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M. 229.
Dienstag den 1. Oktober
1889."
BärruLMschungen Königl. Landrathsamts.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises haben die- jenigen Personen, welche für das nächste Kalenderjahr Wandergewerbescheine zum Gewerbebetriebe im Umherziehen wünschen, mittelst ortsüblicher Bekanntmachung aufzufordern, die deshalbigen Anträge und zwar wenn dieselben seither schon im Besitze eines solchen Scheines gewesen sind, unter Vorzeigung des zuletzt ertheilten, bei ihnen anzubringen, dieselben auch ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, daß alle, welche dieses unterlassen würden, sich die nachtheiligen Folgen, welche durch verspätete rechtzeitige Anmeldung entstehen könnten, selbst zuzuschreiben haben.
Die Anträge sind in die vorgeschriebene, im Waisenhause dahier zu empfangende Nachweisung resp. Signalementsverzeichniß einzutragen und gehörig vollzogen bis zum 1. November d. I. an mich einzureichen oder es ist berichtlich anzuzeigen, daß keine Anträge gestellt worden sind.
Hanau am 28. September 1889.
Der Königliche Landrath
v. Oertzen.
Nachstehende Bekanntmachung wird veröffentlicht. Hanau am 26. September 1889.
Der Königliche Landrath
P. 6118 v. Oertzen.
Bekanntmachung.
Am 12. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, wurde im hiesigen Stadtwalde, ca. 600 Meter südlich des Kreuzungspunktes der Babenhäuser- Landstraße und des Hainer-Weges, Distrikt Kaisertanne, Id Schritte von der Kaisertannenschncise, die unbekannte Leiche eines etwa 40 Jahre alten Mannes, welcher sich daselbst erschossen hatte, aufgefunden.
Der Verlebte war von mittlerer Statur, etwa 1,70 m groß, hatte starken Kopf, dickes Gesicht, spärliches Haupthaar, röthlichen Schnurrbart, hohe Stirn, graublaue Augen, sehr kleine Nase, die an der Spitze stark geröthet war, gewöhnlichen Mund, schief stehende Zähne und rundes sogenanntes Doppelkinn. Bekleidet war derselbe mit ganz neuem, weißem, sein gewebtem Unterhemd, in welchem die Buchstaben E. R. eingenäht sind, mit seinen weißen Unterhosen, rehfarbenen feinen Strümpfen, feinen Zugstiefeln, weißem Oberhemd, gez. E. R., weißem Umlegekragen, blauem rothgestreiften Shlips, schwarzer mit dunkelgrauen Streifen versehener Hose, schwarzem Kammgarnrock und gleicher Weste. Neben der Leiche lagen ein rothsarbener runder Hut und ein schwarzer halbseidener Regenschirm mit hellgrauem Naturstock und Griff.
Um Auskunft über die Person des Verlebten wird ersucht.
Die Effekten können im Zimmer 9tr. 34 des Königlichen Polizei- Präsidiums besichtigt werden.
Frankfurt a. M. den 18. September 1889.
Der Polizei-Präsident
III. 13930. gez. Freiherr von Müffling.
Nachstehende Bekanntmachung wird veröffentlicht. Hanau am 26. September 1889.
Der Königliche Landrath
P. 6119 v. Oertzen.
Bekanntmachung.
Am 13. d. Mts. wurde hinter dem Neubau Hasenstraße Nr. 29 hierselbst eine Kindesleiche gefunden. Verdächtig ist ein Frauenzimmer: ziemlich groß, blonde Haare, mit dunklem Kleide und ohne Kopfbedeckung, welches sich am 12. d. Mts. Abends dort herumgetrieben hat.
Um Recherchen nach der Mutter des Kindes und Mittheilung aller derjenigen Wahrnehmungen, welche zur Ermittelung derselben führen könnten, event, um Bewirkung ihrer Festnahme und Nachricht wird ersucht.
Frankfurt a. M. den 17. Septeniber 1889.
Der Polizei-Präsident Zu III. 13821. Frhr. von Müffling.
Tagesschau.
Berlin, 30. Sept. Am Sonntag Vormittag um 10 Uhr begaben Sich beide Majestäten zum Gottesdienst nach der Friedenskirche. Um ll1/* Uhr empfingen Se. Majestät der Kaiser den Landrath von Alvensleben, welcher die Orden seines verstorbenen Vaters, des Grafen von Alvenèleben- Erxlcben, Sr. Majestät zurückgeben durfte.
Kaiser Wilhelm empfing nach den „F. Nachr." gestern Mittag in Potsdam die zwei Gesandten des Sultans von Zanzibar, welche sich in einem Galawagen, von Garde - Ulane» eskortirt, vom Bahnhof nach dem Neuen Palais begeben hatten. Vor dem Palais stand eine Ehrenwache, welche den Präsentirmarsch spielte. Der Empfang fand im Muschelsaale statt. Der Kaiser, begleitet von dem Prinzen Leopold und dem Staatssekretär Grafen Herbert Bismarck, erwiderte auf die zwei Schreiben des Sultans, welche die Gesandten verlasen, huldvollst. Die Gesandten überreichten sodann die meist aus Waffen bestehenden Geschenke des Sultans und wurden darauf auch von der Kaiserin empfangen. Alsdann fand ein Frühstück statt.
Berlin, 30. September. Bei dem Kaiserpaare fand, wie die National-Zeitung schreibt, am Nachmittage zur Feier des Geburtstages der Kaiserin Augusta, welche gegenwärtig noch in Baden-Baden weilt, ein Essen von einigen 30 Gedecken statt, an welchem mit dem Kaiserpaar nebst Umgebung, dem Prinzen und der Prinzessin Friedrich Leopold von Preußen auch die Herzogin Wilhelm von Mecklenburg-Schwerin, der Erbprinz Reuß, der Prinz Albert zu Schleswig-Holstein, der Generaloberst v. Pape, der Oberpräsident Dr. v. Achenbach, der Regierungspräsident Graf Hue de Grais, der .Chefpräsident v. Stünrner sowie mehrere Generäle, höhere ^fgziere und andere angesehene Personen mit Einladungen beehrt worden sind. Zur Tafelmusik war die Kapelle des 1. Garde-Regiments zu Fuß befohlen. (K. Z.)
Berlin, 30. September. Se. Maj. Panzerschiffe „Kaiser" und „Deutschland" sind^vorgestern in Deval (englischer Kanal) cingctroffcn und gestern wieder in See gegangen.
Berlin, 30. September. Den „Pol. Nachr." zufolge ist der Marineetat den Bundesrathsausschüsscu heute zugegangen. Der Militäretat und der Hauptetat dürften noch iu dieser Woche zur Verkeilung gelangen. Zweifellos werde der Etat bis zum 21. oder 22. Oktober, wo der Reichstag zusammentreten solle, vom Bundesrathe festgcstellt sein. Der heutige Vortrag des Ministers v. Boetticher beim Kaiser dürfte der Einholung der Ermächtigung zur Einberufung des Reichstages gegolten haben.
(F. N.)
Die zuverlässigen Nachrichten aus dem Congostaal lauten andauernd günstig. Die entgegengesetzten rühren von dem bekannten franz. Afrikareisenden her, der sich in den Kopf gesetzt hat, daß Frankreich nicht nur theoretisch, wie in dem bekannten etwaigen und bedingten Zukunfsabkommen, sondern wirklich die Erbschaft des Staates gewinnen müsse. Aus diesem Grunde verbreitet er Unwahrheiten auf Kosten der gegenwärtigen Regierung, wird aber damit nirgends Glauben finden.
Görlitz, 30. Sept. Der Antropologen-Kongrcß ist heute hier eröffnet worden. Der Bürgermeister Heyne begrüßte die Theilnehmer int Namen der Stadt.
Metz, 29. September. Ein westfälischer Großindustrieller, Herr W. Funcke aus Hageu, hat sich denjenigen zugesellt, welche durch den Ankauf bisher im französischen Besitz befindlicher Güter mit der Kolonisirung Lothringens den Anfang machen. Herr Funcke hat nämlich das 460 Hekt. große Gut Marimont bei Bensdorf im Kreise Chateau-Salins angekauft.
Stuttgart, 30. Sept. (K. Z.) Der Staatsanzeiger für Württemberg meldet: Die Genesung des Königs machte in den letzten Tagen erfreuliche Fortschritte. Die gastrische Störung ist gehoben und der König konnte den größten Theil des Tages außer Bett zubringen. Die Abreise von Friedrichshafen dürfte bei günstiger Witterung am Mittwoch e> folgen. Morgen findet die feierliche Eröffnung der Eisenbahnlinie Lentkirch Memmingen statt. Der bayrische Minister Freiherr v. Crailsheim und der würtembergische Minister Freiherr v. Mittnacht werden der Feier beiwohnen.
Wien, 20. September. Das „Fremdenblatt" meldet: Nach den aus Candia eiulaufendm Nachrichten ist die Lage auf Kreta fortdauernd