Ud»nn«mc»tS-
Preiè:
gèbriich 9 Marl. H-ldi.âLüPs«. viert-ijährlich
, Marl SS Pf«. Air auswärtige «bonuenten mit dem betreff«», hu Paftauflchlag.
Weetajelne Stummer 10 Pf«.
Iugteich Amtliches Hmgan für Stcröt- und Lcrnökveis Kcmcm.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Auftrtl»«»»
PreiS:
Die ispaltige «arm°ndj-ile »d, deren Raum
10 Pf«.
Die Lspalt. Zeile 20 Psg.
DiebspaltigeZeile 30 Psg
m. 2-42.
Mittwoch den 16. Oktober
1889.
I MroiWiHMif mimw»
Amtliches.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Verloren: Ein schwarzes Frauenhalstuch. Ein Helles wollenes Kleid. Ein wollener Frauen-Rock.
Gefunden: Ein Portemonnaie mit zwei Bettelmünzen.
Entlaufen: Ein kleiner gelblicher Spitz (Fuchsratze); dem Wieder- bringer eine Belohnung.
Zugelaufen: Ein großer schwarzer Hühnerhund mit gesiegelter Brust; Empfangnahme bei Christian Viehmann zu Bruchköbel.
Hanau am 16. Oktober 1889.
Tagesschau.
Berlin, 14. Okt. Die Ergebnisse der Besprechungen mit dem Zaren. Wie in hiesigen diplomatischen Kreisen verlautet, hätten die während der Anwesenheit des Zaren gepflogenen politischen Erörterungen ein befriedigendes Ergebniß gehabt. Man hält zur Zeit den Frieden auf Grundlage der bekannten Auffassung für gesichert, daß Bulgarien innerhalb der russischen, Serbien dagegen innerhalb der österreichischen Interessensphäre liege. , (Rh. K.)
Berlin, 15. Okt. S. M. S. „Leipzig", Kommandant Kapitän I zur See Plüddemann, mit dem Geschwader-Chef, Kontre-Admiral Dein- Hard an Bord^ ist am 13. d. M. in Mozambique eingetroffen uns beabsichtigte, am 14. desselben Monats wieder von dort in See zu gehen. — » Der Dampfer „Lulu Bohlen" ist mit dem Ablösungs-Kommando für S. M. Kreuzer „Habicht", Trunsportführer Korvetten-Kapitân Burich, am 13. Oktober d. J. in Puerta de la Luz (Kanarische Inseln) eingetroffen und hat am selben Tage die Weiterreise fortgesetzt.
Breslau, 15. Okt. Der auf Befehl des Kaisers vom Minister des Innern eingeforderte Bericht über den Waldenburger Bergmanns-Aus- stand ist soeben fertiggestellt und sehr umfangreich. Sämmtliche betheiligte Behörden stimmen in ihrem Urtheil wesentlich überein. (K. Z.)
Danzig, 15. Oktober. Soweit bekannt, trifft die „Derschawa" mit der russischen Kaiserin morgen früh in Neufahrwasser ein. Kaiser Alexander, welcher mittelst Eztrazuges von Ludwigslust ankommt, setzt seine Reise gemeinsam mit der Kaiserin mittelst Extrazuges nach Petersburg fort.
Bonn, 14. Okt. Heute Nachmittag wurde unter großer Bethei- t ligung der im ,9. Jahre verstorbene katholische Pfarrer bei St. Remigius hierselbst, Dr. Wilhelm Reinkens, auf dem alten Friedhofe beerdigt. In dem langen Leichenzuge schritt als Erster hinter dem Sarge der jüngere Bruder der Verewigten, Bischof Dr. Reinkens, im bürgerlichen Nock und ohne das Vischofskreuz, das er sonst auf der Brust trägt.
Bergeborbeck, 15. Okt. Auf Zeche „Helene Amalie" fand gestern eine größere Explosion, anscheinend durch Entzündung von Kohlenstaub, statt. 30 Bergleute schwebten in Lebensgefahr, wurden aber durch die 1 Energie eines Steigers gerettet; zwei Mann haben schwere Brundwunden ' davongetragen.
Ueber die Kohlennoth im Saarrevier berichtet die „St. Joh. Ztg.": Die Kohlennoth trifft leider, was sie nicht sollte, auch die Einheimische Eisenindustrie. Wie wir erfahren, haben gestern 600 Arbeiter bet Burbachèrhütte wegen Kohlenmangels feiern müssen. Dasselbe wird beute von dem Völklinger Eisenwerke gemeldet. Man sieht nicht ohne Be- / stguff' dem Winter entgegen, zumal die disponiblen Quantitäten wohl
Erkauft sein dürften. Der hiesige Eisenbezirk wird fast aus- 1 schließlich durch, die zehn staatlichen Gruben des Reviers mit Kohlen ver- \ • . scheint also, daß auch diese ihre Lieferungen auf lange hinaus verschlossen haben und die bekannte Mahnung des Arbeilenministers, so halt' roar' deshalb praktische Bedeutung auch hier nicht er-
^' Okt. (K. Z.) Der Kaiser Alexander, die Groß- ursten Wladimir und Georg und der Herzog Johann Albrecht begaben 'ch heute Früh 7!/a Uhr zu Wagen in das Forstrevier Groß-Laasch und selten daselbst unter Leitung des Ober-Jägermeisters Grafen Maltzahn ane Treibjagd auf Hochwild ab. Die Rückkehr erfolgte gegen 1 Uhr. latfer Alexander hat sich über die Aufnahme, die ihm in Berlin zu Theil
geworden, hier wiederholt außerordentlich befriedigt ausgesprochen. Der Kaiser und der Großfürst Georg verlassen Ludwigslust heute Abend um 6 Uhr. Die Reise geht über Berlin nach Danzig.
Dresden, 15. Oktober. Bei der Landtagswahl in Stadt-Dresden wurden gewählt: im zweiten Wahlkreis Finanzrath Schillert (konservativ) mit 3453 gegen Liebknecht mit 1300 Stimmen, im dritten Wahlkreise Bürgermeister Boenisch (Kartellkandidat) mit 2299 gegen Peters (Sozialist) mit 1284 Simmen, im fünften Wahlkreis Klemm (konservativ) mit 1826 gegen Winkler (Sozialist) mit 1190 Stimmen.
Bremen, 15. Okt. Der neu erbaute Zentralbahnhof ist heute Morgen dem Verkehr übergeben worden. Die ersten ein- und ausfahrenden Züge waren festlich geschmückt. Eine große Menschenmenge war anwesend.
Stuttgart, 15. Okt. Der frühere Reichstagsabgeordnete Karl Maper, Führer der schwäbischen (demokratischen) Volkspartei ist gestern Abend 8 Uhr verschieden.
Wien, 15. Okt. Der Tiroler Landtag wählte gestern in den Landesausschnß zwei Deutschnationale, einen Welschliberalen, einen Welschklerikalen, zwei Deutschklcrikale. Früher waren die Mitglieder vier Deutschklerikale, ein Deutsch- und ein Welschliberaler.
Innsbruck, 15. Oktober. Die Berichte über das Hochwasser gewähren ein trauriges Bild der Zerstörung. In Neumarkt steht die Kirche und der Untermarkt unter Wasser; die Lebensmittel werden den Bewohnern auf Flössen zugeführt. Salum steht fast ganz unter Wasser. In vielen Ortschaften werden vom Militär Schutzbauten aufgeführt. Aus I den meisten Bezirken wird bessere Witterung gemeldet und daß das Sinken des Wassers erwartbar sei. Am Süden ist der Eisenbahnverkehr wieder hergestellt, zwischen Lenz und Abraltersbach ist er unterbrochen. (Fr. N.)
Rom, 15. Oktober. Die „Riforma" melbet aus Palermo: Der Eindruck der Rede Crispi's sei ein sehr großer, namentlich die Stelle bezüglich der Kirchenpolitit, des Kampfes gegen die extremen Parteien, der Kolonialpolitik und der auswärtigen Politik. Ein Beifallsturm erhob sich, als Crispi betonte, Rom werde immer italienisch bleiben.
Liffabou, 15. Oktober. Der Zustand des Königs hat sich verschlimmert. Das Gesammtministerinm begab sich an das Krankenlager in Cascaes. (Fr. N.)
Palermo, 15. Oktober. Ministerpräsident Crispi betonte, wie der „Rh. K." schreibt, auf dem gestrigen Bankett, Rom bleibe für Italien unantastbar. Der Bruch der Handelbeziehungen mit Frankreich habe sich unabhängig von dem Willen und der Politik Italiens vollzogen. Der' Differenzialtarif zwischen Frankreich und Italien werde aufgehoben werden, sobald das Parlament die Regierung hierzu ermächtige. Die wirthschaftliche Lage Italiens bessere sich. Der Regierung sei es gelungen, den militärischen Unternehmungen in Afrika einen friedlichen Charakter zu verleihen. Die Politik Italiens gestatte, mit der ersten Seemacht der Welt und mit den größten Mächten des Kontinents auf gleichem Fuße zu verhandeln, sie führte Kaiser Wilhelm nach Italien und bringe ihn demnächst ein zweitesmal nach Italien. (Lebhafter Beifall.)
Paris, 14. Oktober. Cassagnac wirft heute in einem sensationellen Artikel Boulanger über Bord; Cassagnac verräth darin, daß die Monarchisten von Boulanger die Rückkehr und einen Gewaltstreich vor den Wahlen erwartet hatten; wenn er das nicht gewollt, hätte er uns nicht unnütz derangiren sollen. (Rh. K.)
Petersburg, 15. Okt. Der Kriegs-Minister hat eine Ordre veröffentlicht, wonach in Ausübung des Kaiserlichen Befehls vom 18. Juni 1888 die Formirung zweier Artillerie-Mortier-Regimenter zu je vier Batterien angeordnet wird. \
New-Nork, 15. Oktober. Die elektrischen Gesellschaften stellten, nach den „Fr. N.", ihre Thätigkeit wegen Streites mit den Stadtbehörden ein. Die Hauptstraßen sind Nachts völlig dunkel.
Newyork, 14. Okt. Die internationale Konferenz der Seenfer- staaten tritt am Mittwoch den 16. ds. in Washington zusammen.
■ Buffalo, 15. Oktober. Bei bem gestrigen Festessen zu Ehren der Delegirten des Pan - Amerika-Kongresses toastete der Gesandte Chili's auf die Union, welche den ersten Schritt zur Verbrüderung AmeUtas gethan habe. Der Gesandte Perus beglückwünschte seinen Kollegen zu diesen Worten und schüttelte ihm die Hand, was große Begeisterung Hervorruf.