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Zugleich Amtliches Kvgan Mv Staöt- unö Larrökvsis Kcrnau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der S«m- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 215 .

Samstag den 14. September

1889.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Bei der Postagentur in Großkrotzenburg wird am 13, Sep­tember eine Telegraphenanstalt mit Fernsprechbetrieb eröffnet.

Cassel, 11. September 1889.

Der Kaiserliche Ober-Postdirektor Z i e l ck e.

Eânrurrmchrmgeu Königl. LandraLhsamts.

Die Ortsvorstände werden hierdurch darauf hingewiesen, daß das Forstgeld für das für dieses Jahr bezogene sog. Loosholz spätestens bis Ende dieses Monats bei der zuständigen Forstkasse eingezahlt sein muß und daß bei Nichteinhaltung dieser Zahlungsfrist die im §. 3 des Forstverwerthungs­Gesetzes vom 6. Juni 1873 ausgesprochenen Nachtheile eintreten. Bei Einzahlung des Geldes durch die Post ist die Absendung so zeitig zu be­wirken, daß die obige Zahlungsfrist nicht überschritten wird, denn es gilt in diesem Falle nicht der Tag der Absendung, sondern der Tag des Ein­gangs des Geldes bei der Forstkasse. Das Forstgeld ist in seinem Ge- sammtbetrage nach §. 3 des Gesetzes vom 6. Juni 1873 aus der Ge­meindekasse zu entnehmen und sind daher die Einzelbeträge von den Holz- empfängern für die Gemeindekasse cinzuziehen.

Hanau am 14. September 1889.

Der Königliche Landrath

V. 6059 v. Oertzen.

Dem Dampfpflugbesitzer Otto Höres zu Calbach ist die unterm 1. September 1888 ertheilte Erlaubniß zum Befahren der öffentlichen Wege im Stadt- und Landkreise Hanau mit einer Lokomobile behufs Transport eines Dampfpfluges auf ein Jahr und zwar bis zum 10. September 1890 verlängert worden.

Hanau am 10. September 1889.

Der Königliche Landrath

V. 5974 v. Oertzen.

Bewerber um die durch Pensionirung des seitherigen^ Inhabers mit dem 1. Oktober er. erledigte Lehrerstelle in Erbstadt werden aufgefordert, ihre Meldungsgesuche nebst Zeugnissen alsbald cinzureichen.

Mit der Stelle ist ein Einkommen von 840 Mark nebst freier Woh­nung und eine Feuerungsentschädigung von 90 M. verbunden.

Hanau am 14. September 1889.

Namens des Schulvorstandes: Der Königliche Landrath

V. 6055 v. Oertzen.

DieMft-Nachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Eine Trompete auf dem Wege von Bischofsheim nach Kilianstädten; Empfangnahme beim Herrn Bürgermeister zu Bischofsheim. Ein Portemonnaie mit Geld und weiterem Inhalt (in einem Laden liegen geblieben). Ein Metzgerkittel. Ein Strohhut. Eine Messingschraube von einem Wägelchen.

Hanau am 14. September 1889.

' Unser Kailerpaar in Hannover

(X d.Fr. N/)

Hannover, 12. September. Vom Triumphthore, wo heute Abend beim Einzuge des Kaiserpaarcs der Stadtdirektor an dasselbe eine Ansprache gehalten nnd bie, Gesangvereine und Beamten der Stadt Spalier bildeten, ging die Fahrt über die Kreuzungspunkte der Georgenstraße; bei der hier errichteten Friedenssäule hatten die Mitglieder der technischen und thier­ärztlichen Hochschule und die Kriegervereine Aufstellung genommen. Vor dem prächtig dekorirten Theater waren die Vertreter der Kunst und der Wissenschaft versammelt. Am Georgsplatze befanben sich die Lehrer-Depu­tationen mit 5000 Schülern mit Lampions, auf dem Aegidienthorplatze * war eine Ehrensäule mit der Statue der Industrie errichtet. Hier standen die Mitglieder der Handelskammer, sowie die Vertreter des Handels und der Industrie, in der Breitenstraße und Marktstraße waren die Innungen und Gewerke mit ihren Emblemen aufgezogen. Auf dem mittelalterlich ge­

schmückten Marktplatze waren Tribünen errichtet, auf denen sich Danien und Schülerinnen befanden. Vor dem hier errichteten und von den Schützen­vereinen besetzten Stadtthore wurde das Kaiserpaar mit Fanfaren begrüßt. Die Weiterfahrt ging durch die Kramerftraße über den Holzmarkt, wo vor einer Wodangruppe die Sportvereine, dann nach dem Schloßplätze, wo sich die Jägerei mit einer Hubertusstatue befand. Vor dem Schlosse erhob sich ein prachtvoller Triumphbogen, von dessen Stufen ein Standbild der Königin Luise das Kaiserpaar begrüßte. Die ganze Feststraße war tageshell er­leuchtet. Der Fremdenzufluß ist enorm, die Straßen sind überfüllt, das Wetter ist prachtvoll. Der Großfürst-Thronfolger, welcher Abends um 93Ai Uhr hier eingetroffen, wurde von dem Kaiser am Bahnhof mit wieder­holter Umarmung und Kuß empfangen und fuhr mit dem Kaiser im offenen Vierspänner nach bem Residenzschloß, wo die Kaiserin und die Prinzessin Albrecht den Thronfolger herzlichst begrüßten. 13. September. Schon seit frühester Morgenstunde herrscht in den Straßen das regste Treiben. Die Truppen rücken mit klingendem Spiel, nachdem die Fahnen und Standarten aus dem Residenzschlosse abgeholt sind, nach dem Paradcfelde am Kronberge ab, wohin von allen Seiten Tausende zu Fuß, zu Pferde und zu Wagen zusammenströmen. Das Kaiserpaar, die Prinzessin Albrecht, der Großfürst-Thronfolger und die anderen Fürstlichkeiten begaben sich um 88/i Uhr zu Wagen auf das Paradefeld. Auf dem Wege dorthin wurde der Kaiser bei der städtischen Brauerei, auf deren Hof ein prachtvolles Zelt errichtet worden, vom Senator Brauns Namens der Brauergilde, deren Mitglied der Kaiser als Besitzer des Residenzschlosscs ist, ehrfurchts­voll begrüßt. Derselbe dankte, erkundigte sich eingehend nach den Verhält­nissen der im Jahre 1472 errichteten Brauerei und nahm den vom Vor­steher der Brauergilde, Ramm, mit einem alten Brauerspruch ihm darge- boteuen Ehrentrunk an. Inzwischen erschien die Kaiserin zu Wagen; Brauereidirektor Heimsdorf überreichte ihr einen Blumenstrauß. Unter den Hochs der anwesenden Brauhausbesitzer ritt der Kaiser darauf bem Parade- feld zu, während die Kaiserin den Weg zu Wagen fortsetzte. An der Grenze des Stadtgebietes spielte sich die Begrüßung seitens der Landge­meinden ab.

Hannover, 13. September. Die Parade ist großartig verlaufen. Der Kaiser war in großer Generalsuniform, die Kaiserin erschien zu Pferde im weißen Reitkleid mit den Abzeichen und Farben der Königin-Kürassiere. Prinz Albrecht kotoyirtc das ganze Korps und führte das Regiment Nr. 73 wie beide Braunschweiger Regimenter vorüber, der Großherzog von Oldenburg seine Regimenter, Prinz Balduin von Flandern das Dragoner­regiment Nr 16, Feldmarschall Georg von Sachsen die Ulanen Nr. 16, General von Waldersee die Ulanen Nr. 13. Viele Tausende umstanden das Paradefeld, die Tribünen naren dicht besetzt, der Jubel endlos. Die Parade des Armeekorps dauerte drei Stunden. Die Aufstellung der Truppen auf dem sanft aufsteigenden Gelände bot einen prächtigen Anblick. Der russische Thronfolger in der Uniform des ersten westfälischen Husaren- regimeuts Nr. 8 mit dem Band des Schwarzen Adlerordens wohnte der Parade zur Linken des Kaisers bei. Letzterer sprach dem Chef des zehnten Armeekorps seine hohe Zufriedenheit mit dem Parademarsch und der vorzüg­lichen Haltung der Truppen, namentlich der 8 Kavallerieregimenter ans und kehrte zu Pferde gegen 3 Uhr in die Stadt zurück, die Kaiserin folgte im Wagen. Der Kaiser ernannte sich zum Chef des ersten Hannover­schen Ulanenregiments Nr 13 und verlieh dem Hannoverschen Füfilicrregiment Nr. 73 den Namen des Prinzen Albrecht von Preußen.

Tagesschau.

Berlin, 13. September. DerR. u. St.-A." veröffentlicht einen Erlaß des Kaisers an den Reichskanzler, welcher diesen auf Grund der Gesetze über den Zollanschluß Hamburgs, über den Bau des Nordostsee­kanals, sowie über Aufnahme einer Anleihe für Zwecke des Reichsheeres und der Marine zur Ausgabe von 3'/-Prozent. Reichsschuldverschreibungen im Gesammtbetrage von 90,390,917 Mark ermächtigt.

Berlin, 13. Sept. DerR. u. St.-A." Nr. 218 veröffentlicht: Verordnung, betreffend die Einberufung der Bezirkstage und Kreistage, vom 3. September 1889.

Berlin, 13. Septbr. Se. Majestät der Kaiser und König bega­ben Sich heute Vormittag zu Pferde in die Gegend von Bemerode, um die große Parade über das 10. Armeekorps abzuhalten.

Berlin, 13. September. Das Staatsministerium wird gegen Ende