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Wr. 236.
Mittwoch den 9. Oktober
1889.
Bekanntmachungen König!. Landrathsamts.
Das Königliche Kommando der 21. Division hat am Schlüsse der diesjährigen Herbstübungen Veranlassung genommen, seinen Dank für das allseitige patriotische Entgegenkommen, welches die Behörden, wie die gejammte Bevölkerung den Truppen entgegengebracht haben, auszufprcchen.
Insbesondere habe die Bevölkerung im patriotischen Geiste überall nicht nur die gesetzlichen Leistungen gern erfüllt, sondern vielfach freiwillig mehr geleistet als beansprucht werden konnte.
Es gereicht niir zur Genugthuung dies zur Kenntniß der Behörden »nd der Bevölkerung zu bringen.
Hanau am 7. Oktober 1889.
Der Königliche Landrath
M. 4223 v. Oertzen.
Die Maul- und Klauenseuche unter dem Viehstand des Johannes Schott 1r zu Niederdorfelden ist erloschen.
Hanau am 8. Oktober 1889.
Der Königliche Landrath
V. 6681 v. Oertzen.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Entlaufen: Ein junger gelber Hund mit weißen Pfoten und schwarzer Schnauze.
Verloren: Ein weißes Taschentuch mit gelben Rändern und den geschlungenen Buchst. C. F.
Gefunden: Eine Brille. Ein Notenheft. Ein Buch „Der medizinische Rathgeber". Ein desgl. „kleine Denklehre". Ein desgl. „Allgemeine Theorie der schönen Künste". Ein Kinderschuh.
Hanau am 9. Oktober 1889.
Tagesschau.
Berlin, 8. Oktober. Se. Majestät der Kaiser und König haben Sich gestern Abend nach Kiel begeben.
Berlin, 8. Oktober. Ueber die Ankunft Sr. Majestät des Kaisers und Königs in Kiel entnehmen wir einem Telegramm des „W. T. B." noch Folgendes: Se. Majestät der Kaiser traf heute früh 8 Uhr in Kiel ein und wurde von dem kommandirenden Admiral, Freiherrn v. d. Goltz, dem Chef der Marinestation der Ostsee Knorr und dem Staatssekretär des Reichs-Marineamts, Contre-Admiral Heusner, empfangen. Vom Bahnhöfe . aus jbegab Sich Se. Majestät in offenem Wagen, von der zahlreichen Volksmenge enthusiastisch begrüßt, nach dem Schloß, auf welchem alsbald die Kaiserstandarte gehißt wurde, worauf die im Hafen liegenden Kriegsschiffe den Kaisersalut abgaben.
Berlin, 8. Okt. Kaiser Wilhelm wird, nach der „K. Z.", erst am Donnerstag Früh von Kiel hierher zurückkehren. Während der Anwesenheit des Kaisers Alexander findet nach den bisherigen Abmachungen Freitag Nachmittag eine Galatafel im Weißen Saale des hiesigen königlichen Schlosses statt; Abends ist Festvorstellung im Opernhause. Für- Sonntag ist ein Frühstück bei dem Kaiser Alexander-Garde-Grenadier-Re- giment in Aussicht genommen. Sonntag Abend wird Kaiser Alexander abreisen.
Berlin, 8. Oktober. Die Abendzeitungen melden, mit dem Kaiser- Alexander werde auch der Großfürst Georg hier eintreffen. (F. N.)
Berlin, 8. Oktober. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Das Galadiner zu Ehren der Prinzessin Sophie, Braut des Kronprinzen von Griechenland, an welches sich die Kour und ein Hofkonzert anschließen, ist auf des 14. Oktober festgesetzt.
Berlin, 8. Oktober. Im Stadtschloß und im Marmorpalais bei Potsdam, sowie im Palais des russischen Botschafters, welches bekanntlich Eigenthum der russischen Regierung ist, werden Vorbereitungen für die Aufnahme des Kaisers von Rußland in umfassendster Weise getroffen. Eine Entscheidung über die Wahl des Absteigequartiers ist anscheinend noch nicht erfolgt.
Berlin, 8. Oktober. Der „R.- u. St.-A." veröffentlicht die Ernennung des bisherigen Direktors des Reichsamts des Innern von Bosse
zum Unterstaatssekrektär und die des Geh. Oberregierungsrathes Nieberding zum Direktor des gedachten ReichSamts.
Berlin, 8. Oktober. Das Ucbungsgeschwadcr, bestehend aus S. M. Panzerschiffen Kaiser" (Flaggschiff), „Deutschland", „Friedrich der Große", „Preußen^ und dem Aviso „Wacht", Geschwader-Chef: Contre- Admiral Hollmann, ist am 5. Oktober tu Gibraltar eingetroffen und beabsichtigt, am 9. Oktober die Reise fortzusetzen.
Berlin, 8. Okt. Der Unterricht im Seminar für orientalisch Sprachen beginnt am 21. Oktober. Der neue Lektor Slimann Bin Said wird zwei Kurse von Suaheli-Uebungen und suaheli-arabische Schreibübungc» leiten. Außer den amtlichen Vorlesungen werden am Seminar noch von Privatpersonen mit Genehmigung des Direktors nichtamtliche Lehrkurse veranstaltet, und zwar Neugriechisch von Herrn I. D. Mitzotakis und Spanisch von Konsul G. Oppenheim. — In der königlichen Militär-Turnanstalt hat mit diesem Monat der 25. Kursus unter der Direktion des Oberst von Drescki) begonnen. Der verdiente Lehrer der Anstalt hat bisher bereits gegen 3000 Offiziere zu tüchtigen Turn-Instruktoren ausgebildet und damit der Armee einen ganz wesentlichen Dienst geleistet. Der erste Lehrer, Hauptmann Gillmeister, wird voraussichtlich nächsten Frühling in den Frontdienst der Armee zurücktreten. (K. Z.)
Die „N. Fr. $t." schreibt: Die mächtige Wirkung, welche das Urtheil des Kaisers Wilhelm über die „Kreuzztg." hervorgerusen hat, tritt deutlich an den Vorgängen innerhalb der konservativen Partei zu Tage. Man hat den Eindruck einer allgemeinen Waffenstreckung, wenn man sieht, wie in den konservativen Vereinen mit verhaltenem Trotze der Verzicht auf die Thelnahme an der politischen Agitation gepredigt und von den Führern das Beispiel nothgedrungener Resignation gegeben wird. Es ist ein Anblick, wie ihn das öffentliche Leben in Preußen kaum jemals noch dargeboten hat. Aus dem Berliner Königsschlosse ist auf die Konservativen auch früher schon mancher Blitzstrahl niedergefahren, aber so betäubend hat noch keiner gewirkt, und die Lähmung ist um so gewaltiger, als die konservative Legende, daß der junge Kaiser den Prinzipien der konservativen Partei ergeben sei, in der That bereits einen weiten Kreis von Gläubigen gefunden hatte. Damit ist es nun zunächst vorbei, der kleinen, aber mächtigen Kreuzzeitungs-Clique, welche seit vierzig Jahren so verhängnißvoll das politische Leben in Preußen beeinflußte, ist der Boden unter den Füßen fortgezogen.
Die „Pol. Korr." meldet aus Petersburg, es sei nahezu sicher, daß der Großfürst Wladimir bei dem Aufenthalt des Zaren in Berlin ebenfalls anwesend sei. Die Rückreise der kaiserlichen Familie aus Deutschland werde auf dem Seeweg von Stettin aus erfolgen.
Kiel, 8. Okt. Kaiser Wilhelm richtete nach dem „Rh. K." bei dem Empfange an den Bürgermeister Fuß mehrere, auf die Entwickelung der Stadt bezügliche Fragen, insbesondere über die wachsende Banthätigkeit in den dem Nordostseekanal zugewandten Stadttheilen und den Einfluß des Kanalbaues auf die Erwerbsverhältnisfe der Stadt. Sichtlich befriedigt war der Kaiser darüber, daß das Verhalten der zahlreichen Kanalarbeiter zu Klagen keinen Anlaß gegeben hat. Heute Vormittag nahm der Kaiser den Vortrag des Staatssekretärs Heusner entgegen, begab sich Mittags nach dem Marineoffizierskasino und besichtigte Nachmittags die kaiserliche Werft, sowie daS auf der Werft der „Germania" erbaute Panzerschiff „Siegfried" — Zu Ehren der Offiziere des englischen Kanalgeschwaders, welches Nachmittags um 4 Uhr hier eintrifft, findet im Schlosse Galatafcl statt.
Atts Westfalen, 8. Okt. Der Zuzug schlesischer Bergarbeiter nach unserer Provinz ist in den letzten Wochen ein ziemlich beträchtlicher gewesen. Die Leute erwarten hier jedenfalls höhere Löhne. Auch aus anderen Gegenden find kleine Trupps nach Westfalen im Einwandern begriffen.
Elberfeld, 7. Okt. Der große Wupperthaler Sozialisteuprozeß soll bereits im Monat November zur Aburtheilung gelangen. Für die Verhandlung sind drei Wochen in Aussicht genommen. Da aber vier Mitglieder der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion in die Anklage verwickelt sind, so ist es möglich, falls die betreffenden die Aufhebung des Verfastens bis nach Ablauf der am 22. Oktober beginnenden Reichstagssession verlangen, sodaß der ganze Prozeß einen nochmaligen Aufschub erfährt. Nach