bestimmt worden, daß die Bienenzucht keiner Steuer, weder Gewerbe-, noch sonstiger Steuer unterliegen soll, sofern sie von den Imkern nur als Nebenbeschäftigung oder auch als Liebhaberei betrieben wirb. Die Steuerbefreiung soll auch dann stattfinden, wenn sie in den angeführten Fallen Erträge abwirft, also dem Imker Einnahmen verschafft. Lehrer, Pfarrer u. s. w. Wunen also Bienenzucht betreiben, ohne besteuert zu werden.
Vorsicht. 3ui Geldverkehr sind französische Fünffrankstücke bemerkt worden, die für Fünfmarkstücke in Zahlung gegeben wurden. Es ist daher Leim Geldwechseln Borsicht geboten.
Zur Beachtung. Beim Eintreten der rauhen Jahreszeit glauben Viele, sich nunmehr durch das Tragen eines wollenen Tuches oder shawls schützen zu müssen. Vor dieser üblen Gewohnheit kann nicht genug gewarnt weroen. Denn die Erfahrung lehrt, daß gerade diejenigen Personen, welche ihren Hals stets sorgsam einpacken, am meisten mit Halskrankheiten geplagt sind; während umgekehrt ein sehr empfindlicher Hals fast immer kurirt wird, sobald vom Herbste ab das Anlegen einer warmen Halsumhüllung streng vermieden und nebenher durch regelmäßig kaltes Waschen des betreffenden Theiles für die nöthige Abhärtung desselben gesorgt wird. (Fld. Z.)
Lehrermangel. Aus allen Provinzen vernimmt man Klagen -über Tiangel an Volksschullehrern. So mußten, wie der „Voss. Atg." berichtet wird, allein im Regierungsbezirke Potsdam 40 Lehrerstellen unbesetzt bleiben, weil es an Bewerbern fehlt.
Gelnhausen, 12. Okt. Die diesjährige Weinlese in unserer Ge- '.markung beginnt nächsten Montag vorm Haitzerthor; Dienstag wird vorm Holzthor, Mittwoch am alten Graben und Donnerstag am neuen Berg .gelesen. Der Wein ist von vielen Besitzern bereits verkauft zum Preise von W. 15—16 per Centner. (Kbl.)
Cassel. Das hiesige Diakonissenhaus feiert am 18. Oktober das -Fest des 25jährigen Jubiläums. Das Fest soll folgenden Verlauf nehmen: Am 17. Oktober, Abends 6V2 Uhr, Vorfeier, verbunden mit dem 25jähr. Diakonissen- Jubilâüm der Frau Oberin. Festprediger: Herr General- Supeintendent Lohr. Am 18. Oktober um 10 Uhr Gottesdienst mit nachfolgender Schwestern-Einsegnung. Festprediger Herr General-superintendent Werner; um 3 Uhr freie Vereinigung im Saale des Diakoniffen- hauses; um 6V2 Uhr Schlußgottesdienst in der Kapelle. — Alle Freunde der Anstalt sind zur Mitfeier eingeladen.
Marburg, 11. Oktober. Der Bildhauer Adolf Hildebrand, bereit Modell für das Kaiser Wilhelm-Denkmal mit dem zweiten Preise gekrönt wurde, ist geborener Marburger. Er ist der zweite Sohn des in Jena verstorbenen National Oekonomen Professor Dr. Hildebrand, der von 1841 bis 1851 an hiesiger Universität Professor war. Der Künstler, welcher Mehrere Jahre das Stoyffche Institut besucht hat, lebt jetzt in Florenz.
Frankfurt a. M., 13. Oktober, Auf dem Viehhof waren gestern 100 Spanferkel angefahren. Die Preise kamen jedoch so hoch, daß nur etwa ein Dutzend zum Schlachten angekauft wurde. Ein Liebhaber dieses Bratens hat das Pfund mit 1,85 Mark bezahlt. — An einem Obststande in dec Markthalle probirte vorgestern ein gutgekleideter Herr verschiedene Sorten Weintrauben. Nachdem er etwa 1 1 Pfund versucht hatte, frug Ec nach dem Preise der letzten Sorte und bestellte 6 Pfund, die ihm zum Preise von n 45 Pfennig in seine näher bezeichnete Wohnung in der Gut- leutstraße gebracht werden sollten. Als später eine Tragfrau mit den Trau- Len in der angegebenen Wohnung erschien, stellte es sich heraus, daß man dort von der Bestellung gar nichts wußte. Die Obsthändlern mußte nun auch noch die Tragfrau bezahlen. — Der unverheirathete Spenglergehilfe Schlade aus Marburg, welcher am Mittwoch Nachmittags von dem Dache «ineâ Anbaues zu dem Hause 55 in der Westendstraße, als er dabei be- schâftigt ivar, die Giebelfenster mit Zink auszulegen, herabstürzte und schwer
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Bieber, 12. Oktober. Der hiesige Einwohner, bei welchem man im Laufe der vorigen Woche die Dynamitpatronen nebst Schnur fand, wurde in Offenbach sofort wieder aus der Haft entlassen, nachdem die Behörde sich überzeugt hatte, daß die Sache doch mehr unschuldiger Natur war. Der Fund ist allerdings gemacht worden, allein^ der Mann konnte nachweisen, daß er früher in Steinbrüchen mit diesen Stoffen arbeitete; er gibt an, daß er nicht mehr gewußt habe, daß genannter Sprengstoff sich in seiner Wohnung befand. Nach der Sachlage zu urtheilen und angesichts der seitherigen Führung dieses Mannes scheint jede böswillige Absicht ausgeschlossen. O. Z.
Mainz, 10. Oktober. Gegen die beiden ultramontanen Blätter „Starkenburger Bote" in Bensheim und „Mainzer Journal" ist, wie verschiedenen Blättern gemeldet wird, wegen Beschimpfung der evangelischen Religion Urtersuchung eingeleitet worden.
Fleisbach (Kreis Dill), 11. Oktober. Gestern Nachmittag wurden die Christoph Daniels Eheleute samt ihren Verwandten in dem benachbarten Greifenstein (Kreis Wetzlar) in die größte Aufregung, zugleich aber auch in die herzlichste Freude versetzt. Die genannten Eheleute hatten außer der bei ihnen lebenden Tochter noch einen Sohn, welcher in dem Kriege 1870/71 bei Gravelotte verwundet worden und wie der den Eltern zugeschickte Todesschein erwies, am dritten Tage nach der Schlacht, den 21. August, gestorben war. Zur großen Freude der Eltern und Angehörigen hat sich diese Todesanzeige als falsch erwiesen, denn gestern erhielten die Eltern einen Brief aus Algier von ihrem schon 19 Jahre lang todtgeglaubten Sohne Heinrich. Die vielen Thränen des Leides sind nun in Freudenthränen verwandelt. Der bei Gravelotte wohl verwundete und gefangen genommene Gardist Heinrich Daniel gibt in seinem Briefe an, daß er von Turkos nach Afrika gebracht und einem Plantagenbesitzer zum Präsent gemacht worden sei. Dort habe er nun 19 Jahre als Sklave arbeiten und dabei die schrecklichste Behandlung erdulden müssen; das Fleisch sei ihm roh vorgeworfen worden. Kleider habe er seit 1870 nicht am Leibe gehabt. Wie dieser Mann weiter mittheilt, hat er sechsmal Fluchtversuche gemacht, die aber jedesmal mißlungen sein sollen. Endlich, bei der Beerdigung des Plantagenbesitzers sei ihm die Flucht gelungen. Drei Tage und drei Nächte ist er auf der Flucht gewesen, bis er ermattet und ermüdet in einer Stadt liegen geblieben und zum Glück von dort lebenden deutschen Handelsleuten ausgenommen worden sei. Dort werde er jetzt noch verborgen gehalten. Zum erstenmale fei ihm jetzt Gelegenheit geworden feinen Eltern Kunde zu geben. Der Sohn bittet die Eltern herzlichst, doch seine Auslieferung resp. Befreiung veranlassen zu wollen. Gestern Abend noch fuhr der Vater nach Wetzlar und machte dem Bezirks-Kommando, sowie dem Königl. Landrathsamt daselbst die Anzeige, worauf denn auch sofort Depeschen nach Berlin abgegeben worden sind. Es wird sich herausstellen, ob die Angaben des Totgeglaubten auf Wahrheit beruhen. (Rh. K.)
Schiffsbericht.
(Mitgetheilt durch den Agenten Georg Tissot in Hanau.)
Der Hamburger Doppelschrauben-Schnelldampfer „Augusta Viktoria'", Kapitain Albers, welcher am 4. Oktober von Southampton abgegangen, ist am 11. Oktober, 11 Uhr Abends, wohlbehalten in New-Dork angekommen.
Thermometerst and.
14 Oktober. Morgens 7 Uhr 4- 58, Vormittags 10 lib- ^ 8° R.
Für Schulen.
Formulare zu:
a) Schülerverzeichnitz u. Versäumnitz- liste,
b) Stoffbuch,
c) Schul-Grundliste (verbessert),
d) Schulversäumnitzlisten
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Fremden Liste.
Hanau den 13. Oktober
Hotel zum Adler.
Jäger Kfm. a. Annaberg.
Hotel zum Riesen.
G. Wintcrbauer Lehrer a. Heidelberg.
Fritz Hasselbach Kfm. „ Frankfurt.
Gasthaus zur Post. H. Zinn Stud. theol a. Gießen. A. Hahn Kfm. „ Frankfurt.
G. Horlebein „ „ Frankfurt.
I. Dierks „ „ Bremen.
Walter „ „ Kröll,