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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Montag den 14. Oktober

1888.

Amtliches.

Konzession

-Mm Betriebe der Unfallversicherung in Preußen für die Oberrheinische Versicherungsgesellschaft zu Mannheim.

Die der Oberrheinischen Versicherungsgesellschaft zu Mannheim unter dem 21. Juli 1887 für die Transport- und Glasversicherung ertheilte Konzession zum Geschäftsbetriebe in Preußen wird unter den darin bezeich­neten Bedingungen hierdurch auf die Versicherung gegen Unfall ausgedehnt.

Berlin den 24. August 1889.

(L. S.)

Der Minister für Handel und Gewerbe. Der Minister des Innern, I. V.: Magdeburg. I. V.: v. Zastrow.

Min. f. H. 2C. A. 2321. Min. d. Inn. I. A. 8535.

( Die Konzession für die Transport- und Glas-Versicherungs­branchen vom 21. Juli 1887 und die Statuten der Oberrheinischen Ver­sicherungs-Gesellschaft in Mannheim sind in Nr. 2/1888 des Amtsblattes veröffentlicht.)

Bekanntmachungen König!. Landrathsamts.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorftcher des Kreises haben die- ^fknigen Personen, welche für das nächste Kalenderjahr Wandergewerbescheine zum Gewerbebetriebe im Umherziehen wünschen, mittelst ortsüblicher Be­kanntmachung aufzufordcrn, die deshalbigen Anträge und zwar wenn die­selben seither schon im Besitze eines solchen Scheines gewesen sind. unser ,eigâs^Z_zâOââ W anzubringen, dieselben auch ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, daß alle, welche dieses unterlassen würden, sich die nachtheiligen Folgen, welche durch verspätete rechtzeitige Anmeldung entstehen könnten, selbst zuzuschreiben haben.

Die Anträge sind in die vorgeschriebene, im Waisenhause dahier zu empfangende Nachweisung resp. Signalcmentsverzeichniß cinzutragen und gehörig vollzogen bis zum 1. November d. I. an mich einzureichen oder es ist berichtlich anzuzeigen, daß keine Anträge gestellt worden sind.

Hanau am 28. September 1889.

Der Königliche Landrath

v. O e rtz e n.

Montag den 14. d. M. wird mit der Umpflasterung eines Theils der Hanau-Fulda-Vacha'er Straße längs der hiesigen Gasfabrik begonnen werden, in Folge dessen eine Sperrung dieser Straßcnstrccke für 14 Tage nöthig ist.

Hanau am 12. Oktober 1889.

Der Königliche Landrath.

V. 6859 I. V.: Baabe.

DieKsi-Nachrichten aus dem Kreise.

Zugeflogen: Ein grünlich-grauer Vogel mit rothem Schnabel.

Zugelaufen: Ein schwarzer Dachshund mit gelber Brust und gelben Beinen, mit Halsband.

Hanau am 14. Oktober 1889.

Tagesschau.

Berlin, 12. Oktober. Bei der gestrigen Galatafel im Weißen Saale des Königlichen Schlosses hielt Se. Majestät Kaiser Wilhelni den Trinkspruch zunächst iu deutscher Sprache; zum Schluß aber brachte Aller- Höchstderselbe in russischer Sprache das Hoch auf Seinen erlauchten Gast aus. Nachdem die russische Nationalhymne, welche stehend angehört wurde, verklungen war, erhob Sich Se. Majestät der Kaiser von Rußland zu folgendem Trinkspruch: Je rem erde Votre Majesté de Vos bonnes paroles et Je partage entièrement les sentiments que Vous venez dexprimer. A la santé de Sa Majesté lEmpereur et Roi; Hourra! (Ich danke Ew. Majestät Jür, die freundlichen Worte. Ich theile willig die Empfindungen, denen Sie soeben Ausdruck gaben."

Bei dem in den Nebensälen beginnenden Cercle zeichnete der'Kaiser von Rußland viele Herren durch längere Unterredungen aus. Als er sich an den Fürsten Bismarck wandte, bat der Kaiser den Fürsten, in einem einem Sessel Platz zu nehmen, da ihm das Stehen doch wohl beschwerlich fallen dürfte, welcher Bitte der Fürst nachkam. So unterhielt sich Kaiser Alexander etwa eine Viertelstunde mit dein Reichskanzler, an dessen Sessel sich lehnend, in der huldvollsten Weise.

Berlin, 12. Oktober. Ueber den heutigen Jagdausflug Sr. Maj. des Kaisers und Seines Erlauchten Gastes meldet der R.- u. St.-A. aus Wildau-Hubertusstock: Ihre Majestäten der Kaiser Wilhelm und der Kaiser Alexander, sowie Se. Kaiserliche Hoheit der Großfürst Georg, trafen mit kleinem Gefolge mittels Extrazuges heute Vormittag 7 Uhr 50 Min. in Eberswalde ein und fuhren von dort, von einer Eskadron Königin- Kürassiere eskortirt, nach dem 20 Kilometer entfernten Hubertusstock. Kaiser Alexander und Kaiser Wilhelm bestiegen um 9'/- Uhr den Pürsch- wagen, um auf Noth- und Danihirsche zu pürschen. Die Jagd wird von dem Vize-Ober-Jägermeister Freiherrn von Heintze und von dem ödof- Jägermeister Grafen zu Dohna-Schlobittcn geleitet. Um 12 Uhr findet ein Frühstück zu 12 Gedecken und Nachmittags ein kleines Lappjagen statt, nach welchem um 5 Uhr das Diner eingenommen wird. Die Rückkehr von Hubertusstock erfolgt voraussichtlich 'heute Abend um 8 Uhr. Se. Majestät der Kaiser von Rußland hat auf Anordnung Sr. Majestät des Kaisers und Königs im Jagdschloß das Zimmer des Hochseligen Kaisers Wilhelm I. inne, welches seit dessen Ableben unbenutzt blieb. .

Bevlin, 12, Oktober. Kaiser Wilhelm und der Zar sind Abends fund ein Souper im engsten Familienweise bei der Kaiserin Friedrich statt. Zugegen waren Kaiser Wilhelm, die Kaiserin, der Zar, Großfürst Georg, Erbprinz von Meiningen nebst Gemahlin, Prinz Albrecht mit Gemahlin, Prinz Leopold, die Prinzessin Friedrich Karl und die Töchter der Kaiserin Friedrich.

Berlin, 13. Okt. Der Kaiser von Rußland und Großfürst Georg begaben sich um 90s Uhr in einem offenen Zweispänner nach Charlotten­burg und legten daselbst, nach demFr. Journal", im Mausoleum am Grabe Kaiser Wilhelms I. einen prächtigen Lorbeerkranz mit weißen Rosen nieder. Nach der Rückkehr des Kaisers Alexander und des Großfürsten Georg aus Charlottenburg fand in der Kapelle der russischen Botschaft Gottesdienst statt, welchem die allerhöchsten Herrschaften beiwohnten. Während­dessen traf Kaiser Wilhelm auf der Botschaft ein, und fuhren um 12 Uhr die beiden Majestäten, gefolgt vom Großfürst Georg, den Herren des Ge­folges und den kommandirten Herren, in einem vierspännigen Galawagen mit Spitzreiter nach der Kaserne des Kaiser Alexander-Garde-Grenadier- Regiments Nr. 1.

Berlin, 13. Okt. Um 12 fuhren die beiden Kaiser in den Ka­sernenhof des Kaiser Alexander-Garde-Grenadier-Regiments ein, wo die in breiten Kolonnen ausgestellten Bataillone des Regiments die Majestäten unter den Klängen der russischen Nationalhymne begrüßten. Nach dem Abschreiten der Front erfolgte der Parademarsch unter den Klängen des Alexandermarsches. Alsdann begaben sich beide Monarchen mit dem Ge­folge, dem Ehrendienste und dem Offizierkorps in das Kasino und nahmen an der Frühstückstafel Platz. Der Kaiser von Rußland saß zwischen dem Kaiser Wilhelm und dem Prinzen Albrecht. Den ersten Toast brachte der Regimentskommandeur auf den hohen Chef aus, indem er gleichzeitig den untere thäuigsten Dank aussprach für die Gnade, welche der Kaiser Alexander dem Regimeute heute wie von jeher bewiesen habe. Kurz baiauf erhob sich der Kaiser von Rußland, dankte für die Einladung, trank auf das Wohl des Kaisers Wilhelm und stieß mit Sr. Majestät, dem Prinzen Albrecht und dem Regimentskommandeur an. Hierauf brachte Kaiser Withelm einen Toast auf die russische Armee aus, in welchem er etwa sagte: An einem Tage wie der heutige gezieme es sich für ein Regiment mit so hervor­ragender Geschichte, welchem die Ehre zu Theil geworden, seinen hohen Clef bei sich zu sehen, an frühere Zeiten zu erinnern, der Zeiten zu gedenken, in welchen der hochselige Kaiser Wilhelm 1. noch ein junger Herr war und im Kugelregen bei Bar-snr-Aube sich das Georgskreuz und die Chefstelle des russischen Kaluga-Regiments erwarb. Der Kaiser wies ferner auf die