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JugteicH Amtliches ^rgau für Ktaöt- und Lcrrrökreis Kcmcru.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Die Watt. Seite 2« Psg.

Die Sspalti, egetle 30 Psg

Nr. Z32.

Freitag den 4. Oktober

1889.

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Portemonnaie mit Geld. Eine schwarz-blaue Plüschkappe mit Band. Eine Axenkapsel. Am 1. ds. Mts. auf der Straße von Vilbel bis Gronau eine graue Pferdedecke mit schwarzen und rothen Streifen; Empfangnahme beim Herrn Bürgermeister zu Gronau.

Zugelaufen: Ein kleiner schwarzer Hund m. Geschl. Ein schwarzer Hofhund mit gelben und weißen Abzeichen.

Hanau am 4. Oktober 1889.

Tagesschau.

Berlin, 2. Oktober. Der Trinkspruch des Großherzogs bei der Prunktafel in Schwerin lautete, wie diePost" meldet :Ew. kaiserlichen Majestäten sind heute bei Ihrer Ankunft von einem Jubel begrüßt worden, der der hohen Freude von ganz Mecklenburg über den hohen Besuch Aus­druck gab. Gestatten Ew. kaiserlichen Majestäten, daß ich diesen Dank aus vollem Herzen hier wiederhole und es feierlich ausspreche, daß ich und mein Volk in ernster Treue und in steter Anhänglichkeit unserm Kaiser und dem deutschen Reiche verbunden sind. Sc. Majestät der Kaiser und Ihre Majestät die Kaiserin Hurrah! Hurrah! Hurrah!"

Der Kaiser antwortete:Gestatten Ew. königliche Hoheit, daß Ich in Meinem und der Kaiserin Namen von ganzem Herzen danke für den freundlichen Empfang und den Jubel der Bevölkerung, sowie für die liebenswürdige Aufnahme in Ew. königlichen Hoheit Familie. Ich freue Mich unendlich, in diesen Hallen zu sein, die so voll angenehmer und schöner Erinnerungen für unsere Familie sind. Treten uns doch in diesen Räumen Erinnerungen entgegen, die auf Ew. königlichen Hoheit Herrn Vater und auf Meinen Herrn Großvater zurückführen, zwei der herrlichsten Regenten und Landesväter, welche die Geschichte je gekannt hat. Wir beiden Jüngeren wollen diesen beiden Männern nachstreben, nicht nur in allen Regcntentugenden, sondern auch in treuer brüderlicher Anhänglichkeit und in verwandtschaftlicher Einigkeit. Ich werde so fest zu Ihnen stehen, wie Ich weiß, daß Sie zu Mir halten werden. Ich erhebe das Glas und trinke auf das Wohl des Großherzogs und seiner ganzen Familie. Se. königliche Hoheit der Großherzog und seine Familie Hurrah! Hurrah! Hurrah!"

Berkin, 3. Oktober. Am heutigen Morgen unternahmen S. Ma­jestät der Kaiser und König abermals eine Pürschjagd.

Berlin, 3. Okobcr. DieKöln. Ztg." schreibt: Alle Blätter und politischen Kreise beschäftigen sich heute eingehend mit der gestrigen be­deutungsvollen Erklärung des Reichs-Anzeigers. Nur dieKreuzzeitung" selbst schweigt sich aus, sie hat sogar den Abdruck der Erklärung noch auf« Leschoben. An sich ist der Wortlaut der Erklärung so bündig und so deutlich, daß er kaum einem Mißverständniß ausgesetzt sein kann. Von besonderer Bedeutung ist auch die Erklärung für die nächsten Wahlen, in­dem sic dem vom Freisinn mit Vorliebe verbreiteten Schreckgespenst, als gingen wir einer Zeit der tiefsten Reaktion entgegen, die Grundlage ent­zieht. Für die deutsch-konservative Partei aber ergibt sich aus dieser Er­klärung des Reichs-Anzeigers die Nothwendigkeit, mehr wie bisher dafür zu sorgen, daß dieKreuzzeitung" fürder nicht sich als das Organ dieser Partei aufspielen kann. Je klarer zu Tage tritt, wer die Hintermänner derKreuzzeitung" sind und wie klein ihr Wirkungskreis ist, um so nütz­licher wird das für unser inneres politisches Leben sein.

Berlin, 2. Oktober. S. M. KreuzerSperber", Kommandant Korvetten-Kapitän Foß, ist am 1. Oktober er. in Port Said eingetroffen und beabsichtigt, am 4. d. M. die Reise fortzusetzen.

Wie dieNordd. Allg. Ztg." erfährt, war Berichten aus Zan- zwar zufolge der Gesundheitszustand der Besatzungen der dort befindlichen kaiserlichen Kriegsschiffe Ende August dieses Jahres ein guter. Jin Land- lazareth lagen nur sechs Mann, davon nur ein Fieberkranker von S. M. SchiffLeipzig", ein Ruhrkranker von S. M. AvisoPfeil", ein in der Besserung sich befindender Typhuskranker und zwei Verletzte von S. M. SchiffCarola", schließlich der bei Tanga verwundete Matrose Hauschild von L>. M. KreuzerMöve", dessen Arm erhalten geblieben ist. Diese niedrige KrankheitSziffer muß angesichts der in jenen Gewässern versammel- ten erheblichen Streitkräfte als eine ungewöhnlich günstige bezeichnet werden.

Die Zahl der Gerichtsassessoren, welche vor zehn Jahren nur 299 betrug, ist jetzt in stetigem Steigen auf 1819 gewachsen. Die Zahl der Referendarien, welche 1874 1744 betrug und bis 1883 stetig auf 3937 in die Höhe gegangen war, ist seitdem langsam gefallen und beläuft sich zur Zeit auf 2981, sodaß auch jetzt bald eine, wenn auch geringe Verminderung der Zahl der Assessoren zu erwarten ist.

Die bisherigen Berathungen der Reichskommission für die Errich­tung eines Kaiser Wilhelm-Denkmals trugen, wie wir hören mehr den Karakter von Vorbesprechungen. Die eigentlichen Verhandlungen werden in den nächsten Tagen beginnen und wohl mehrere Sitzungen in Anspruch nehmen. Man glaubt indessen, daß die Kommission ihre Arbeiten so wird fördern können, daß das Resultat ihrer Berathungen noch Sr. Majestät dem Kaiser vor Allerhöchstdessen Abreise nach Griechenland wird unterbreitet und somit auch die Zuerkennung der Preise wird erfolgen können.

Breslau, 3. Oktober. DieSchles. Ztg." meldet: Der Reichs­kanzler gestattete, fortan ungarische Schweine aus Steinbruch über Dzicditz nach Myslowitz zu sofortiger Abschlachtung im städtischen Schlachthause an einem Tage der Woche cinzusühren.

Hannover, 2. Oktober. Dem hier wohnenden sozialdemokratischen Reichstagsabgeordnetcn Karl Egon Frohme ist durch Verfügung des Regie­rungspräsidenten v. Wurmb in Wiesbaden auf ein Jahr der Aufenthalt in den Kreisen Frankfurt a. M., Hanau, Höchst und dem ObertaunuS- kreise auf Grund des Sozialistengesetzes untersagt worden. Ferner ist durch Verfügung des Polizeipräsidenten von Berlin den hier wohnenden sozialistischen Agitatoren Gürtler Franz Werthmann und Maurer Friedrich Aug. Albert Paul auch fernerhin der Aufenthalt in Berlin und den Kreisen Charlottenburg, Potsdam und Spandau, Teltow, Nieder-Barnim und Ost- Havelland untersagt. (K. Z.)

Hirschberg, 3. Oktober. Nachdem der Zacken in der lebten Nacht weit über die Ufer getreten war, fällt das Wasser sein zehn Uhr Morgens. (F. N.)

Hamburg, 3. Oktober. Der Präsident des hanseatischen Obcr- laudcsgerichts, Dr. Sieveking, schiffte sich nach denF. N." heute auf dem SchnelldampferAugusta Viktoria" ein, als Vertreter des Reiches zur Theilnahme an der internationalen Konferenz der Sccufcrstaatcn in Washington.

Lübeck. Von einem lübecker Dampfer wurde auf der Ostsee in Höhe von Dasserodt eine Brieftaube eingefangen, die sich im Hagelschauer, ermattet vom weiten Fluge auf die Masten niedergelassen hatte. Die Zeichnung ergab die Hcimath des Wanderers; I. A. Smith-Kjöbenhavn- Fredenborg und weiterBredun förening" (Brieftaubenvereinigung). Also war die Taube von Kopenhagen ausgelassen. Hierbei mag erwähnt werden, daß auch von Lübeck aus die Brieftaubenvereine nach den dänischen Küsten für Seerettungszwecke eine Brieftaubenpost unterhalten. Die ermattete Kopen­hagener Taube ist dem Kopenhagener Verein zugestellt worden.

Schwerin, 3. Oktober. Der gestrigen zweiten Galavorstellung wohnte die Kaiserin an Seite der Großherzogin Anastasia und des Groß­herzogs bei. Heute Vormittag begibt sich die Kaiserin mit dem Großhcrzog nnd den fürstlichen Damen nach Friedrichsmoor und trifft von dort um 4 Uhr in Ludwigslust ein, wohin der Kaiser mit der Jagdgesellschaft gegen 7 Uhr nachfolgt.

Eisenach , 3. Oktober. Die dritte Generalversammlung des evangelischen Vereins wies den Versuch des Fuldaer Hirtenbriefes, die thatsächliche konfessionelle Lage in Deutschland bezüglich Angriff und Ver­theidigung umzukchren, zurück, insbesoudere, daß der evangelische Bund be­strebt sei, den hochuöthigen konfessionellen Frieden muthwillig zu stören. Sie wies auf die Angriffe auf jede gemischte Ehe, auf Schmähungen gegen die deutschen Reformatoren hin, macht die in Fulda versammelten Erz­bischöfe und Bischöfe sammt ihren gleichgesinnten Vorgängern verantwortlich für dieselbe und hebt hervor, daß der Bund aus bitterer Nothwehr sich zusammengethau habe, um den seit Jahrzehnten sich steigernden Angriffen gegenüber die deutsch-evangelischen Interessen zu wahren. Die Versamm­lung bekennt sich nicht minder zu den Grundsätzen der Glaubensfreiheit, der evangelischen Duldung in der christlichen Bruderliebe, welche gegenüber der Jahrhunderte alten vcrfolgungssüchtigcn römischen Praxis durch den deutschen Protestantismus zum Gemeingut Deutschlands erhoben worden