—28 Pfg., bessere Sorten 40- 50 Pfg., Hecht 1—1,10 Mk., Barsch 55—60 Pfg. = 1/2 kg ; Gemüse: Merrettig, die Stange 8—10 Pfg.; Blumenkohl, das Stück 20—35 Pfg.; Kopfsalat, das Stück 6—7 Pfg.; Endivien, das Stück 4—8 Pfg.; Rettig, das Stück 3—5 Pfg.; Ober-Kohlrabi, das Stück 2—3 Pfg.; Unter-Kohlrabi, das Stück 6—10 Pfg.; Wirsing, das Stück 6—10 Pfg.; Weißkraut, das Stück 5—12 Pfg.; Rothkraut, das Stück 20—25 Pfg.; Sellerie, das Stück 6—10 Pfg. Gelbe-Rüben, das Bund 6—8 Pfg.; Braunkohl, die Portion 18—25 Pfg.; Rosenkohl, die Portion 20—30 Pfg.; Schwarzwurzel, die Portion 20—25 Pfg.; Spinat, die Portion 18—20 Pfg.; Schmalzkraut, die Portion 15—18 Pfg.; Kartoffel 6—8 Pfg. das Doppelliter; Obst: Aepfel, das Stück 1—6 Pfg.; Birnen, das Stück 1—4 Pfg.; Nüsse, das Hundert 34—38 Pfg.; Citronen, das Stück 7—9 Pfg.; Paradiesäpfel, das Stück 3—5 Pfg.; Verschiedenes: Butter, das Pfund 1,20—1,30 Mk.; Käse, das Stück 3—5 Pfg.; Eier, das Stück 6—10 Pfg.; Zwiebel, das Doppelliter 18—20 Pfg.; Welschkorn, das Doppelliter 18—22 Pfg.; Radieschen, das Bündel 3—5 Pfg.; Kastanien, Vs kg 18—20 Pfg.; Waizenmehl, 1. Sorte 21—22 Pfg., 2. Sorte 18—20 Pfg., 3. Sorte 15—16 Pfg., 4. Sorte 14- 15 Pfg. = Vs kg; Stroh 2,50—2,80 Mark und Heu 2,40—3,10 Mk. = 50 kg; Buchenholz, das Meter 7,80—8 Mark.