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Wohlwollen der Behörden ; Militärkirchen kenne Bayern nicht. Der direkte freihändige Ankauf der Lebensmittel werden bevorzugt, etwaige Wünsche bei Submissionen würden berücksichtigt. (Fr. N.)

Poltt, 19. Nov. Der Prinz Heinrich von Preußen ist heute Früh 8 Uhr mit der KreuzerkorvetteIrene" nach Korfu abgereist. Die öster­reichischen Schiffe hißten große Flaggengala und leisteten Rahensalut, der Habsburg" feuerte 21 Kanonenschüsse.

Athen, 18. Novbr. Im Piräus ist das dagäische Fieber wieder ausgebrochen.

Barcelona, 18. Novbr. In dem spanischen Theater hierselbst ist heute nach der Vorstellung Feuer ausgebrochen, das sich dem ganzen Ge­bäude mitgetheilt hat. Menschenleben sind nicht zu beklagen.

Brüssel, 18. Novbr. Zwischen der Schweiz und dem unabhängi­gen Kongo-Staate wurde am 16. d. M. ein Handels- und Niederlassungs- Vertrag abgeschlossen und unterzeichnet. Der General-Administrator des Kongo-Staates, Dan Ectveldc, hat an König Leopold als den Souverän dieses Staates einen langen Bericht erstattet, in welchem alle Maßregeln aufgezählt werden, die der Kongo-Staat in Wirksamkeit gesetzt hat, um den Sklavenhandel in jeder Form auf feinen Gebieten zu unterdrücken.

Paris, 19. November. DieFr. N." melden: Deputirtenkammer. Die Erklärung der Regierung entspricht den bereits gegebenen Andeutungen; dieselbe sagt, die Regierung werde eine Geschäftspolitik befolgen und die Wünsche des Landes nach Beruhigung zu befriedigen suchen. Frankreich wünsche die Aufrechterhaltung des Friedens und setze seine Rüstnngen einzig und allein zum Zwecke der Vertheidigung fort. In der Deputirten­kammer hielt nach der Konstituirung des Bureaus Floquet eine Ansprache; er sagte, er werde sich bemühen, das Vertrauen seiner Kollegen zu verdienen, und wolle persönlichen Neigungen Schweigen gebieten, um Allen die Frei­heit der Tribüne zu sichern. Er konstatirc, daß das republikanische Frank­reich den Willen geäußert habe, seine Mandatare einig zu sehen und forderte die gesammten Kräfte der Demokratie auf, sich um die Regierung zu schaaren. Tirard verlas die Erklärung der Regierung. Die Finanz­kommission des Senats genehmigte ohne Debatte und Aenderung den für die Marine geforderten Kredit von 58 Millionen Franks.

Paris, 19. November. Nach einer demBörsenblatt" zugegangenen direkten Depesche aus Rio de Janeiro wurde am Montag, 1 Uhr Nach­mittags, die Börse geöffnet. Der Wechselkurs betrug 27V, gegen 275/s am 14. d. M.

Die Boulangisten erlitten am Sonntag in Sceanx, einem Vor­ort von Paris, eine empfindliche Niederlage. Während der Wahlkreis bis­her boulangistisch gestimmt hatte, erhielt bei der Wahl eines Arrondisse- mentsraths der boulangistischc Kandidat nur 3 Stimmen, während auf den gemäßigt republikanischen 2285 und auf den radikalen 1644 Stimmen fielen.

Konstantinopel, 19. Nov. Eine offizielle Kundgebung beklagt, daß ein Theil der französischen Presse fortfährt, den dem deutschen kaiser­lichen Paare durch den Sultan und die Bevölkerung bereiteten Empfang in einem durchaus falschen Lichte erscheinen zu lassen. Der Verdruß, welcher gerade diesen über die orientalischen Verhältnisse offenbar schlecht unterrichteten Theil der französischen Presse durchdringe, beweise nur, daß sich derselbe durch den Besuch in eine falsche Stimmung versetzen läßt, in­dem er einem reinen Akte der Höflichkeit einen politischen Charakter und Folgen bèimißt, die er nicht hat haben können. (Rh. K.)

Netv-Ns^E, 19. November. Nach den letzten Nachrichten aus Rio de Janeiro sind die von der provesorischeu Negierung ernannten Gouverneure sämmtlich Militärpersonen. Die ersten fünf Punkte der Proklamation, welche die neue Ordnung der Dinge verkündet, besagen Folgendes: 1) die Republik wird proklamirt; 2) die Provinzen Brasiliens bilden durch eine Förderation dieVereinigten Staaten Brasiliens"; 3) jeder einzelne Staat bildet eine eigene Lokalverwaltung ; 4) jeder Staat entsendet einen Vorsteher zu dem demnächst zu berufenden Kongreß, dessen endgültigen Beschluß die provisorische Negierung erwartet, während inzwischen die Gouverneure Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung und zum Schutze der bürgerlichen Rechte treffen; 5) einstweilen vertritt die provisorische Regierung die inneren und äußeren Beziehungen. (Fr. N.)

Aus Zanzibar vom 18. November wird gemeldet:Der Reichs­kommissar Hauptmann Wißmann hat nach seiner Rückkehr aus dem In­nern die Pacifizirung der Landschaft Useguha vollendet. Von vielen Sei­ten sind Gesuche um Abschluß des Friedens eingelaufen."

London, 18. November. Der Castle-DampferDunbar Castle" ist auf der Ausreife vorgestern in Capetown angekommen.

Bremen, 18. November. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd Hermann" ist gestern in Baltimore eingetroffen.

Hamburg, 16. Novbr. Der DampferSlavonia" der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt-Aktiengesellschaft ist, von Stettin kommend, vorgestern in New-Jork eingetroffen.

Aus Stadt, Provinz und Umgegend.

Unfallversicherung» Das Reichs-Versicherungsamt hat in wieder­holten Entscheidung aus Anlaß von Katasterbeschwerden beschlossen, daß ein Destillationsbetrieb, in welchem jährlich durchschnittlich mehr als 100 hl

Alkohol zur Verarbeitung (zu Trinkbranntwein, Liqueurcn u. s. w.) ge­langen, wenn auch nur ein oder wenige Arbeiter darin beschäftigt werden, mit Rücksicht auf den Gegenstand und den Umfang der Produktion als Fabrik im Sinne des §. 1 Absatz 1 des Unfallversicherungsgesetzes zu gelten hat, und demnach versichcrungspflichtig ist (vergleiche Bescheide 302 und 406,Amtliche Nachrichten des N.-V.-A." 1887 Seite 38 und 324).

Uniform für Beamte. Den Beamten, die bei ihren Dienst­verrichtungen (Poft und Telegraphie, Steuer, Eisenbahn) in Uniform er­scheinen müssen und die im Militärverhältniß den Licutenantsgrad und Chargen darüber hinaus inne haben, war cs bisher gestattet, zu ihren Be­amtenuniformen den Ofsizierpaletot zu tragen. Nunmehr ist ein Ministcrial- erlaß ergangen, nach welchem Beamte in Uniform nur den ihrer Uniform zugehörigen, derselben entsprechenden Paletot zu tragen haben.

Schießbaumwolle. DiePost" schreibt:Das große Unglück in Hanau legt klar, daß man der früher für unberechenbar gehaltenen Launen der Schießbaumwolle doch noch nicht völlig enthoben ist, wie es die Techniker gerne hinstcllen, und damit fällt auch ein gewisser Schatten auf die rauchlosen Pulv ers orten. An Vorsichtsmaßregeln fehlt es in der Fabrik sicherlich in keiner Weise, dafür lieferte die diesjährige Aus­stellung für Unfallverhütung den besten Beweis, an welcher sich jene Fabrik betheiligt hatte. Weder starker Druck, noch starkgeladene Zündhütchen waren die Ursache der Explosion; es scheinen also noch andere Ursachen zu bestehen, welche Explosion und kein bloßes Abbrennen verursachen."

Hanauer Verschönerungsverein. In gestriger Generalver­sammlung des hiesigen Vcrschöncrungsvereins, welche im Sälchen des Gast­hauseszu den drei Rindern" unter dem Vorsitze des Herrn Kommerzien- rath Zimmermann stattgefunden, hatten sich erfreulicherweise diesmal fünf Vereinsmitglieder cingefunden.

Der Herr Vorsitzende widmete vor Eingehen in die Tagesordnung dein früheren Vercinsvorsitzcndcn, Herrn Sanitätsrath Dr. Noll, einige warme Worte des Andenkens, darin hcrvorhcbend dessen große Verdienste um daS EmporblühtN des Vereins und berichtete hierauf in ausführlicher Weise über die Ausführungen des Vorstandes im abgelaufenen Jahre.

Folgende Anträge wurden im Laufe des Abends gestellt und fanden die Genehmigung der Generalversammlung: 1) Es soll um die Erlaubniß nachgesucht werden, im Hofe des Rathhauses einen Lambrecht'schen Wetter- telegraphen aufzustellcn ; 2) die Wetterhäuschen sollen nachgesehen und die Instrumente auf ihre jetzige Zuverlässigkeit geprüft werden, damit die durch den Verein anzustellenden und später zu veröffentlichenden Beobachtungen möglichst genaue sind. In den Etat für das bevorstehende Geschäfts­jahr wurden auf Grund der muthmaßlichen Einnahmen folgende Posten eingestellt und genehmigt: 1) Für Anlagen am Damm Mk. 250, 2) Etiquettirung der angcschafften und anzuschaffenden Pflanzen Mk. 100, 3) Zur weiteren Verwendung für Anlagen Mk. 300, 4) Reparaturen an und Neubeschaffung von Bänken Mk. 150.

Der seitherige Vorstand wurde hierauf mit Einstimmigkeit mieder­gewählt und dem Kassirer, nachdem die Rechnung geprüft und richtig be­funden, die beantragte Decharge ertheilt.

Der Verschönerungsverein hat, was allenthalben auch anerkannt wird, seit feinem neunjährigen Bestehen schon recht Ersprießliches geleistet und wird, falls ihm die seitherige Sympathie erhalten bleibt und sich seine Mitgliederzahl noch vergrößert 'im Verhältniß unserer Einwohnerzahl ist dieselbe bis jetzt sehr gering immer mehr in die Lage gesetzt sein, das vorgesteckte Ziel zu erreichen.

Kaufmännische Unterrichtskurse. Wir hatten vor einiger Zeit darauf hingewiesen, daß der Privatdozent und Handelslchrcr Herr Le vor aus Hamburg für einige Wochen auch in unserer Stadt Unter­richtskurse für Kalligraphie und sämmtliche Kaufmännische Wissenschaften veranstaltet und ist dieses Unternehmen so weit gediehen, daß die Lektionen bereits am Freitag, den 22. November, beginnen können. In unserer heuti­gen so sehr materiellen Zeit, wo gediegenes Wissen und erlernte Fertig­keiten oft Kapital bedeuten, kann man in erster Linie auch die Vorzüge einer formschönen Handschrist nicht ableugnen; denn die Erfahrung hat es genügend gelehrt, daß Leute, die oft mit sonst ganz guter Schulbildung ausgerüstet, dennoch nicht in höhere Stellungen aufrücken konnten, weil sie eine zu wenig entwickelte und mangelhaft schöne Handschrift aufweisen konn­ten. Es ist ja auch in der That nicht hinweg zu leugnen, daß ein schön geschriebener Brief und ähnliche schriftliche Arbeiten auf den Empfänger ei­nen höchst wohlthuenden Eindruck ausüben und man sehr leicht und nicht mit Unrecht geneigt ist, daraus auf den Charakter und die Gewandtheit des Schreibers Schlußfolgerungen zu ziehen. Aber auch die spezielleren kaufm. Wissenschaften, namentlich die verschiedenen Systeme der Buchfüh­rung 2C., dürften für manche, selbst reifere junge Leute wichtig sein, einge­hendes mit kennen zu lernen, damit sie in den verschiedensten Lebensstellun­gen den an sie hcrantretendcn Anforderungen in jeder Weise genügen kön­nen. Wie wir hören, soll auch ein besonderer Zirkel für Damen und ein spezieller Schreibkursus für Schüler der hiesigen Schulen mit eingerichtet werden. Herr Levor hat in jüngster Zeit in ähnlicher Weise auch junge Leute des Gymnasiums zu Gladbach nach seiner anerkannten Methode unter= richtet und sind ihm von den dortigen Behörden die wohlwollendsten An-