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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Preis:

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20 Psg.

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30 Psg.

Nr. 186.

Montag den 12. August

1889.

BekanntmachuNgen König!. Landrathsawts.

Die Herren Bürgermeister des Kreises werden ersucht, nachstehende Bekanntmachung in ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise zur Kenntniß der Ortseinwohner zu bringen.

Hanau am 2. August 1889.

Der Königliche Landrath

V. 4961 v. Oertzen.

Landwirthschaftlicher Kreis-Verein Hanau.

Freitag den 6. September d. Js. wird in Langenselbold unter dem Vorsitz des Herrn Landrath von Oertzen die Bezirks-Aus- stellung für die Kreise Hanau — Stadt und Land —, Gelnhausen und Schlüchtern abgehalten.

Ausgestellt können werden: Pferde, Rindvieh und Schweine der drei Kreise, sowie laudwirthschaftliche Maschinen und Geräthe.

Zur Vertheilung an Prämien komnien für Pferde 300 M., für Rindvieh 600 M. und für Schweine 50 M.

Gelegentlich dieser Ausstellung findet eine Verloosung von Vieh und landwirthschaftlichen Gerathen statt. Loose sind durch den Vorstand deâ landwirthschaftlichen Kreisvereins in Hanau zu haben.

Den Herren Bürgermeistern des Kreises und den Vorständen der landwirthschaftlichen Kreisvereine zu Gelnhausen und Schlüchtern werden die Programme, welche alles Nähere besagen, zugesandt werden.

Der Vor st a n d.

Die hiesigen beiden Bataillone des Füsilier-Regiments von Gersdorff (hessisches) Nr. 80 halten am Dienstag den 13. und am Freitag den 16?) d. Mts., an ersterem Tage von Vormittags 10 Uhr ab, an letzterem Tage von Vormittags 8 Uhr ab, auf dem Gelände zwischen Langenselbold, Ravolzhausen und dem Bruderdiebacherhof ein gefechtsmäßiges Schießen mit scharfen Patronen ab. Die Schußrichtung ist nach dem Röthelberg.

Den ausgestellten Sicherheitsposten ist bei Meidung von Strafe unbe­dingt Folge zu leisten.

Hanau am 9. August 1889.

Der Königliche Landrath.

M. 3519 I. V.: Baabe.

*) In voriger Nummer hieß es irrthümlich Mittwoch den 14.

Dem Dampfpflugbesitzer Franz Schulte von Holderhof in West­phalen ist die Erlaubniß ertheilt worden, bis zum 7. August 1890 mit seiner Lokomobile Nr. 1363 zum Transport eines Dampfpfluges die öffent­lichen Wege im Stadt- und Landkreise Hanau zu befahren. Demselben ist unter Anderem zur Bedingung gemacht, die hölzerne Brücke über die Nidda bei Niederdorfelden und die kleine eiserne Brücke bei Eichen vor den: Passiren gehörig abzusprießen, die eiserne Wilhelmsbrücke dahier überhaupt nicht zu passiren und die zur Sicherheit der Banwerke nöthigen Vorkehrungen nach Anweisung der Wegebaubeamten auf eigene Kosten zu treffen und wieder zu beseitigen und alle durch den Transport an Fahrbahn, Bauwerken und allem Zubehör der Straßen entstehenden Schäden auf Anfordern und nach Anweisung der Bauverwaltung alsbald zu bessern bezw. derselben das Recht einzuräumen, dieselben auf seine Kosten bessern zu lassen.

Den Wegebanunterhaltungspflichtigen bleibt es überlassen, sich mit dem Transportunternehmer über eine etwaige Vergütung für das Befahren der Wege zu einigen.

^nbem idf Hierbei auf die Bestimmungen der Polizei-Verordnung vom 4' 1887 (Amts-Blatt S. 179) Hinweise, veranlasse ich die Orts- polizewehorden, jeden Fall hierher berichtlich anzuzeigen, in welchem eine lwbertretung der gedachten Vorschriften und der gestellten Bedingungen ge- Ichieht oder sonstige Widersprüche gegen den Verkehr der Dampfpflüge auf den öffentlichen Wegen zu erheben sind.

Hanau am 7. August 1889.

Der Königliche Landrath

V. 5102 v. Oertzen.

.Ten Herren Ortsvorständcn des Kreises habe ich heute die Bescheide auf die Klassensteuer-Reklamationen pro 1889/90 zugesandt, um die Aus­fertigungen über Steuerermäßigungen und Befreiungen zu den Belegen der

Klassensteuer-Abgangslisten zu nehmen und darnach in den Listen das Nöthige zil wahren, vorher jedoch den Reklamanten Kenntniß davon zu geben.

Die zurückweisenden Bescheide sind den betreffenden Reklamanten als­bald einzuhändigen.

Bis spätestens zum 24. d. Mts. ist mir berichtlich auzu- zeigen, an welchem Tage die Behändigung stattgefnnden hat und die Be­nachrichtigung der ermäßigten Steuerpflichtigen erfolgt ist.

Hanau am 9. August 1889.

Der Königliche Landrath.

St. 2442 I. V.: Baabe.

Der Kaufmann Karl Andreas Adolf Pauli von Hochstadt z. Zt. in Wien hat um Entlassung aus bem Preußischen Staatsverbande für sich und feine Familie nachgesucht.

Hanau am 9. August 1889.

Der Königl. Landrath

v. 5113.___________________v. Oertzen.______________________

Lie; st-Nachrichten öü? dem Kreise.

Der Beigeordnete Oekonom Georg Rausch zu Erbstadt ist zum Bürgermeister der genannten Gemeinde bestätigt und verpflichtet worden.

Tagesschau.

Berlin, 10. Aug. Kaiser Wilhelm und der Prinz Heinrich werden mit den Herren des Gefolges heute Abend 10 Uhr, die Kaiserin wird heute Abend 8 Uhr hier eintreffen; die Prinzessin Heim ich ist bereits heute Morgen hierselbst angekommen.

Berlin, 11. Aug. Seine Majestät der Kaiser ist nach den „Fr. Journ." heute Nackt um 12 Uhr 35 Min. mit dem Prinzen Heinrich und Gefolge wohlbehalten auf dem Lehrter Bahnhof hierselbst eingetroffen. Der Kaiser, der Marineuniform trug, begab sick, von einem zahlreichen Pnbli- fum trotz der späten Nachtstunde auf das Herzlichste bewillkommnet, in das hiesige Schloß. — Kaiser Wilhelm hat nach derselben Quelle heute Mittag 1 Uhr den Reichskanzler empfangen.

Berlin, 10. Aug. Den Kaiser Franz Josef begrüßt das „Mili­tär-Wochenblatt" mit folgenden warmen Worten: Jetzt kommt Kaiser Franz Josef nach Berlin, der erhabene oberste Kriegsherr desjenigen Heeres, mit welchem die deutsche Armee so eng verbunden ist, nicht durch herrliche Kai­serworte allein, sondern auch durch deu Einklang der Geister und Herzen, burd) Stammesverwandtschafk, durch die gleichen Gesinnungen von Pflicht Ehre und Ritterlichkeit, durch denselben unerschütterlichen Willen, einzustehen für die höchsten Güter, für Altar und Thron, für girtes Recht und wahre, edle Freiheit. Die Zeiten, in welchen nach dem Willen der Vorsehung die jetzt unlöslich verbundenen Heere mit den Waffen in der Hand einander gegenüberstandcn, sind vorüber für immer, aber der Gegenwart und Zukunft sind selbst sie ein Gewinn, denn nach hartem Zwiste versöhnte Brüder lieben einander um so inniger, und wenn Tapfere mit Tapferen sich maßen, ge­langen sie zu höherer gegenseitiger Schätzung, zur wahren Kameradschaft.

So darf denn die deutsche und preußische Armee in ihres Kaisers erhabenem Verbündeten den Kriegsherrn ihrer besten und treuesten Kameraden in Ehr­furcht begrüßen. Und wahrlich, diese Kameradschaft hat bereits seit zwei- hundert Jahren manche Probe bestanden; vor Ofen, bei Salankemen und Malplaquet, bei Nollendorf, Leipzig und am Montmartre, am Danewerk und in Jütland, und wo immer Kaiserliche, Brandenburger und Preußen Schulter an Schulter gefochten haben, da führten sie ihre Fahnen zu Sieg und Ruhm und waten der Schraken ihrer Feinde. So soll es bleiben jetzt und immerdar, und wenn, früher oder später, Oesterreichs und Deutsch­lands Heere zu gemeinschaftlichem Kampfe ausziehen, dann soll es geschehen im Geiste der Wahlsprüche Preußens und Oesterreichs: „Gott mit uns!" und „ viribus unitis".

Berlin, 10. Angust. Fürst und Fürstin Bismarck sind heute Abends 6 Uhr 10 Min. Hier eingetroffen.

Berlin, 10. Aug. Die griechische Note wegen der Unruhen in Kreta scheint bei keiner der Großmächte eine günstige Aufnahme gefnnden zu haben. Weder in Wien nock in Berlin, weder in Rom noch in London, noch selbst in Paris ist die Zusage einer Prüfung der in der griechischen Note enthaltenen Beschwerden erfolgt. Hoffentlich wird es der Türkei nun bald gelingen, die Unruhen völlig zu unterdrücken.