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KugteicH ArnMcHes Kvgan für Stadt- und Landkreis Kcrncru.
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Nr. 192. "■ffsiniiwiinTniB iwi
Montag den 19. August
1889.
Amtliches.
Dievst-Nachrichten aus dem Kreise.
Der Ausschuß-Vorsteher Georg Hofmann I. zu Neuwiedermuß ist zum Schäferei-Aufseher der dortigen Gemeinde bestellt und verpflichtet worden.
Gefunden: Zwei Geldstücke. Ein Vclocipdschlüssel. Eine Schrot- leiter. Ein Ortskrankenkasfenbuch mit der Inschrift: „Michael Adam, Erdarbeiter".
Am 18. d. Mts. vom Wasenmeister ein gefangen: ein junger schwarzer Hund w. Geschl.
Entlaufen: Ein schwarzer kurzhaariger Hühnerhund, an einem Hinterschenkel eine Wunde, m. Geschl., auf den Namen Bruno hörend.
Hanau am 19. August 1889.
Tagesschau.
Berlin, 17. August. Kaiser Wilhelm hatte beim Parademahl am 13. ds. die Abzeichen eines Generals der Infanterie, die zwei Sterne in den Eppaulettes, angelegt, während er bisher nur die Abzeichen eines Generalmajors trug, entsprechend dem militärischen Range, den er bei seiner Thronbesteigung begleitet hatte. Wie man hört, ist diese Aenderung darauf zurückzuführen, daß Feldmarschall Graf Moltke Namens des Heeres als ältester Offizier desselben an den Kaiser die Bitte gerichtet hatte, diese höheren Abzeichen zu tragen. Nur in England hat jetzt der Kaiser einen noch höheren militärischen Rang, indem der Admiral of the fleet dort die Feldmarschallswürde einnimmt. Wie man sich erinnert, hat auch der verstorbene Kaiser Wilhelm einer Namens der Armee von dem damaligen höchsten Offizier derselben, dem Kronprinzen, vorgetragenen Bitte im Jahre 1871 entsprochen und die Feldmarschalls-Abzeichen angelegt.
Berlin, 17. August. Dem „R. u. St.-A." wird über die Ankunft Ihrer Majestäten in Bayreuth berichtet: Bayreuth, 17. August. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin trafen um 8 Uhr Morgens hier ein und wurden auf dem Bahnhöfe von Sr. Königlichen Hoheit dem Prinz-Regenten Luitpold, welcher die Uniform des 4. preußischen Feld- Artillerie-Regiments trug, begrüßt. Se. Majestät hatte die Uniform des 1. bayerischen Ulanen- Regiments angelegt. Der Kaiser und der Prinz- Regent umarmten und begrüßten sich auf das Herzlichste. Von den Künstlern war eine Ovation veranstaltet worden, indem Mottl's Kantate über Goethe's „Des Epimenides Erwachen" und hierauf der „Kaisermarsch" von Richard Wagner zur Aufführung gelangten. — Auf dem Bahnhof waren auch Deputationen des Magistrats- und des Gemeinde-Kollegiums zum Empfang erschienen. Das in dichten Mengen harrende Publikum begrüßte Ihre Majestäten mit enthusiastischen Zurufen.
Berlin, 17. August. Kaiser Franz Josef hat dem Fürsten Bismarck als Zeichen seiner Huld seine Büste verehrt.
Berlin, 17. August. Der General-Feldmarschall Graf v. Moltke, Präses der Landes-Vertheidigungs-Kommission, hat sich mit längerem Urlaub nach Kreisau begeben.
Berlin, 17. Aug. Die Pferde des Kaisers von Oesterreich erregten hier allgemeine Bewunderung; es war lauter zierliches ungarisches Voll- blut. Die Pferde standen im Marstall in der Dorotheenstaße.
Berlin, 17. August. S. M. Kadetten-Schulschiff „Niobe", Kommandant Kapitän zur See Aschenborn, ist am 17. August d. I. in Mar- ftranb in Schweden eingetroffen und beabsichtigt am 20. August d. J. wieder in See zu gehen.
,. Berlin, 17. August. Die „Post" bemerkt zu der Vertheidigungs- schrift Boulanger's, wonach es ihm durch den von ihm organisirten Kund- schafterdlenst gelungen sei, die Spionenliste des Militärattaches einer großen Macht kopiren zu lassen, Folgendes: „Sollte mit der kaum mißzuverfiehenden Andeutung auf einen fremden Militärattache der damalige denische gemeint sein, so können wir auf Grund zuverlässiger Informationen versichern, daß eine derartige Liste auf deutscher Seite nie existirte. Es liegt vielmehr die Annahme nahe, daß jener Ausdruck Boulanger's .nur gewählt ist, weil „espion“ im Gehirne des Durchschnittsfranzosen eine große Rolle spielt und „Notr’ brav’ General “ sich von einer ,. liste des espions“ eine besonders imponirende Wirkung auf die große Masse des französischen Publikums versprochen haben dürfte."
Berlin, 17. Aug. Die feierliche Enthüllung des Denkmals, welches
die Krieger den aus den letzten Feldzügen auf dem Garnisonkirchhof in der Müllerstraße ruhenden deutschen Soldaten errichtet haben, hat gestern Nach- nnttag stattgefunden. Die Krieger sammelten sich auf dem Kasernenhof der Gardefüsiliere. Erschienen waren gegen 100 Vereine mit 43 Fahnen und Standarten. Der mächtige Zug mit zwei Musikkorps in Uniform traf gegen 5 Uhr auf dem Kirchhof ein, an dessen Hauptweg das noch verhüllte und von Flaggenmasten umgebene Denkmal ausgerichtet ist. Zahlreiche Ehrengäste wohnten der Feier bei. Für den behinderten Kriegsminister war General v. Troschke erschienen. Ferner waren anwesend der Chef des Militärbildungswesens General v. Strubberg, der Stadtkommandant General Graf v. Schliessen, der General Sasse, der Oberst v. Schell, Präses der Obermilitär-Prüfungskommission, und viele Osfiziere hiesiger Regimenter. Die Stadt Berlin hatte mehrere Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordneten entsandt. Die Weihrede hielt Garnisonpfarrer Lic. Dr. Gröbler. Während des Hochs auf den Kaiser fiel die Hülle des von Bildhauer Böse entworfenen, von Bildhauer Albrecht ausgcführten Denknials. Dasselbe besteht aus einem obeliskenartigen Postainent aus grauem Granit, auf dem ein mächtiger, aus Bronze gegossener Aar seine Schwingen breitet. Es trägt die Inschrift: „Den für das Vaterland verstorbenen deutschen Soldaten errichtet vom Kriegerverband Berlin und Umgebung (erster Bezirk des deutschen Kriegerbundes) unter Mitwirkung ehemaliger Waffengeführten und patriotischer Mitbürger 1889." Unten liest man die Kriegsjahre „1866 und 1870/71". (K. Z.)
Wilhelmshaven, 17. August. Das Geschwader führte heute, nach der „K. Z." in der Nordsee Manöver aus und trennte sich gegen Mittag. Das Manövergeschwader und die Torpedoflottille dampften nach der Weser, während das Uebungsgeschwader und das Panzerschiff Sachsen um 4 Uhr hier auf der Rhede eintraf.
Stvatzhnpg, 18. Aug. Zur Betheiligung an der dem Kaiser darzubringenden Huldigung, welcher sich, nach dem „Fr. I.", auch die Studentenschaft und die Schüler der höheren Schulen anschließen, haben sich bis jetzt 95 Vereine mit c 500 Mitgliedern angemeldet. Der Fremdenbesuch verspricht ein außerordentlich starker zu werden.
Mt'h, 17, Aug. Die alten und die neuen hier bestehenden Vereine, gegen vierzig an der Zahl, haben soeben unter Vorsitz des Bürgermeisters Halm eine Versammlung abgehalten und in derselben den Beschluß gefaßt, zur Verherrlichung des Empfanges und der Anwesenheit des Kaiserpaares bei allen festlichen Veranstaltungen einmüthig zusammenzuwirken.
Bayrenth, 18. Aug. Bei der heutigen Hoftafel brachte der Prinz- Regent das Wohl der erlauchten Gäste aus, die Musik intonirte darauf »Heil Dir im Siegerkranz". Sodann trank Kaiser Wilhelm aus das Wohl des Prinz-Regenten, worauf die Musik die bayerische Volkshymne spielte. Kurz darauf brachte der Kaiser einen Toast auf den Kaiser von Oesterreich aus, dessen Geburtstag ant heutigen ist. Die Musik spielte die österreichische Nationalhymne. Nach der Tafel fand Cercle statt. Der Kaiser und die Kaiserin werden morgen Vormittag um 9 Uhr die Reise nach Karlsruhe antreten. Der Prinz-Regent kehrt bald darauf nach München zurück.
, (Frankf. I.)
Stuttgart, 17. August. Der Schah von Persien traf um 4 Uhr 20 Minuten Nachmittags hier ein. Prinz Wilhelm empfing ihn Namens des Königs. . Anwesend waren außerdem die Prinzen, der Ministerpräsident, die Generalität und die Ehrenwache. In Hofequipagen und unter einer Ulaueneskörte erfolgte die Fahrt durch den ' Schloßgarten nach der Villa Rosenstein, wo der König den Schah empfing. (Fr. N.)
28ien, 17. August. Die Wiener „Abendpost" hebt anläßlich des Geburtstages des Kaisers die wahrhaft großartigen Huldigungen hervor, welche demselben in Berlin als Anerkennung seiner zahlreichen Herrschertugenden zii Theil wurden, jedes patriotische Herz müßten dieselben mit Stolz und Freude erfüllen. — König Milan ist heute Nachmittag hier eingetroffen, derselbe wurde vorn serbischen Gesandten empfangen. (Fr. N.)
Wien, 17. Aug. Das Stalionskommando von Jablonica in Bos- men^ meldet: Am 16. August 1 Uhr 48 Min. Nachts ist ein wellenförmiges, b Sekunden anhaltendes hestiges Erdbeben mit der Bewegung Süd-Ost gegen Nord-West hier verspürt worden.
Wien, 17. August. Das Ministerium des Innern hat den Magistrat und die Polizei-Direktion angewiesen, sofortige Maßregeln zu treffen, um dem Unfuge des Winkelbörsengeschäftes energisch und nachhaltig zu steuern.