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1 i Nr. 182.
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Iugtsich Amtttches Kvgan für Sicröt- itrtö Lanökvers ^anau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sorm- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Mittwoch den 7. August
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Die «palt. Seite 20 Vfg.
Die SfpaltigeSeüe
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" Amtliches.
L Dienst-Nachrichten ans dem Kreise.
^ Vom Wasenmeister ein gefangen: Ein grau-gelber Pinscher m. ^Geschl. Ein gelber Dachshund (Bastard) mit weißer Brust und halb- xweißem Kopf, w. Geschl.
Hanau am 7. August 1889.
L Ausschreiben Königlicher Staatsanwaltschaft zu Frankfurt a. M.
B. 12954. — J. 2339/89. Ueber den Aufenthalt des Portiers I Gottlieb G auß aus Gerlingen bei Stuttgart wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a. M. den 1. August 1889.
13053 B. — J. 2717/89. Das am 8. Juli 1889 gegen den Eisendreher Anton Franz erlassene Ausschreiben ist erledigt.
Frankfurt a. M. den 2. August 1889.
D. 9033. — M. 347/88. Das am 22. Juni 1889 erlassene ^ Ausschreiben gegen den Taglöhncr Wilhelm Fischer aus Langenselbold ist erledigt.
B. 13051. — N. 654/89. Ueber den Aufenthalt des Taglöhners Maximilian Müller aus Paris, geb. 20./12. 1849, wird Auskunft begehrt.
13050 B. — J. 3691/88. Das am 23. Oktober 1888 erlassene Ausschreiben gegen den Müllergesellen Johann Georg Nagel aus Lipsingen wird erneuert.
Frankfurt a. M. den 3. August 1889.
/ 8972 I). — J. 2614/89. Gegen den Taglöhner (Korbmacher)
Karl Joseph Heinrich Kleemann, geboren am 21. Februar 1866 zu Oberstedten, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen versuchter Nothzucht verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich hierher Nachricht zu geben.
Frankfurt a. M. den 1. August 4889.
Königliche Staatsanwaltschaft.
Steckbrief.
C. 6642. — L. 106/89. Die Büglerin Lina Hofmann, geb. 25./12. 1869 zu Dombach, ist durch Urtheil der Strafkammer des hiesigen Königlichen Landgerichts vom 7. Juni 1889 wegen Betrugs zu einer Gefängnißstrafe von 2 Monaten rechtskräftig verurtheilt worden und hat sich dem Vollzüge dieser Strafe durch die Flucht entzogen.
Ich ersuche auf die ?c. Hofman n zu fahnden, sie im Betxetungs- falle zu verhaften und mich von der Verhaftung zu benachrichtigen.
Frankfurt a. M. den 2. August 1889.
Königliche Staatsanwaltschaft.
Unser Kaiser in England.
Berlin, 6. August. Ueber die nunmehr gestern bei Spithead abgehaltene Flottenschau vor Sr. Majestät dem Kaiser und König liegen folgende Telegramme dem „R. u. St.-A." vor:
Portsmouth, 5. August, Abends. Bei ziemlicher Brise, aber doch schönem Wetter nahm die Flottenschau bei Spithead heute Nachmittag den glänzendsten Verlauf. Um 312 Uhr verkündeten die Salutschüsse der Landbattericn, daß sich Se. Majestät der Kaiser in Begleitung Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich, Ihrer Königlichen Hoheiten des Prinzen und der Prinzessin von Wales nebst Höchstderen beiden jüngsten Töchtern sowie des Herzogs von Cambridge an Bord der Königlichen Jacht „Victoria and Albert" begeben hatte. Voran segelte die Jacht „Galathea"; dann folgte die Königliche Jacht „Victoria and Albert", hierauf „Hohen- ' övlleru , „Osborne", „Enchantreß" und „Magdalena", letztere mit dem Lordmayor und der Vertretung von London an Bord. In dieser Ordnung dampften ^die Jachten die Linien der britischen Kriegsschiffe entlang, welche bunten Flaggenschmuck angelegt hatten; die Mannschaften in den .'iraaen riefen enthusiastisch Hurrah, als der Kaiser vorüberfuhr. Um 5T/2 U^r endete die Revue mit dem Empfange der Admirale und Kapitäne durch Se. Majestät den Kaiser an Bord der Königlichen Yacht. — 5 August, Nachts. Als Ihre Majestät die Königin Viktoria sich von Sr. Majestät dem Kaiser vor Allerhöchstdesscn Abfahrt jur Flottenschau verabschiedete, ; ^ug Ihre Majestät auf der Schulter eine Schleife mit den Farben ihres Preußischen Dragoner-Regiments und auf der Brust den Hohenzollern'schen
Haus-Orden. Se. Majestät der Kaiser trug die volle Uniform eines britischen Admirals und wurde darin auf die Bitte der Königin photographirt. Der Kaiser fuhr mit dem Prinzen von Wales, dem Prinzen Heinrich von Preußen, dem Prinzen Christian zu Schleswig-Holstein, dem Prinzen Heinrich von Battenberg, dem Marquis of Lorne, und dem Herzoge von Cambridge in vierspännigen Wagen nach dem Quai; in anderen Wagen folgten der Staatssekretär Graf Bismarck, der deutsche Botschafter Graf Hatz- feldt und der Premier Marquis von Salisbury. Der Kaiser und die anderen Herrschaften schifften sich zuerst auf'der „Alberta" ein und begaben sich von da an Bord der Königlichen Jacht „Victoria and Albert", welche sofort zur Revue abdampfte.- Um 3 Uhr 35 Minuten meldeten die Salven des deutschen Geschwaders die Annäherung des Kaisers; die englische Flotte nahm den Salut mit dröhnendem Kanonendonner auf. Als die „Victoria and Albert" die deutschen Kriegsschisse passirte, brachen die Mannschaften in brausende Hurrahrufe aus, welche sich weiter fortpflanzten und immer wiederholten, als die Jacht die langen Reihen der britischen Flotte durchfuhr. Während der ganzen ftunbenlmigen Fahrt verließ Se. Majestät keinen Augenblick das obere Verdeck. Die Jacht ankerte schließlich neben dem Flaggschiff „Howe", wo die durch Signal zusammenbernfe- nen kommandirenden Offiziere bereits versammelt waren. Nachdem die Vorstellung der Offiziere beendet war, gratulirte Se. Majestät bent Prinzen von Wales und dem Admiral Comnierell wegen des brillanten Aussehens der soeben iuspizirten Flotte. Um 51 /2 Uhr machte auch Ihre Majestät die Königin Viktoria an Bord der Jacht „Alberta" eine Rundfahrt um die Flotte. Nach der Rückkehr dinirte der Kaiser bei der Königin in Osborne.
Shanklin, 6. Aug. (K. Z.) Der deutsche Kaiser mit dem Prinzen von Wales an Bord der Osborne gab der englischen Flotte bei der Abfahrt das Geleite; augenblicklich, um 2 Uhr, manövriren in der «shanklin-Bai 20 englische Kriegsschiffe; das Wetter ist herrlich, wenn auch etwas windig.
t Das nette Wehrgesetz in Frankreich.
I.
Das wesentlichste Ergebniß der kürzlich beendeten französischen Parlamentssession ist das neue Wehrgesetz vom 15. Juli b. J. Bei der tief einschneidenden Bedeutung desselben für viele Verhältnisse ist es begreiflich, daß die Vorlage nicht nur in jeder der beiden Kammern selbst Gegenstand sehr eingehender Erörterungen war, sondern daß schließlich auch noch Gegensätze zwischen Senat und Kammer hervortraten, die mit einer Mäßigung der radikaleren Beschlüsse der Kammer seitens des Senats endeten. Der vom Senat im Mai in diesem Sinne modifizirteu Vorlage hat die Kammer am 9. Juli, wohl unter dem Einflüsse einer unverkennbaren Arbeitsmüdigkeit, des bevorstehenden Sessionsschlusses und der unmittelbar an denselben sich anschließenden Wahlen, zugestimmt.
Der Krieg von 1870'71 hatte an die Stelle der in demselben unter- gegangenen alten kaiserlichen Heere Massenaufgebote treten lassen in einem Umfange, wie Frankreich sie nie zuvor gekannt. Auch diese Massenaufgebote hatten die gänzliche Niederlage der französischen Waffen nicht aufzuhalten vermocht, ihnen hatte die Ausbildung und die Ausrüstung gefehlt. Was für die eine wie für die andere in größter Eilfertigkeit geschah, konnte einem Heere gegenüber, wie das deutsche, nicht genügen, welches über eine kaum zu erschöpfende Quelle ausgebildeter wehrhafter Männer und über -eine un größten Umfange sorglich vorbereitete Ausrüstung verfügte.
Nach Herstellung des äußeren und inneren Friedens im Mai 1871 erhob sich in Frankreich der Ruf nach Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Sie galt als das Mittel, welches den Deutschen den Sieg gesichert, und wie Preußen „am Tage nach Jena" sich durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht wieder erhoben habe, so sollte dieselbe auch für Frankreich das sicherste Mittel zur Vorbereitung der Revanche sein. Nur ungern ging der alte Thiers, dieser genaueste Kenner des Charakters seiner Landsleute, daran, dem namentlich von der französischen Presse erhobenen Rufe zu folgen. Die allgemeine Wehrpflicht bedang eine erhebliche Herabsetzung der Dienstzeit unb Thiers befürchtete, daß die letztere fortan unzureichend sein würde, um dem so wesentlich vergrößerten Heere jene Disziplin einzuhauchen, ohne welche eine Armee nicht, und demnach auch der Staat nicht, bestehen kann. Zudem war die soeben mit der Kommune gemachte Erfahrung nicht verlockend, die Zahl der bewaffneten und in Folge kürzerer Dienstzeit nicht ausreichend disziplinirten Franzosen so erheblich zu' erwei-