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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Xie -ivalt. Seite 20 Psg.

DieölpaltigeAeile 30 Psg

Str. 2ö6, Samstag den 2. November 1889.

Amtliches.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Bekanntmachung.

Die diesjährigen Herbst-Kontrot-Versammlungen im Kreise Hanau finden wie folgt statt:

In Windecken Schloßberg am 4. November 1889, Vormittags 8 Uhr, für die Orte:

Windecken, Eichen, Erbstadt, Marköbel, Ostheim, Oberdorfelden, Kilianstädten, Niederissigheim, Roßdorf, Gutsbezirk Baiersröderhof.

In Bischofsheim Kirch- und Schulplatz in der Hintergasse am 4. November 18 89, Vormittags 1IO2 Uhr, für die Orte: Fechenheim, Gronau, Niederdorfelden, Wachenbuchen, Bergen, Enkheim, Bischofsheim., Hochstadt, Dörnigheim, Gutsbezirke Dottenfelderhof, Gronauerhof.

In Langenselbold Kirchplatz am 5. November 1889, Vormittags 9 Uhr, für die Orte:

Langenselbold, Hüttengesäß, Langendiebach, Neuwiedermuß, Ravolz­hausen, Rückingen, Oberissigheim, Rüdigheiin, Gutsbezirk Rüdig- Heimerhof.

In Hanau Paradeplatz, Zeughaus am 6. November 18 89, Vo rmitta gs 8 Uhr, für die Orte:

Kesselstadt, Oberrodenbach, Niederrodenbach, Großauheim, Großkrotzen­burg, Mittelbuchen, Bruchköbel, Gutsbezirke Wolfgang, Pulverfabrik, Philippsruhe und Fasanerie, Wilhelmsbad, Wilhelmsbaderhof, Kinzig heimerhof, Neuhof.

In Hanau Paradeplatz, Zeughaus am 6. November 1889, Vormittags 9^2 Uhr, für die Stadt Hanau, Jahrgänge 1882, 1883, 1884;

am 6. November 1889, Vormittags 11 Uhr, für die Stadt Hanau, Jahrgänge 1885, 1886, 1887, 1888, 1889.

Vorstehendes wird mit dem Bemerken veröffentlicht, daß zu den diesjährigen Herbst-Kontrol-Versammlungen zu erscheinen haben:

1. Sämmtliche Reservisten;

2. Sämmtliche Dispositions-Urlauber, sowie die zur Verfügung (Disposition) der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften;

3. Diejenigen Mannschaften der Landwehr bezw. Seewehr I. Aufgebots, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1877 einge­treten sind.

Außerdem wird bemerkt:

1. Die Halbinvaliden und Garnisondienstfähigen der Reserve und der vom 1./4. bis 30.'9. 1877 eingetretenen Landwehr-Leute erscheinen mit ihren Jahresklassen.

2. Diejenigen, welche wegen verbüßter Freiheitsstrafen oder wegen Kontrol- entziehung nachzudienen haben, erscheinen mit den Jahresklassen, in die sie zurückversetzt sind.

3. Sämmtliche Militärpapiere sind mit zur Stelle zu bringen.

4. Dispensationen von den Kontrol-Versammlungen können eintreten und müssen darauf bezügliche Gesuche, welche von der betreffenden Ortsbchörde beglaubigt sein müssen, spätestens 3 Tage vor der betreffenden Kontrol-Versammlung beim Bezirks-Feldwebel in Hanau eingereicht werden.

Frankfurt a. Mr, im Oktober 1889.

Bezirks-Kommando.

Die Herren Ortsvorstände werden angewiesen, die vorstehende Be­kanntmachung wiederholt in ortsüblicher Weise zu veröffentlichen und die ihnen durch das König!. Bezirks-Kommando bereits zugesandten Plakate über die Kontrol-Versammlung an zweckmäßigen, besonders ins Auge fallen­den Stellen anzubringen.

Hanau am 18. Oktober 1889.

Der Königliche Landrath

M. 4325 v. Oertzen.

Der Metzger Salomon Wolf aus Bergen beabsichtigt auf seiner in der Gemarkung Bergen belegenen, der Karte Y. eingetragenen Parzelle Nr. 293 eine Schlächterei zu errichten.

Dieses Vorhaben wird gemäß §. 16 ff. der deutschen Reichsgewerbe ordnung hierdurch mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß etwaige Einwendungen gegen die Errichtung der Anlage, soweit solche nicht privatrechtlicher Natur sind, binnen einer präklusiven Frist von 14 Tagen, vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung ab, bei dem unterzeichneten Kreis-Ausschuß schriftlich angebracht werden können.

Zeichnung und Beschreibung der Anlage können während der Amts­stunden in unserm Büreau eingesehen werden.

Zur Erörterung der erhobenen Einwendungen ist Termin auf

Dienstag den 19. November 1889, Vormittags 10 Uhr, in unserm Büreau anberaumt, zu welchem die Betheiligten unter der Ver­warnung vorgeladen werden, daß im Falle des Ausbleibens mit der Erör­terung nichtsdestoweniger vorgegangen werden wird.

Hanau am 26. Oktober 1889.

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses:

v. Oertzen,

A. 1680 Königlicher Landrath.

Dierch-Nachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Zwei weiße Taschentücher. Ein Cigarren-Etui mit Cigarren nebst einem Gestellungsbefehl für den Rekruten Adam Kraus zu Pulverfabrik. Ein Paar neue Pantoffel. Ein»Kinderknöpfstiefel. Ein großer grauer Futterkorb. Ein schwarzer Sonnenschirm. Ein Porte­monnaie mit Geld. Ein Gewicht von einer s. g. Stengelwaage. Zwei Taschenmesser.

Verloren: Eine Cylinder-Uhr mit Kette.

Entflogen: Eine englische Taube.

Hanau am 2. November 1889.

Tagesschau.

P. Atts dem Reichstage. Berlin, 30. Oktbr. Inder heutigen (5.) Plenarsitzung des Reichstags wurde die erste Berathung des Etats fortgesetzt, aber wie das auch nicht anders erwartet war, noch nicht beendigt. Zuerst erhielt heute Abg. v. Wedell-Malchow (deutschkons.) das Wort. Er anerkannte, daß der Etat allerdings hoch sei, hielt deshalb be­sonders die sorgfältigste Prüfung der einzelnen Mchrforderungcn im Mili­täretat für angezeigt und erwartete über die großen Ausgaben dieses Etats von der Regierung noch nähere Mittheilungen. Die deutsch - konservative Partei werde indeß alles Dasjenige bewilligen, was nöthig sei, um unsere Armee in den Stand zu setzen, daß sie jedem Gegner gewachsen sei. Abg Bebel (Soz.-Dem.) kann für die fortdauernden Kriegsrüstungcn kei­nen stichhaltigen Grund erkennen. Dieselben entsprächen allerdings den Interessen der herrschenden Klassen, die fortdauernden Ausgaben für die Heeresverwaltung müßten aber nothwendig zum wirthschaftlichen Ruin des Volkes führen. Die deutsche Bourgeoisie sei charakterlos und feige. Seine Freunde wollten aus dem bestehenden Klassenstaat einen Volks-, einen Rechtsstaat schaffen. Durch die Ausführung dieses Redners veranlaßt, nahm der Kriegsminister, General der Infanterie v. Verdy du Vernois daS Wort um unter Zustimmung des Hauses den Vorredner namentlich darauf aufmerksam zu machen, daß bei uns Fürst und Volk einig seien in dem Bestreben, den Frieden zu wahren; daß die Bezeichnung Rußlands als unseresErbfeindes" durchaus nicht gerechtfertigt fei, sowie auf die offen­kundigen ernstlichen Bemühungen unseres jungen, geliebten Kaisers, den Frieden zu erhalten, den Vorredner hinzuweisen. Der Abg. Dr. v. Ben­nigsen (nationallib.) theilt die Ansicht deS Abg. Rickert, daß beabsichtigt werde, die Marine jetzt zu einer Angrifssflottc umzugestalten, durchaus nicht. Bereit, für die Schlagfertigkeit des Heeres alles Nöthige zu bewilli­gen, hält er indeß eine sorgfältige Prüsung der Mehrforderungen für un­erläßlich. Er empfiehlt nebenbei die Einsetzung eines verantwortlichen Reichsfinanzministers und hält für die Beseitigung der Agrarzöllc die Ge­genwart am allerwenigsten geeignet. Abg. Dr. Windthorst (Zentr.) kann nicht zugeben, daß die Zustände in Deutschland so befriedigend seien, wie der Vorredner sie dargestellt habe; es herrsche das System kleinlicher poli­zeilicher Maßregeln. Was für die Sicherheit des Staates nothwendig sei, würden seine Freunde nach wie.vor bewilligen, aber die Mehrforder»ngeu