«Irnnemexte» Preis :
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Nr. 235.
Hamner Anzeiger.
Zugleich Amtliches Organ für Staöt- nnö Landkreis Kanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Dienstag den 8 Oktober
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Die Ispaltige Varmvudzeile »d. deren Raum 1« Vig.
Die Sjpalt. Zeile 20 Pjg.
DieSspaltigegetl« 30 Pjg
1889.
OskaâtMschungen König!. Landrathsamts.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorftcher des Kreises haben diejenigen Personen, welche für das nächste Kaleilderjahr Wandergewerbescheine zum Gewerbebetriebe im Umherziehen wünschen, mittelst ortsüblicher Bekanntmachung aufzufordern, die deshalbigen Anträge und zwar wenn dieselben seither schon im Besitze eines solchen Scheines gewesen sind, unter Vorzeigung des zuletzt ertheilten, bei ihnen anzubringen, dieselben auch ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, daß alle, welche dieses unterlassen würden, sich die nachtheiligen Folgen, welche durch verspätete rechtzeitige Anmeldung entstehen könnten, selbst zuzuschreiben haben.
Die Anträge sind in die vorgeschriebene, im Waisenhause dahier zu empfangende Nachweisung resp. Signalementsverzeichniß einzutragen und gehörig vollzogen bis MM 1. November d. I. an mich einzureichen oder es ist berichtlich anzuzeigen, daß keine Anträge gestellt worden sind.
Hanau am 28. September 1889.
Der Königliche Landrath
v. Oertzen.
Der Herr Regierungs-Präsident hat ans ein im Verlage der C. G. Röthe'schen Buchhandlung zu Graudenz kürzlich erschienenes Buch von Otto Richter „Praktischer Leitfaden für die ausführenden Vollstreckungsorgane der Preußischen Verwaltung, insbesondere für Polizei-Exekutiv- Beamte, eigentliche Vollziehungsbeamte, Amtsdiener und Gemeindediener" aufmerksam gemacht.
Das kleine Werk ist geeignet, dem in manchen Kreisen hervorgetretenen Mangel einer Instruktion für die Ortspolizeidiener in den kleineren Städten und ländlichen Ortschaften abzuhclfen, seine Anschaffung wird deshalb den Herren Bürgermeistern empfohlen. Bestellungen auf das Buch werden hier entgegengenommen.
Hanau am 30. September 1889.
Der Königliche Landrath
V. 5942 D. Oertzen.
Der ischuhmacher Johann Peter Jörg, gebürtig von Langenselbold, wohnhaft in Aarau (Schweiz), hat um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanen-Verbande behufs dauernder Niederlassung in der Schweiz nachgesucht.
Hanau am 2. Oktober 1889.
Der Königliche Landrath
V. 6501 v. Oertzen.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Verloren: An der Mainstraße ein neuer Heller Oliven-Spazierstock mit braunen Stellen und Lederriemen.
Gefunden: Ein Zwicker. Drei silberne Ringe. Ein vergoldeter Schlüsselhalter. Eine Brille mit Futteral. Eine silberne Vorstecknadel.
Hanau am 8. Oktober 1889.
Tagesschau.
? Oktober. Heute Vormittag machten Se. Majestät der Kaiser und Komg zunächst einen Spazierritt, empfingen sodann den Ober- Hof- und Hausmarschall von Liebenau, sowie den Minister des Königlichen Hauses von Wedell und arbeiteten hierauf mit dem Chef des ZivilkabinetS .und »em Staatsmrnister Grafen von Bismarck.
^'„Oktober. Die „Post" bestätigt, daß die Kundgebung ,?E 2. Oktober über die „Kreuzzeitung" unmittelbar Walln llerhochster Stelle herrühre, mit dem Hinzufügen, die bezügliche Ver- —»uchung sei auf speziellen Befehl des Kaisers eingerückt worden.
< Okt. Der „RH. K." schreibt: Erst jetzt zeigt sich voll der Verlust, welcher den Berliner Barihandwerkern infolge des übereilten und erfolglosen letzten Streikes erwachsen ist. Mit dem 1. Oktober ist in zahlreichen Werkstätten der Lohn wieder auf 50 Pf. Herabgesetzt und die Arbeitszeit auf 10 Stunden erhöht worden. Sowohl von den Maurern wie von Den Zimmerern sollte in öffentlicher Versanimlung hierzu Stellung genommen werden. Beide Versammlungen waren indes derartig schwach
besucht, daß sie sich für nicht kompetent zur Beschlußfassung erklärten. Es kann einen sprechenderen thatsächlichen Beleg für die Muthlosigkeit, Apathie und Zerrüttung, welche der Streik hervorgerufen hat, wohl nicht geben. Die Lohnbewegungen, welche gegenwärtig in der Vorbereitung begriffen sind, dürften kaum wesentlich bessere Aussichten haben, und es ist den Arbeitern zu rathen, daß sie sich die Sache noch dreimal überlegen.
Berlin, 6. Okt. Unter dem Titel „Soziale Tagesfragen hat der Reichstagsabgeordnete Oechelhäuser soeben eine kleine Schrift erscheinen lassen, welche eine Reihe, unsere Zeit bewegende Probleme aus dem sozialen Leben erörtert. Die Schrift enthält folgende Abhandlungen: „Ueber Arbeiter-Koalitionen", „Arbeitslöhne und Ünternehmergewinn", „Wie behandelt ein vernünftiger Arbeitgeber seine sozialdemokratischen Arbeiter?" „Der Maximal-Arbeitstag", „Was lehrt uns der westfälische Arbeiterstreik?" „Die Arbeiterwohnungsfrage".
Im 6. Gumbinnen Landtags-Wahlbezirk (Olctzko, Lyck, Johannisburg) ist an Stelle des bisherigen Abgeordneten von Kannewurff, welcher sein Mandat niedergelegt hat, der Gutsbesitzer Koch-Pistkcn, konservativ, mir 330 gegen 53 Stimmen, welche der Gutsbesitzer Seydel-Celchen, deutsch-freisinnig erhielt, zum Mitglied des Hauses der Abgeordneten gewählt worden.
Hambing, 7. Oktober. Heute Mittag wurde die Gewerbe- und Industrie-Ausstellung feierlich geschlossen. Der Präsident des großen Komitees, v. Ohlendorff, erklärte, das Komitee fei in der glücklichen Lage, sämmtlichen Ausstellern die volle Platzmiethe zurückzahlen zu können. (Fr. N.)
Dresden, 6. Oktober. Die „K. Z." schreibt: In den leitenden Kreisen der nationalliberalen Partei Sachsens betrachtet man die Bildung einer „nationalen fortschrittlichen" Partei in Sachsen nicht mit ungünstigen Augen. Aus den heftigen Angriffen, welche dieselbe von deutsch-freisinniger Seite erfährt, schließt man auf die sichere Zersetzung der deutsch-freisinnigen Partei zunächst im Königreich Sachsen, zumal ausser Zweifel stehe, daß den Gründern der nationalen Fortschrittspartei ihre bisherigen Parteigenossen zum größten Theile folgen würden. Soweit sich bis jetzt in Betreff des Programms dieser neuen Partei vermuthen lasse, werde sich dasselbe demjenigen der Kartellparteien nicht nur in nationalen Fragen nähern, sondern es sei auch mit Bestimmtheit anzunehmen, daß die nationale Fortschrittspartei überhaupt jener rein verneinenden, jeden Fortschritt hemmenden Richtung entsagen werde, welche heute das Lebenselement des Dcurschfrei- sinns bilde. Ihre liberalen, fortschrittlichen Anschauungen würden dann um so eher auf Berücksichtigung seitens der rechts stehenden Parteien zu rechnen haben, je mehr sich die Partei eines praktischen, produktiven Liberalismus befleißige und je eifriger sie an den Aufgaben der Reichsgesetzgebung mitarbeite. Die leitenden nationalliberalen Kreise sind ferner der gewissen Hoffnung, daß der nationale Fortschritt im Reichstage, wo er doch wohl bald als selbstständige Gruppe auftreten dürfte, mit den Kartellparteien eine nationale Mehrheit bilden wird. Auch hofft man, daß sich das von den sächsischen Parteimännern gegebene Beispiel nicht auf Sachsen beschränke», sondern vielmehr alle diejenigen Dcutschfreisinnigen zur Nachahmung anfeuern wird, welche ebenfalls des würdelosen Gebührens Eugen Richters müde sind.
Dresden, 7. Oktober. (K. Z.) Die Gesandtschaft des Sultans von Zanzibar besichtigte heute Vormittag die hiesigen Kasernen unter Führung des Kriegsministers. Am Donnerstag wird sie vom König empfangen werden.
Wien, 7. Oktober. Eine inspirirte Belgrader Zuschrift der „Polit, Korresp." weist auf die in radikalen Kreisen der Skupschtiua immer deutlicher hervortretende Strömung hin, die Frage bezüglich der Königin Natalie so zu lösen, daß den beiden Eltern des Köuigs der Wunsch ausgedrückt werde, längere Zeit von Serbien fern zu bleiben. Die Regierung würde dagegen kaum auf treten, vielmehr einen bezüglichen Beschluß in einer der Würde des königlichen Hauses Rechnung tragenden Form auszuführen.
In ddr Preßburger Synagoge entstand während der Gebete am langen Tage durch Feuerruf eine Schreckcnsscenc. Namentlich von den dichtgefüllten Fraricngallerien drängte alles abwärts und stürzte übereinander, doch gelang es dem Oberrabiner, die Aufregung zu beschwichtigen, sodaß nur einige leichtere Verwundungen vorkamen.
Rom, 6. Oktober. Die Provinz Cagliari ist nach der „K. Ztg."