Einzelbild herunterladen
 

e* See JM»- ^K^Mchl««. Sfe^tag)taHum*

SS« 16 W«.

Hanauer Anzeiger.

Kugteich Amtttches Kvgarr fßr Stcröt- und Larrökrreis Kcrrrcru.

Erscheint täglich mit Ausnahme der A«r»- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

SitfetHei* Prei,:

Die ifvalHge Watmonbjeile «t» bereit Raum

10 Vfg.

Die a|»alt. Seite 20 Wg.

DieSjyalHgeäcUe

20 W

Nr. 213.

Donnerstag den l^. September

1889.

BekanntmschrmgeK Königl. Landrathsamts.

Die Inhaber der Firma Hammerschlag & Co. zu Mainkur beabsichtigen auf ihrem in der Gemarkung Fechenheim belegenen Grundstücke, eingetragen unter Nr. 369/17, Kartenblatt E., eine Seifensiederei und Talgschmelzerei zu errichten.

Dieses Vorhaben wird gemäß §§. 16 ff. der deutschen Reichsgewerbe­ordnung mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß etwaige Einwendungen gegen die Errichtung der Anlage, soweit solche nicht privat­rechtlicher Natur sind, innerhalb einer präkluisiven Frist von 14 Tagen, vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung an gerechnet, bei dem unterzeichneten Kreis-Ausschuß anzubringen sind.

Zur Erörterung der Einwendungen wird Termin auf

den 30. September 1889, Vormittags 9 Uhr, in dem Büreau des Kreis-Ausschusses im Königlichen Landraths-Amt hier- selbst anberaumt, zu welchem die Betheiligten mit der Verwarnung vorge­laden werden, daß auch im Falle des Nichterscheinens die Erörterung der Einwendungen vorgenommen wird.

Zeichnung und Beschreibung der Anlage können in unserm Büreau während der Amtsstunden eingesehen werden.

Hanau am 9. September 1889.

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses:

v. Oertzen,

A. 1480 Königlicher Laudrath.

Das Ausschreiben vom 26. Juni d. J. P. 3970 (Hanauer Anzeiger vom 27. Juni c. Nr. 147) über ein am 24. Juni c. in der Nähe der hiesigen Stadt in einem Kornfelde aufgefundenes lebendes, 2 bis 3 Monate altes Kind, männlichen Geschlechts, resp. Recherchen nach der Mutter des­selben, wird hiermit erneuert.

Hanau am 7. September 1889.

Der Königliche Landrath

P. 5664 v. Oertze n.

Nachstehende Bekanntmachung wird veröffentlicht.

Hanau den 9. Sept. 1889. P. 5695

Der Königl. Landrath.

v. O e r tz e n.

Bekanntmach n n g.

Ein fremder Mann, groß, kräftig, in grauem Anzuge, ohne Kopf­bedeckung, mit rothem Haar und Vollbart, zwischen 30 und 40 Jahren, hat sich seit Mittwoch früh im Walde bei Großen-Linden herumgetrieben und (wahrscheinlich) am Mittwoch Nachmittag erhängt.

Gestern wurde sein Leichnam mit Schlinge um den Hals auf­gefunden.

Es fehlt eine vorher an ihm bemerkte silberne Uhr mit heller Kette aus großen Ringen.

In den Taschen fanden sich: 1 rothes Taschentuch, 1 Haarbürstchen, 1 Taschenmesser, 1 dreitheiliges Portemonnaie von gelbem Leder, darin M. 2.15, 1 kleiner Schlüssel und 1 Trauring mit Inschrift:C. Gerstenberg 28./III. 1880."

Es wird gebeten, Auskunft über den Unbekannten und den Verbleib seiner Uhr zu geben.

Gießen, 6. Sept. 1889.

Großherzogliche Staatsanwaltschaft. ___________________ Seeger.

Tagesscharr.

Berlin, 11. Septbr. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin Augusta empfing gestern in Schlangenbad den Besuch Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich, Allerhöchstwelche mit Ihren Königlichen Hoheiten den Prinzessinnen Viktoria, Sophie und Margarethe dort eintraf und nach ei­nem Aufenthalt von einigen^Stunden nach Wiesbaden fuhr. Ihre König­liche Hoheit die Prinzessin Sophie verabschiedete Sich von Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta aus Anlaß^Ihrer bevorstehenden Vermählung.

Berlin, 11. Septbr. S. M. KreuzerMöwe", Kommandant Korvetten-Kapitän Riedel, ist am 10. September d. I. auf der Heimreise in Suez eingetroffen und beabsichtigt an demselben Tage wieder in See zu gehen.

Berlin, 10. September. DieVolkstribüne", ein mit unglaub­licher Unwissenheit redigirtes sozialistisches Wochenblatt, beschäftigt sich nach demRh. K." in seinen letzten Nummern mit der Volksschule in Preußen. Aus der amtlichen Angabe, daß nach 2539 Schularten ein Theil der schul­besuchenden Kinder Entfernungen bis zu 4 Kilometer zurückznlegen ' hat, werden die Schlüsse gezogen: mehr als 60 pCt. der ländlichen Schuljugend habe einen Weg von 4 Kilometern und mehr zu ihrer Schule, und gar kein Schulunterricht sei tausendmal besser, als der unter solchen Verhält­nissen ertheilte. Diese Schlüsse sind für die logische Fähigkeit des Ver­fassers bezeichnend. Seine Kenntniß der thatsächlichen Verhältnisse aber läßt sich daraus abmessen, daß er an allen Mängeln dieser Art dem Staate die Schuld gibt. Daß dieser viel mehr thun möchte und sich im steten Kampfe mit vielen ländlichen Gemeinden befindet, welche allen Aufwendungen für die Schule widerstreben, weiß dieser Unterrichtsverbesserer nicht.

Bei dem preußischen Landeseisenbahnrath in Berlin ist folgen­der Antrag eingebracht worden von den Herren Bertelsmann-Bielefeld, Haurand-Frankfurt a. M., Haarmann-Osnabrück, Websky-Schlesien, Ritz­haupt-Königsberg:Der Landeseisenbahnrath wolle befürworten, daß der Tarifsatz der ermäßigten Stückgutklassen für laudwirthschaftliche Artikel und Erzeugnisse der Metallindustrie (Ausnahmetarif für bestimmte Stückgüter vom 1. Mai 1887), auf Güter aller Art, welche in Mengen von 1 Tonne (20 Zentner) zur Einlieferung gelangen, ausgedehnt werde. Der normale Tarifsatz ist 11 Pfg. pro Tonnenkilometer, der beantragte Tarif ist 8 Pfg. pro Tonnenkilometer, somit 27 Prozent Ermäßigung."

Lüdenscheid, 10. Sept. Kaiser Wilhelm schenkte, nach derK. Ztg." der hiesigen Loge einen Kupferstich, der Friedrich den Großen als Freimaurer im Jahre 1740 darstellt.

Köln, 12. September. Bisher mußten die Reisenden, welche im Abendzug^lO Uhr 30 Min. nach Paris die zweite Wagenklasse benutzten, für die Strecke von Aachen nach Verviers einen Zusatzsahrschein lösen. Seit dem 10. ds. können die Fahrgäste mit diesem Zuge von Köln nach Paris. in zweiter Klasse ohne das Zusatzbillet fahren, und brauchen nur mehr in Verviers umzusteigen, während bisher in Aachen und Verviers umgestiegen werden mußte. (K. Z.

Wilhelmshaven, l.o. Sept. Briefseudungen für die Kreuzer­korvetteIrene", Kommandant Kapitän z. S. Prinz Heinrich von Preußen, sind bis zum 20. ds. nach Gibraltar, vom 21. bis 27. nach Malaga, vom 28. ds. bis 10. Oktober nach Spezia (Italien), vom 10. Oktober bis auf weiteres nach Genua zu richten. (K. Z.)

Minden i. W., 11. Sept. (K. Z.) Der Kaiser, der große Gene­ralsuniform trug, stieg am Eingang des Exerzierplatzes zu Pferde und sprengte, von den fürstlichen Gästen sowie von einer glänzenden Suite ge­folgt, zum rechten Flügel der Parade-Ausstellung, während die Truppen unter dreimaligem Hurrah die Honneurs erwiesen, wobei die Musikkorps spielten. Nach dem Abreiten der Front, in welcher 33 Bataillone, acht Kavallerie- und zwei Artillerie-Regimenter und der Train standen, wobei der Kaiser jedem Bataillon den Morgengruß entbot, fand ein zweimaliger Vorbeimarsch der Struppen statt. Der Großherzog von Hessen führte das Armeekorps als Inspekteur vorbei. Der Kaiser setzte sich beide Male an die Spitze des Regiments 53, dessen Chef der hochselige Kaiser Friedrich viele Jahre gewesen ist, und führte dasselbe an seinen fürstlichen Gästen vorbeß was große Begeisterung hervorrief. Die Parade dauerte drei Stun­den.^ Fürst Waldemar von Lippe führte das Infanterie-Regiment 55, dessen Chef er ist, Sr. Majestät vor, ebenso der Großherzog von Oldenburg sein Kürassier-Regiment (Westfälisches Nr. 4) und Fürst Adolf Georg zu Schaumburg-Lippe sein Jäger-Bataillon (Westfälisches Nr. 7). Von andern Fürstlichkeiten wohnten der Parade bei: Prinz Albrecht, Regent von Braun­schweig, Prinz Karl von Schweden, Prinz Balduin von Flandern, Prinz Max von Baden. Die berittenen Truppen defilirten das zweite Mal im Trabe. Auf der Hin- und Rückfahrt wurde der Kaiser von den in den einzelnen Ortschaften aufgestellten Gemeinden ehrfurchtsvoll begrüßt. Im Dorfe Heide war eine große Ehrenpforte erbaut, bei welcher Bauern und Bäuerinnen in heimischer Tracht dem Kaiser Erzeugnisse des Landes darbaten. Tausende von Zuschauern hatten die in der Nähe des mächtigen Paradefeldes errich­teten Tribünen besetzt und begrüßten Se. Majestät mit jubelnden Zurufen. Nach der Parade erfolgte eine kurze Kritik, bei welcher der Kaiser seiner Zufriedenheit Ausdruck gab.

Minden i. W., 11. September. (K. Z.) Von der Parade ist noch nachzutragen, daß der Kaiser nachher die Front der Kriegervereine ab-