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Nr. 209.

Samstag den 7. September

1889.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Während der diesjährigen Herbstübnngen der Königlichen 21. Division, welche theils auf Preußischem, theils auf Hessischem Gebiete stattfindet, sind zur Wahrnehmung des Polizeidienstes, insbesondere zur Abwendung von Flurschäden durch das Publikum, Gendarmerie-Patrouillen aus Königl. Preußischen und Großh. Hessischen Gendarmen kommandirt. Das Publikum wird darauf hingewiesen, daß den Anordnungen der Großh. Hessischen Gendarmerie auf Preußischem Gebiete dieselbe Folge zu geben ist, wie denen der Königl. Preußischen Gendarmen.

Hanau am 1. September 1889.

Der Königliche Landrath

M. 3806 v. Oertzen.

Tagesschau.

Berlin, 6. September. Gestern Nachmittag IV2 Uhr ist Ihre Majestät die Kaiserin mit Sr. Majestät dem Kaiser von der Station Wildpark abgereist und beabsichtigt heute Abend von Dresden nach dem Neuen Palais zurückzukchren.

Berlin, 6. September. Gutem Vernehmen nach werden beut Kaisermanöver bei Minden, Hannover und Springe beiwohnen: die Mili­tärbevollmächtigten Oesterreichs, Italiens, Frankreichs und Rußlands; außer­dem treffen bereits in Minden ein: Prinz Albrecht von Preußen, die Groß­herzöge von Hessen, Oldenburg und Weimar, die Prinzen Karl von Schweden, Balduin von Flandern, Max von Baden, die Fürsten von Lippe und Schaumburg-Lippe, der Erbprinz von Schaumburg-Lippe, der Feld­marschall Prinz Georg von Sachsen, der Fürst von Hohenlohe-Langenburg, der Großfürst-Thronfolger von Rußland mit dem Generallieutenant Mussin Puschkin und dem Generalmajor Friedriks. Bei den Manövern ist auch Krupp als Gast zugegen. (F. Z.)

Berlin, 6. September. S. M. KanonenbootIltis", Komman­dant Kapitäu-Lieutenant Ascher, ist am 4. September in Hakodate einge­troffen und beabsichtigt, am 17. Septeniber die Weiterreise nach Kobe an­zutreten.

Zur Reise des kaiserlichen Paares nach dem Süden wird der Lombardia" geschrieben, daß die Majestäten am 15. Oktober in Monza eintreffen, um daselbst 4 oder 5 Tage zu verweilen; geplant sind mehrere größere Ausflüge an die italienischen Seen. Am 21. wird in Genua die Einschiffung auf der PachtHohenzollern" nach Piräus erfolgen. Auch verlautet, daß der Kaiser vor seiner Abreise nach Griechenland in San Remo die Stätte besuchen werde, wo sein verewigter Vater so schwer ge­litten hat.

Ueber die konfessionelle Parität im Deutschen Reiche äußert sich die MünchenerAllgemeine Zeitung", indem sie ausführt:Die kon­fessionelle Parität im Deutschen Reiche war der Gegenstand einer lebhaften rednerischen Darstellung aus der Generalversammlung Deutscher Katholiken in Bochum. Es ist nur zu bedauern, daß derartige Darstellungen meist mehr zu unrichtigen, mindestens einseitigen Auffassungen, als zu sachlichen und unparteiischen Abwägungen der maßgebenden Thatsachen und Verhält­nisse benützt werden und deshalb leicht zu Unfrieden und Verhetzung führen. Daß bei den höheren Beamten eines Staates mit konfessionell gemischter Bevölkerung eine Konfession verhältnißmäßig stärker vertreten ist, als die andere, kann sehr verschiedene Gründe haben und braucht keineswegs auf Ungerechtigkeit und Unbilligkeit Seitens der entscheidenden Kreise der Re- gierung zu beruhen. Auch in Preußen hat es katholische Minister, sogar einen Ministpräsidenten katholischer Konfession gegeben und gibt es noch heute katholische Minister. Wenn dort gegenwärtig kein Ober-Präsident Vieser Konfession angehört, so ist letztere dafür anderwärts unter ähnlichen konfessionellen Verhältnissen um so besser vertreten. Das Maßgebende für einen politischen oder Verwaltungsbeamten ist eben nicht seine kirchliche, sondern seine Beamtenqualifikation; nach kirchlichen Gesichtspunkten wählt man Kirchenvertretcr, nicht Staats- und Gemeindebeamte. Daß ein Prote­stant nicht ebenso unterrichtet, geschickt und unparteiisch gegen verschiedene Konfessionsgenossen sein könne als ein Kathlik, wird ein Vernünftiger nicht behaupten. Katholische Wahlkörperschaften von unbezweifelter kirchlicher Gesinnung haben schon Protestanten, ebenso protestantische Kollegien katho­lische Kandidaten zu hohen Verwaltungsposten gewählt. Auf diese Weise hat München einen protestantischen, Berlin einen katholischen Bürgermeister

erhalten. Katholischen Ministern und Würdenträgern die katholische Ge­sinnung absprechen zu wollen, weil dieselben nicht zur Zentrumsfraktion gehören, heißt eben nichts Anderes, als in das unantastbare Gebiet des Gewissens und der persönlichen Freiheit eingreifen und die Religion zur Magd der Politik, und zwar des politischen Fanatismus, erniedrigen."

Dem Hauptmann Witzmann ist nach derKreuzztg." die Geschütz­munition ausgegangen. Er müsse deshalb auf neue Zusendungen aus Deutschland warten. Vor einigen Tagen wurde erst aus englischer Quelle angekündigt, daß Hauptmann Wißmann sich nunmehr nach Mpwapwa zu einem neuen Angriff gegen Buschiri aufmachen würde. Diese Nachricht scheint sich demnach nicht zu bestätigen, ©a ein Transport von Deutsch­land nach Zanzibar im ganzen etwa eine Zeit von 4 Wochen benöthigt, so werden wir, falls die Nachricht derKreuzztg." sich bestätigt, in den nächsten Wochen von ferneren Erfolgen Wißmanns wohl nichts zu hören bekommen.

Dresden, 6. September. DieF. N." schreiben: Die Parade des 12. Armeekorps ist bei prächtigem Wetter verlausen. Der komman- dirende General Prinzfeldmarschall Georg überreichte den Rapport, die Majestäten ritten die Fronten der zwei Treffen ab, die Kaiserin mit der Königin folgten im Wagen, dann die glänzende Suite. Hierauf stellten die Majestäten sich unweit der dichtbesetzten Tribüne auf, daneben die Kaiserin und die Königin zu Wagen und ließen die Truppen vorbei- marschiren. Der Kaiser führte sein Regiment Nr. 101, dessen Uniform er trug, vorbei; der König sein Leibregiment, die Gardereiter und das Artillerie-Regiment Nr. 12. Die Prinzen Friedrich August, Johann, Max und Albert standen in der Front. Das zahlreichst zusammengeströmte Publikum begrüßte die Majestäten mit Jubel bei der An- und Abfahrt.

Bremen, 6. September. (K. Z.) Der Rcichspostdampfer des Norddeutschen LloydBraunschweig", an Bord ein Ablösungskommando, bestehend aus den Besatzungstheilen S. M. KreuzersAdler" und S. M. KanonenbooteEber" undWolf", ist heute früh um 8 Uhr hier ange­kommen.

Bremerhaven, 6. September. (K. Z.) Die aus Samoa heim­gekehrten Marinemannschaften S. M. KreuzerAdler" und S. M. Ka­nonenbooteEber" undWolf" wurden heute an Bord des Reichspost­dampfersBraunschweig" von dem Vize-Admiral Paaschen mit einer An­sprache begrüßt, an deren Schluffe der Admiral ein Hoch auf den Kaiser ausbrachte. Bei der Landung wurde den Mannschaften von den Krieger­vereinen Bremerhavens ein Lorbeerkranz mit einer Gedenkschrift überreicht. Kapitän-Lieutenant Arend dankte im Namen der Mannschaften, worauf die­selben in der Lloydhalle bewirthet wurden und alsdann die Abreise an­traten.

Aus Thüringen. Die Bewegung für die bevorstehenden Reichs­tagswahlen, welche bisher allein von den Sozialdemokraten und Deutsch­freisinnigen betrieben wurde, kommt nunmehr auch bei den Nationalliberalen in Fluß, und zwar haben die nationalliberalen Wähler in Sonneberg den Anfang gemacht. In einer kürzlich daselbst stattgefundenen Versammlung sprach Amtsrichter Trinks aus Saalfeld über die politischen Ereignisse der letzten Jahre, insbesondere über die Thätigkeit des Reichstages und wurde nach seiner mit lebhaftem Beifalle aufgenommenen Rede wiederum zum Kandidaten für die bevorstehende Reichstagswahl aufgestellt. Bei den letzten Wahlen war Trinks dem deutschfreisinnigen Witte, der den Wahlkreis seit 1884 vertritt, unterlegen. Sonst spürt man noch recht wenig von Eintreten der Nationalliberalen in die Wahlbewegung, obgleich ein nach­drückliches Vorgehen, besonders in Wahlkreisen wie Erfurt u. a., sehr zu wünschen wäre. In Nordbausen frischt Munckel heute die Anhänglichkeit für die deutschfreisinnigen Glaubenslehren wieder auf.

München, 5. Sept. Die Generalversammlung der deutschen Schillerstiftung hat Weimar zum künftigen Vorort gewählt.

Aus Füsien, 4. September, wird denN. Nachr." telegraphisch gemeldet: Gestern, bei Einweihung der Unterkunftshütte auf dem Aggen- stein, ist Pfarrer Stach von Pfronten abgcstürzt: er erlitt einen Schädel­bruch und starb nach 3/4 Stunden. Man nimmt an, daß der etwas korpulente Herr einen Schlaganfall gehabt und das Gleichgewicht verloren hat. Stach war eine sehr beliebte Persönlichkeit in der ganzen Gegend.

Freiburg i. Br., 5. September. Der gestern hier zusaminen- getretene Kongreß der deutschen Strafanstaltsbeamten war von ungefähr 150 Theilnehmern besucht und hat unter dem Vorsitz des Ministerialraths