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Kugteich Arnttiches g>vgan für StaSt- und LanSkveis Acrnau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der S«M- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 201.

Donnerstag den 29. August

1889.

Bekanntmachungen König!. Landrathsamts.

Durch Erlaß des Herrn Finanz-Ministers vom 8. August 1888 ist ausgesprochen, daß ein automatischer Verkaufsapparat, welcher nicht zu einem gewerbesteuerpflichtigen Verkaufslokal gehört, sondern als besondere Einrichtung für den Absatz von Waaren an die Herantretenden gegen Er­legung des festen Preises aufgestellt wird, als eine Verkaufsstelle im Sinne des §. 4 des Gesetzes vom 30. Mai 1820 anzusehen ist.

Demgemäß hat nach Maßgabe der für die Gewerbesteuer vom Handel bestehenden Vorschriften die Herauziehnng zur Gewerbesteuer für die ein­zelnen Verkaufsstellen zu erfolgen.

Die Ortsbehörden werden hiervon mit der Veranlassung in Kenntniß gesetzt, bei dem Vorhandensein derartiger automatischer Verkaufsapparate die Inhaber auf die erforderliche Anmeldung zur Gewerbesteuer hinzuweisen und eventuell mir wegen unterlassener Anmeldung zur Gewerbesteuer An­zeige zu erstatten.

Hanau am 24. August 1889.

Der Königliche Landrath

St. 2538 D. Oertzen.

Dierch-Nachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Eine blaue Arbeitsschürze. Eine Peitsche. Ein Knaben-Leibriemen. Ein Petschaft. Ein goldener Ring mit Steinchen.

Hanau am 29. August 1889.

9936 D. In der Nacht vom Sonntag den 25. zum Montag den 's 26. August d. J. ist im Frankfurter Stadtwalde, Distrikt Buchscheer, in dem Wartschneischen zwischen Louisa und Forsthaus, der Techniker Hermann Elsner von hier erstochen und beraubt worden. Soweit bis jetzt er­mittelt ist, find geraubt: eine silberne Taschenuhr, ein dunkles Klapp- Portemonnaie mit Geld und ein schwarzer Regenschirm mit dunkelbraunem Stock und Griff.

Alle Diejenigen, welche Auskunft über Verdachtsgründe geben können, werden ersucht, der unterzeichneten Staatsanwaltschaft oder der nächsten Polizeibehörde ungesäumt davon Mittheilung zu machen.

Frankfurt a. M. den 27. August 1889.

8677 K. Staatsanwaltschaft.

Tagesschau.

Berlin, 28. August. Se. Majestät der König haben Allergnä- digst geruht den Ministerial-Direktor und Wirklichen Geheimen Ober-Regie- rungsrath Dr. Barkhausen zu Berlin znm Vorsitzenden und den Ober- Hofprediger, General-Superintendenten der Kurmark, Ober - Konsistorialrath D. Kögel zu Berlin, den Abt zu Loccum, Ober Konsistorialrath O. Uhlhorn zu Hannover, den Ehren - Kommcndator des Ritterlichen Ordens St. Jo­hannis vom Spital zu Jerusalem, Grafen von Zieten - Schwerin auf Wustrau, sowie den Schatzmeister des Rheinisch-Westfälischen Vereins zur Bildung und Beschäftigung evangelischer Diakonissen, Kommerzieurath W. Colsman zu Langenberg, zu Mitgliedern des Kuratoriums der Evangelischen Jerusalem-Stiftung zu ernennen.

Berlin, 28. August. Se. Majestät der Kaiser und König sind, wie der „R. u. St.-A." aus Potsdam meldet, heute früh 7 Uhr mittels Sonderzuges von der Wildparkstation nach Küstrin abgereist, um daselbst den Festungsmanövern beizuwohnen.

Berlin. Durch Verfügung des Kriegsministers sind die Armee- Intendanten angewiesen worden, bezüglich der Kandidaten für das höhere Jntendanturwesen nicht die gewöhnliche Zahl beizubehalten, sondern die Anmeldungen der Kandidaten in zunächst ausgedehntestem Maße entgegen­zunehmen, damit im Falle eines plötzlichen Mehrbedarfs durch Krieg u. s. w. für möglichsten Ersatz gesorgt ist. Den Gerichtsreferendarien in der preußischen Monarchie ist von dieser Verfügung Kenntniß und anheimge- gcben, sich zur höheren Jntendanturlaufbahn bald zn melden.

Berlin, 2,. Aug. Der Militärsiskus hat, nach der „K. Z." aus die Erlegung von Raubvögeln, wie Habichten, Falken u. s. w., mit Aus- Ichluß der Bussarde, eine nicht unbedeutende Prämie gesetzt. Und zwar ist dies im Interesse der Einrichtung von Brieftauben geschehen, die in Betreff des Nachrichtendienstes, besonders im Kriege, militärischen Zwecken dienen. Die Habichte und Falken sind den Brieftauben ganz besonders gefährlich, weshalb ihre Vertilgung angestrebt wird. Der Militärfiskus hat den einzelnen

Bezirken einen gewissen Betrag für Prämien zur Verfügung gestellt und zahlt je nachdem für 2 bis 5 erlegte Raubvögel 5, 6 bis 10 M. Schieß­prämie. Zu diesem Zweck sind von jedem erlegten Raubvogel die beiden Fänge abzuschneiden und einzusenden.

Berlin, 26. August. S. M. Kreuzerkorvette „Olga", Koniman­dant Korvetten-Kapitän Frhr. von Erhardt, ist am 26. ds. in Gibraltar eingetroffen und beabsichtigt, am 29. die Heimreise anzutreten. (K. Z.)

Von den einzelnen Ministerialrefforts sind, den „B. P. N." zusolge, Ermittelungen angestellt, und dürften dem Vernehmen nach schon zum Abschluß gediehen sein, welche die Bildung genossenschaftlicher Zweck­verbände behufs Gewinnung von leistungsfähigen Trägern wichtiger kom­munaler Aufgaben und Lasten ins Auge fassen. Bei dem Zusammenhänge dieser Materie mit der Steuerreform im Allgemeinen und der Kommunal­steuerreform im Besonderen ergibt sich die Bedeutung der in Rede stehen­den Ermittelnngen und ihrer Resultale von selbst.

Breslau, 28. Aug. Die Bäckergesellen haben beschlossen, infolge des ablehnenden Beschlusses der Meisterschaft ihre Forderungen mittels Ar­beitseinstellung durchzusetzen. (K. Z.)

Posen, 26. Aug. Die Stadt Skaryszew im Gouvernement Radom ist vollständig niedergebrannt. Fünf Menschen sind verbrannt, eine größere Anzahl hat Brandwunden davongetragen. Der Schaden ist sehr groß. (Post.)

Kiel, 28. Aug. (K. Z.) Der Dampfer „National" mit der deutschen Expedition zur Erforschung der Meere unter Leitung des Geh. Medizinalrathes Prof. Dr. Hensen ist gestern Nachmittag in St. Vincent auf den Cap Vertuschen Inseln eingetroffen. An Bord befindet sich alles wohl.

Vietz, 28. August. (K. Z.) Der Kaiser traf heute Nachmittag 33/* Uhr von Küstrin hier ein und begab sich nach kurzem Aufenthalt zur Pürfchjagd nach der Oberförsterei Massin.

Recklinghausen, 28. August. Der Ackerer Peters in der Bauer­schaft Lenckerbeck kam gestern ums Leben, als er damit beschäftigt war, ein Brot zu zerschneiden. _ Das Messer glitt aus und fuhr ihm so un­glücklich in die Brust, daß er nach wenigen Minuten, von eigener Hand erstochen, im Beisein seines auf sein Hülfegeschrei herbeigeeilten Sohnes den Geist aufgab. “ (K. Z.)

München, 27. August. Die „M. N. N." melden: Die Grenz­sperre für Hornvieh rief an der bayerisch-böhmischen Grenze einen groß­artigen Schmuggel hervor. Wöchentlich werden über 200 Rinder herüber­gebracht. Der Zweck der Grenzsperre wird dadurch völlig illusorisch. Die Grenzjäger stehen dem Schmuggel fast machtlos gegenüber, da ihre Anzahl zu gering issi um die ganze Grenze dauernd zu beanssichtigen, zumal bei dein neuen System, das die Schmuggler bei ihrem „Handwerke" anwenden. Es wird nämlich jedes Stück Vieh von einem Treiber geführt und zu gleicher Zeit in Abständen von mehreren hundert Metern eine größere Zahl von Rindern über die Grenze gebracht. Die Grenzjäger können dabei höchstens ein oben zwei Rinder auffangen, die anderen gelangen ganz sicher an ihren Bestimmungsort. Soll die z. Z. bestehende Grenzsperre ihren Zweck voll und ganz erfüllen, so muß die Grenzwachmannschaft ent­weder bedeutend verstärkt werden, oder durch Militär Sukkurs erhalten.

Leipzig, 28/ August. Die während der bevorstehenden Michaelis­messe in den Räumen der Leipziger Börsenhalle abzuhaltende Garnbörse wird am Freitag, 27. September, ihren Anfang nehmen.

Stuttgart, 25. Aug. Die Jubiläums-Hundr-Ausstellung, für welche Se. M. der König das Protektorat übernommen hat und welche über die Dauer des Volksfestes stattfindet, verspricht großartig zu werden. Ehrenpräsident ist Oberbürgermeister Nast-Cannstatt, die Dirigenten der Ausstellung sind Emil Foehr-Stuttgart und W. Hartneck-Stuttgart. Zur Ausstellung kommen Jagdhunde, Schutz- und Wachihunde, Stubenhunde, Stallhunde, Damenhunde, sowie Literatur-, Kunst- und Industrie-Produkte, welche auf Hunde Bezug haben. Im ganzen sind es 60 Klassen. Die Preise bestehen ans Ehrenpreisen, Medaillen, Diplome. Die Medaillen in Gold haben einen Werth von 50 Mk., die silbernen einen von 6 Mk. Außerdem gibt es Brouzemedaillen.

Wien, 28. Aug. Das „Fremdenblatt" versichert aufs bestimmteste, daß die von panslawistischer Seite verbreiteten tendenziösen Meldungen, denen zufolge von österreichischen Offizieren begleitete Kanonen von Wien nach Bulgarien gesandt worden wären, vollkommen erdichtet seien. Es be­finde sich kein österreichischer Offizier in irgend einer bulgarischen Festung