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Erscheint täglich mit Ausnahme der Asmr- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 188.
Mittwoch den 14. August
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1889.
Bekanntmachungen König!. Landrathsamis.
Die Herren Ortsvorstände haben während der diesjährigen Herbst- übungen solche Grundflächen, welche Flurbeschädigungen ausgesetzt sind und i welche nicht umzäunt und deren Betreten gesetzlich verboten ist, möglichst durch rothe Fahnen, und solche, deren Schonung besonders erwünscht ist, durch Strohwische kenntlich machen zu lassen. Es gilt dies nament- ' lich für Waldanpflanzungen, Saat- und Tabacksfelder u. s. w.
Die Exerzierplätze, sowie die Felder derjenigen Gemeinden, welche von den Manövern voraussichtlich berührt werden, müssen thunlichst vor Beginn ' der Uebungen geräumt werden.
Die Polizeiorgane und Feldhüter re. sind zur Belehrung und Beaufsichtigung des Publikums anzuhalten. Das Betreten bestellter Felder ist selbst dann unzulässig, wenn die Truppen darüber hinweggegangen sind.
Entstehen bei Truppenübungen Flurschäden, so fordert der Ortsvorstand die Beschädigten zur Anmeldung ihrer Entschädigungsforderungen auf und stellt letztere in einer Liste zusammen. Auch haben die Grundbesitzer bei Vermeidung des Ansschlusses unmittelbar nach eingetretener Beschädigung letztere den Ortsvorständen anzumelden.
Die erforderlichen Formulare können auf dem landräthlichen Büreau in Empfang genommen werden. In diesem Formular sind die Kolonnen 1—7 auszufüllen. Kolonne 6 und 7 wird mit Blei ausgesüllt. Beschädigungen, welche nicht durch die Truppenübungen selbst, sondern auf andere Weise, insbesondere dadurch entstanden sind, daß die Betheiligten das rechtzeitige Abernten unterlassen haben, begründen keinen Anspruch auf Vergütung.
Arbeiten und Aufwendungen, von welchen die Interessenten gewußt haben, daß sie durch die Truppenübungen der nächsten Tage gestört werden mußten, begründen einen Anspruch auf Schadloshaltung gleichfalls nicht.
Die Ortsvorstände derjenigen Gemeinden, in welchen Flurschäden entstanden sind, haben dies unverzüglich hierher anzuzeigen. Das Eintreffen Der Abschätzungs-Kommission wird rechtzeitig mitgetheilt werden. Die beiheiligten Grundbesitzer resp, deren Bevollmächtigte sind zu den Abschätzungs- ierminen vorzuladen.
Hanau am 10. August 1889.
Der Königliche Landrath
M. 3525 v. Oertz en.
Dierrst-Nschrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Hundemaulkorb mit dem Zeichen 205. Eine schwarze Hutfeder. Ein Alpacca-Regenschirm (bei einem Arzt vor ca. 8 f Tagen stehen geblieben).
Hanau am 14. August 1889.
Ausschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.
13379 B. — N. 794/89. Ueber den Aufenthalt des Milchburschen Josef Hülsenbeck, geb. 9. Juni 1867 zu Geiselwind, wird Auskunft begehrt.
B. 13387. — J. 1616 88. Das am 29. April 1889 erlassene Ausschreiben gegen den Photographen Adolph Schulze aus Hatte in Bayern wird erneuert.
13481 B. — N. 304/89. Ueber den Aufenthalt der beiden Pferdeknechte: Karl Leipold, geb. 13. Mai 1870 zu Silberhof, und Basilius Kettner, geb. 23. April 1856 zu Derlesberg, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a. M. den 8. August 1889.
9306 D. — M. 16/89. Das am 26. April 1889 erlassene Ausschreiben gegen den Kommis Paul Vieler aus Iserlohn wird erneuert.
12890 B. Ueber den Aufenthalt des Kommis Hermann Joseph Sylvester Arntz geboren am 30. Dezember 1866 zu Nütterden, wird Auskunft begehrt. 5 5
Frankfurt a. M. den 9. August 1889.
11186 A. — J. 3879/86. Das am 7. Dezember 1886 erlassene Ausschreiben gegen den Schulknaben Johann Volk von hier wird erneuert.
6. 13506. — J. 2028/89. Das am 6./6. 1889 gegen den Hausburschen Angust Schäfer aus Hansen erlassene Ausschreiben ist erledigt.
Frankfurt a. M. den 10. August 1889.
13553 B. — N. 711/89. Ueber den Aufenthalt des Taglöhners
Karl Theodor Will, geboren am 23. April 1861 zu Altenstadt, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a. M. den 11. August 1889.
6900 C. — VI. 144/89. Der am 5. August 1889 gegen den Maurer Ernst Albert Otto Vogel aus Schöneberg erlassene Steckbrief ist erledigt.
B. 13569. — N. 790/89. Neber den Aufenthalt des Tapezierers Fritz Usener, geb. 22,/3. 1870 zu Biebrich a/Rh., wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a. M. den 12. August 1889.
11835 A. — L. 107/89. Gegen den Lehrjungen Heinrich Faber, geboren am 9. Oktober 1874 zu Hofheim a/Taunus, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen schweren Diebstahls verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich hierher Nachricht zu geben.
Frankfurt a. M. den 10. August 1889.
Königliche Staatsanwaltschaft.
Kaiser Joseph in Berlin.
Berlin, 13. Aug. Bei der heutigen Parade waren die Truppen in zwei Treffen aufgestellt. Kaiser Franz Joseph, die Kaiserin zur Rechten, den Kaiser zur Linken, ritt die Front ab, gefolgt von glänzender Snite, und grüßte die Regimenter, deren Erwiderung „Guten Morgen, Majestät!" wie Gewehrsalven hinausklang. Als Kaiser Franz Joseph am linken Flügel seines Kaiser Franz-Garde-Grenadier-Regiments angekommen war, schwenkte er ab und stellte sich neben dem Kommandeur des Regiments, Oberst v. Mikusch-Buschberg, auf, während Kaiser Wilhelm und die Kaiserin salutirend die Front des Regiments entlang geritten waren. Mit den Worten: „Ich kann stolz sein, an der Spitze dieses Regiments zu stehen", sprach der Monarch, seine Anerkennung gegenüber dem Kommandeur aus und begab sich wieder zu den Majestäten. Kaiser Wilhelm kommandirte die Parade und führte zuerst das ganze Gardekmps, sodann beim zweiten Vorbeimarsch das 1. Garde-Regiment seinem kaiserlichen Gaste persönlich vor, während Kaiser Franz Joseph sein Garde-Regiment dem Kaiser Wilhelm zweimal vorführte. Der erste Vorbeimarsch erfolgte in Kompagniefront, der zweite in Regimentskolonne. Der Parade wohnte ein glänzendes Publikum bei, das jede Gelegenheit benutzte, um der Begeisterung und der Freude über den Besuch des Kaisers von Oesterreich Ausdruck zu geben. Auch die zur Zeit hier concertireude Banda municipal” di Milano war zum Zuschauen eingeladen worden und hatte an bevorzugter Stelle Aufstellung genommen. Auf dem Wege hinaus überraschte den Kaiser van Oesterreich auch eine höchst sinnige Ovation. Die Schüler des Friedrich Wilhelm-Gymnasiums, über, 700, hatten mit Fahnen, Trommlern und ihrem eigenen aus ihren Schülern bestehenden Musikkorps vor dem Gymuasialgebäude in der Friedrichstraße Aufstellung genommen und begrüßten den Kaiser mit dreimaligem Hurrah, während die Musik die österreichische Volkshymne spielte und die dichtgedrängte Menschenmenge jubelnd mit Hurrahrufen zustimmte. Der Kaiser, sichtlich äußerst freudig überrascht, dankte hnldvoll mit der Hand. Um 12 Uhr war die Parade zu Ende, und unter brausenden, sich immer erneuernden Jubelrufen fuhren die Majestäten in einem Wagen gemeinsam zur Stadt. (K. Z.)
89et litt, 13. August. Der Kaiser von Oesterreich begab sich heute Nachmittag 1 Uhr mit dem Ehrendienst in die österreichische Botschaft, nahm dort ein Dejeuner ein und empfing darauf die vom Generalkonsul Czikan vorgestellten Vorstände von Vereinen der Oesterreicher, Ungarn und Slaven aus Böhmen. Um 3 Uhr begab sich der Kaiser von der Botschaft aus nach Charlottenburg, um am Sarge Kaiser Wilhelms I. einen prachtvollen Rosenkranz, auf Lorbeer gebunden, niederzulegen. — Bei dem heutigen Paradediner im königlichen Schlosse brachte Kaiser Wilhelin folgenden Trinkspruch aus: „Mit freudig bewegtem Herzen heiße ich Eure Majestät willkommen in meiner Residenz und an der Stätte, an welcher mein hochseliger Großvater Sie zuletzt begrüßt hat. Bei dem jubelnden Empfang meines Volkes werden Eure Majestät empfunden haben, wie worin und lebendig das Gefühl für die schon seit Hunderten von Jahren zivischen unsern Völkern bestehende Freundschaft zum Ausdruck kommt. Vor Allem aber ist mein Heer, von deni Eure Majestät einen Theil zu sehen Gelegenheit hatten, stolz darauf, sich dem scharfen Soldatenblick Euer Majestät stellen zu dürfen. In meinem Volke, wie in meinem Heer wird fest und treu an