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Erscheint täglich mit Ausnahme der S«m- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 208.

Freitag den 6. September

1889.

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

J Zugelaufen: Vor 8 Tagen: 1) ein brauner graugefleckter Jagd- nb m. Geschl. mit Messinghalsband; Empfangnahme bei Kaspar Brodt zu Ostheim; 2) ein schwarzer langhaariger Spitz mit stumpfen Ohren, Heschl.; Empfangnahme bei Wirth Jakob Schütz zu Ostheim.

Gefunden: Ein Messer mit weißem Stiel. Ein weißes .Taschentuch.

Verloren: Ein weißes Hâkelzeug.

Entlaufen: Ein kleiner gelber Pinscher mit der Marke Nr. 335. Hanau am 6. September 1889.

Tagesschau.

Berlin, 5. Septbr. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaserin haben heute Nachmittag IVe Uhr mittels Sonderzuges von der Wildpark­station die Reise nach Dresden angetreten.

Berlin, 3. September. Von den preußischen Ministern ist augen­blicklich nur der Arbeitsminister von Mapbach, der kürzlich vom Urlaub

- ^urückkehrte, hier anwesend. Der Finanzminister v. Scholz weilt seit Juli u.n Bodensee, der Kultusminister v. Goßler in Tarasp, von wo er in der zweiten Halste dieses Monats zurückerwartet wird, der Justizminister von Schelling in Tirol, der Vizepräsident Minister von Boetticher und der Minister des Innern Herrfurth in Karlsbad, der Landwirthschaftsminister Frhr. von Lucius in Ostende.

Berlin, 5. Sept. (K. Z.) Die Frist zur Einlieferung der Ent­würfe für das National-Denkmal des Kaisers Wilhelm ist mit der Mittags­stunde des 4. September zu Ende gegangen. Wie wir vernehmen, ist die k , Betheiligung der deutschen Künstler an dem Preisbewerb eine sehr lebhafte gewesen. Die Zahl der eingegangenen Entwürfe beträgt 144, darunter sind 47 durch Modelle von zum Theil außerordentlich großem Umfang 3 erläutert. Bekanntlich erfolgt die Ausstellung der Entwürfe in dem Landes- ' ausstellungsgebäude, dessen Räume bisher vollständig von der Ausstellung für Unfallverhütung in Anspruch genommen waren. Einzelne Räume, und zwar die Hinteren Säle, sind jetzt für den künstlerischen Wettkampf um das nationale Denkmal frei gemacht. Die Ordnung und Aufstellung der Ent­würfe wird einige Zeit in Anspruch nehmen, sodaß dieselben wohl erst Mitte der nächsten Woche dem Publikum zugänglich sein werden. Das Preisgericht tritt am 30. ds. zusammen.

Der deutsche Gesandte in Washington, Graf V. Arco-Valley, ist beurlaubt, ihn vertritt der Legationssecretär Mumm v. Schwarzenstein als Geschäftsträger.

S. M. Kreuzerfregatte Leipzig, Kommandant Kapitän z. S. ' Plüddemann, mit dem Geschwaderchef Kontre-Admiral Deinhard, ist gestern in Kapstadt eingetroffen.

Die Kreuzzeitung schreibt: Dem Vernehmen nach ist nunmehr nicht mehr daran zu zweifeln, daß im nächsten Etat für 1890/91 die Er­richtung einer neuen, der vierten Abtheilung für das Auswärtige Amt in Vorschlag kommt. Derselben soll die Bearbeitung der kolonialen Angelegen­heiten, welche eine große Ausdehnung erhglten haben und fortdauernd an­wachsen überwiesen werden. Bekanntlich wurde 1885 die dritte Abtheilung nach lebhaften parlamentarischen Kämpfen eingerichtet und es bestehen jetzt eine politische, , eine handelspolitische und eine Rechts-Abtheilung. Sehr wahrscheinlich ist, daß an die Spitze der neuen Abtheilung der vortragende Rath kommt, welcher die Kolonial-Angelegenheiten bisher bearbeitet hat, ^eh. Legationsrath Dr. Kraul, und daß außer den schon bisher in diesem , Decernat veschaftigten Beamten noch einige Neuberufungen in die neue Ab- ' Jhâng erfolgen von solchen Personen, welche außerhalb des Amtes standen, sammelt haben ^ bestimmte Kolonialfragen besondere Erfahrungen ge- /. . ® Aftitareisende R. Fricke, welcher durch seine Theilnahme an der Gordon-Expedition zuerst in weiteren Kreisen bekannt geworden ist und spatei auch zu der Emm-Pascha-Expcdition des Dr. Peters in nahen Be- ziehungen stand ist nach vierzehnjährigem erfolgreichen Aufenthalt in Afrika nach Deutschland zuruckgekehrt. Am 29. August traf derselbe mit der deutschen Schooner-BnggMan zu , Kapitän Klemmer, welche direkt von der Sndostseetnste Afrika's kam, in Hamburg ein. Fricke gehört zu den Wenigen, welche den in Khartum von den Anhängern des Mahdi ver­übten Metzeleien entronnen sind. Ueber Dr. Peters spricht sich der er­fahrene Afrikareisende nicht sehr günstig aus. Zwistigkeiten, welche Fricke

mit demselben hatte, waren die Veranlassung, daß er von der Emin-Pascha- Expedition, für welche er gewonnen war, zurücktrat. Fricke hat eine große Anzahl Kisten mitgebracht, welche werthvolle, von ihm in Afrika gesammelte Gegenstände enthalten.

Zur allgemeinen Geschäftslage bemerkt dieFranks. Ztg." : Die minder günstigen Ergebnisse der diesjährigen Getreideernten haben die Besserung der Geschäftslage bisher nicht aufgehalten. Vielseitig wird gegen­wärtig am Waarenmarkte vielmehr zunehmende Belebung bemerkbar. Na­mentlich herrscht in den meisten Jndustriedistrikten sehr rege Thätigkeit, und gelangen dort daher Preiserhöhungen leichter zur Geltung. Auch im Ver­lauf der letzten Woche wurde für zahlreiche Industrie - Erzeugnisse erneuter Aufschlag gemeldet, der gleichzeitig auch für Rohstoffe mehrseitig sich ein­stellte, während Preisermattungen nur vereinzelt zu verzeichnen sind. Unter letzteren hatte auch diesmal der fortgesetzte Rückgang der Rohzuckernotirun- gen an den Terminbörsen die hervorragendste Bedeutung, während der Auf­schlag in besonders kräftiger Weise an den Kohlen- und einzelnen Metall­märkten sich fortsetzte."

Danzig, 5. September. Der Gustav-Adolf-Verein wählte den Ge­heimen Ober-Justizrath Johow-Berlin und den Dr. Hoelscher-Leipzig in den Zentralvorstand. Die große Liebesgabe des Vereins, 19,200 Mark, er­hielt die Gemeinde Weisenau bei Mainz, die Gemeinden Sipiery (Provinz Posen) und Waitzen (Ungarn) erhielten je 6000 M. (F. N.)

Halle a. d. S., 5. September. Die zum Bergmannstag dahier Versammelten sandten beim Festessen ein Huldigungs- und Ergebenheits- telegramm an den Kaiser ab.

Strahburg, 3. Sept. Laut derStraßb. Post" läßt die Landes­verwaltung die bisher im Auftrage des Ministerium herausgegebeneLan­deszeitung für Elsaß-Lothringen" mit Ende dieses Vierteljahres eingehen.

Dresden, 5. Sept. Anläßlich des heutigen Besuches des Kaisers und der Kaiserin hat die Stadt reichen Festschmuck angelegt. Die Bevöl­kerung befindet sich in festlicher Stimmung, von allen Seiten strömen viele Fremde herbei, das Wetter ist herrlich.

Dresden, 5. September. Das Kaiserpaar ist Abends ö1^ Uhr hier eingetroffen ; es wurde am Bahnhof von dem sächsischen Königspaar und anderen Fürstlichkeiten und den Spitzen der Behörden empfangen. Die Majestäten begaben sich unter Glockengeläute und unausausgesetzten begeisterten Kundgebungen der Bevölkerung durch die prachtvoll geschmückte Feststraße, wo Schulen und Vereine Spalier bildeten, nach dem Schlosse.

Die Ansprache, welche der Oberbürgermeister, umgeben von den Stadt­behörden und der gesaminten Geistlichkeit, an das Kaiscrpaar richtete, lautete: Zum ersten Male betreten heute Ew. Majestät das getrene Sachsen­land, um prüfenden Auges Heerschau zu halten. Die Bürgerschaft Dresdens ist, gleich dem ihr über Alles theueren Herrn des Landes, erfüllt von der frohen Zuversicht, daß die sächsischen Regimenter sich von neuem als schlagfertig und starke Wehr des Vaterlandes erweisen werden. Mit Freuden werden sie dem Rufe Ew. Majestät folgen, wenn je des Reiches Feinde die Erhaltung des Friedens unmöglich machen sollten. Der Lor­beer wird in einem gerechten Kampfe Ew. Majestät nicht fehlen; heute aber, da wir in Ew. Majestät den vornehmsten und mächtigsten Schirm­herrn des Friedens verehren, und da Ew. Majestät zu unserer höchsten Freude mit der huldreichen Kaiserin hier Ihren friedlichen Einzug halten, beut Dresden dort zum Gruße die Königin der Blumen und jubelnd erneut die Bürgerschaft das Gelübde der Treue. Dr. Stübcl schloß mit einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser. Der Kaiser dankte mit huldreichen Worten unb reichte dem Bürgermeister die Hand.

Sondershausen, 4. September. Fürst Günther von Schwarz­burg-Sondershausen, der Vater des regierenden Fürsten Karl Günther, der am 24. d. Mts. sein 88. Lebensjahr zurücklegen würde, liegt im Sterben. Schon seit längerer Zeit haben die Kräfte des Hochbetagten in Besorgniß erregender Weise abgenommen, in den letzten Tagen sich zeigendr Symp­tome der Wassersucht beschleunigen das Ende. Die fürstliche Familie hat in Gemeinschaft mit dem Sterbenden das Abendmahl genommen. (Rh. K.)

München, 5. Sept. Heftige Wolkenbrüche haben den Verkehr auf den Holzkirchener Bergbahnen unterbrochen. (K. Z.)

München, 5. Sept. Durch ein Dekret des Prinzegenten aus Oberst­dorf, 3. Sept., wird der bayrische Landtag auf den 28. d. M. einberufen.

Wien. Im Auftrage des Handels-Ministers ist, zufolge eines Er­lasses an die K. K. Post- und Telegraphen-Direktionen, vom 20. Juni b. I., in Wien ein Post-Museum errichtet worden, welches den Zweck -hat,